Frisch vom Haken

Einen lebenden Fisch in die Hand nehmen – ICH? Nie und nimmer! Ein Fisch, das war für mich lange Zeit Nahrung, nichts anderes als ein Lebensmittel. Als Tier habe ich ihn höchstens hinter der Aquariumscheibe wahrgenommen.

Diese Ansicht hat sich erst allmählich geändert, als mein innig geliebter Sportsfreund auf Reisen anfing zu fischen. Damals war es noch das sprichwörtliche „Würmli baden“ und er musste sich den Nachschub an Regenwürmern oder Maden immer selber aus der Dose klauben. Nie und nimmer hätte ich eine solche Kreatur berührt. Erst mit der Zeit konnte ich mich überwinden und griff mit spitzen Fingern in die Wurmbüchse.

In den zuerst noch seltenen Fällen, wo der Sportsfreund einen Fisch fing, wollte ich erst mit dem Geschöpf zu tun haben, wenn es so aussah, als hätte er es im Supermarkt gekauft. Im Klartext: geschuppt und ausgenommen. Dass mich das Tier aus toten Augen anglotzt, hat mich komischerweise nie gestört.

Im Verlauf der Reise haben sich nicht nur Erfahrung und Geschick meines vom Sportsfreund zum Fischer mutierten Gefährten, sondern auch meine Gesinnung gegenüber seinem Fang weiterentwickelt. Trotzdem weigerte ich mich, den Fisch in die Hand zu nehmen, solange er noch am Leben war. Dieses zappelnde, glibberige Vieh war mir nicht geheuer. Es kostete mich einiges an Überwindung, den Fischen schliesslich den Bauch aufzuschlitzen und die Innereien herauszuholen.

Tierfreunde wollen bitte den folgenden Abschnitt überspringen.

Der nächste Schritt war, den Fisch selber zu töten. Auch das ist mir irgendwann gelungen. Mit einem Stein oder einem Stück Holz das herumlag. Dort wo wir damals unterwegs waren, interessierte es niemanden, wie der Fisch sein Leben liess.

Tierfreunde dürfen sich jetzt wieder dazugesellen.

Der Weg vom Fischstäbli, diesem panierten, mit Mayonnaise verkleisterten Bauklötzchen im Teller, bis zum selber gefangenen pazifischen Wildlachs war kurvenreich und von diversen kulinarischen Highlights und Abstürzen begleitet.

Heute kommen bei uns fast nur noch Süsswasserfische auf den Tisch, die mein Fischer aus dem nahe gelegenen See zieht. Das Säubern der Fische ist für mich längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Ein grosser Traum von mir wäre, wieder mal einen frisch gefangenen Pazifiklachs am offenen Feuer zu kochen. Das hätte ausserdem den grossen Vorteil, dass nicht meine ganze Küche nach Fisch stinkt.

Zwar nicht am Pazifik, dafür an einer schönen Bucht in Nord-Norwegen

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