Biber in Action

In einer abgelegenen Ecke Alaskas standen wir mit unserem Camper an einem malerischen Seelein. Wirklich abgelegen kann es zwar nur dort sein, wo man mit einem Auto nicht hinkommt, doch für unsere Verhältnisse war es ziemlich am Arsch der Welt. Weil es so paradiesisch schön war, wollten wir über Nacht bleiben.

Auf der anderen Seite des Tümpels konnten wir einen vermeintlich verwaisten Biberbau ausmachen. In den Abendstunden entwickelten sich dort drüben plötzlich Aktivitäten. Von wegen verwaist! Stundenlang konnten wir drei erwachsene Biber beobachten, wie sie am Ufer Sträucher abnagten, die Äste ins Wasser zogen und dort geräuschvoll frassen. Wenn sie mit den Zweigen zu ihrem Bau zurückkehrten, sah man nur noch die Blätter an der Wasseroberfläche. Es sah aus, als ob kleine U-Boote unterwegs wären.

Die Tiere waren äusserst scheu. Sobald man sich ihnen näherte, verschwanden sie ins Wasser und tauchten unter. Wollten wir sie beobachten, dann am besten aus angemessener Entfernung. Zwischen meinem innig geliebten Mitreisenden und mir wurde der Feldstecher ständig hin und her gereicht.

Plötzlich ein lautes Klatschen. Was war das? Wir spähten in die Richtung, wo das Geräusch her gekommen war. Dann sahen wir den Biber, der gerade seinen Spieltrieb auslebte. Er trottete einige Meter die Böschung hinauf und liess sich dann mit Schwung rückwärts ins Wasser plumpsen. Ein herrliches Schauspiel, das der Protagonist uns mehrmals hintereinander darbot!

Diese Begebenheit kommt mir immer wieder in den Sinn, wenn in unseren Breitengraden von der Wiederansiedlung von Wildtieren die Rede ist. Seien es Wölfe, Bären oder auch Biber. In unserem dicht besiedelten Land haben sie eigentlich keinen Platz mehr. Hier, wo jedes zweite Bäumchen entlang eines Biber-Gewässers mit Drahtgeflecht geschützt ist. Hier, wo jede Biber-Sichtung als mittlere Sensation gilt. Wo jedes Kothäufchen in einer Vitrine aufbewahrt wird. Ob jene Biber aus Alaska immer noch so unbeschwerte Luftsprünge machen würden, wenn sie sähen, wie es ihren Artgenossen in der Schweiz ergeht?

2 Gedanken zu “Biber in Action

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