Von Schafen und anderen Annehmlichkeiten

Roquefort wird in unserem Reiseführer als das bekannteste Käsedorf nebst Camembert genannt. Pah, der Autor hat wohl noch nie was von Gruyère oder Appenzell gehört. Wir aber haben sämtliche patriotischen Vorbehalte beiseite gesteckt und diesem Strassendorf einen Besuch abgestattet. Es klebt richtiggehend unterhalb der Felsen, und diese sind der Schlüssel zum Erfolg des Käses. Denn die 2,7 kg schweren Laibe reifen in natürlichen Felsenkellern.

In Roquefort sind selbst die Fussgänger-Streifen grün/weiss. Bei einer Führung durch die momentan leeren Käsekeller vernehmen mit Staunen, dass dieser berühmte Käse aus Schafsmilch hergestellt wird. Er darf nur in Roquefort in einem genau begrenzten, 400 m breiten und 2 km langen Gebiet, reifen.  Der grüne Schimmel stammt von einem Penizillin-Pilz, der auf Roggenbrot gezüchtet wird. Wir kaufen einen Achtel Käse und marschieren wie so viele Besucher mit einem Kühlsack durchs Strassendorf zurück zum Womi. Dieses klebt an einem Strassenrand, denn in Roquefort gibt es keinen ebenen Meter und entsprechend auch keine grösseren Parkplätze, ausser am Ortseingang. Natürlich will das kein Wohnmobilist glauben und fährt wie wir zuerst mal ins Dorf rein und muss dann am unmöglichsten Ort wenden.

Unser nächstes Ziel ist Millau. Die Stadt ist bekannt für elegante, feine Lederhandschuhe, die Gorge de Tarn, die vor ihren Toren liegt und neuerdings auch für sein Autobahn-Viadukt. Man kann das 2,7 km lange Viadukt, das das ganze Tal überquert, als Verschandelung der Landschaft oder auch als Kunstwerk anschauen. Eine hochkarätige Ingenieurs-Leistung ist das Viadukt mit seinen sieben Pfeilern auf alle Fälle.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Millau kann man nicht als ausgesprochen Wohnmobil freundlich bezeichnen, da sorgen schon die zahlreichen Campingplätze in der Umgebung dafür. Wir haben keinen einzigen kommunalen Parkplatz gefunden, der nicht mit einer Teppichstange verbarrikadiert gewesen wäre. Trotzdem hat es einen offiziellen Stellplatz, der aber nicht mal ausserhalb der Hauptreisezeit die Wohnmobile aufzunehmen vermag.

Auf diesem Stellplatz stehen wir nun, umgeben von weiteren 30 Womis. Schon gestern war der Platz randvoll und heute erst recht. Da die einzelnen Stellplätze mit massiven Rundhölzern eingefasst sind, kann einem sympathischerweise niemand zu nahe auf die Pelle rücken. Etwas seltsam mutet an, dass die Entsorgungssäule rund dreihundert Meter weiter auf einem anderen Parkplatz steht. Ich bilde mir ein, dass ich vor drei Jahren, als wir hier nur durchgefahren sind, dort noch keine Teppichstangen auf dem Parkplatz gesehen habe.

Heute haben wir bei strahlend schönem Wetter und einem wacker blasenden Südwind eine Velotour auf die Causse Noir gemacht. Dieses von Felsen durchsetzte Hochplateau mit seinen struppigen Wacholderbüschen und Föhren hat seinen eigenen, herben Charme. Hier grasen übrigens auch Schafe, deren Milch zu Roquefort verarbeitet wird. Und somit hätten wir über das Viaduct de Millau gleich wieder die Brücke zu Anfang dieses Beitrags geschlagen.

Ein Flohnmobil will bewegt werden. Hilf Stillstandschäden zu vermeiden und schreib einen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.