Expedition ins Tierreich

Wir haben heute Schleiereulen angetroffen und Krause Glucken. Wer diese Namen hört, mag auf die Idee kommen, wir hätten den sonnigen Nachmittag benutzt, um einen Ausflug in den Zoo zu machen. In den Zoo würde ich zwar tatsächlich auch wieder mal gerne gehen, doch unser heutiges Ziel war ein anderes.

Wir sind nämlich schlicht und ergreifend nur in den Wald gegangen. Genauer gesagt, wir sind ein Stück gefahren, haben dann die Wanderschuhe geschnürt und sind losmarschiert. Das Ziel war von Anfang an klar definiert, denn immer im Herbst klappern wir diesen Platz ab, wo es Schleiereulen gibt. Aber eben, keine zoologischen, sondern aus dem Reich der Mykologie. Die Schleiereule (Cortinarius praestans) ist nämlich ein Pilz. Ein prächtiger Pilz sogar, der bis 20 cm gross werden kann und ausgezeichnet schmeckt.

Leider waren wir etwas spät dran (doch zu lange in Frankreich geblieben…), denn wir fanden fast nur noch grosse, alte Exemplare vor. Viel mehr als auf dem Bild stand nicht an Brauchbarem herum.

Dafür erlebten wir eine andere angenehme Überraschung. Wir stiessen am Rückweg auf eine Krause Glucke. Sie hat nicht gegackert, denn auch die Krause Glucke (Sparassis crispa) ist ein Speisepilz. Und nicht gerade häufig anzutreffen. Genauer gesagt, ich hab in der Schweiz noch nie eine gefunden. Also auch ein Stück davon mitnehmen und das Abendessen ist gesichert.

Die Ernüchterung folgte am heimischen Spültrog. Die Glucke, die an Baumstrünken wächst, lässt sich nämlich fast nicht vom Dreck befreien. Im Gegensatz zu anderen Pilzen kann man sie zwar bedenkenlos unters fliessende Wasser halten und regelrecht ersäufen, aber das hilft so gut wie nichts. Winzige Erdteilchen und Tannnadeln sind im verästelten Konstrukt der Glucke richtiggehend eingewachsen. Man müsste also jedes einzelne „Blumenkohlröschen“ zerpflücken und von allen Seiten gründlich begutachten, damit man sicher sein kann, keinen Dreck mitzukochen. Solche Fidibus-Arbeit ist gar nicht meine Wellenlänge; da bin ich gänzlich talentfrei.

Verhungert sind wir trotzdem nicht. Unser Nachtessen hat aus Omeletten mit Pilzfüllung bestanden. Die Glucke jedoch hat nur noch ganz verzagt unter dem Dach aus Eier, Mehl und Wasser hervor gegackert.

Ein Flohnmobil will bewegt werden. Hilf Stillstandschäden zu vermeiden und schreib einen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.