Das Eichhörnchen in mir

Kann es sein, dass es in meinem Stammbaum Eichhörnchen gibt? Vieles deutet darauf hin, gewisse Indizien widersprechen allerdings dieser Vermutung, denn mir gehen diese niedliche Kulleraugen und der dazu passende Augenaufschlag gänzlich ab. Auch zeige ich wenig Talent, wenn es darum geht, auf einem Baum rum zu turnen. Aber was die Vorratshaltung angeht, da könnten selbst die Eichhörnchen noch etwas von mir lernen!

Ich kann es nämlich nicht verputzen, wenn mir etwas ausgeht und kein Nachschub im Haus ist. Ich ärgere mich tödlich, wenn trotzdem mal was fehlt und ich notfallmässig einkaufen muss. Drum wird wenn immer möglich vorsorglich eingekauft, und sicher immer dann, wenn etwas gerade Aktion ist.

Unser Toilettenpapier wird deshalb locker für die nächsten zwei Monate reichen. Selbst wenn eine Durchfall-Epidemie grasieren sollte, bin ich gewappnet.

Putzen ist ja nun wirklich nicht mein liebstes Hobby. Aber selbst wenn ich diese Tätigkeit etwas öfters praktizieren würde, käme ich vorderhand nicht in Verlegenheit, was die diversen Putzmittelchen und Staubsaugersäcke betrifft. 

Dank meinem Kerzenvorrat würden wir auch dann nicht im Dunkeln sitzen, wenn vierzehn Tage lang der Strom ausfiele.

Verknappung an der Tampon-Front? Ich könnte aushelfen, denn mein Lager reicht wahrscheinlich über meine Menopause hinaus.

Es käme einem kleinen Desaster gleich, wenn die Kaffeebohnen ausgingen. Aber auch hier kann ich Entwarnung geben, selbst die durstigsten Kaffeetanten brächten mich nicht aus dem Konzept.

Die Kalorienzufuhr ist auch in Form von Glückshormonen stets gesichert. Der Alarmbestand von fünf Tafeln Schokolade wird in meinem Haushalt nie unterschritten.

Egal, ob es um Waschmittel, Kehrrichtsäcke oder Duschgel geht: Bei mir hat’s stets genügend davon.

Reis, Mehl, Zucker, Teigwaren, Öl? Wenn die Migros mal Lieferengpässe hat, kann sie sich getrost an mich wenden.

Vor kurzem habe ich 10 Gläser Konfitüre eingemacht. Davon kann man ja nie genug haben. Sie ergänzen die geschätzten 20 Gläser auf diesem Bild. Und sechs proppenvolle Schubladen im  Tiefkühlschrank. Und weitere, gut gehütete Verstecke.

Solch üppige Vorräte lassen nur einen Schluss zu: Es wird ein strenger Winter werden. Dieser Tatsache kann mein Eichhörnchen getrost entgegen sehen.

Es gibt übrigens nochmals ein sicheres Indiz, dass meine Vorfahren keine Eichhörnchen waren. Denn im Gegensatz zu den niedlichen Pelztieren, wachsen aus meinen Vorräten, sollte ich sie mal nicht mehr rechtzeitig auffinden, in der Regel keine Bäumchen heran.

7 Gedanken zu “Das Eichhörnchen in mir

    • Herzlich willkommen im Flohnmobil, Rosie.
      Mein Tick, derart viele Vorräte anzuhäufen, ist definitiv grösser, als der vorhandene Platz in Küchenschränken und im Keller. Zum Glück – wir sind ja keine Grossfamilie.

      Gefällt mir

  1. Ich glaube, wir haben den gleichen Stammbaum!!! 😉

    Grosses Kompliment für Deinen Blog, ich les den super gerne und warte immer auf die neuen Beiträge. Und auch der heutige Link ist köstlich.
    Grüessli

    Gefällt mir

  2. Pingback: Ladehemmungen | Flohnmobil - im Alltag unterwegs

Ein Flohnmobil will bewegt werden. Hilf Stillstandschäden zu vermeiden und schreib einen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.