In Pelz gehüllt

Einen flüchtigen Augenblick lang nur sah ich es. Zwischen zwei Schlücken Kaffee am Frühstückstisch. Da, da war es wieder! Ich stand auf und ging zum Fenster, damit ich ihm etwas näher war.

Ich hatte richtig gesehen; da turnte ein Eichhörnchen in der kahlen Lärche herum. In Windeseile flitzte es von Ast zu Ast, rauf und runter. Schien keine Sekunde auf dem gleichen Zweiglein verharren zu wollen. Dann ein Satz – zack – und für einen kurzen Moment war es hinter dem dicken Ast der Föhre unsichtbar.

Ich war kaum mehr vom Fenster weg zu kriegen. Mein Kaffee drohte kalt zu werden. Ich wollte diesen wertvollen Moment auskosten, einem Wesen, das so völlig unbefangen umhertollte, zuzuschauen.

Meine Gedanken schweiften ab. Ich muss kleinlaut gestehen, dass ich – obschon in gewisser Weise mit Eichhörnchen-Genen ausgestattet – selbst in meiner frischesten Jugend nie in einer solchen Eleganz einen Baum hinauf geklettert bin. Ganz zu schweigen vom horrenden Tempo, das das Viechlein an den Tag legte. Ich bewunderte das kleine Tier für sein modisches Gespür. Auch etwas, das mir leider ziemlich abgeht. Zugegeben, in Pelz gehüllt würde ich mich nicht wohl fühlen, das Eichhörnchen aber liegt mit seinem Outfit in dieser Landesgegend voll im Trend.

Geradezu waghalsig schienen die Sprünge des niedlichen Tierchens. Gefährlich wiegten sich die Äste, während sich das Eichhörnchen bereits ein paar Zweige weiter befand. Zwischendurch verharrte das Fellknäuel längere Zeit auf dem gleichen Fleck und bearbeitete ein Lärchenzäpfchen. Es liess sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Auch nicht durch seinen Artgenossen, der plötzlich auf der Bildfläche erschien. Flugs stürmten sie zu zweit durchs Geäst.

Ich habe versucht, diesen Moment für die Ewigkeit zu bannen. Wer meine Fotos anschaut, kommt eher auf die Idee, hier habe jemand den Kaffeesatz samt Filterpapier in den Baum gehängt, als dass er in den zwei dunklen Flecken Eichhörnchen erkennt. Ich erspare euch deshalb den Anblick. Schliesslich hat jeder schon mal ein Eichhörnchen gesehen, wenn auch nicht unbedingt vom Frühstückstisch aus.

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