Vorsicht, Raubtiere auf der Wiese!

Darf ich mich vorstellen? Offiziell heisse ich Taraxacum officinale. Ich bin der prominenteste Vertreter der Korbblütengewächse. Bald schon werde ich mit meinen Blumen ganze Landstriche gelb einfärben. Sind meine Blüten hinüber – und nicht schon vorher von einer gefrässigen Kuh weggemampft worden – produzieren sie Fallschirmchen, mit denen man so wunderbar Pusteblume machen kann. Genau, ich bin der Löwenzahn.

Mich kann man essen, dazu braucht man kein Rindvieh zu sein. Aus meinen jungen Blättern kann man Salat machen. Wer mit genügend Geduld gesegnet ist, stellt aus meinen Blüten Honig oder Löwenzahnsekt her. Meine Wurzeln sind zwar etwas bitter – wie alle meine grünen Teile – aber seeeehr gesund. Und nicht zuletzt kann man daraus ein kaffeeähnliches Gebräu herstellen.

Manche verschreien mich als Unkraut, aber dank meiner raffinierten Verbreitungsmethode kann ich mich immer wieder und überall, wo es mir passt, verbreiten. Ich bin bären-, pardon löwenstark und kann selbst Teerdecken aufbrechen.

Meinen deutschen Namen habe ich meinen gezackten Blättern zu verdanken. Doch nur selten nennt mich die Menschheit „Löwenzahn“. Gebräuchlich sind dafür regionale Namen wie Chrottepösche, Soiblueme, Milchlig, Rämschfädre oder Bettseicher.

Weiss jemand noch weitere Namen für mich?

9 Gedanken zu “Vorsicht, Raubtiere auf der Wiese!

  1. Hallo Bea
    Schwiiblueme, Mooreblueme, Chrotte-Blueme, Häli-Blueme, Söitätsch, Anke-Blueme, Schmaalz-Blueme, Sunnewirbel, Milch-Blueme, Milchere, Room-Blueme, Weiefäcke, Bijifäckte, Ramschmeie, Meieblueme, Wäägluege, Chettele-Blueme, Ringel-Blueme, Söiringel, Griggele, Buggele
    (Quelle: Kleiner Sprachatlas der deutschen Schweiz – ein ganz interessantes Buch!)
    Liebe Grüsse
    Urs

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    • Wow, super Service, Urs. Wenn dein Sprachatlas nun noch hergeben würde, in welcher Gegend die Chrottepösche wie heissen, wär’s perfekt. 😉
      Nein ganz im Ernst, vermutlich gibt es kaum ein Kraut, dass derart viele Namen trägt. Sind wir nicht ein tolles Land?!? Ämel sprachlich.

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      • Das interessante Buch kriegst Du in jedem Buchladen:
        ISBN 978-3-7193-1524-6
        Für viele Begriffe hat’s jeweils eine Karte abgebildet… ;-)))
        Da sieht man dann auch, dass es noch viele Dinge gibt, welche mit so vielen verschiedenen Ausdrücken benannt werden.
        Liebe Grüsse
        Urs

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  2. Pusteblume – aber erst, wenn’s was zu pusten gibt. Ansonsten sind wir Deutschen da wohl etwas einfallsloser und sagen tatsächlich einfach nur Löwenzahn.
    Ich stehe der Pflanze immer noch mit gemischten Gefühlen gegenüber. Mittlerweile weiß ich ja, dass man sie essen kann. Aber als Kind hat mir irgendjemand erzählt, sie sei hochgiftig. Vielleicht die Kindergärtnerin, die nicht wollte, dass alle ihre Schützlinge mit braunen Flecken an den Händen nach Hause kommen?

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    • Ein brauchbares Fotomotiv zu finden war ausnahmsweise wesentlich anspruchsvoller, als den Text zu schreiben (Chrottepösche gabs nämlich im Tagi mal in meiner Blüemli-Serie zu lesen). Zum Glück hatte ich hochkompetente Unterstützung dabei.

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