Im Wohnmobil-Slum

Dieses Jahr kam es mir wie eine kleine Ewigkeit vor. Wann würden wir denn endlich das erste Mal mit dem Wohnmobil ausrücken? Mir schien, dieses Jahr erfolgte der Saisonbeginn besonders spät, doch die sorgfältig nachgeführte Statistik besagt: Letztes Jahr waren wir sogar einen Tag später dran. Allerdings fuhren wir am 18. April 2010 nach Samnaun zum Skifahren, doch lassen wir das Thema.

Diesen etwas wirr daher geschriebenen Zeilen könnt ihr entnehmen: Wir sind unterwegs. Seit gestern spulen wir im Elsass unsere ersten Wohnmobil-Kilometer runter. Gestern die Anreise bis nach Thann, ein kurzer Spaziergang durch die kahlen Rebberge und durch den Ort. Heute die Kurverei durch die ausgeschilderte „Elsässer Weinstrasse“. Ein Winzerdorf am nächsten. Fachwerkbauten, Rebberge, Störche. Ich staune, die Natur ist hier weiter als bei uns. Flieder hat seinen Zenit beinahe überschritten, Glyzinien blühen bereits, Raps (der hier genauso stinkt wie in den heimischen Gefilden) blüht kräftig gelb, die Kirschbäume haben schon Näggeli angesetzt.

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Wir halten in einigen der Dörfer, bummeln kurz durch die Gassen, setzen uns wieder ins Auto. Nach dem dritten Ort (Kaysersberg) sieht bald alles gleich aus und das vielbesuchte Ribeauvillé vermag uns nicht mehr so richtig zu begeistern, auch wenn die Häuser zweifellos von bemerkenswertem Baustil und Farbe sind. Überall der gleiche Souvenir-Kitsch, Wein bis zum Abwinken und die armen Störche müssen auch für alles Mögliche hinhalten.

Wir sind nicht ganz alleine unterwegs, das sieht man spätestens, wenn man einen Wohnmobil-Stellplatz ansteuert. In Kaysersberg waren bereits um 15.00 nahezu alle der 80 Stellplätze belegt und hier in Ribeauvillé sieht es nicht besser aus. Lauschig ist es hier bestimmt nicht. Ich habe heute erstmals den Begriff „Wohnmobil-Slum“ verwendet. Ich befürchte, ich werde ihn je länger je mehr aussprechen müssen. Die Zeit der grenzenlosen Freiheit mit dem Womi ist auch hier in Frankreich langsam aber sicher vorbei.

5 Gedanken zu “Im Wohnmobil-Slum

    • Tut mir Leid, aber wenn ich abends von Wohnmobilen umzingelt bin und ausserdem eine zwei Meter hohe Betonmauer das ganze Areal umgibt (Beispiel Ribeauvillé), kommt keine Freude auf. Momentan sind Osterferien, das verschärft das Problem sicher noch. Normalerweise sind wir nämlich in den Schulferien nicht unterwegs.

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  1. Schade, dass Deine Reise nicht ganz so freudig verläuft. Aber wo es halt schön ist und auch noch in den Ferien, noch dazu bei so schönem Wetter, sind halt leider viele Leute unterwegs.
    Aber die Fotos sehen schon sehr schön aus.

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