Ritter der Landkarte

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sein Wohnmobil zu verunzieren. Die einen haben einen schwarzen Elch (wahlweise auch mehrere) aufgeklebt. Soll wohl heissen, sie haben mal im Hohen Norden einen Elch geritten. Spanier tendieren dazu, einen schwarzen Torro auf ihr Womi zu kleben. Andere sammeln wie wild Sticker von allen Campingplätzen oder Ortschaften, die sie besucht haben.

Bei uns am Wohnmobil klebt ausser den von Adria aufgebrachten Verzierungen rein gar nichts auf dem heiligen Blech. Nicht mal einen klitzekleinen Hinweis aufs Flohnmobil an der Rückwand hat mir mein innig geliebter Mitreisender zugestanden.

Was uns gar nie in den Sinn käme, wäre eine dieser blanken Europakarten aufs Womi zu kleben. Blank soll die Karte nicht lange bleiben, sondern man klebt jeweils das Land auf, das man besucht hat. Doch was heisst schon „besucht“? Wenn man einmal im Schnellzugstempo durchgefahren ist? Oder erst, wenn man mindestens einen Monat herumgereist ist? Sicher entscheidet das jeder für sich selber. Reisen mit dem Wohnmobil ist eine sehr individuelle Angelegenheit und eröffnet viele Möglichkeiten, die TUI-Reisende nie und nimmer haben. Dass nicht immer alles gänzlich planbar ist, damit muss man leben können – es sei denn, man hüpft nur von einem reservierten Campingplatz zum nächsten. Oder bleibt am liebsten gleich 14 Tage am gleichen Ort. Aber dazu braucht man kein Wohnmobil, da tut es auch ein Wohnwagen oder eine feste Bleibe wie ein Hotelzimmer oder eine Ferienwohnung.

Um nochmals zurück auf die Europakarte zu kommen: So etwas sahen wir vor 12 Jahren schon im den USA. Und zwar sehr viel häufiger als hierzulande. Natürlich mit den US-Staaten und Kanada anstelle von Europa. Unser gestrige Stellplatz-Nachbar fühlte sich offensichtlich auch berufen, der Welt mitzuteilen, wo er schon überall war. Ich will jetzt nicht überheblich sein, aber unsere Landkarte wäre noch mit einem halben Dutzend weiterer Staaten beklebt.

4 Gedanken zu “Ritter der Landkarte

  1. Vielleicht verdecken die vielen Aufklebern auf gewissen Wohnmobilen ja auch bloss die Rostflecken 😉

    Für die Werbung zu diesem Blog hätte ich noch eine Idee. So eine Anzeige wie sie die Polizei auf ihren Wagen hat, wo aber statt „anhalten!“ die Webadresse des Blogs durchläuft.

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