Der 1. August am 10. Juni

Wenn unser Reiseführer richtig recherchiert hat, stammt 50 Prozent der weltweiten Kork-Produktion aus Portugal. Und davon wiederum der allergrösste Teil aus dem Alentejo. Und in dieser Region südöstlich von Lissabon sind wir seit ein paar Tagen unterwegs.

Die eher monotone Landschaft ist geprägt von Korkeichenwäldern, Olivenhainen und einer schier grenzenlosen Weite. Wo genügend Wasser vorhanden ist, gedeihen auch Reben, und – eher überraschend – Sonnenblumen. Wo sie wachsen, verwandelt sich die Landschaft von Gelb in Grün. Bis an den Horizont. Die Sonnenblumen beginnen hier gerade erst zu blühen.

Den letzten richtigen Regen hatten wir vor etwa 10 Tagen. Seither ist aber die Temperatur nicht immer so, wie man es sich hierzulande vorstellen könnte. Zweimal schon mussten wir am Morgen heizen. Ist ja unerhört! Aber bei 11 Grad mag ich nicht unter der Bettdecke hervorkriechen.

Es gibt Städte, da hat man mit dem Wohnmobil einfach nichts verloren. Beja ist so ein Fleck auf der Landkarte. Nach zwei Runden am Rande der Innenstadt hätten wir bei der Parkplatzsuche beinahe resigniert. Viel verpasst hätten wir nicht. Die Stadt bietet in unseren Augen nur bescheidene Highlights. Ganz im Gegensatz zu Marvao. Das Festungsstädtchen in der Nähe der spanischen Grenze ist ein Juwel. Die Burgmauer ist vollständig erhalten, das Castelho in gutem Zustand. Der Blick auf das Umland von diesem Adlerhorst aus ist schlicht und ergreifend fantastisch!

Überhaupt hat es in der Serra de Mao Marmede, unweit der spanischen Grenze, ein paar sehr schöne Dörfer. In einem solchen haben wir von gestern auf heute übernachtet, direkt unterhalb der Altstadt auf einem Parkplatz. Wir hatten uns gerade so gemütlich zum schlummern hingelegt, da paukte es draussen. Und wenn ich „pauken“ sage, dann meine ich es für einmal auch. Gegen 22.30 Uhr – da ist es selbst in Portugal finstere Nacht – zog eine Musik durch die Strassen. Zuvorderst der Mann mit der Pauke, dahinter Trümmeler und Trompeter. Ob die für den heutigen Nationalfeiertag geübt haben?

Wie die Portugiesen ihren „1. August“ feiern, wissen wir (noch?) nicht. Aber frei habe sie offensichtlich. Wir stehen jetzt nämlich an einem sehr malerisch gelegenen Stausee und sind gut überwacht von zahlreichen Fischern und Badenden.

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Ein Gedanke zu “Der 1. August am 10. Juni

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