Ende Feuer in der Toskana

Es wird auch in der Toskana allmählich Herbst. Das äussert sich unter anderem darin, dass die Temperaturen nur noch mit Mühe die 30-Grad-Grenze knacken. Oder auch darin, dass es zaghaft wieder zu grünen beginnt. Und vor allem darin, dass in den Touristenorten am Meer dicht gemacht wird, obschon das Wasser noch angenehm warm ist. Für die Sonnenschirme in den Bagni, die man zusammen mit zwei Liegestühlen für 20 Euro oder auch mehr benutzen darf, interessiert sich niemand mehr. Und wer jetzt noch einen Campingplatz sucht, hatte auch schon bessere Karten. Wer nicht glaubt, dass hier der Herbst ins Land zieht, schaue sich die Italiener genauer an. So mancher hat nämlich schon die lange Wäsche hervor geholt, während die Touris noch kurzärmlig durch die Gegend schlendern.

Wir haben das südliche Ende der Toskana erreicht und die Küste hinter uns gelassen. Hier geht es wesentlich weniger touristisch zu und her als in der nördlichen Toskana. Doch auch hier gibt’s viel zu sehen. Beispielsweise Dörfer, die auf und aus Tuffstein gebaut sind. Sie scheinen buchstäblich aus dem Untergrund heraus zu wachsen. Oder die natürlichen Thermalbecken von Saturnia mit dem nach Schwefel stinkenden Heilwasser. Wir haben uns diese Einrichtung aus sicherer Entfernung angeschaut und beschlossen, dass es auch ohne uns schon genügend Volk in den Travertinbecken hat.

Die Traubenernte ist in vollem Gang. Ein Traktor nach dem nächsten fährt mit seiner Ernte zu den Annahmestellen. Dort stehen riesige Chromstahltanks – von wegen Fässer aus Eichenholz. Für den Durchschnittswein muss das Metallbehältnis reichen. Montepulciano, Montalcino – Weinkenner holen flugs den Korkenzieher, wenn sie diese Namen hören. Doch diese Namen zieren nicht nur Weinetiketten, es sind auch hübsche Städtchen, selbst wenn für uns diese hübschen Städtchen allmählich alle gleich hübsch aussehen und überall die gleichen Läden angesiedelt scheinen.

Was momentan auch reift, sind die Feigen. Es scheint viele verschiedene Feigensorten zu geben, nicht nur kleine und grosse. Denn wir hatten schon Ende Juni in Portugal Feigen gepflückt geklaut. Hier in der Toscana gibt es unzählige Feigenbäume, die in der Pampa stehen und für die sich kein Schwein interessiert. Bei Feigen kann ich nicht widerstehen. Sie sind etwas vom Edelsten, das die Natur zu bieten hat. Direkt vom Baum und selbst geklaut schmecken sie am allerbesten.

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