Schrecken in Uniform (10)

Wenn man im Ausland unterwegs ist, muss man sich den dort herrschenden Sitten, Gebräuchen und vor allem Gesetzen beugen. Oder zumindest tut man das mit Vorteil, sonst könnte es sich früher oder später zum eigenen Nachteil wenden.

Als wir unser Visum für Australien beantragten, füllten wir gewissenhaft den Fragebogen aus, legten alle verlangten Unterlagen bei und brachten den Umschlag zur Post. Ein gewisses mulmiges Gefühl kam dabei schon auf, einfach den Reisepass in die australische Botschaft nach Berlin, in unserem Falle also ins Ausland, zu schicken. Doch schon wenige Tage später hatten wir unsere Reisepässe wieder – und staunten nicht schlecht. Die Aussies hatten uns gleich ein Visum für ein ganzes Jahr in den Pass geklebt, was Seltenheitswert hatte. Der Durchschnittstourist musste sich damals nämlich mit einem sechs Monate gültigen Visum zufriedengeben.

Innert Jahresfrist durften wir mehrfach einreisen und jedes Mal bis zu zwölf Monate bleiben. Derart bestückt reisten wir sorglos ins Land der Kängurus. Der Haken an der Sache war bloss: Noch bevor wir einen Fuss auf den Roten Kontinent gesetzt hatten, war uns klar, dass wir länger als ein Jahr bleiben wollten. Und so trabten wir rechtzeitig in Cairns im Immigration Office an, um unsere Aufenthaltsbewilligung verlängern zu lassen. Dort ritt der zwar freundliche aber bestimmte Beamte auf den Paragrafen rum und suchte krampfhaft nach Argumenten, weshalb unser Visum gemäss gültigem Gesetz nicht verlängerbar war. Wir mussten die Kröte schlucken und zur Kenntnis nehmen, dass weder das Visum, noch die damit verbundene Aufenthaltsbewilligung innerhalb von Australien verlängerbar war. Der Beamte empfahl uns, aus- und wieder einzureisen um innerhalb unseres noch gültigen Visums die Aufenthaltsbewilligung um weitere 12 Monate zu erneuern.

No worries, mate! Das war ja ganz einfach. Nur kurz über die Grenze und husch wieder zurück. Na wenn’s weiter nichts ist! Dummerweise besteht die australische Landesgrenze ausschliesslich aus Meereswasser und folglich war das Prozedere mehr als nur ein kurzer Spaziergang. So kam es, dass wir unsere Reise in Australien unterbrachen, um mal kurz ein paar Tage Ferien in Neuseeland zu machen.

Der Amtsschimmel wieherte sich halb tot, als er unserem Flugzeug hinterher sah. Aber als wir wieder in Australien einreisten, führte er sich tadellos auf.

2 Gedanken zu “Schrecken in Uniform (10)

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