Nicht die Bohne einer Ahnung

Diese Geschichte handelt von grünen Bohnen, auch wenn jetzt nicht die richtige Zeit ist, um grüne Bohnen zu kochen. Es sei denn, sie stammten aus dem Tiefkühler oder man tarne alles unter dem ökologisch fragwürdigen Label „Entwicklungshilfe“ und koche im April Bohnen aus Senegal oder Ägypten. Aber meine Geschichte dürfte – wie ihr bald selber feststellen werdet – ohnehin nicht unmittelbar zum Nachkochen animieren.

Die Bohnen, die wir damals in die Pfanne hauten, stammten jedenfalls aus dem eigenen Garten. Genauer gesagt aus demjenigen der Eltern meiner Freundin Barbara. Also musste es Sommer gewesen sein.

Wir zwei jungen Hühner (heute würde man uns vielleicht „Chicks“ nennen, aber diesen Begriff kannte man damals auf 47 Grad Nord noch nicht) machten Ferien am Bodensee in der Zweitwohnung von Barbaras Eltern. Und waren von unseren Kochkünsten sehr angetan. So sehr, dass wir die Bohnen zwecks Zeitersparnis im Dampfkochtopf garen wollten. Das ist ja an sich nichts Aussergewöhnliches, nur….

Wir wussten beide nicht so recht, wie man das machen musste. Damals stand man noch nicht mit dem Handy vor dem Kochherd und rief schnell zu Hause an. „Du Mami, wiä machtmer….“ Ich erinnerte mich, dass zu Bohnen Zwiebeln und Knoblauch gehörten. Und etwas Fett. Barbara steuerte Bohnenkraut bei. Mit einer gehörigen Portion Zuversicht ausgerüstet übergaben wir die Bohnen im Dampfkochtopf ihrem Schicksal. Das ging so lange gut, bis es aus der Küche eigenartig, so gar nicht wie nach grünen Bohnen, zu duften begann. Man könnte auch sagen, es bräuselte.

Für den Rest der Geschichte kann ich mich kurz halten. Gelernt haben wir beide Folgendes:

a) Wenn man auf die von uns angewendete Art Bohnen kochen will, sollte man ein Ersatzmenu zur Hand haben, denn
b) In einen Dampfkochtopf gehört Wasser.
c) Wird a) ignoriert, muss man mit leerem Magen ins Bett
d) wird b) unterlassen, dauert das Reinigen des Topfs etwas länger.

6 Gedanken zu “Nicht die Bohne einer Ahnung

  1. In meiner Kindheit wurden hauptsächlich Kartoffeln im Dampfkochtopf zubereitet. So wuchs ich im Glauben auf, dass es unvermeidlich ist, sie in einem Zustand zwischen knirschend-halbgar und mehlige Brösel zu verspeisen.

    Nenn mich Kontrollfreak, ich habe eine Abneigung gegen zufällig gares Essen und folglich auch gegen Dampfkochtöpfe.

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  2. Hier kann ich ausnahmweise mal wieder aus eigener Erfahrung meinen Senf dazu geben. Auch zum Kochen von Kartoffeln im Dampfkochtopf muss genügend Wasser vorhanden sein. Auch zu wenig Wasser ist zu schnell verdampft und ab da läuft es dann etwa gleich wie ohne Wasser.
    Nur gut dass heute beinahe überall eine Tanke in der Nähe ist, welche auch die wichtigsten Lebensmittel vorrätig hat.
    Eigentlich wäre es ja logisch. Dampfkochtopf gleich kochen mit Dampf. Ohne Wasser kein Dampf.

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  3. Beifügen von Wasser ist unbedingt zu empfehlen… Ich erinnere mich ungern an die Zeit, als ich den Hauswirtschaftsunterricht besuchte. Beim Kabis kochen vergassen wir, Wasser beizugeben…. Und danach mussten wir einige „Grosse Pausen“ lang zum Dampfkochtopf-Schrubben…

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