Die Backofenbrille

Es war einmal ein Bäcker. Ein begnadeter Bäcker. Ein talentierter Bäcker. Einer auch, der das, was er backte, sehr, sehr gerne selber ass. Mit wenigen Ausnahmen.

Unser Bäcker, nennen wir ihn der Einfachheit halber Peter, backte nicht nur herrlich knuspriges Brot, sondern auch Pizzen, bei denen selbst den Italienern das Wasser im Munde zusammenlief. Weil unser Peter ein durch und durch ordentlicher Mensch ist, ist er auch stets bestrebt, alles so zu versorgen, dass er es nachher wieder findet. Das kann ein Schraubenzieher sein, der Autoschlüssel oder auch seine Brille. Letztere war ihm ganz fürchterlich im Wege, als er für eine Gruppe Freunde Pizza backen wollte. Pizzen, bah, die konnte er selbst im Finsteren backen, dafür brauchte er sicher keine Brille! Er nahm sie sich von der Nase und legte sie an einen todsicheren Ort, wo er sie wieder finden würde.

Die Zeit ging vorbei, der Teig war lehrbuchmässig aufgegangen, die Pizzen mit leckeren Zutaten belegt. Peter gab dem Schalter einen Schupf, in wenigen Minuten würde er das Nachtessen in den Pizzaofen schieben können. In seinem leeren Magen machte sich eine wohlige Vorfreude breit.

„Was stinkt denn hier so?“ In der Stimme seiner Frau – auch sie mit leicht knurrendem Magen – mischte sich eine Spur von Unruhe. Man kam der Quelle des üblen Geruchs nicht auf die Spur. Es musste wohl vom Nachbargrundstück her kommen. Die Aufwärmzeit war um, Peter öffnete die Türe des Pizza-Ofens und entdeckte – perfekt untergebracht, doch kaum mehr wiederzuerkennen – seine Brille.

Die Moral von der Geschichte: In gewissen Fällen kann es finanziell durchaus interessant sein, wenn man die Pizza auswärts ist.

Sorry, Pesche, diese Geschichte konnte ich nicht für mich behalten. Aber seit ich dich persönlich kennengelernt habe, bin ich mir sicher, dass du mir das nicht übelnehmen wirst.

5 Gedanken zu “Die Backofenbrille

  1. Ochjeee, wo doch so ein Gebrüll nicht ganz günstig ist…
    Ich hab mal voll im Dussel den Geldbeutel mit der Glace, die ich gekauft habe, in den Gefrierschrank gelegt. Sämtliche Ausweise, Geldkarten usw. habe ich ersetzt, Konti gesperrt, etc. – Schaden rund Fr. 500.00. Am Tag, als mein neuer Fahrausweis per Post kam, hat der damals noch kleine Junghahn gefragt: «Mam, wir haben doch mal Erdbeerglace gekauft, darf ich so eine haben.» Zwei Minuten später: «Wieso hast Du denn Dein Portemonnaie eingefroren?» *grrrr*

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