From Hero to Zero

Stolz präsentierte sie sich im Regal an vorderster Front.

Stolz war sie, als sie, ausgerechnet sie, in der engeren Auswahl stand.

Stolz war sie auch noch, als sie erhaben über den Ladentisch rollte.

Und genauso stolz war sie, als ihr Inhalt durch die durstige Kehle eines wahren Kerls rann.
Was für ein tolles Gefühl, wenn man jemandem mit seinem edlen Inhalt den Durst löschen konnte.

Elend  fühlte sie sich, als er nach der ersten Dose gleich zur nächsten griff. Sie war wohl nicht die Einzige, die über wohltuende Fähigkeiten verfügte.

Elend fühlte sie sich auch, als er sie achtlos weggeworfen wurde.

Und noch etwas elender, als sie merkte, dass man als leere Bierbüchse letztlich nur Abfall war.

Doch wirklich elend, um nicht zu sagen beschissen, fühlte sie sich, als sie schlussendlich zusammen mit vielen Leidensgenossen in einem Bach landete.

Das hatte sie nun wirklich nicht verdient!

9 Gedanken zu “From Hero to Zero

  1. was ich mir immer überlege wenn ich solche dosen oder änliches sehe : warum können die menschen diesen abfall nicht auch wieder mitnehmen( er wurde ja auch hergeschleppt )

    Das hatte sie nun wirklich nicht verdient !
    und wie du recht hast!!!
    gruss peter

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    • Ich ärgere mich jedesmal masslos an der Ignoranz und Überheblichkeit, mit welcher die Leute unsere Natur traktieren. Aber Littering (wie es neudeutsch doch so verharmlosend heisst) ist in gewissen Kreisen offenbar cool.

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  2. Weisst Du, was mich am meisten entsetzt? Dass es vor allem die Kinder meiner Generation sind, die achtlos einfach Müll liegen lässt. Ich – und all meine Schulkolleginnen und Schulkollegen – hatten damals, in den 70er Jahren gelernt, dass man Abfall wieder mit nach Hause nimmt (in jedem Rucksäckli war ein Säckli für den Ghüder). Haben wir von daheim gelernt, haben wir in der Schule eingetrichtert gekriegt. Aber meine Generation – ich nehme mich da jetzt einfach mal aus – hat es offensichtlich versäumt, den eigenen Gofen Recht und Anstand beizubringen. Vor etwa sechs Jahren habe ich die Tochter von einer ehemaligen Schulkollegin angesäuert, weil sie eine Petflasche in einen Vorgarten geschmissen hat. Und hinterher habe ich meine Schulkollegin auf der Klassenzusammenkunft darauf angesprochen. Ihre Antwort war: «Ach weisst Du, da habe ich nicht so viel Einfluss drauf, die machen heute doch, was sie wollen.»
    Ey, ich war echt geschockt! Meinem Sohn habe ich beigebracht, dass wenn er am Wochenende an die Emme zum Grillen geht mit seinen Kumpels, er eine Reserve-Plastiktüte dabei haben muss. Und jedes Wochenende bringt der eine volle Tüte Müll mit – meist auch mit fremdem Müll gefüllt.

    Huch, das ist lang geworden… sorry.

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    • Ich habe zwar selber keine Kinder, scheine aber etwa gleich alt zu sein wie du und beobachte haargenau dasselbe. Diese EDV-Kids können zwar ihr iPhone blindlings bedienen, wie man sich der Natur gegenüber respektvoll verhält, steht aber offenbar in keiner App.

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  3. Heute endlich melde ich mich auch mal zu Wort, nachdem ich nun schon so lange hier mit lese.
    Mich ärgert das auch immer, wenn alles so achtlos weggeworfen wird.
    Aber auf der anderen Seite kann es für den ein oder anderen auch ein Glücksfall sein. Denn auf die Dosen gibt es 25 Cent Pfand.
    Das wären bei den 5 Dosen locker 1,25 Euro Pfand.
    Mein Freund macht es mittlerweile aus Leidenschaft und sucht weggeworfene Flaschen und Dosen. Dabei hat er in den 8 Monaten des Jahres 2012 schon 125,58 Euro gefunden.
    Also immer eine Plastiktüte dabei haben, mitnehmen und Geld kassieren.

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    • Hallo Menzeline, herzlich und „offiziell“ willkommen im Flohnmobil!
      Die Sache mit dem Dosenpfand gibt es leider in der Schweiz nicht. Man setzt auf Eigenverantwortung (und sieht ja, was dabei rauskommt!!!). Ab und zu wird eine Schulklasse (zwecks pädagogischer Abreibung) auf den Abfall im Wald angesetzt und dann wird es gaaanz gross in der Zeitung veröffentlicht, wie viel Müll zusammengetragen wurde. Freiwillig bückt sich offenbar niemand nach einer Dose oder McDonalds-Tüte. Im Fall des obigen Fotos hat mein Mann die Dosen aus dem Bach gefischt und in den nächsten Mülleimer geschossen.
      Grüessli
      Bea

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      • Also selbst wenn Pfand auf den Dosen drauf geschlagen wird, gehen die Leute achtlos damit um, als wenn sie es alle so dicke hätten.
        Aber ich denke, wenn es den Pfand nicht gäbe – hier in Deutschland – dass dann noch mehr Müll überall herum liegen würde.
        Vielleicht sollte man bei euch in der Schweiz auch mal darüber nachdenken Dosen- und Flaschenpfand einzusetzen.
        Zumindest hättest du und dein Mann was davon, wenn ihr jedesmal so viele Dosen finden würdet.

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