Es geht auch ohne Russen

Das Wort „Stollen“ hat mehrere Bedeutungen. Einerseits hat es mit Bergbau zu tun. Einer Höhle, Schächten. Eher etwas unheimlich, finster, bedrückend.

Meine liebere Version dieses Wortes ist die süsse Variante. Ein Stollen ist nämlich auch essbar. Und das wiederum in diversen Varianten. Die Weihnachtsstollen werden sicher schon bald wieder industriell gefertigt, mit Konservierungsmitteln ersäuft und dann Monate vor der grossen Bescherung in die Läden gestellt. Ein Mandel- oder Haselnussstollen findet sich in fast jeder Bäckerei. Die Dinger rangieren auch unter dem Begriff „Russenzopf“. Welche Rolle dabei der Russe spielt, ist mir zwar schleierhaft.

Doch was will uns dieses Bild sagen? Dass Frau Flohnmobil mal wieder ihre kreative Phase hatte und in die Backstube pilgerte. Dort knetete sie (oder besser: sie liess kneten) die doppelte Menge an Zopfteig, verwandelte die eine Hälfte in den obligaten Sonntagszopf und die andere Hälfte liess sie über Nacht im Kühlschrank gewähren. Anderntags verwandelte sie diesen Hefeteig in eine Kreation, die noch einer Namensgebung harrt. Die Füllung bestand nämlich nicht aus Mandeln, Zucker, Rahm, einem geriebenen Apfel, Rosinen und Zitronenschale, sondern aus Marzipan (zugegeben, auch aus Zucker und Mandeln bestehend), geraffelten Rüebli, Rosinen und etwas Rahm. Das Resultat war eine leuchtend gelbe Füllung, die meinem innig geliebten Mitbewohner anfänglich ein bedenkliches Stirnrunzeln entlockte. Als sich seine Gesichtsmuskulatur wieder soweit entspannt hatte, dass er einen Biss nehmen konnte, machte die anfängliche Skepsis einem wohlwollenden Nicken Platz.

Zugegeben, über die leicht auseinandergepläderte Form des Gebäcks kann man sich streiten, aber beim nächsten Mal werde ich der Füllung etwas weniger Rahm beigeben, den original Russenzopf-Teig kneten und dann sollte nichts mehr aus dem Ruder laufen.

7 Gedanken zu “Es geht auch ohne Russen

  1. Ich kapiere nicht, was jemanden dazu motiviert Karotten in Kuchenteige zu rühren. Mag daran liegen, dass mein Magen mit Karotten nicht immer einverstanden ist…

    Apfel, Rosinen und Zitronenschale klingt super und die Zöpfe sehen auch klasse aus!

    Liken

  2. Pingback: Schnägge-Wätter | Flohnmobil - im Alltag unterwegs

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