Nur gut gemeint

Vor einigen Tagen habe ich einen Beitrag über Magenbrot veröffentlicht. Magenbrot, das nicht so war, wie es sein sollte. Magenbrot, das ich nach einem entsprechenden Vorstoss beim Firmeninhaber ersetzt erhielt. Magenbrot, das ich an dieser Stelle lobte und verdankte.

Im betreffenden Beitrag hatte ich Bilder von dem Magenbrotklotz und dem Ersatzprodukt veröffentlicht. Ohne etwas Böses zu denken. Ohne jemandem schaden zu wollen.

Das sah offenbar der Jurist des betreffenden Herstellers anders, denn heute erhielt ich einen Anruf des Firmeninhabers. Angeblich soll beim Googeln des entsprechenden Suchbegriffs der Magenbrotsack (der notabene die Aufschrift des Herstellers enthielt) samt des missratenen Magenbrots zuoberst, zualleroberst bei den gefundenen Beiträgen erscheinen. Er wisse, erklärte mir der Firmeninhaber, dass ich es nur gut gemeint hätte, denn schliesslich hätte ich mich am Ende des Beitrags bei ihm bedankt. Trotzdem sei er der Meinung, dass das geschäftsschädigend und ein gefundenes Fressen für die Konkurrenz sei. Er bat mich, den Beitrag zu entfernen.

Ich habe zwar beim Googeln den Sündenbock, also mein eigenes Bild, nicht an oberster Stelle gefunden. Da sich das Flohnmobil keinen Maulkorb anlegen lassen will, aber noch weniger Ambitionen hat, wegen einem Sack abverreckten Magenbrots als Juristenfutter aufbereitet zu werden, habe ich den Beitrag abgeändert.

Wie konnte ich denn ahnen, dass Juristen ihr Geld damit verdienen, im Internet nach möglichen Patent- und andern Verletzungen zu suchen?

Er bzw. sie ist zwar nicht der Sündenbock. Aber sie hätte das Magenbrot bestimmt gefressen.

9 Gedanken zu “Nur gut gemeint

  1. „Himmel och pannkaka* “ – würde man da auf Schwedisch fluchen,
    liebe Frau Flohnmobil,
    was dann auf Deutsch ein leicht schärferes „Himmelherrgottnochmal, ist so etwas denn möglich“
    ergäbe… 😦

    Mit einem anerkennenden auf die Schulterklopfen für dein Rückgrat
    grüsse ich dich herzlich
    Hausfrau Hanna

    *Pfannkuchen (oder Magenbrot…)

    Liken

    • Ach ja, liebe Hausfrau Hanna, die Sache mit dem Internet, das nie vergisst, ist nun auch mir zum Verhängnis geworden. Ich habe zwar den Beitrag angepasst, aber wenn man genug lang im Internet rumstochert, findet man einen Teil des ursprünglichen Textes und die anstössigen Bilder immer noch.
      Mal schauen, wie das mit meinem Rückgrat noch ausgeht.
      Liebe Grüsse
      Bea

      Liken

  2. Ich bin zwar kein Jurist, aber durch die Anpassung – kein Herstellername mehr erkennbar – hast du meiner Meinung nach der Gerechtigkeit genüge getan. Eigentlich hast du die reinen Fakten aufgezeigt, ohne das Produkt selbst schlecht zu machen. Und auch das „gefundene Fressen“ für die Konkurenz ist reine Schutzbehauptung, denn was soll die Konkurenz damit anfangen? Die dürfen das Bild ja aus eben diesen juristschen Gründen (Geschäftsschädigend) gar nicht verwenden!
    Die Google Archive führen das alte Bild zwar momentan noch, das sollte sich aber mit der Zeit erledigen, zumal der Link ja dann auf das neue Bild verweist und durch seine kundenfreundliche Aktion der Hersteller sogar Werbung für seinen prima Service bekommen hat, was die Konkurenz erst noch beweisen müsste.

    Es gibt da übrigens eine interessante Seite betreffend Werbeversprechen und Realität verschiedenster Lebensmittel: pundo3000.com

    Gruss vom Bobsmile

    Liken

    • Hallo Bobsmile, herzlich willkommen im Flohnmobil!
      Wer ein Haar in der Suppe bzw. im Magenbrot finden will, wird mit Garantie eines finden, so klein es auch noch sein mag.
      Danke für den Link, ich werde ihn später mal anschauen, im Moment kämpfe ich weniger gegen Juristen, denn mit einer langsamen Internet-Verbindung.
      Grüessli
      Bea

      Liken

  3. Liebe Bea

    Die heutige Welt ist irgendwie doch einfach nicht gerecht: Du lobst das Verhalten eines Magenbrot-Produzenten und er fühlt sich ungerecht behandelt…

    Mach doch das Magenbrot selber! lamiacucina hat – seine Aussage – mit der Edition 2012 auch nicht in’s Schwarze getroffen, eröffnet aber den Wettkampf für 2013. Vielleicht hilft Dir der folgende Blog, selber bessere Magenbrote herzustellen:

    http://lamiacucina.wordpress.com/2012/11/05/remake-magenbrot/

    Robert schreibt allerdings „Nun wird es Zeit, die Ehegattin aus der Küche zu verbannen. Das Getropfe flüssiger Schokolade auf Abdeckung und Boden könnte zuviel für sie sein.“ – dies kann nicht auf Dich zutreffen. Vielleicht solltest Du Deinen besten Mitbewohner ausser Haus schicken…

    Liebe Grüsse

    Urs

    Liken

    • Lieber Urs, ich mache vieles selber, war sogar mal bei so einer Magenbrot-Orgie mit von der Partie. Drum weiss ich ganz klar, dass ich das nie, nie, nie selber machen würde/werde.
      Ach ja, und der Magenbrötler… was soll’s!

      Liken

  4. Pingback: Des Dramas dritter Akt « Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Ein Flohnmobil will bewegt werden. Hilf Stillstandschäden zu vermeiden und schreib einen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.