Frisch ab Kuh

Zum heutigen Tag der Milch kann ich eigentlich nicht viel beitragen. Ich bin nämlich keine Milch-Trinkerin. Trotzdem möchte auch ich es nicht unterlassen, Milch gebührend zu würdigen.

Wenn ich Milch konsumiere, dann ausschliesslich in veredelter Form. Also beispielsweise als Butter, Glacé, Quarktorte und natürlich Käse. Das war nicht immer so. Auf dem Bauernhof meiner Grosseltern gab es naturgemäss immer Milch zu trinken. Wenn ich als Kind dort war, was nicht sehr häufig vorkam, konnte ich mich nicht immer drücken, wenn es ums Milch trinken ging. Am ehesten flutschte das unverfälschte Naturprodukt frisch ab Kuh noch runter, wenn etwas Banago, Ovomaltine, Nesquick oder dergleichen drin war. Dann schmeckte die Milch nicht mehr allzu sehr nach Milch. Sofern ich denn so viele Löffel des zuckerhaltigen Schokopulvers untermischen konnte, wie ich wollte.

Echt schlimm wurde es aber, wenn es ums Kaffee trinken ging. Bei den früheren Bauern – und da machten meine Grosseltern keine Ausnahme – wurde Milch mit Kaffee und nicht Kaffee mit Milch getrunken. Milch war damals billiger zu haben als Kaffeebohnen. Also musste man den schwarzen Teil des Milchkaffees so weit strecken, dass nur noch ein zarter Hauch von Braun in der Tasse war. Als ob das nicht schon übel genug gewesen wäre, wurde die Milch noch erwärmt. Und durchs Erwärmen der Milch wurde alles nur noch schlimmer. Denn nun hatte es Schlämpe in der Milch! Nur heftiges Rühren war einigermassen heilsam. Mit welcher Todesverachtung habe ich seinerzeit den Kaffee am grossen Tisch in der Stube meiner Grosseltern getrunken und die Milchschlämpe oben auf dem Kaffee tapfer ignoriert!

Wer kann es mir übel nehmen, dass ich schon als Teenager angefangen habe, meinen Kaffee schwarz zu trinken?

Wie trinkt ihr euren Kaffee?

20 Gedanken zu “Frisch ab Kuh

  1. Ich habe bei den Milchprodukten die gleichen Vorlieben wie du. Anfangs der Schulzeit habe ich reine Milch gar nicht vertragen – sie kam schneller raus, als sie rein ging. Auch heute, obwohl ohne solche Konsequenzen, mag ich nichts mehr, dass allzu milchig schmeckt. Kaffee darum mit Kaffeerahm.

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  2. Mit Milch kann man mich jagen, schon als Kind hat es mir jeweils den Magen gedreht, wenn ich hätte Milch trinken sollen. Joghurt mag ich eigentlich auch nicht so gerne. Butter brauche ich nur beim Kochen, Quark zum Backen oder für Desserts. Rahm und Käse mag ich, Käse sehr gerne. Und Kafi… mehr als 5 Espressi hatte ich noch nicht in meinen fast 50 Jahren. Das wars dann schon mit Kafizeugs. Milchkaffee kann ich nicht mal riechen, da fängt mein Magen an zu rebellieren. Das Perlhühnchen trinkt Milchkaffee… da muss ich wirklich aus dem Raum… Sonst bin ich nicht so eine Heikle, aber wenn ich warme Milch bloss schon rieche… *urrrgs*

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  3. Milch ging bei mir eigentlich schon. Allerdings die „Schlämpe“ hab ich gar nie vertragen, da bagann ich jeweils ganz schnell zu würgen. Meine Eltern belehrten mich dann jeweils, dass die Schlämpe doch genau dasselbe wären wie der Schlagrahm, den ich natürlich immer sehr mochte. Überzeugt hat mich das allerdings nicht. Kaffee hab ich dann aber auch mit Milch oder noch lieber mit Kaffeesahne (Café Crème) getrunken, und ich trinke sehr viel Kaffee. Ich hatte im Kühlschrank jeweils eine grosse Flasche Kaffeerahm stehen. Allerdings ging die vor allem im Sommer immer öfter kaputt, sprich die Sahne war hinüber, obwohl die Flasche eigentlich immer zügig leer wurde. Somit hab ich mir dann angewöhnt, den Kaffee auch schwarz und frei jeglicher Zusätze zu geniessen.

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