1001 Fischrezepte

Mein innig geliebter Mitbewohner schöpft derzeit aus dem Vollen. Das kann man durchaus wörtlich nehmen, ist doch der See, in dem er angeln geht, nach den ergiebigen Niederschlägen platschvoll.

Platschvoll ist auch mein Ordner mit Rezepten, die ich im Verlauf der Jahre gesammelt habe. Immer mal wieder gehe ich ihn durch und dabei wandert das eine oder andere Rezept auf dem Altpapier-Haufen. In diesem ominösen Ordner hat sich eine ganze Litanei an Felchen-Rezepten angesammelt. Die brauche ich auch, denn wenn es dem Mitbewohner gut läuft, kommt er mehrmals pro Woche mit je 10 Fischen nach Hause. Rechne! Wir sind ein Zweipersonenhaushalt, der sich (das habe ich als Köchin in der Hand) bis zu zweimal pro Woche zum Fischessen hinreissen lässt. Eine Tagesration an gefangenen Fischen reicht – je nach Grösse der gefangenen Felchen – im Schnitt für drei Wochen. Der Mitbewohner müsste also, um unseren eigenen Bedarf zu decken, nur alle drei Wochen zum Angeln. Das ist Theorie, denn 1. dauert die Angelsaison nicht das ganze Jahr und 2. bringt er nicht jedes Mal das Tageslimit nach Hause. Dennoch habe ich schon 1 ½ Tiefkühl-Schubladen mit Fischen gefüllt. Tendenz steigend.

Die Fische wollen verwertet sein. Als gebratene, gedämpfte, im Dampf gegarte oder panierte Filets. Gerollt, zerkleinert, ganz. Mariniert, püriert, frittiert. Als Kloss, Mousse oder Timbale. Auf Lauch-, Randen- oder Lauchbeet. An Tomaten-, Zitronengras- oder Currysauce. Unter Kräuter- oder Nusskruste

Wir räuchern Fische, bis das ganze Quartier ausgezogen ist (habe ich übrigens hier schon einmal beschrieben). Ich mariniere kleingewürfelte Filets mit Limettensaft und serviere sie als Ceviche (ein hochgeschätztes, kulinarisches Souvenir aus Mexico). Und natürlich verschenke ich auch ab und zu so einen Fisch aus authentischem Wildfang (Stichwort „Auge um Auge“). Was nicht sofort verwertet werden kann, wird konserviert. Da drängt sich in erster Linie der Tiefkühlschrank auf. Nicht nur für frische, sondern auch für geräucherte Fischfilets.

Meine neuste kulinarische Errungenschaft sind gebeizte Felchenfilets. Was mit Lachs geht, sollte doch mit Felchen auch möglich sein, sagte ich mir, begann zu googeln und fand zahlreiche Rezepte, unter denen dieses hier empfehlenswert ist:

http://www.kuechengoetter.de/rezepte/verschiedenes/Graved-Lachs-2967846.html

Besonders neckisch: Durch das Salz wird dem Fischfilet Flüssigkeit entzogen und das relativ weiche Felchenfilet wird ziemlich fest. Man kann es entweder nach den zwei Tagen in der Beize sofort essen, noch etwa zwei Tage im Kühlschrank aufbewahren oder einfrieren. Absolut keine Qualitätseinbusse durch den Gefrierprozess!

Doch nun zu meinem eigentlichen Geheimtipp. Ein Rezept, das in der neusten Ausgabe der Saisonküche veröffentlicht wurde, allerdings mit Kabeljau Rückenfilets.

Meine Version geht folgendermassen:

800 g Felchenfilets ohne Haut, längs halbieren, sämtliche roten Stellen grosszügig herausschneiden
4 Knoblauchzehen
6 EL Olivenöl
½ Zitrone
1 EL Rotweinessig
1 TL Puderzucker
½ Bund Peterli
Fleur de Sel, Pfeffer

Die Fischfilets in vier ofenfesten Schalen auslegen. Knobli in Scheiben schneiden, in wenig Öl knusprig braten. Auf dem Fisch verteilen. Zitronenschale fein zum Fisch reiben, Zitronensaft mit Essig, restlichem Öl und Puderzucker verrühren, über den Fisch giessen. 30 Minuten bei Zimmertemperatur marinieren. Im auf 130° vorgeheizten Backofen ca. 10 Minuten garen. Peterli darüber, mit Salz und Pfeffer würzen. Fertig! Dazu gab’s Brot und Salat.

So schnell waren der Mitbewohner und ich uns bei Tisch lange nicht mehr einig: ein Gedicht!
Und für kommende (???) warme Sommerabende wärmstens zu empfehlen.

5 Gedanken zu “1001 Fischrezepte

    • Hast auch allen Grund dazu.
      Aber so ganz im Vertrauen: Manchmal hängen mir diese Felchen schon zum Hals raus und ich kaufe trotz vollem Gefrierschrank auch mal einen anderen Fisch.

      Liken

  1. Pingback: Fische, frisch verwurstet | Flohnmobil - im Alltag unterwegs

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