Beginnt der Fisch wirklich am Kopf zu stinken?

Schon beim Frühstück dachte ich mir: Bea, an diesem kühlen, verregneten Pfingstsonntag kannst du wieder einmal einen richtig gediegenen Blog-Beitrag schreiben. Einen, der deine Leser in Entzücken versetzt, dass alle nach mehr Flohnmobil lechzen und den Rest der wettermässig bescheidenen Feiertage nicht mehr vom Computer und deinen mittlerweile über 700 Blog-Beiträgen wegzubringen sind.

Das Schicksal meinte es gut mit mir und spielte mir schon kurz darauf eine Begebenheit zu, sodass ich nicht auf meinen Fundus von möglichen Themen, die ich mir laufend auf Fresszetteln notiere, zurückgreifen musste.

Es begann harmlos, mit einem Arm voll Wäsche, die ich in die Waschküche hinuntertrug. Aus unserer Waschküche schlug mir ein strenger Geruch entgegen. So wie überreifer Käse auf dem Weg zur Selbständigkeit oder etwas Ähnliches. Kurz nach mir traf auch mein innig geliebter Mitbewohner in selbigem Raum ein und rümpfte seine Nase ebenso. Etwas mehr als ich noch, doch das hat in erster Linie der Grösse seiner Nase zu tun.

Während ich mich vorderhand mit der Wäsche beschäftigte, begann der Mitbewohner nach der Quelle des Übels zu suchen. Wie ihr spätestens seit diesem Blog-Beitrag wissen müsstet, geht der Mitbewohner regelmässig zum Angeln. Dass es in unserer Waschküche ab und zu ganz dezent nach Fisch riecht, lässt sich nicht vermeiden, sonst müssten wir nach jedem Ausflug auf den See alle Kleider und einen Grossteil der Ausrüstung waschen. Der Verdacht des Mitbewohners fiel sofort auf die Kühltasche, in die er die Fische unmittelbar nach dem gesetzlich vorgeschriebenen Totschlag zu pflegen steckt. Was er beim Anblick des dort drin seit 72 Stunden verwesenden Fischs sagte, verbieten mir meine gute Kinderstube und der Respekt gegenüber meinen Lesern.

Wir entsorgten den Fisch sofort und gebührenpflichtig und widmeten uns in der Folge intensiv der Vertreibung des üblen Geruchs, der sich mittlerweile ins Treppenhaus ausgebreitet hatte. Mit Lüften alleine war dem nicht beizukommen! Ich griff zu einem alten Hausfrauentrick und erwärmte etwas Essig in einem Pfännchen. Mit diesem Pfännchen ging ich im Treppenhaus auf und ab. Dabei kam ich mir vor, wie ein katholischer Pfarrer mit dem Weihrauch-Kessel. Der Essig tat seinen Dienst und neutralisierte gleich noch andere unangenehme Düfte, die sich in unserem Sechsfamilienhaus auszubreiten pflegen.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei meinen hier mitlesenden Nachbarn mit dem empfindlichen Näschen für die unangenehme Duftwolke entschuldigen. Ob sie sich zu besagtem Zeitpunkt überhaupt im Treppenhaus aufhielten, entzieht sich meiner Kenntnis.

Ich kann nicht beurteilen, ob dieser Text jetzt wirklich so bahnbrechend entzückend ist, dass ihr den Rest der Pfingsten in den alten Flohnmobil-Beiträgen herumstöbern wollt. Was jedoch ganz gewiss ist: Der Mitbewohner wird künftig die Kühltasche wieder etwas gründlicher leeren. Jedes Mal.

Da ich meine Blog-Beiträge gerne mit einem Bild illustriere, euch aber den Anblick des Fischs ersparen möchte, habe ich auf ein Bild aus besseren Zeiten zurückgegriffen.

6 Gedanken zu “Beginnt der Fisch wirklich am Kopf zu stinken?

  1. Als ich 11:50h von der Frischen-Luft ins Treppenhaus trat, mein Kommentar: Es stinkt, wie wenn 7 i d‘ Hose gschi……. oder k….., hetet. Es wird immer verd……… Dachfenster auf, tüchtig mit Raum- Duft Provence von oben nach unten sprühen.

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  2. Ist doch immerhin positiv, dass die Kühltasche nicht gleich mitentsorgt werden musste 🙂
    Was mich jetzt nur noch interessieren würde: wie genau wurde der Fisch denn entsorgt?
    Stinkt er jetzt in einem gebührenpflichtigen Abfallsack weiter vor sich Hin? 😉

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    • Die Sache mit der Kühltasche ist noch nicht ganz entschieden. Die stinkt auch nach der Intensiv-Reinigung noch zum Himmel.
      Was den Fisch betrifft – nun, da wollte ich nicht unbedingt bis zur Kadaver-Sammelstelle gehen (zumal die an einem Sonntag ohnehin nicht offen gewesen wäre), sondern habe den Fisch im normalen Haushalt-Kehricht entsorgt. Dort landet auch der übrige Fischabfall. Mit Gebührenmarke.

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  3. Ou, für die Kühltasche habe ich Dir im Fall einen Tipp: Brüh Dir einen Espresso auf und kipp den Kafisatz dann ich ein kleines Schälchen. Das stellst Du in die Kühltasche. Evtl. musst Du den Kafisatz noch zweimal ersetzen, aber dann sollte die Tasche wieder brauchbar sein.

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    • Danke für den Tipp. Die Sache mit dem Kafisatz kannte ich schon, allerdings nur gegen stinkige Hände. Wenn es nach mir ginge, wär die Kühltasche schon im Abfall gelandet, der Mitbewohner dagegen findet, es stinke nicht so arg. 😦
      Wird ausprobiert – an Kaffeesatz mangelt es im Hause Flohnmobil nie.

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