Flüchtige Begegnung

Seinen Schrei hatte ich schon einige Male gehört. Er tönt etwa so, wie wenn man an einem alten, rostigen Velo die alte, verrostete Bremse zieht. Heute Morgen ertönte der Schrei so nahe, dass ich dachte, das Viech, was immer es war, sitze direkt neben meinem Frühstücksteller. Ich schaute auf und sah ihn. Auf leisen Sohlen tippelnd getraute ich mich nur, ihn durchs Küchenfenster zu fotografieren.

Vorsichtig winkend lockte ich auch meinen innig geliebten Mitbewohner ans Fenster. Und dann sahen wir nicht nur den aufgeplusterten Gockel, sondern auch seine Herzdame.

Der Mitbewohner und ich standen staunend am Fenster und getrauten uns kaum zu atmen. Da promenierte ein Fasanen-Paar wenige Meter von uns entfernt. Was für ein bemerkenswerter, seltener Anblick!

Genauso unvermittelt, wie sie erschienen waren, flogen sie wieder davon. Eine flüchtige Begegnung. Aber eine sehr eindrückliche. An einer solchen Begebenheit kann ich mich lange erfreuen. Und weil wir den Ruf des rostigen Velos weiterhin in unmittelbarer Nähe hören können, besteht durchaus die Möglichkeit, dass wir Herrn und Frau Fasan nochmals sehen werden.

13 Gedanken zu “Flüchtige Begegnung

  1. Wo meine Eltern wohnen, gab es früher mal eine Fasanerie und diverse spätere Fasanengenerationen treiben sich da noch in der Gegend rum. Bei einem Sonntagsspaziergang kam plötzlich ein Fasan angetrippelt, wir blieben stocksteif stehen und er umkreiste interessiert unsere Füße. Später kam er uns sogar mit Siebenmeilenschritten nachgerannt – wir konnten nicht herausfinden, ob er uns noch was sagen wollte.
    War jedenfalls witzig und beeindruckend – weniger sympathisch waren uns die Rebhühner, weil die immer mit lautem Iiiiek-Iiiiek senkrecht aus dem Gebüsch starteten, damit die Gäule in Angst und Schrecken versetzten und manchmal auch die Sattelfestigkeit des Reiters testeten 😉 .

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    • Ich glaube, dass unser Fasan 100 % wild war. Und Rebhühner müsste es hier eigentlich auch geben, an Reben jedenfalls fehlt es nicht. Da wir zu Fuss unterwegs sind, dürften sie keine Gefahr darstellen. Allenfalls würde ihnen das Goldschätzchen nachjagen.

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  2. Kleiner Tipp:
    Wenn ihr die Zwei noch mal seht, PENG! Die machen sich außerordentlich gut in der Bratröhre.
    Naja, kleiner Scherz. Lebendig sehen die Fasane auch toll aus. 🙂

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  3. Pingback: Im Reich der wilden Tiere | Flohnmobil - im Alltag unterwegs

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