Das Elend mit dem triumphalen Gemüse

Gestern habe ich im Fernsehen eine Sendung gesehen, die unter dem Titel „Triumph der Tomate“ so vieles bestätigt hat, das ich lange schon wusste. Leider nicht nur Positives wie die Tatsache, dass sich in einer Tomate mehrere hundert Aromen vereinen, oder dass die Tomate vor 500 Jahren von den Entdeckern aus Peru nach Europa gebracht wurde.

Leider wissen hierzulande die Wenigsten, wie gut eine Tomate überhaupt schmecken kann. Wenn man Tomaten nur im Supermarkt kauft, erinnert bestenfalls die Farbe an die ursprüngliche Gemüsefrucht.

Die Landwirtschaft musste nachziehen und das Gemüse, das weltweit unter den fünf beliebtesten Arten rangiert, industriell fertigen. Das führt so weit, dass eine einzige im Gewächshaus auf Substrat kultivierte Tomatenpflanze bis zu sechs Meter hoch wird und an die 80 Kilo Früchte trägt. Wie soll da eine Tomate noch nach Tomate schmecken?

Den Gipfel der Dekadenz erlebten wir in Süditalien. Auf unserem Weg zu einem Supermarkt, wo wir uns für ein paar Tage mit Lebensmitteln eindecken wollten, fuhren wir kilometerlang an Tomatenfeldern vorbei. Überall leuchtete es rot aus den Blättern heraus. Und im Supermarkt? Dort wurden standardisierte, über Wochen haltbare Hors-Sol-Tomaten aus Holland angeboten!!!

Ich kaufe schon lange keine Tomaten mehr im Supermarkt. Wenn schon, dann auf dem Markt. Und am liebsten natürlich irgendwo im Süden, wo das Gemüse unter freiem Himmel kultiviert wird. Und auch dort nur im Sommer. Das wäre eigentlich jetzt.

Der Film, den ich erwähnt habe, kann ich allen Tomatenliebhabern wärmstens empfehlen. Er wird nochmals ausgestrahlt. Guckt mal hier.

6 Gedanken zu “Das Elend mit dem triumphalen Gemüse

    • Ja mach das, Werner. Je untomatiger sie aussehen punkto Farbe und Form, desto besser werden sie schmecken. Mein Favorit ist die Ochsenherz. Ein Riesending, das geschmacklich – trotz Treibhaus, denn anders geht es hierzulande fast nicht – gut rüber kommt.
      D’Bea wünscht en Guete

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  1. Ich gebe dir voll und ganz recht – ist leider nicht nur mit den Tomaten so. Und beim Bio-Gemüse ist einzig der Preis fast doppelt so hoch wie beim normalen Gemüse. Du solltest eigentlich alles Gemüse – auch Fleisch – auf dem Markt oder direkt beim Bauern kaufen – nur, das Gros der Konsumenten ist nicht bereit, den teilweise schon hohen Preis zu bezahlen. PS: das Trockenfleisch aus der Fleischtrocknerei Tinizong (Nachbardorf Savognin) ist sensationell. Gruss Jürg

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    • Ganz ehrlich, ich bin auch nicht bereit, überrissene Preise für Lebensmittel zu bezahlen. Ich halte mich lieber an saisonales Gemüse und Obst aus der Region. Dann komme ich gut ohne Bio aus und habe ein besseres ökologisches Gewissen weder wenn ich im März eine Bio-Tomate aus Spanien kaufe. 😐

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