Ich will auch so einen Sack!!!

In Frankreich gibt es ein vorbildliches System, in Deutschland und in Schweden. Bestimmt auch in anderen zivilisierten Ländern. Nur bei uns in der Schweiz nicht.

Bei uns wird nur Papier und Karton, Textilien und Schuhe, Glas, Metalle, Grüngut und Elektroschrott separat entsorgt. Alles andere landet im normalen Haushaltabfall, wird von der Müllabfuhr eingesammelt und in der Kehrrichtverbrennung verheizt. Angeblich sind die Schweizer Recycling-Weltmeister. Bloss – woran wird das gemessen?

In Schweden stehen vor jeder Haustüre zwei grosse, schwarze Abfallcontainer, mit Fächern unterteilt, in die man seinen Abfall gesondert einwerfen kann.

in Frankreich nehmen die Entsorgungs-Stationen alle möglichen Materialien an. Im Kehrrichtsack landet so nicht mehr viel.

Die Deutschen haben ihren gelben Sack. In diesen kann man all die Milchverpackungen, Joghurtbecher, Styroporschalen, Konservendosen, Zahnpastatuben etc. hineinschmeissen und vor die Haustür stellen. Wie praktisch ist das denn?

So einen gelben Sack will ich auch! Woraus besteht denn mein Abfall? Metallischen Abfall trage ich brav selber zur Entsorgungs-Station, ebenso die PET-Flaschen, Batterien, Leuchtstoffröhren und sämtliche leergesoffenen Weinflaschen. Altpapier und Karton wird sporadisch von Vereinen eingesammelt. Übrig bleiben in erster Linie Verpackungen aller Art. Und die füllen jede Woche einen 35-Liter-Sack, den ich dann in den grossen Sammelcontainer in unserem Quartier trage. Ich bin überzeugt, ohne all die Verpackungsmaterialien in meinem Abfall bräuchte ich diesen Spaziergang höchstens noch alle zwei Wochen zu machen. Deshalb:

Ich will auch einen gelben Sack!!!

Solche wilden Deponien mitten in der Ortschaft gibt es bei uns zum Glück schon lange nicht mehr. Dieses Abfall-Idyll stammt aus Kroatien.

17 Gedanken zu “Ich will auch so einen Sack!!!

  1. Wir können leere Milchguggen und PET-Flaschen ganz in der Nähe in Containern beim Grossverteiler entsorgen,
    liebe Frau Flohnmobil,
    und brauchen deshalb nur einen 17-Liter Abfallsack (in Blau!) pro Woche…
    Gibt es das bei euch nicht???

    Herzlich Hausfrau Hanna

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    • Doch, doch, liebe Hausfrau Hanna, neuerdings nimmt das grosse M sogar Shampooflaschen und ähnliches wieder zurück. Da muss ich mich zuerst noch dran gewöhnen. Trotzdem bleibt viel Verpackungsabfall übrig. Dabei koche ich fast ausschliesslich ohne Fertigprodukte. Nimmt mich goppel nur wunder, wie viel Küder eine Familie produziert, die sich aus der Mikrowelle ernährt.
      Und so ganz nebenbei: Wir stopfen den schwarzen 35-Liter-Sack dermassen kraftvoll, dass wir in der Regel nur alle 2 Wochen damit zum Container müssen. Dort drin liegen häufig halbvolle (oder halbleere?) Säcke. Zwei Franken pro 35-Liter-Sack sind offenbar zu günstig.

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  2. Der Sack an sich ist gar nicht so praktisch; die Beutel sind inzwischen „gefühlsecht“ hauchdünn, damit man sie ja nicht als kostenlose Allzwecksäcke, z.B. für Umzüge, verwenden kann. Wie sich hauchdünne Folie mit Blechdosenkanten vertragen, kann man sich vorstellen. Außerdem entwickeln die Säcke bei windigem Wetter eine ziemliche Eigendynamik.Landkreise mit intelligenten Mitmenschen in der Verwaltung haben deshalb gelbe Tonnen, und die sind wirklich praktisch, schon alleine, weil das Plastikzeugs sich ja aufplustert und man in der Tonne mal stampfen kann.
    Was die Reduzierung des Müllvolumens angeht, vermutest Du richtig, das Plastikzeugs macht den größten Anteil aus. Vom Umweltgesichtspunkt her ist es allerdings halb so wild, weil auch der größte Teil in die „thermische Verwertung“ geht, heißt, der Kunde zahlt erstmal beim Produktkauf für die Entsorgung mit und der Müllverwerter kassiert nochmal, wenn er den Müll kleingeschnipselt als Brennstoff für Zementwerke o.ä. verkauft. In einem Bericht habe ich gesehen, daß sogar schon Müll aus Frankreich importiert wird – verkehrte Welt…
    Wirklich sinnvoll fände ich heutzutage Sammelstellen für Elektrokleinzeugs (Handy, Ladekabel usw.), die zu vernünftigen Zeiten erreichbar sind. Unser Wertstoffhof der Gemeinde hat in der Woche 1 Stunde offen, wenn Windrichtung und Mondphasen stimmen und selbst dann muß man Glück haben, daß sich einer der Herren von der Mittagspause wegbewegt. Eine Stunde warten, um ein Kupferkäbelchen loszuwerden, tut man sich nur einmal an, beim nächsten Mal landet es im Normalmüll, und das ist wirklich ärgerlich.
    Ich weiß nicht, war es die Schweiz oder Österreich, wo man sich von den Müllplätzen auch was mitnehmen kann? DAS finde ich echt umweltfreundlich, in D wird der Müllmann verklagt, der sich beim Sperrmüll ein brauchbares Bettchen für die Tochter mitnimmt.

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    • Uff, wo fang ich an?
      Bei uns veranstalten die Gemeinden einen „Bring-und-Hol-Tag“. Finde ich eine gute Sache, wenn ich meine Sachen, derer ich überdrüssig bin, wo hin bringen kann und sich dort jemand findet, der sie weiterhin braucht. Leider ist es teilweise ausgeartet, dass Händler schon vor dem Tor den Leuten die brauchbaren Sachen abknöpfen.. 😦
      Gelbe Tonne tönt natürlich praktischer als Sack. Ehrlich, dort drin würde mehr als 50 % meines Mülls landen, weil ich ja sorgsam alles trenne wo es irgendwie geht und Sinn macht.
      Abfalltourismus ist wohl die sonderbarste Art von Tourismus. Bei uns wird der Müll teilweise auch weit gekarrt um Verbrennungsanlagen auszulasten.
      Was geschieht eigentlich mit dem Zeugs in euren gelben Säcken? Wird das von Hand sortiert? Was, wenn unangebrachtes Zeus drin steckt? Busse?
      Unser Recyclinghof, bei dem sich drei Gemeinden zusammengeschlossen haben, hat wenigstens brauchbare Öffnungszeiten. Dort ist immer jemand anwesend, der dir notfalls sagen kann, was wo hin gehört. Und was du wieder mitnehmen sollst.
      Und was ich noch sagen wollte: Die Sache mit dem Mülltrennen und den Abfallgebühren ist in der Schweiz nicht nur von Kanton zu Kanton, sondern von Gemeinde zu Gemeinde verschieden.

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      • Ich hab mal beim Bildungsurlaub von der Gewerkschaft eine Dame getroffen, die das Zeug sortiert. Ist schon eine Weile her, aber zumindest damals wurde von Hand sortiert und an unangebrachten Sachen war von Niete (Reh-Innereien) bis Hauptgewinn (Rolex mit defektem Armband) alles dabei.
        Sie sagte mir, wenn man z.B. Waschkörbe oder Plastikwannen sieht, die so schwarze Pünktchen haben, da ist dann Recyclingmaterial drin.

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    • Oh, der Urs mal wieder. Hallo!
      Ja, nicht schlecht, so eine Entsorgungsanlage. Bei uns gibt es neuerdings auch etwas ähnliches, wohl nicht ganz so umfassend. Drei Gemeinden haben sich zusammengeschlossen und jeder karrt nun seine Glasflaschen ins Industriequartier, wo er sie vorher beim Quartierladen einwerfen konnte. 😐
      Grüngut wird bei uns leider nur von März bis November gesammelt.

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  3. Ach! Bei euch in Europa ist das doch gar nicht so schlimm. Hier in Canada fahren wir 34 km zur Recyclingstation (für Glas, Plastik Nummer 1-7, Blech- und Aludosen. Zudem Sonderabfall wie elektrische Kleingeräte, Glühbirnen, Farben, Oel und Chemikalien). Styropor gib ich meiner Schwester, die es in ihrer Gemeinde (70 km von uns) entsorgen kann. Plastiksäcke bringe ich – man staune – zum Walmart (34 km von hier). Die haben dort einen kleinen Sammelbehälter. Wahrscheinlich bin ich die Einzige, die alle Plastiksäcke gewissenhaft sammelt und dort entsorgt. Sperrgut und Bauabfall geht in die Abfallgrube unserer Region (wir müssen ihn selber dorthin bringen – 39 km, ein Weg). Glücklicherweise haben wir für Küchenabfälle eine eigene Grube für die Bewohner unserer Bucht am See, und diese Müllhalde ist mitten im Busch, nur EIN Kilometer vom Camp. Dafür müssen wir diese Grube selber aufräumen und vor den Bären sichern. Wegen des Campingplatzes und der entsprechenden Abfallmenge sind wir ziemlich beschäftigt mit der Abfallentsorgung…
    Anita

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  4. So Frau Flohnmobil, lass mal sehen was bei uns so alle am Haus und in 500 m drumherum steht ;-). Wir haben am Haus eine schwarze Restmülltonne, eine braune Biotonne, eine gelbe-gelbe Sack Tonne und eine doppelt so große blaue Papiertonne. Damit sind die Stellplatz-Kapazitäten bei kleinen Grundstücken vermutlich schon mehr als ausgelastet aber doch, praktisch ist es schon. Dann gibt es im Umkreis von 500 m für Alle: nochmal 5 sehr große Altpapiercontainer, 6 Altglascontainer (fein ordentlich *gg* getrennt nach Bunt-, Grün- und Weißglas), 3 Altkleidercontainer und seit ca einem Jahr 2 große Container für Elektrokleingeräte.

    Der Recyclinghof ist einen km entfernt und hat ganz ordentliche Öffnungszeiten, einmal im Monat kann man Grünabfälle (Äste, Strauchschnitt etc.) an einem zentralen Platz abladen und alle 3 Monate gibt es für jede Straße einen Sperrmülltag, an dem man alles, was man im Haus nicht mehr haben möchte los wird (brauchbare Dinge holen div. gemeinnützige Organisationen nach Anruf, frei Haus, ab). Tönt wunderbar aber ist schon irgendwie verrückt…

    ….und das verrückteste ist, dass im schlechtesten Fall nahezu alles (kein Glas, kein Papier) in der Müllverbrennung landet, damit dort die Kapazitäten ausgelastet sind…äh ja…

    In diesem Sinne – fröhliches Mülltrennen
    und viele liebe Grüße
    Barbara

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  5. Müll – immer ein ergiebiges Thema.

    Meine Vorredner/innen haben bereits so viel dazu geschrieben, dass ich nur eines noch zum gelben Sack loswerden möchte:
    Der gelbe Sack ist ein hauchdünner Sack. Gefühlsecht, schrieb oben jemand.
    Die Katzen der Siedlung sehen das genauso – gefühls- und geruchsecht:
    Mit Vorliebe werden die Säcke von den lieben Tierchen zerfetzt und Reste herausgeschleckt.
    Das… nervt manchmal…alle Anwohner…
    Man möchte die Säcke ja nicht erst um 4.15 in der Früh bereitstellen.

    Sonst läuft es eigentlich sehr gut hier mit der Müllsortiererei….

    Beste Grüße!

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    • Das mit dem Zerlegen der Müllsäcke (egal welcher Farbe) durch Tiere kann ich mir lebhaft vorstellen, ist bei uns auch ein Problem.
      Was mich noch beschäftigt: Werden die Sachen, die im gelben Sack landen, eigentlich ausgespült? Das wär zwar sinnvoll in Bezug auf die Duftnote, aber vom ökologischen Standpunkt etwas dürftig, wenn literweise heisses Wasser gebraucht wird, um den Joghurtbecher sauber zu kriegen.

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      • Tja…teilweise, würde ich sagen.
        Hier bei uns möchte ich die Spülmaschine nicht mit Sack-Müll befüllen…
        Aber ich spüle Behälter und (Katzenfutter-)Tütchen schon kurz aus. Ohne großartig rumzuschrubben.
        Oder ich gebe nach dem Abspülen ein paar Sackmüllteile ins Abspülbecken zum Einweichen.
        Lecker…
        Es ist „eine Gratwanderung“….
        😉

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