Das Anti-Glimmstengel-Dokument

Es gibt Kinder, denen stellen die Eltern einen Geldbetrag in Aussicht, wenn sie nicht anfangen zu rauchen. Ob das in jedem Fall funktioniert, ist fraglich. Denn früher oder später entzieht sich der Nachwuchs der Kontrolle durch die Eltern und findet sich unter Umständen in einem Umfeld wieder, das ihn zum Rauchen animiert.

Bei mir war das damals anders. Nicht meine Mutter versprach mir Geld, wenn ich nicht anfange zu rauchen, sondern ich unterschrieb meiner Mutter mit etwa sechzehn ein Blatt Papier, auf dem ich (freiwillig!) festhielt, dass ich nie, NIE, zu rauchen anfangen würde. Wenn doch, würde ich ihr hundert Franken zahlen. Meine Mutter hat das Anti-Glimmstengel-Dokument jahrelang aufbewahrt. Vermutlich nicht, um von mir im Falle eines Falles die hundert Franken einzukassieren. Nein, ich denke vielmehr, dass sie versucht hätte, an meine Vernunft zu appellieren und mir den Wisch unter die Nase gehalten hätte.

Heute bin ich mal wieder an die damalige Begebenheit erinnert worden, als ich von der Kampagne vernahm, die das Bundesamt für Gesundheit zusammen mit diversen Organisationen lanciert hat. Mit Plakaten und Werbespots ist die “Smoke Free” Kampagne in den Medien präsent. Ob die Versuche, Leute zum aufhören zu ermuntern, viel bringen?  Es gibt heutzutage niemanden mehr, der nicht wüsste, dass rauchen schädlich wäre. Und trotzdem wird noch immer gepafft, wenn auch deutlich weniger als früher.

150129_Smokefree_Spielplatz_DE

Für  mich war immer klar, dass ich nie anfangen würde zu rauchen. Damit habe ich nicht nur das Geld gespart, das ich meiner Mutter geschuldet hätte, sondern ein kleines Vermögen.

17 Gedanken zu “Das Anti-Glimmstengel-Dokument

  1. Ein solches Dokument hätte meine Mutter mich leider schon mit 12 unterschreiben lassen müssen. Aber sie rauchte ja selbst und ich hab bei ihr mitgeraucht. Aber Aufhören ist ja ganz einfach. Ich schaff andauernd … ;-(

    Gefällt mir

  2. Erinnert mich grad an eine Kollegin von mir. Sie hat 4 Söhne. Jedem hat sie ein Auto versprochen zum 18. Geburtstag, falls er bis dahin nicht raucht. Bisher musste sie noch kein Auto kaufen.
    Okay, der jüngste ist erst 16. Vielleicht kommt der noch zu einem günstigen Fahrzeug 😉

    Gefällt mir

  3. Hier gibts im Moment wieder eine Aktion, da können Rauch-Aussteigwillige ein Auto gewinnen. Die Aktion wird vom Gesundheitsamt gesponsert. Wie denken wohl jene darüber, die nie mit Rauchen begonnen haben, oder jene, die von einer anderen Sucht loskommen wollen?

    Gefällt mir

  4. Von der „Niele“ bis zum „Stumpen“ wurde alles geraucht was dampft. Es wurde mir auch von keiner Seite verboten oder empfohlen. Die Einsicht kam durch die Möglichkeit der Geldeinsparung und vor allem durch den abgestanden Rauch an Kleidern. Pfui Teufel den Gestank kann ich nicht ausstehen.

    Gefällt mir

    • Hattet ihr auch noch Schulsilvester, wo alles geraucht wurde, was brannte?
      Den Gestank von abgestandenem Rauch habe ich seit Jahren nicht mehr in meiner Nase gehabt. Ist natürlich auch schön, dass es im Zug keine Raucherabteile mehr gibt und das paffen in den Restaurants nur noch im Fumoir erlaubt ist. Ohnehin, ich meide Orte, wo geraucht wird, wie der Teufel das Weihwasser. Und in unserem Bekanntenkreis wüsste ich niemanden, der raucht.

      Gefällt mir

      • Den Schulsilvester kennen wir in unserer Gegend nicht. Darum mussten wir versteckt oder im Wald paffen. Heute kann ich rauchende Mitmenschen nur mit Mühe ertragen und ziehe mich, wenn ein Glimmstängel zu glühen beginnt zurück.

        Gefällt mir

  5. Es ist einfach nur sau stressig und nervig aufzuhören. Du stehst in gewissem Sinne neben dir. Ist bis dahin wirklich eine Entscheidung mit dem Rauch zu beginnen, die in jungen Jahren getroffen wird und irgendwann bereut man es…. Ist halt ziemlich scheisse

    Gefällt mir

  6. Ich würde sagen, jeder Versuch der vielleicht verhindert, dass jemand damit anfängt, oder damit aufhört, ist es wert. Ich habe leider auch sehr früh damit begonnen. In meiner Kinder- und Jugendzeit galt rauchen als cool und fast jeder tat es. Heute ist es das nicht mehr. In meiner Familie und im Bekanntenkreis gab es damals vielleicht eine Hand voll Leute, die Nichtraucher waren.
    Ich bereue es, dass ich jemals damit angefangen habe. Heute hab ich COPD (chronische obstruktive Bronchitis). Ich habe zwar vor Jahren zu rauchen aufgehört, aber die Krankheit bleibt mir.
    Ich gebe aber trotzdem niemanden anderen die Schuld daran, denn als Erwachsene hätte ich ja wissen müssen, was gut für mich ist und was nicht.
    Darum, wenn man es schafft, dass Jugendliche gar nicht damit anfangen, dann ist das Goldes wert.

    Gefällt mir

    • Bestimmt braucht es als Jugendlicher auch einiges an Mut, gar nicht anzufangen. Und wie gross die Anstrengung sein muss, vom Tabak weg zu kommen, kann ich ehrlich gesagt nicht mal ansatzweise erahnen.
      Dass du bis an dein Lebensende fürs Rauchen büssen musst, ist höchst bedauerlich.

      Gefällt mir

      • Es ist wirklich schwer damit aufzuhören. Obwohl es da ja auch Leute gibt, denen es leichter fällt und anderen nicht. Ich gehörte auf jeden Fall zu den Zweiten.
        Es ist nun mal eine Sucht. Darüber braucht man nicht zu diskutieren. Das Nikotin bewirkt ja was im Körper und wenn es auf einmal wegbleibt, rebelliert er schon mal dagegen. Und dann die Gewohnheit. Etwas was man vielleicht 20 Jahre oder mehr mehrmals täglich gemacht hat. Und von heute auf morgen „darf“ man das nicht mehr. Das dauert, bis man sich da umgewöhnt. Ich denke mir oft, wie schwer es dann erst sein muss, von wirklich harten Drogen wegzukommen.

        Das mit meiner COPD ist so eine Sache. Bei mir gibt es noch mehrere Faktoren, die vielleicht dazu geführt haben. Schon als Baby sehr krank gewesen mit Lungen- und Rippenfellentzündung. Später noch zweimal, bis eine Operation dann eine Besserung brachte. Einen Herzfehler hatte ich auch noch, der mit 12 operiert wurde.
        Meinen zweiten Teil der Kindheit bin ich bei meinen Großeltern aufgewachsen. Mein Opa hatte eine Tischlerei im Haus. Natürlich zwar abgetrennt, aber der Staub der Werkstatt war überall. Davor im Freien wurde gebeizt und lackiert. Der Geruch und die Dämpfe roch man auch sehr stark. Damals hatte sich noch keiner Gedanken darüber gemacht, ob das nicht schädlich sein könnte. Irgendwelche Schutzmaßnahmen – auch für die Arbeiter – gab es noch nicht. Mich würde ja sehr interessieren, wie es den damaligen Arbeitern später gesundheitlich ging. Mein Opa selbst wurde ja auch nicht sehr alt.
        Dann bin ich ja mit Zigarettenrauch rundherum aufgewachsen. In den 60er und 70er Jahren wurden die Warnungen der Ärtze ja meist noch nicht wirklich so ernst genommen.
        Bei mir kam einfach viel zusammen. Selbst meine Lungenärztin meinte mal, sie glaubt auch nicht daran, dass bei mir nur das Rauchen „schuld“ an meiner COPD ist.

        Aber trotzdem. Gerade deswegen hätte ich wohl nie selber rauchen dürfen. Und das hatte ich sehr wohl als Erwachsene selber zu entscheiden.

        LG Gabi

        Gefällt mir

        • Eigentlich erschrecken, wie sorglos früher mit gesundheitsschädigenden Stoffen umgegangen wurde. Man wusste es halt teilweise nicht besser. Beispielsweise beim Asbest oder Lösungsmitteln. Andererseits, wenn man immer sämtliche Warnungen der Gesundheitsapostel befolgen würde, würde das Leben auch weniger Spass machen. Der goldene Mittelweg ist einmal mehr gefragt.

          Gefällt mir

          • Ja, leider wusste man früher einfach noch vie zu wenig über all die schädlichen Dinge.
            Und ich gebe Dir auch recht, wenn man immer alle schädlichen Dinge meidet und nur alles „Gesunde“ macht, lebt man vielleicht länger. Aber ob dieses Leben so wirklich glücklich macht?
            Sogar meine Ärztin sagte mir mal mit einem Augenzwinkern: no ris, no fun! 🙂
            Nur übertreiben sollte man es halt nicht. Andererseits gibt es immer Leute, die haben immer Glück und halten einfach viel mehr aus und andere leider nicht.

            LG Gabi

            Gefällt mir

Ein Flohnmobil will bewegt werden. Hilf Stillstandschäden zu vermeiden und schreib einen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.