Alltag in der Villa Hundebrunz

Unser Housesitting-Job hier in Frankreich ist etwas komplizierter, als ursprünglich angenommen. Das liegt in erster Linie daran, dass sich die beiden Rüden nicht vertragen und separat zu halten sind.

In der Praxis sieht das so aus, dass wir am Morgen zuerst die Diva, die geruht in unserem Hausteil zu logieren, raus lassen. Danach kommen die beiden anderen Hunde dran. Diese sind, wenn sie nicht draussen sind, in ihrem Zimmer eingesperrt. Das scheint ihnen nicht mal allzu viel auszumachen, denn selbst wenn sie Ausgang haben, verkriechen sie sich – sehr zu unserem Erstaunen – bald mal wieder in ihre vier Wände. Der Raum ist etwa 12 Quadratmeter gross und obschon dort ein Fernseher, ein Schrank und ein Sessel drin sind, glaube ich nicht, dass er ausser als Hunde-Dependence noch einen anderen Zweck hat. Dass dort drin ein ziemlich starker Geruch in der Luft hängt, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen.

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Deshalb dachten mein innig geliebter Mitbewohner und ich, dass wir am besten das relativ hoch oben angebrachte Fenster offen stehen lassen. Doch Lekoff, der Rüde, büxte durch dieses Fenster aus. Seither sind wir restlos davon überzeugt, dass das mit der räumlichen Trennung zu Chasperli schon seine Richtigkeit hat.

Um Olly und Lekoff die nötige Frischluft-Zufuhr zukommen zu lassen (in erster Linie aber, um unsere Nasen zu entlasten, wenn wir bei ihnen sind), hat der Mitbewohner kurzerhand ein Hotel Gitterblick errichtet. So schlank kann sich auch Lekoff nicht machen, dass er durch diese Holzlatten noch durchschlüpfen könnte.

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Mir tun die beiden Hunde immer leid, wenn ich sie wieder einsperren muss und ich frage mich ernsthaft, weshalb man drei Hunde hat, wenn man sie nicht zusammen halten kann.

Die Besitzer gehen mit ihren Hunden so gut wie gar nie spazieren. Ihnen fehlt schlicht die Zeit. Wenn wir die Vierbeiner raus lassen, brunzen sie manchmal unmittelbar vor die Haustüre. Gerne auch ans Bein des Gartentischs oder den nächsten Blumentopf. Ausserdem scheinen sie sehr wasserscheu zu sein. Wenn es regnet, machen sie keinen Schritt mehr als nötig vor die Türe und schleichen immer den Wänden nach, wo es noch am ehesten trocken ist. Das Areal, wo die Hunde rumtollen können, und in seltenen Fällen machen sie das, ist eingezäunt und vielleicht 2’000 Quadratmeter gross. Habe ich schon erwähnt, dass überall Hundegagel rumliegen? Wir räumen nur gerade die Hundekacke weg, die auf dem gekiesten Areal liegt, wo auch wir ständig durchgehen. Housesitting-Aufgaben in Ehren, aber auf der Wiese liegt Hundescheisse rum, die schon seit Wochen nicht mehr eingesammelt wurde.

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Dagegen finden wir, es sei durchaus angebracht, mit den Hunden spazieren zu gehen. Selbstverständlich abwechslungsweise, denn wir könnten unmöglich mit allen Drei aufs Mal ausrücken. Die beiden Rüden sind zu stark und wir könnten sie trotz Leine nicht von einander abhalten. Da die Hunde normalerweise den ganzen Tag rumhängen, sind sie am Anfang vor Begeisterung nicht zu bremsen und ziehen wie irr an der Leine. Diese Begeisterung flacht jedoch allmählich ab und nach einer Stunde sind sie total schlapp. Wir wohnen auf einem Hügel und jeder zweite Teil einer Hunderunde geht bergauf. Man kann dann jeweils zwei Hundesitter ausmachen, die ausnahmsweise mal am vorderen Ende der Leine anzutreffen sind.

10 Gedanken zu “Alltag in der Villa Hundebrunz

  1. Weisst du, Bea, diese Hundebesitzer machen mich gerade ziemlich wütend. Wie egoistisch ist das denn, Hunde auf diese Weise zu halten und sie nicht zu beschäftigen. Lekoff zeigt doch deutlich, was er davon hält, wenn er bei der erstbesten Gelegenheit ausbüxt.
    Zum Glück macht ihr mit ihnen die Spaziergänge. Das tut ihnen bestimmt gut und zeigt ihnen, dass es da draussen noch eine andere Welt gibt.
    LG Anita

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  2. Ich verstehe die Leute auch nicht. Gerade weil man da so schön draußen sein könnte.
    Aber das geht mit den 3 Hunden aufs mal halt nicht…
    Die hätten lieber nur einen Hund und würden sich richtig um den kümmern.
    Und eine so schöne, grosse Wiese voller Hundekot, igitttttt!

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    • Tja, ich glaube, gerade in Frankreich hat es viel einsam gelegene Höfe und ehemalige Höfe, so wie dieses Anwesen, wo Hunde gehalten werden. Da kläfft es hüben und drüben durch die Gartenzäune.
      Was die verkackte Wiese angeht, da hat die südfranzösische Sonne gute Dienste geleistet. Die Gagel sind relativ schnell relativ trocken. Was die Sache nicht wirklich angenehmer macht. 😦

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  3. Traurig, dass es immer wieder Menschen gibt, die so unvernünftig sind, sich 3 Hunde zu halten und sich dann nicht um sie zu kümmern.
    Ich weiß doch schon vor der Anschaffung eines Tieres, ob ich Zeit habe oder nicht.
    Warum hat man sich überhaupt nicht darum bemüht, dass sich die beiden Rüden vielleicht doch noch verstehen, bzw. warum schaut man nicht vorher … bei der Anschaffung… ob sich die Tiere mit einander vertragen.
    Tiere einsperren, nicht mit ihnen spazieren gehen, geschweige denn mit ihnen auf der schönen Wiese rum zu tollen, kann ich nicht gut heißen.
    Und euch diese Last auch noch aufzubürden, finde ich schon eine Unverschämtheit.

    Die Idee, deines lieben Mitbewohners, finde ich eine ganz tolle Idee, warum sind die Eigentümer nicht schon auf so eine Idee gekommen? Da kann man doch mal sehen, wie wenig die das mit den Hunden interessiert.

    Euch wünsche ich noch einen schönen Tag.
    Liebe Grüße
    menzeline

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    • Ja Roswitha, wir haben uns auch viele Gedanken um diese drei Hunde und die speziellen Umstände hier gemacht. Die Besitzerin selber scheint ganz vernarrt in ihre Hunde zu sein und hat mir grad wieder in einem Mail geschrieben, wie sehr sie ihre Hunde vermisse.
      (Tier)Liebe geht halt manchmal sonderbare Wege.
      Grüessli
      Bea

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  4. Euch wird es so sicher nicht langweilig in den Ferien, und die Hunde haben eine vermutlich willkommene Abwechslung. Es stimmt mich nur traurig, dass es nachher wohl wieder im selben Trott weitergeht wie bisher 😦
    Gruess vom Werner und Timi, der nach einer Stunde noch lange nicht schlapp macht 🙂

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    • Ganz bestimmt wird hier bald schon wieder der gleiche Trott wie immer Einzug halten. Ich bin ehrlich gesagt nicht traurig, wenn unsere Zeit hier fertig ist. Dennoch: es war die Reise wert.
      Grüessli an dich und den steifitten Timi
      Bea

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