Bei Fuchs und Has

Wir hatten einigermassen gewusst, was uns hier topografisch erwarten würde, waren wir doch vor ein paar Jahren schon mal hier vorbeigekommen. Aber da einem die Erinnerung mit den Jahren etwas im Stich lässt, ist nur ein Augenschein vor Ort wirklich zuverlässig. Da ändern auch Google Earth und sämtliche verfügbaren online Dienste und Apps dieses Planeten nichts daran. Es geht nichts über selber da gewesen!

Wie also sieht es in dieser Region, wo wir am housesitten sind, aus? Eins vorneweg: Es ist ländlich. Sehr ländlich. Wir sind dort, wo sich die sprichwörtlichen Füchse und Hasen gute Nacht sagen. So etwas gefällt uns. Wir mögen die Ruhe hier. Und die tolle Aussicht.

Und was bietet die Landschaft? Wovon leben die Leute hier? In Sachen Landschaft fühle ich mich ein klein wenig in die Toskana versetzt. Die abgeernteten Felder, die Reben, die sanften Hügel. Einzig die Olivenbäume fehlen.

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Angebaut wird hier nebst Wein Mais, Hirse, Soja, Sonnenblumen und vermutlich weiteres Getreide. Die Ernte der Sonnenblumen, die zu Öl verarbeitet werden, ist in vollem Gang.

Typisch für die Gegend sind die vielen Taubentürme. Das hat einen historischen Grund, wurde doch der Kot der Tauben als Dünger für die Färberwaid gebraucht. Ein interessantes Thema mit dieser Färberwaid übrigens, die die Leute, einige zumindest, im Mittelalter reich gemacht hat. HIER nachzulesen, wen’s interessiert. Es sind ganze Rundkurse ausgeschildert, um den historischen Taubentürmen nachzufahren. Dieses Bild ist auf einer Wanderung entstanden.

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Fachwerkbauten sind typisch für die Gegend um Gaillac. Hier ein Bild, das ich von der Tarnbrücke aus aufgenommen habe.

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Und dieses hier stammt aus Lisle-sur-Tarn.

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Es gibt bestimmt reichere Gegenden in Frankreich. Aber ärmlich ist es hier auch nicht. Einfach sehr authentisch, weil die Franzosen praktisch das ganze Jahr unter sich sind. Mit einem Auto mit ausländischem Kennzeichen fällt man sofort auf wie ein roter Hund. Die nächste Metropole ist Toulouse, gut 40 km entfernt, und viergrösste Stadt Frankreichs.

Auch wenn die Highlights in dieser Gegend eher spärlich sind, ist es doch schön hier. Angenehm entspannt, ohne touristischen Grossauflauf, so mögen wir das eigentlich ganz gerne. Und deshalb ist unser Housesitting hier im Vallée de Tarn, auch wenn es manchmal vielleicht anders rüber kommt, über alles gesehen eine gelungene Sache.

12 Gedanken zu “Bei Fuchs und Has

  1. Bei „Fuchs und Has“ muss nicht das Schlechteste sein. Ihr fühlt euch wohl, daß ist wichtig.
    Ich hoffe, dass solche Regionen von Tourismusmanagern verschont bleiben, die die Authentizität durch Events am laufenden Band ersetzen (wollen), um damit Hamsterrad-Junkies anzulocken.
    Schönen Aufenthalt.
    Womolix…

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