Die Sensibelchen unter uns

Sie wisse schon, es liege an ihr, seufzte eine Freundin von mir. Aber es störe sie einfach, wenn die Bettdecke nicht schön gerade auf dem ehelichen Bett liege und das Muster auch nur ein bisschen entrückt sei. Aber wenn sie etwas sage, sei ihr Mann eingeschnappt und mache nie mehr die Betten.

Kommt mir irgendwie bekannt vor. Nicht auf dem Bett sondern in dem Schrank, wo ich die Geschirrtücher aufbewahre, hat es so auszusehen, wie ich will. Und ich weiss genau, wenn mein innig geliebter Mitbewohner ein Geschirrtuch versorgt hat. Dann liegt nicht nur das neuste Tuch zuoberst, sondern zu allem Übel auch noch mit offenem Falz nach vorne. In solchen Fällen nehme ich stillschweigend das Tuch ab der Beige, falte es so, wie ich es haben will und lege es zuunterst hin. Nur so ist gewährleistet, dass alle Geschirrtücher im Umlauf sind. Und die Textilie, auch wenn ich sie aus Überzeugung nicht bügle, einigermassen platt ist, wenn sie Wochen später ihren Dienst antritt.

Eine Bekannte hatte mir erzählt, sie schätze es ja schon, dass ihr Mann ihr beim Kochen ab und zu helfe. Insbesondere für Kartoffelstock sei er zuständig, und den mache er auch wirklich gut. Unbestritten. Wenn er bloss nicht immer so früh mit Kartoffeln schälen anfangen würde!

Was sind wir Frauen doch für rücksichtsvolle Wesen. Packen unsere Männer in Watte. Nicht nur, um sie bei guter Laune zu halten, sondern auch, damit wir uns ihre mitunter unpraktischen Dienste sichern. Würden wir Frauen doch nur halbwegs so sanft angefasst. Seufz.

Bild 189

13 Gedanken zu “Die Sensibelchen unter uns

  1. Hihi,
    liebe Frau Flohnmobil,
    jetzt musste ich kichern…
    Ich führe nämlich k o n s e q u e n t zwei Tüchleinbeigen in der Schublade (selbstverständlich mit Abrundungsfalz nach vorn): Links die Blitzblanktücher für Gläser etc. .
    Rechts die Tücher zum Händeabtrocknen.
    Für mich ist die Sache absolut klar.
    Hausmänneraugen jedoch sehen anders…
    Und immer falsch 😉

    Herzlichen Gruss in den Spätsommertag
    Hausfrau Hanna

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  2. Zum Beitrag: Das fällt wohl unter die Rubrick „darüber hinwegsehen“ oder „dem Partner auch seinen Verwirklichungsspielraum lassen“.
    Na ja, ich tu mich da leicht, weil als Single kann man das so tun und lassen, wie man möchte.

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