Vom Ende einer Kuh

Den Anfang nahm dieses Ende – wie schon so oft – mit dem Lesen eines Blogbeitrags. Das Rezept, das ich darin fand, fand ich gar köstlich und es animierte mich vom Fleck weg, so etwas mal nachzukochen. Allerdings fehlte es mir an der kulinarischen Grundlage. Denn…

… Ochsenschwanz – wo gibt es so was? Ich war felsenfest davon überzeugt, das in der Migros noch nie gesehen zu haben. Bis zu dem Tag, wo ich einen Suppenknochen suchte und plötzlich ein paar Stücke Ochsenschwanz in der Hand hielt. Aha!

Seit einigen Jahren bin ich auf den Geschmack von Schmorgerichten gekommen. Nicht zuletzt deshalb habe ich mir im letzten Herbst in Frankreich mein blaues Prachtstück erstanden, denn mein bisheriges Pfannensortiment liess nur kleinere Stücke/Mengen Fleisch zu. Kommt hinzu, dass ich zwar nicht gerade eine hundert prozentige Verfechterin von Nose-to-Tail bin, aber gerne einen Beitrag dazu leisten will, dass auch eher minderwertige Fleischstücke auf dem Teller landen. Ein Rind besteht nun mal nicht nur aus dem Filet, auch wenn die unten abgebildeten Charolais-Rinder zweifellos über relativ grosse Filetstücke verfügen dürften.

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Auf der Suche nach einem geeigneten Rezept für ein Ochsenschwanz-Ragout wurde ich in einem Kochbuch von Annemarie Wildeisen fündig. Dazu musste ich die Fleischstücke zuerst mit fein geschnittenem Gemüse im Salzwasser eine Stunde garen. Ich vermute, dass dies dazu dient, das Ganze etwas weniger fettig zu machen. Ich fing die Brühe auf und als sie erkaltet war, war die Pet-Flasche oben mit einem ein Zentimeter dicken Fettpfropfen verschlossen. Einem Risotto als Nebenprodukt steht nichts mehr im Wege.

Die verschiedenen Rezepte, die ich miteinander verglichen habe, ähneln sich in der Folge. Mal besteht die Sauce aus mehr oder weniger Rotwein, mal Tomatenpüree anstelle einer Dose Pelati, mal variieren die Gemüse oder die Gewürze. Ich bin aber überzeugt, dass alle Gerichte ausgezeichnet schmecken, wenn man

a) genügend Zeit hat, denn ein Ochsenschwanz-Ragout benötigt rund dreieinhalb Stunden Kochzeit, bis das Fleisch so weich ist, dass es von alleine vom Knochen fällt.

b) keine Abneigung gegen Knochen auf dem Teller hat.

Fast Food ist so ein Ochsenschwanz-Ragout ganz bestimmt nicht. Aber sehr, sehr schmackhaft und relativ günstig. Schade eigentlich, dass selbst der Fachverband Proviande Ochsenschwanz offenbar als Abfallprodukt behandelt. Ich habe dort weder einen Hinweis auf dieses Fleischstück noch ein Rezept gefunden.  Da ich nun aber weiss, dass unser Supermarkt dieses „Abfallprodukt“ im Sortiment hat, steht einer Wiederholung des kulinarischen Abenteuers nichts mehr im Wege.

Danke, Nicole, dass du mich mit deinem Blogbeitrag über einen Kalbsschwanz auf die Idee gebracht hast.

12 Gedanken zu “Vom Ende einer Kuh

  1. Ich esse ja schon mein ganzes Leben am liebsten kein Fleisch, aber ich mache immer mal wieder versuche, auch wegen meinen Eisenwerten und so.
    Auf jeden Fall erinnern wir uns alle noch gerne an das ganze Poulet, welches ich mit Knoblauch und weiss dem Geier was gefüllt hatte (beim füllen bin ich vor Ekel fast gestorben…) und danach im Bratbeutel mit Karotten, Kartoffeln, Kräutern lange im Ofen gekocht hatte.
    Auch das Gemüse, von welchem ich ass, war göttlich. Und der Rest der Familie liebte auch das Poulet…
    Das könnte ich doch wirklich mal wieder wiederholen 😉
    Und ja, mit Zeit kocht es sich besser, wir haben die leider nur am Wochenende.

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    • Hast du gelesen, wie „viel“ Rindfleisch in der Ochsenschwanz-Suppe drin ist? Und ob das dann wirklich vom Ende der Kuh stammt??? 😉
      Ochsenschwanz-Suppe habe ich seit Jahren nicht mehr gegessen. Mit meinem Ragout hat es vermutlich nicht viel gemein.
      Grüessli
      Bea

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    • da bin ich wieder…
      ach wie schade, dass ich heute Morgen kein PrtSc gemacht habe. Inzwischen ist der ganze Schneepuder wieder verrutscht. Heute Morgen war kein Fels mehr zu sehen, alles nur weiss vor azurblauem Himmel… Einmalig schön. Du hast es vermutlich verpasst gell.

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  2. da geb ich dir vollkommen recht, dass man nicht nur die Filetsstücke der Tiere essen soll. Gut, Innereien sind auch nicht so mein Fall, aber Schmorgerichte sind natürlich auch auf unserem Speiseplan. Eines feines Ossobucco oder ein Ragout weisch wie fein !
    Oder im Sommer ein Schwartenmagen mit Senf, Gürkli und Brot – und einem Quöllfrisch – weisch wie fein ! Lg Jürg

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    • Filetstücke und ähnlich edles Fleisch kann ich mir schlicht nicht täglich auf dem Teller leisten. Aber immer nur Kurzgebratenes wäre mir ohnehin zu langweilig. Es ist doch die Abwechslung, die so bereichernd ist. Im Übrigen nicht nur auf dem Teller…
      Liebe Grüsse
      Bea

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