Lauscher im Wald

Es hätte ein normaler Sonntag werden können. Wovon ich erst noch herausfinden muss, was bei mir an einem Sonntag “normal” überhaupt bedeutet. Jedenfalls machte mich auf zu einem Spaziergang in den Wald. Die Absicht dahinter lässt meine Ausrüstung erahnen: Stoffsäckli und Sackmesser.

Es sollte nicht lange dauern, da erblickte ich eine Stinkmorchel. Diese Dinger wirken mitten im Wald immer wie Penisse. Haben auch eine ähnliche Grösse. Wenn nur die Fliegen nicht wären…

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Die Legende besagt: Wo es Stinkmorcheln hat, können auch die von dir gesuchten Pilze nicht weit entfernt sein. Und tatsächlich sollte es nicht lange dauern, bis ich die ersten Steinpilze einsacken konnte. Nicht mehr ganz alle waren taufrisch, weshalb ich mitunter eine derartige Sauerei im Wald zurücklassen musste. Da hatte es teilweise schon zu viele Untermieter an den gesuchten Pilzen. Die Natur wird innert weniger Tage dafür sorgen, dass auf diesem Fleck wieder Ordnung herrscht.

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Die grösste Überraschung des Tages erwartete mich an einem Waldrand. Das waren doch nicht etwa? Doch! Ich konnte mein Glück kaum fassen. Schweinsöhrchen fand ich seit Jahren nicht mehr. Und schon gar nicht bei uns im Wald. Einer der besten Pilze überhaupt. Sorgsam schnitt ich sie knapp oberhalb des Waldbodens ab und entfernte die eingewachsenen Nadeln und Ästchen. Auf einem einzigen Quadratmeter konnte ich mehr als ein halbes Kilo Schweinsöhrchen ernten, die Kleinsten liess ich stehen. Mein Sonntag – er war gerettet! Und beschäftigt war ich mit dem Pilze putzen daheim dann für eine ganze Weile.

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23 Gedanken zu “Lauscher im Wald

  1. Ich glaube, es ist ein Pilzjahr. Leider ist man Papa tot, er hatte richtig viel Ahnung von Pilzen und er hat immer fleißig gesammelt.
    Leider haben wir alle es versäumt, von ihm zu lernen. Das tut mir leid.

    LG sk

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    • Die Pilzsaison kommt bei uns ja erst so richtig in die Gänge. Da die beiden vorangegangenen Jahre nahezu Nullnummern waren, ist jeder einzelne Pilz ein Erfolg. Wenn es so weitergeht, wird es tatsächlich ein richtig gutes Jahr.
      Euch hatten die Pilze damals wohl einfach nicht interessiert. Was nicht heisst, dass man sich nicht auch ohne elterliche Hilfe ein gewisses Wissen aneignen kann. Alles, was ich über Pilze weiss, habe ich mir in den vergangenen bald 30 Jahren selber beigebracht.
      Grüessli
      Bea

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    • Hallo Hedwig, willkommen im Flohnmobil!
      Hast du den Link zum Schweinsöhrchen angeklickt? In Bezug auf die Dauerwelle erinnert der Pilz tatsächlich an die Krause Glucke. Die ist aber hierzulande ebenso selten wie das Schweinsöhrchen. Ich fand es damals in Berglagen auf über 1’200 m. Wir liegen hier nur auf 600, deshalb mein grosses Erstaunen.
      Ich habe die Lauscher eingefroren, der Teil, der für eine Mahlzeit bestimmt ist, harrt noch im Kühlschrank aus. Aber ich musste natürlich schon kosten, ob ich die Schweinsöhrchen meinen Gästen zumuten kann. Das Fleisch schmeckt sehr mild und ist zart. Es bleibt auch nach dem Kochen innen weiss und aussen dunkel, sieht richtig schick aus!
      Grüessli
      Bea

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  2. Diese Pilzsorte kannte ich bisher gar nicht. Sieht interessant aus. Da ich keine Pilzkennerin bin, würde ich es nie wagen, alleine Pilze zusammeln. Bei diesem hätte ich sowieso nicht an einen Speisepilz gedacht, wenn ich ihn gesehen hätte.

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