Vakuum in der Agenda

Als mein Mann starb, hatte ich Angst, geradezu Panik, vor einer leeren Agenda. Ich schaute auf meinen Kalender, und da war … nichts. Leer, keine Termine mehr. In den letzten vier Monaten hatte es praktisch alle Tage einen Termin gegeben, der mit der Krankheit meines Mannes in Verbindung stand. Für mich und meine Bedürfnisse blieb keine Zeit mehr.

Aber auch als mein Mann noch gesund war, war unsere Agenda nicht wirklich ausgefüllt. Wir machten nicht gerne Verabredungen auf lange Sicht. Das gab uns zwar die Flexibilität, bei schönem Wetter sofort durchstarten zu können. Allerdings fanden wir dann so kurzfristig nur selten Begleitung für unsere Wanderungen und sonstigen Aktivitäten. So waren wir häufig nur zu zweit unterwegs. Auf der Skipiste, dem Wanderweg, der Veloroute. Das Gspänli war ja immer da. Der Partner verfügbar mit gleichen Interessen. Lange und langwierige Absprachen erübrigten sich.

Nach dem 4. Juli 2017 – ich hatte es auf mich zukommen sehen – musste ich mich völlig neu orientieren. Nicht nur für meine Freizeitaktivitäten, aber für die auch. Ich habe weder Familie noch Geschwister. Es taten sich Türen auf, mit denen ich nie gerechnet hätte. Sicher, es hängt auch mit meiner Art, wie ich auf die Leute zuging, zusammen. Daheim warten, bis jemand anklopft, und mich für eine Wanderung oder nur schon für einen Kaffee auffordert, das war nicht meine Art. Für gewisse Leute mag ich etwas forsch ans Werk gegangen sein. Für mich jedoch hat es so gepasst.

Acht Monate später habe ich die Gewissheit: Selbst wenn am Sonntagabend noch kein Eintrag in der Agenda für die kommende Woche steht, ich werde nicht die ganze Woche alleine verbringen. Es sei denn, ich will das. Was für ein gutes Gefühl! Und sollte es Leute in meinem Umfeld geben, die denken, die lustige Witwe dürfte ruhig noch etwas mehr Zurückhaltung üben, dann ist mir das sowas von Wurst!

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Quizfrage: Welche dieser gackernden Hennen bin ich?

16 Gedanken zu “Vakuum in der Agenda

  1. Ganz klar und ohne den geringsten Zweifel,
    liebe Bea,
    die gackernde Henne ganz rechts mit dem roten Rucksack und der modischen Sonnenbrille 🙂

    Und du hast sowas von recht: Lass die Leute denken und sagen, was sie wollen!
    Sie machen es eh…

    Mit einem herzlichen Gruss vom frühlingshaft warmen Rheinknie 🙂
    Hausfrau Hanna

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  2. Ich bin mal wieder spät dran mit dem Kommentieren, aber selbst wenn ich die erste gewesen wäre, so hätte ich dich doch sofort erkannt auf dem Foto. Natürlich bist du das rechts mit rotem Rucksack und der coolen Brille.
    Ich sage mir immer, egal was andere Menschen denken, man weiß doch gar nicht, was sie wirklich denken, also ist es doch vollkommen Schnuppe. Jeder muss doch für sich alleine entscheiden, was für einen richtig ist.
    Ich finde jeder geht mit seiner Trauer um den Verlust eines geliebten Menschen anders um. Der eine vergräbt sich und der andere sucht sich Alternativen um sich abzulenken, bzw. um weiterzuleben.
    Und so wie du das machst, so finde ich das ganz in Ordnung. Du hast nette Menschen gefunden, mit denen du deine Hobbys, wie Skifahren und Wandern, machen kannst und das finde ich prima.
    Liebe Grüße sendet dir, Roswitha

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