Über die Schwabbel-Brücke

Auch wenn beim Lesen des nachfolgenden Beitrags der Verdacht aufkeimen könnte, ich hätte mir zum Ziel gesetzt, sämtliche Hängebrücken dieses Landes zu begehen – dem ist nicht so. Dennoch habe ich gestern wiederum zwei dieser Schwabbel-Brücken überschritten.

Nach einer gefühlt ewig langen Fahrt in immer voller werdenden Zügen geht es endlich los.

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Nach wenigen Metern durch das urtümliche Walliser Dorf Randa sind wir ab der Zivilisation. Wenn auch alles andere als alleine unterwegs.

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Wir sind froh, dass der Aufstieg grösstenteils im Schatten verläuft.

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Das Weisshorn hatte ich weisser in Erinnerung. Ist aber auch schon mehr als drei Jahrzehnte her, dass ich es von so nahe gesehen habe.

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Nach rund 1 1/2 Stunden steilen Anstiegs kündigt sich uns die längste Fussgänger-Hängebrücke der Welt an. 494 m lang, 85 m über dem Boden, auf 2’080 m Höhe. Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde.

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Die Optik täuscht nicht, das Konstrukt hängt ziemlich durch.

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Zu unseren Füssen der Graben des so harmlos klingenden Dorfbächji.

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Diese beiden Steinschlag gefährdeten Runsen quert die Hängebrücke.

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Der Blick reicht bis runter ins Tal. Theoretisch fährt da soeben die rote Matterhorn-Gotthard-Bahn durch. Was von der Brücke aus mit blossem Auge auszumachen war, ist auf dem Bild nur unter dem Mikroskop sichtbar.

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Kreuzen auf der Brücke geht gerade so.

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Von hier aus könnte man wieder nach Randa absteigen. Wir wählen die längere Schlaufe und gehen noch hoch zur sympathischen Europa-Hütte. Dort erwarten uns nebst einem traumhaften Panorama (auf dem Weg dorthin liess sich kurz mal ein Drittel des Matterhorns blicken) traumhaft gute Kuchen  und ein perfekter Kaffee.

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Andere Berge, andere Blumen.

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Solche Wege liebe ich. Darauf könnte ich tagelang wandern.

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Überhaupt befinden wir uns hier auf dem Europa-Weg, der in zwei Etappen von Grächen nach Zermatt führt. Den muss ich mir mal vornehmen. Wer kommt mit?

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Diese Hängebrücke begehen wir nur noch als Dreingabe, denn unser Weg führt unmittelbar davor wieder zurück ins Tal.

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Andere Leute gehen dieses Wochenende ans Albani-Fest und erkaufen sich für viel Geld ihr Vergnügen. Mir macht die Begehung dieser zugegeben sehr wackeligen Brücke mehr Spass als irgend eine Chilbi.

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Dafür graut mir nun vor den 1’000 Höhenmetern Abstieg.

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Dank gemächlichem Tempo, trockenen Verhältnissen und sorgsamen Schritten stellt sich der Abstieg in dieser wilden Szenerie aber als nicht so schlimm heraus.

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Wattebäuschchen in verschiedenen Stadien.

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Ich bin begeistert von diesem Alpenrosen-Lärchen-Wald.

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Solche verschlungene Strukturen beherrscht nur die Natur.

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Auch das bringt nur die Natur fertig: Der gigantische Schuttkegel des Bergsturzes von 1991, in dessen Folge das halbe Dorf unter Wasser stand.

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Nochmals der Blick hoch. Ich möchte betonen, dass wir über die Hängebrücke, nicht die Hochspannungs-Leitung gelaufen sind.

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Als Zückerchen dieser wunderprächtigen Wanderung dürfen wir in einem hochmodernen Zugswaggon ins brütend heisse Visp fahren.

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War das wieder ein toller Wandertag!

Vielen Dank an Beat für die Idee, Organisation und Durchführung dieser Wanderung und allen Mitwanderern ein herzliches Dankeschön für die tolle Kameradschaft.

Mehr Bilder und Infos gibt es HIER nachzulesen.

Karte

7 Gedanken zu “Über die Schwabbel-Brücke

  1. Pingback: Rundwanderung ab Randa (VS) über die „Charles-Kuonen-Hängebrücke“ und zur Europahütte – Wandern mit Freunden

  2. Ich habe noch schwer an dich gedacht, da wir gleich neben Visp in den Ferien sind. Aber da ihr bereits um 9 Uhr in Visp wart, habe ich mich nicht gemeldet. Sorry, zu früh, ich habe Ferien 🙂
    Wir waren dann zwar um 10 Uhr auch in Visp, und sind dann gemütlich über Martinach und Orsières auf den Gd. Saint Bernard gefahren, Blogeintrag folgt irgendwann. Aber ich habe tagsüber immer wieder mal an euch gedacht. Bis wir in Raron zurück waren, wart ihr wohl schon wieder irgendwo im Norden.
    Gruss vom Werner und Timi

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