Und es werde Derborence!

Lange geplant, am 23. Juli umgesetzt. Wir sitzen zu siebt im Zug ins Wallis und starten das Unternehmen “Viertageswanderung”. Die lange Fahrt endet in einer Region, wo wir sonst für Tageswanderungen nicht hinkommen: im Waadtland. In Bex besteigen wir das altertümliche Züglein Richtung Villars-sur-Ollon.

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Die Euphorie über die Nostalgie-Fahrt auf dem Schmalspur-Trassee mit Zahnstangen verpufft rasch, als wir feststellen, dass der Bus nach Solalex den um etwa 10 Minuten verspäteten Zug nicht abgewartet hat. Der nächste Bus fährt erst in vier Stunden. Rolf setzt sich ins Zeug und so können die drohenden zwei Zusatzstunden Wanderzeit immerhin halbiert werden.

In Les Ernets geht es also los und wir sind eigentlich ganz entzückt vom Weg.

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Nach weniger als einer Stunde kommt Solalex in Sicht. Bis dorthin ist die Strasse öffentlich befahrbar, es hat mehrere Ferienhäuser und zwei Restaurations-Betriebe.

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Der Aufstieg nach Anzeinde ist mitunter etwas ruppig und quert mehrere Gräben.

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Schon fast ein kleines Dorf, dieses Anzeinde. Auch hier könnte man einkehren und/oder übernachten.

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Ist das nicht einfach nur traumhaft schön?

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Am Pas de Cheville beginnt der Abstieg nach Derborence.

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Erst bei genauerem Hinsehen entpuppt sich das grüne Etwas auf der verblühten Anemone als Doppelpack. Wer ist hier was und was machen die genau?

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Lac de Derborence. Wie lange wollte ich schon hierhin! Mit meinem Mann zusammen habe ich das leider nie geschafft; dieses Tal ist einfach zu abgelegen, zu weit weg von daheim.

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Meine Erwartungen werden nicht enttäuscht. Dieser See, der erst durch einen Felssturz vor 300 Jahren entstanden ist, ist ein wahres Idyll. Die ganze Gegend strahlt auf mich eine unbeschreibliche Magie aus.

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Nachdem wir uns in der Refuge du Lac einquartiert haben, unternehmen wir einen Rundgang um den See

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und in den See. Die Meisten von uns allerdings höchstens bis zu den Knien.

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Skulpturelles am Wegesrand. Die Natur erweist sich einmal mehr als begnadete Künstlerin.

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Nach einer mittelprächtig guten Nacht im Massenlager starten wir in der Kühle des Morgens zur zweiten Etappe.

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Es ist gut auszumachen, wo vor dreihundert Jahren die Felsmassen ins Tal gestürzt sind.

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Der Weg schlängelt sich im Bergsturzgebiet um die Felsblöcke. Mal auf, mal ab, zahlreiche Rinnen querend.

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Ein vermeintlicher Muni, der mitten im Weg steht, erweist sich als stämmiges Ehringer Rind. Clara rettet unseren Tag und lotst das Rindvieh zurück zur kleinen Herde.

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Irgendwo im linken Teil des Bildes muss der Weg weiter führen. Wir können uns im Moment nicht so ganz vorstellen, wo es durchgehen soll.

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Es darf gekraxelt werden.

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Wir überwinden die mit Ketten, dicken Tauen, Eisenbügeln und Leitern abgesicherte Passage und erfreuen uns oben nicht nur unserer Leistung, sondern eines prächtigen Panoramas in den Kessel von Derborence.

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Was nun folgt, kann uns nicht mehr erschüttern.

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Weder das kurze Schneefeld, über das wir auf 2’300 m absteigen müssen

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Noch die Karrenfelder, die es am Col de Sanetsch zu queren gilt.

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Wir haben unsere Tagesziel beinahe erreicht.

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Im Hotel du Sanetsch auf 2’046 m beziehen wir Quartier

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und bestaunen das Panorama auf der anderen Seite des Rhone-Tals.

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Das wären die ersten zwei von insgesamt vier Tagen.

Die Details der ersten Etappe gibt es hier nachzuschauen.

Die zweite Etappe kann man hier bequem vom PC aus mitwandern.

Wen die Geschichte von Derborence interessiert, wird hier fündig.

Fortsetzung folgt HIER.

12 Gedanken zu “Und es werde Derborence!

  1. Pingback: Dreitägig durch die Derborence, über den Sanetschpass und bis zum Lauenensee – Wandern mit Freunden

    • Ich hab in deinem Blog gelesen, dass ihr auch dort wart. Ich würde behaupten, dass ich Timi gesehen habe. Wir kamen gegen 15.30 im Refuge du Lac an. Da ich mich zuerst um die Unterkunft für unsere Gruppe gekümmert habe, haben wir uns offenbar verpasst.

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      • Derborence müsste auch auf meine „Bucket List“. Den ersten Wandertag würde ich mithalten, beim zweiten den Umweg über das Tal nehmen, dem Postauto sei Dank… Bin sehr gespannt auf die Fortsetzung!

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        • Wenn du den ersten Wandertag geschafft hättest, hättest du am dritten auch mithalten können. 🙂 Das Schisshasen-Potential war am 2. und 4. Tag eindeutig am grössten.
          Danke übrigens für die Karte.

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  2. Wow, ich kenne nur BEX, ein früherer Arbeitgeber hatte dort eine Tochter Firma und ich „durfte“ ab und an dahin reisen.
    Unser Sohn ist auch ganz verliebt in die Gegend. Er hat es näher als ihr, von Lausanne aus 😉

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  3. Ups, mein ersten Kommentar hat sich etwas lustig platziert. Ich wollte eigentlich noch sagen, dass es schon Zufälle gibt und man ohne Blog nicht mal davon wüsste…

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  4. Ihr müsst alles sehr gute und durchtrainierte Wanderer sein, die so ein unwegsames Gelände bezwingen können. Wenn ich diese halsbrecherischen Wege, bzw. Geröllhalden sehe, wird es mir ganz anders. Ich wäre da schon längst verunglückt.
    Aber dieses Panorama ist wirklich wunderschön und es macht mir Spaß, mit dir diese Wege zu gehen, zumindest hier am Bildschirm, denn alles andere wäre ja nichts für mich, wie du weißt.
    Was mich auch mal interessieren würde, liebe Bea, da das ja nicht alles so richtige Wanderwege sind – dass nehme ich mal an, – wie findet ihr euch da bloß zurecht? Ich kann mir nicht vorstellen das diese Wege als Wanderwege in einer Wanderkarte verzeichnet sind.
    Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntagabend.
    Roswitha

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      • Ich bin echt beeindruckt. Und ja, dass kann ich mir denken, dass dir noch einige Wanderwege fehlen, aber wie ich dich so einschätze, wirst du die auch noch abwandern. Und ich freue mich, wenn ich mir dann die Bilder anschauen kann. 🙂

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