Die saubere Schweiz

Ich wollte mich mit meinem Kaffeebecher dort niederlassen. Es ist unser inoffizieller Treffpunkt im HB Zürich vor Wanderungen. Von weitem schon sah ich die Sauerei. Es war am Sonntagmorgen um acht Uhr. Die Spuren eines nächtlichen Gelages liessen mich einen grossen Bogen um diese Sitzgelegenheit machen; ich liess mich auf der weitmöglichst entfernten Seite dieser Schweinerei nieder.

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Ich frage mich in solchen Momenten immer wieder: Wie sieht es bei diesen Schweinen zu Hause aus? Lassen sie ihre Poulet-Knochen auch dort liegen, wo sie sie abgenagt haben?

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Noch während ich meinen Gedanken nachhing kam ein in orange gekleideter Schwarzer mit entsprechender Ausrüstung und offiziellem Auftrag und beseitigte die Sauerei.

Einmal mehr muss ich ernüchtert feststellen, dass “man” in der Schweiz keinesfalls ordnungsliebender ist als im Ausland. Hierzulande wird nur wesentlich mehr Geld für die Beseitigung des Mülls ausgegeben. Die saubere Schweiz – alles eine Frage des öffentlichen Etats.

8 Gedanken zu “Die saubere Schweiz

  1. Ich denke immer öfter, dass die Verwendung des Ausdrucks „Schweine“ eigentlich eine unzumutbare Beleidung für die gleichnamigen Tiere darstellt. Ich bezweifle, dass es im Tierreich vergleichbare Vorkommnisse gibt. Ich persönlich tendiere dazu Begriffe, wie Touristen, Raucher, Saufköpfe, Südkurvenfans, etc. zu verwenden, im Bewusstsein natürlich, dass Pauschalisieren immer problematisch ist.

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  2. Unsere Stadt nennt sich die sauberste Stadt im Rhein-Main-Gebiet. Das ich nicht lache, wo du gehst und stehst, siehst du Unrat, Unkraut auf den Fußgängerwegen, weil die Anwohner heutzutage zu faul sind rund um ihr Grundstück Ordnung zu halten. Unser Bahnhofsvorplatz voller Zigarettenkippen, Bananenschalen, Nussschalen und vieles mehr. Weil unsere Taxifahrer bei ihrem dortigen Halt alles aus dem Fenster werfen, obwohl überall Mülleimer stehen.
    Es ist doch überall das gleiche, alles wird irgendwo hingeworfen ist mir doch igal, wer den Dreck wieder weg macht.
    Ich könnte mich darüber jedesmal aufregen. Aber das nutzt ja auch nichts.

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    • Ich staune schon ab der Beharrlichkeit, mit der Leute in unserem Quartier Abfall mitten auf dem Gehweg ignorieren. Ich bin mir nicht zu schön, mich nach dem Abfall anderer zu bücken, wenn es dem Gemeinwohl dient. Bei abgenagten Knochen verhält sich das allerdings etwas anders. :-/

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      • Abgenagte Knochen würde ich auch nicht vom Boden aufheben, wenn sie von anderen dort liegen gelassen wurden. Ist wirklich eine Schande, dass so viele Menschen ihren Unrat überall fallen, bzw. liegen lassen.

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