Walliser Ostern

Die Idee zu dieser Wanderung wurde im Januar geboren. Ein vorgängiges Fühler ausstrecken ergab, dass durchaus Interesse bestand, an Ostern einen Mehrtäger zu machen. Also legte ich los, plante, klärte ab und heraus kam Folgendes:

Am Karfreitag fahren wir mit dem Zug bis Martigny und folgen von dort zuerst dem Verlauf der Dranse und anschliessende der Rhone, bis wir auf die andere Talseite gelangen können.

IMG_6199

Dort geschieht das, was auch in den nächsten zwei Tagen mehrmals vorkommen wird: Ich schlage den falschen Weg ein.

IMG_6206

Dieser Umweg von einer guten Stunde erweist sich jedoch als sehr lohnend, kommen wir doch – was wir nicht ahnen konnten – einzig auf diesem Abschnitt in landwirtschaftlich ungenutztes Gebiet. Entsprechend vielfältiger ist die Flora.

IMG_6214

IMG_6203

IMG_6207

IMG_6210

IMG_6213

IMG_6211

IMG_6216

P1150629

Mittagsrast inmitten von Orchideen – hoch über dem Rhonetal.

IMG_6217

Irgendwann fädeln wir doch noch in die vorgesehene Route ein. Was für eine grandiose Reben-Arena!

IMG_6222

Der Kastanienwald bei Fully mit seinen bis 300 Jahre alten Bäumen strahlt irgendwie Würde und Gelassenheit aus.

IMG_6226

In krassem Kontrast dazu stehen die Apfel-Plantagen, die kurz vor Erreichen unseres Tagesziels den Weg säumen.

IMG_6233

IMG_6234

In La Sarvaz sind wir gut aufgehoben.

IMG_6238

Die Anlage besteht aus Campingplatz, einem etwas zu noblen Restaurant, Hotelzimmern und Massenlager. Die sauberen Sanitär-Anlagen teilt man sich mit dem Campingplatz-Gästen.

IMG_6237

Unser Achterschlag gleicht eher einem Möbellager mit seinen vier Etagenbetten, einem Tisch mit zwei Stühlen, einem offenen Regal (das wir in den Gang verbannen und dort unsere fein duftenden Schuhe hinstellen) und dem Schrank mit dem einen Kleiderbügel.

IMG_6236

Nach einem mehr oder weniger erholsamen Schlaf, der beim üppigen Frühstücksbuffet für viel Gesprächsstoff sorgt, machen wir uns auf den Weg nach Saillon. Der alte Ortskern über dem Rhonetal ist eine Perle.

IMG_6245

IMG_6247

IMG_6254

Was für ein Wetterglück wir doch haben! Kein Tropfen Regen ist angesagt, auch wenn es hier dringend wieder mal regnen müsste, damit die Natur in die Gänge kommt.

IMG_6252

IMG_6256

Wie nicht anders zu erwarten war, bewegen wir uns meist in den Weinbergen. Mal auf asphaltierten Wegen, mal schlängelt sich ein schmaler Pfad mitten durch die Rebstöcke, mal wird der Weinberg in der Falllinie durchschnitten.

IMG_6259

IMG_6260

IMG_6261

IMG_6241

IMG_6266

IMG_6269

IMG_6270

Bei der Mittagsrast wird bereits Schatten zum Thema.

IMG_6275

IMG_6276

IMG_6279

Nach fast sieben Stunden reiner Wanderzeit erreichen wir Sion, unser nächstes Etappenziel.

IMG_6283

In der Jugendherberge stimmt das Verhältnis zwischen Unterkunft und Verpflegung. Einer geräuschvollen Nacht im Doppelzimmer steht nichts mehr im Wege.

IMG_6286

Am dritten Morgen fahren wir zwei Haltestellen weit mit dem Postauto und ersparen uns so den Marsch durch die Innenstadt von Sion.

Es fängt gut an. Der erste Abschnitt führt entlang der Bisse de Clavau und ist landschaftlich sehr lohnend.

IMG_6293

IMG_6295

Bei St. Léonard wird der Weg wegen eines Erdrutsches über eine asphaltierte Strasse umgeleitet.

Solche Abschnitte sind am heutigen Tag leider eine Seltenheit.

IMG_6296

Bei Petit-Ollon drängt sich dieser lauschige Sitzplatz zum Verweilen auf.

IMG_6304

IMG_6298

Endlich gibt’s Eiertütschis.

P1150829

Zu unserer freudigen Überraschung bringt uns die Frau, der dieser Platz offensichtlich gehört, nicht nur eine Karaffe Wasser, sondern auch eine Flasche Weisswein. Was für eine grosszügige Geste!

IMG_6301

Beinahe schon sinnbildlich für diese drei Tage: Der Blick auf Karte und Handy. Häufig stimmt die Beschilderung nicht mit der auf Schweiz Mobil eingezeichneten Route überein. Ich bin etwas genervt, würde ich mich doch gerne der Bequemlichkeit hingeben und den Wegweisern folgen.

P1150848

Nach viel zu vielen Asphalt-Kilometern erreichen wir bei Muraz die Standseilbahn, die Sierre mit Montana verbindet. Sie nimmt uns die letzten paar Höhenmeter Abstieg und einen weiteren Kilometer Hartbelag ab. Mit staubigen Schuhen und der Erinnerung an ein paar Hunderttausend Rebstöcke besteigen wir den Zug und treten die Heimreise an.

Fazit dieser Tour: Sie ist teilweise schlecht oder gar nicht markiert. Häufig stimmt die Markierung nicht mit der Strecke von Schweiz Mobil überein. Der grosse Anteil an Hartbelag ist nicht zu unterschätzen. Meine malträtierten Füsse werden jedenfalls die kommenden paar Tage keine Wanderschuhe aus der Nähe sehen.

Dennoch: Es hat einmal mehr Spass gemacht, in der Gruppe zu wandern. Auch wenn ich ab und zu in den Schilf raus gelaufen bin, so hoffe ich doch, dass sich mir auch für eine weitere mehrtägige Tour wieder so aufgestellte Wanderinnen und Wanderer anschliessen werden.

Weitere Infos und Fotos zur dreitägigen Osterwanderung unter diesem Link.

IMG_6200

Karte

7 Gedanken zu “Walliser Ostern

  1. Kannst du bitte mal folgenden Abschnitt erklären?: „In der Jugendherberge stimmt das Verhältnis zwischen Unterkunft und Verpflegung. Einer geräuschvollen Nacht im Doppelzimmer steht nichts mehr im Wege.“
    Mein Kopfkino spielt mir grad ein paar Streiche…oder habt ihr etwa Sauerkraut zu Essen bekommen??
    😀 😀 😀

    Gefällt 1 Person

    • Deine Fantasie möchte ich haben!
      Das war mal wieder ein typischer Fall von Bea-Ironie. Die Jugi in Sion ist
      a) in Sichtweite des Bahnhofs
      b) an einer viel befahrenen Strasse
      Das allein hätte schon für einen überhöhten Geräuschpegel in den ringhörigen Zimmern ausgereicht. Aber unter den Gästen befanden sich nicht nur müde Wanderer, die sich noch vor 22.00 Uhr ins Bett legten. :-/

      Liken

  2. Wow – eine schöne Tour hat ihr da gemacht. Was ich bei „Schweiz Mobil“ wirklich auch bemängle, dass man die Wanderwege mit Hartbelag nicht mit einer anderen Farbe kennzeichnen kann. die Weinberge sind halt im Frühling recht kahl, die gefallen mir in Herbst besser. Gruess Jürg

    Gefällt 1 Person

    • Es war dennoch eine schöne Wanderung. Mit offenen Augen gab es in den zugegeben kahlen Rebbergen diverse Pflänzchen am Wegesrand zu bestaunen, die man im Herbst glatt übersehen hätte.
      Die Sache mit dem vielen Hartbelag dagegen, die war wirklich nervig.
      Grüessli, Bea

      Liken

  3. Hallo Bea es waren drei wunderschöne Tage mit euch zusammen. Für meinen Begriff hatte es leider auch zu viel Hartbelag. Aber nichtsdestotrotz hat es riesig Spass gemacht. Nochmals herzlichen Dank. Gabi

    Liken

  4. Pingback: Dreitägige Osterwanderung von Martigny bis nach Sierre (VS) – Wandern mit Freunden

Schreibe eine Antwort zu Gabi Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.