Nimm sie mit ins Bett!

“Und dann liess ich mir einen Kaffee raus, schnappte die Zeitung und ging mit beidem nochmals hoch.” Sie erzählte es mit einer derartigen Wonne, dass ich keinen Moment daran zweifelte, was sie “oben” machte. Natürlich, sie setzte sich ins Bett und las dort die Zeitung.

“Wäääk”, entfuhr es mir, “das würde ich nie machen, dann hast du ja das ganze Bett voller Druckerschwärze!” Sie schaute mich verständnislos an. “Bea, jetzt übertreibst du aber, das ist doch sooo gemütlich, im Bett Zeitung lesen. Wegen der Druckerschwärze habe ich mir noch nie Gedanken gemacht.”

Tatsache ist, dass ich jedes Mal, wenn ich die Zeitung gelesen habe, als erstes aufstehe und mir die Hände wasche. Diese von der Druckerschwärze gefärbten Pfoten kann ich nicht ausstehen. Der Gedanke, mit diesen Händen meine Bettwäsche zu berühren, widert mich ziemlich an.

Dass meine Bedenken nicht von ungefähr kommen, beweist das Sofa, wo ich seit Jahren immer an der gleichen Stelle meine Zeitung hinlege, wen ich am Lesen bin. Dort ist das Nubuk-Leder um diverse Nuancen dunkler. Das kann gar nicht anders, als von der Druckerschwärze stammen.

Übrigens habe ich in meinem ganzen Leben auch noch nie einen Kaffee im Bett getrunken. Bestenfalls eine Tasse Tee, aber da muss ich krank gewesen sein. Dass ich nichts von Frühstück im Bett mit Bröösmeli auf dem Leintuch halte, überrascht euch wahrscheinlich nun auch nicht mehr.

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Eulen nach Basel tragen

Eines der wahrlich berühmten und klassischen Weihnachtsguezli ist das Brunsli. In unserem Heim erhielt es einst den eher unrühmlichen Namen “Brunzli”. In Wahrheit aber heisst es “Basler Brunsli”.

Insofern ist es eine Anmassung, wenn man als Zürcherin einer Baslerin Brunsli schenkt. Ich vertraue aber darauf, das mein altbewährtes Rezept auch bei ihr gut ankommt. Wenn mich die SBB nicht im Stich gelassen haben, hat die Guezli-Übergabe in dem Moment, wo dieser Beitrag veröffentlicht wird, bereits stattgefunden.

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Verdächtig ruhig in Ascona

Was für ein Aufsteller, nach dem trüben, windigen Wetter auf der Alpennordseite unter stahlblauem Himmel in Ascona loszulaufen. Schon jetzt weiss ich: Die lange Anreise hat sich gelohnt.

Kontrastreicher geht’s fast nicht mehr: Weihnachtsbeleuchtung, Palmen, Olivenbäume und schneebedeckte Berge.

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Die Uferpromenade ist seltsam leer. Auch sonst ist nicht viel Betrieb in den Gassen. Des Rätsels Lösung: Im Tessin ist Feiertag. Maria empfing.

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Für dieses Khakis hatte offenbar niemand Verwendung.

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Auf dem Monte Verità begegnen wir allerlei Kunst. Oder was man halt so darunter verstehen mag…

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Warum nicht auch mal selber Teil eines Kunstwerks sein?

Was für ein wohlerzogenes Wandergrüppchen. Brav tippeln Alle das Mosaik-Weglein ab. Smile

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Ein Besuch auf dem frei zugänglichen Gelände des Monte Verità hat durchaus seinen Reiz.

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Nun gehen wir aber die Wanderung ernsthaft an. Unterwegs begegnen wir zahlreichen Holz-Skulpturen.

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Beat führt uns durchs Labyrinth der vielen Wege und Weglein zuerst auf den Gratena und dann auf den Balladrum.

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Super Aussicht Richtung Magadino-Ebene vom 483 m hohen Högerli.

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Ich verhelfe dem Steinmandli vorübergehend zu etwas mehr Höhe.

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Wir machen uns an den Abstieg und treffen zeitlich ideal in Ascona zum Kafi ein. Mittlerweile hat es etwas mehr Betrieb, ist aber im Vergleich zum Sommer sehr beschaulich.

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Es wird beinahe zu gemütlich, um wieder aufzustehen.

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Einsame Gestalten am Lido von Ascona.

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Unser Weg führt uns bis an die äusserste Spitze des Maggia-Deltas. Ich staune, dass noch nicht alles überbaut wurde und hier noch Landwirtschaft betrieben wird.

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Die Wege zuallervorderst am Delta stehen unter Wasser. Aber auch von hier aus haben wir herrliche Perspektiven.

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Die Sonne ist bereits hinter der Bergkette verschwunden, als wir gegen 16.00 Uhr bei der Bushaltestelle ankommen.

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Herzlichen Dank an Beat für die Idee und Durchführung dieser tollen Wanderung. Mein Dank gebührt auch meinen Mitwanderern für die gute Unterhaltung und die Sondereinlage auf dem Heimweg. Ich würde ja zu gern wissen, zu welchem Hokus-Pokus das Kabel noch fähig ist…

Mehr Infos und Bilder zur Wanderung lassen sich HIER abholen.

Wer mehr über den Monte Verità wissen will, wird HIER fündig.

Karte

Beschildert geschildert (128)

Wir kamen heute unbeschadet durch. Auf dem Rheinuferweg zwischen Koblenz und Waldshut, wo ich das Schild fotografierte, wehte bestenfalls ein laues Lüftchen, viel zu warm für die Jahreszeit.

Dem Vernehmen nach soll es aber im Flachland ab dieser Nacht bis Montagmorgen zu Sturmböen bis 110 km/h kommen. Da dürfte dann durchaus der eine oder andere morsche Ast von den Bäumen fallen. Hütet euch vor Sturmtief Marilou, das übers 2. Adventswochenende ihr Unwesen treiben wird! Nicht überall, wo Gefahr lauert, hat es ein solches Schild.

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Samichlaus – gänzlich untierisch

Dem Samichlaus war Wind und Weh. Auf was hatte er sich da nur eingelassen? Er musste bei einer veganen Familie antraben. Sie hatten es noch ausdrücklich vermerkt. “Nicht nur keine tierischen Produkte, auch keine tierischen Bemerkungen!” Der bärtige Mann war gefordert.

Wie sollte er seine althergebrachten Sprüche dem veganen Nachwuchs beibringen? Er durfte ihnen nicht mehr sagen, sie sollten lammfromm sein im gegenseitigen Umgang. Dass sie nicht mehr wie die Hyänen übers Essen herfallen sollten, musste er genauso von seiner Liste streichen, wie die Bemerkung, sie sollten gefälligst häufiger den Saustall in ihrem Zimmer aufräumen. 

Er seufzte, der Mann in der nicht-veganen roten Kutte. Ob jemand merken würde, dass er nicht konform gekleidet war? Er schaute auf seine warmen Lederstiefel. Die konnte er notfalls gegen ein Paar schwarze Gummistiefel eintauschen. Bei dem Huddelwetter war das gar nicht die schlechteste Idee.

Er rückte seine Brille zurecht und begann, in sein Buch zu schreiben. Das würde ja vielleicht ein Eiertanz werden in diesem veganen Hause! Er schrieb in besonders grossen Lettern, damit er ohne sein Perlmutt-Nasenvelo auskommen würde. Diese blöde Kuh von einer Mutter, was bildete sich die eigentlich ein, was er bei ihrem verzogenen Nachwuchs ausrichten könnte. “Diese Zicke soll doch selber dafür schauen, dass ihre Brut nicht wie die Hühner über die Strasse läuft”, brummte er in seinen Bart.

Plötzlich wurde es dem Samichlaus zu viel. Trotzig stampfte er mit dem Fuss. “Ich werde grad z’Leid mit dem Esel bei diesem veganen Rudel aufmarschieren.” Und sollte der Vierbeiner die vegane Weihnachts-Deko abfressen, war ihm das so lang wie breit.

i.swisscows.ch

Sessel des Schreckens

Auf dem Bummel durchs Lausannes Gassen letzte Woche entdeckte ich ein gar seltsames Fell-Konstrukt.

Ich traute meinen Augen kaum angesichts dieser Grässlichkeit. Wie kommt man nur auf die Idee, so etwas herzustellen? Schlimmer noch, wie kann man auf die Idee kommen, so einen unnützen Staubfänger in seinem Heim aufzustellen?

Wie meine Freundin richtig bemerkte, lässt sich so etwas wohl nur gegenüber eines Fünfsternehotels verkaufen.

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Wie ein Blick in die Homepage des Belgischen Herstellers beweist, habe ich mit den Flamingos noch lange nicht das grässlichste Stück der Kollektion fotografiert.

Und es ward Nacht in Lausanne

Wir wollten zusammen wieder mal etwas unternehmen. Und das taten wir, indem wir uns in den Zug setzten und quer durch die Schweiz fuhren. Mit der Idee, einerseits einen Weihnachtsmarkt und andererseits das Lichtspektakel Lausanne Lumières zu besuchen, quartierten wir uns in der Stadt am Genfersee ein und warteten, bis es dunkel wurde. Und das wird es um dieser Jahreszeit bekanntlich ziemlich früh.

Die Lausanner haben sich nicht lumpen lassen. All die folgenden Bilder sind “normale” Weihnachtsbeleuchtung. Bei der Kathedrale gehe ich davon aus, dass sie ganzjährig beleuchtet wird.

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Palais de Rumine

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Kathedrale

Der Event “Lausanne Lumières” besteht aus 14 Objekten, die in der Innenstadt ihr Bestes geben. Wir haben die meisten gefunden, längst nicht alle fotografiert bzw. fotografieren können.

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Transformation

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Dancing Grass

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Lustre chrominéral

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Double mètre

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Les yeux de la nuit

In Lausanne scheinen Weihnachtsmärkte – etwas anders als bei uns – in erster Linie dem kulinarischen Wohle zu dienen. Nebst Raclette, Maronni, Glühwein, Austern, Churros und Mohrenköpfen gab es vergleichsweise wenig Stände, die Waren anboten.

Wenn man mich nun fragt, ob sich die Reise quer durchs Land gelohnt hat, so muss ich klar sagen: Wegen den paar Lichtlein alleine eher nicht, aber wenn man eine Übernachtung einbaut und wie meine Freundin und ich anderntags beispielsweise das Olympische Museum besucht, dann unbedingt. Lausanne, das waren wir uns einig, ist schon seiner Lage wegen eine Reise wert.

Mehr Infos zu Lausanne Lumières.