Das Zweierpack

Unserer fünfköpfigen Wandergruppe wurden drei Doppelzimmer zur Alleinbenützung und ein Doppelzimmer für den Bergler und mich zugewiesen.

In den Doppelzimmern zur Alleinbenützung waren jeweils zwei Betten zusammengerückt. In unserem Zimmer dagegen wurden die beiden Betten voneinander geschoben, säuberlich und sittsam getrennt durch den Nachttisch.

Das muss man ja nicht zwingend nachvollziehen können. Oder ist das das, was man in Italien unter einem Ehebett versteht?

Der allerallerletzte seiner Art

Nun ist es also soweit. Auch das letzte Teil hat das Zeitliche gesegnet. Mehr als mein halbes Leben lang hat es mich durch Höhen und Tiefen meines kulinarischen Wirkens begleitet. Etwas wehmütig habe ich mich von ihm getrennt. Und sehr pragmatisch bereits nach einem würdigen Nachfolger Ausschau gehalten. Was gar nicht so einfach war. Und ob ein neues Teil auch 35 Jahre lang hält, wage ich anzuzweifeln.

Jedenfalls hat der Gewürzstreuer, der in den letzten Jahren nur noch Salz enthielt und entsprechend oft nachgefüllt werden musste, ausgedient, da kaputt. Wer will schon riskieren, dass die ganze Ladung Salz auf einmal kommt?

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Mit diesem betagten aber altbewährten Salzstreuer ist nun auch das allerletzte Gewürzglas von mir gegangen.

Über sein bewegtes Leben und das seiner Mitstreiter gibt dieser ältere Blog-Beitrag Auskunft.

Werden und sterben im Kürbisland

Wir hatten es gut gemeint mit ihnen. Wirklich. Wir pflanzten sie Mitte Mai auf den alten Komposthaufen und büschelten Holzwolle um sie herum. Diese, so hofften wir, sollte die gefrässigen Schnecken davon abhalten, sich über noch zarten Kürbispflänzchen herzumachen.

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Als wir das nächste Mal kamen, war die Holzwolle weg. Von den Vögeln vermutlich zu Nistmaterial umfunktioniert. Und vom Grünzeug waren nur noch kümmerliche Stängelchen übrig. Die Schnecken hatten ihr Werk nahezu vollendet. Aber sie hatten nicht mit dem Überlebenswillen der beiden Kürbisgewächse gerechnet. Diese behaupteten sich. Zwar mehr schlecht als recht, aber immerhin produzierten sie mehr Grün, als die Schnecken zu vertilgen im Stande waren.

Im Frühsommer entdeckten wir, dass aus letztjährigen Kürbiskernen weitere Pflanzen wuchsen. Und zwar von Beginn weg kräftiger und unversehrter, als die beiden gehätschelten Erstgeborenen. Es begann in alle Richtungen zu wuchern.

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Und während sich die Ranken (vorerst!) ungehindert ausbreiteten,

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setzte an der Basis die grosse Krise ein.

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Es haben sich zahlreiche Fruchtansätze gebildet und den ersten Kürbis konnten wir bereits ernten.

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Dennoch glaube ich nicht, dass alle Ansätze im verbleibenden Sommer zu Früchten ausreifen werden. Deshalb griff ich rigoros ein und entfernte viele der Seitenranken. Es ist auch so noch mehr als genügend Grünzeug vorhanden. Und aus den zarten Triebspitzen samt allfälliger Blüten/Mini-Kürbisse, bereitete ich ein leckeres Gericht zu.

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Ich bin ja mal gespannt, wie üppig die Kürbis-Ernte dieses Jahr ausfallen wird.

Unter anderen Vorzeichen

Es hat sich so einiges geändert, seit ich vor ziemlich genau 4 Jahren in San Bernardino zu einer Wanderung gestartet bin, die beinahe meine Letzte mit der eben erst entdeckten Gruppe geworden wäre.

Grundlegende Änderung: Ich habe die gestrige Wanderung selber organisiert. Und dies – noch viel grundlegender – unter dem wachsamen Auge des Berglers, der das Val Vignun schon einmal durchwandert hat.

Nach angenehm kurzer Anreise (zumindest für den Bergler und mich) starten wir unter Voraussetzungen, die der Wetterbericht als “ideales Wanderwetter” bezeichnet hat.

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Über diese Aussage lässt sich trefflich streiten, vor allem, wenn man bei der Mittagsrast leicht schlotternd zu allerhand Textilien greift. Aber grundsätzlich ist das auf hohem Niveau gejammert.

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In flottem Tempo erreicht unsere Gruppe den höchsten Punkt,

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um sich sogleich auf der anderen Seite an den etwas anspruchsvollen Abstieg zu wagen.

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Durchs ursprüngliche Val Curcuisa fliesst ein wildes Gewässer mit dem unmöglichen Namen “Areuabach”.

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Auch auf den letzten Kilometern ist nochmals Konzentration gefragt.

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Nufenen in Sicht! Aber wie ich bestens weiss, führt der Weg nicht auf direktem Weg dorthin.

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San Bernardino – Val Vignun – Nufenen.
15 km Streckenlänge, je ca. 1’000 m ufe und abe.

Weitere Infos und Bilder gibt es HIER nachzugucken.

Abnehmen für Fortgeschrittene

Es gäbe wohl weniger dicke Leute, sagte der Bergler nach einer ausgiebigen Tour durch den steilen Bergwald, wenn jeder zuerst drei Stunden laufen müsste, um sein Nachtessen zu finden.

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Und wenn die Eierschwämmli – wie heute – auf den Felsen wachsen, ist das nötige Pensum an Dehnungsübungen auch gleich absolviert.

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En Guete!

Scheibchenweise

Man sieht allerhand im Zusammenhang mit Massnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. Es war mir in den letzten Wochen und Monaten trotz diverser Einschränkungen mehrfach vergönnt, in Hotels zu übernachten. In Sachen Frühstücksbuffet habe ich da Diverses angetroffen.

Es reichte von zeitlicher Staffelung der Frühstücksgäste über Desinfektionsmittel am Anfang des Buffets (nicht immer sind die Räumlichkeiten derart, dass ein Anfang ersichtlich ist,) über vorgeschnittenes, abgepacktes Brot direkt am Tisch bis hin zu Plexiglasscheiben, unter/hinter denen Birchermüesli, Käse und Co. geschützt waren.

Alles Massnahmen, die Sinn machen und nachvollziehbar sind. Allerdings sei mir die Frage erlaubt, weshalb die Birchermüesli-Portionen einzeln in der Kühle stehen, damit man nur sein Gläsli anfassen muss, während das Messer zum Brot schneiden allgegenwärtig auf dem Holzbrett liegt. Vom Brot, das anzufassen sich trotz bereitgestellter Stoffserviette nicht völlig vermeiden lässt, ganz zu schweigen.

Den allergrössten Blödsinn habe ich kürzlich erlebt. Ich lasse bewusst den Namen des Hotels weg, denn die Betreiber haben es dort ohnehin nicht leicht. Aber wenn jede Salamischeibe einzeln vakuumiert ist, während man das Brot selber schneiden muss, vermisse ich schon die vielbemühte Prise gesunden Menschenverstands.

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Beschildert geschildert (153)

Irgendwie mutet es mir immer etwas seltsam an, wenn ich an diesem Schild vorbei fahre…

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… insbesondere wenn ich den unteren Teil lese.

Ich weiss nicht, ob ich mein Kind in eine Spielgruppe geben würde, wo es als Schweine- oder Rindfleisch endet. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

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Alternativprogramm gesucht!

Im vergangenen Monat waren der Bergler und ich viel unterwegs. Noch mehr als sonst, bin ich versucht zu sagen. 

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Ich habe mir mal erlaubt, eine kleine Statistik zu erstellen. Einfach so. Eigentlich sinnlos. Aber ich liebe solche Zahlen(Spiele).

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Insgesamt 14 Wanderungen haben wir unternommen. Dabei sind wir 180 km weit gelaufen, haben 10’300 Höhenmeter im Aufstieg und 11’600 im Abstieg bewältigt. Das hat uns – reine Wanderzeit und nur geschätzt – 60 Stunden lang beschäftigt.

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Nicht in dieser Statistik enthalten ist der rein ideelle Wert. Die Energie, die uns solche Touren verleiht. Die Freude, die wir dabei empfinden. Die Kameradschaft, die sich auf keine Art und Weise in Zahlen fassen lässt.

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All das macht wandern zu einem der schönsten Hobbys, das ich mir vorstellen kann. Doch nun ist es Zeit, auch wieder mal was anderes zu machen. Beispielsweise Pilze zu sammeln, unsere neuen Velos zu bewegen. Und zu warten, bis es endlich wieder besseres Wetter gibt, um zu wandern….

Auf neuem Boden

Nach einem erholsamen, langen Schlaf im eigenen Bett (aaaah, so schön…!), werde ich frisch und munter die vergangenen drei Tage zusammenfassen.

Auf der Suche nach einer Region, in der ich noch nie war und für eine Tagestour garantiert nie hinkommen werde, bin ich auf die Griesalp im allerhintersten Kiental gestossen. Das erste Highlight ist die Fahrt dorthin auf der notabene steilsten Postauto-Strecke der Schweiz.

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Kurzer Marsch in unser Hotel, Rucksack erleichtern und Start zur

1. Wanderung

Diese erweist sich als sehr steil und relativ wenig begangen. Unsereins kommt ins Keuchen! Doch bevor es so richtig zur Sache geht, können wir nochmals einen Blick auf die imposante Schwemmebene von Tschingel werfen, die nach jedem starken Niederschlag wieder anders aussieht.

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Ein kleiner Zwischenfall an einer Stelle, wo der Weg weggerutscht ist, zeigt uns, wie wenig es brauchen würde, um die ausgelassene Stimmung eines Wandertags ins Gegenteil zu kehren.

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Der Weg bleibt anspruchsvoll, steil und etwas rutschig. Wie froh bin ich, dass ich unsere Rundtour nicht in der Gegenrichtung angegangen bin!

Aus dem Gröbsten raus ist es der Kelly-Family-Ampel schon wieder ums Scherzen zu Mute.

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Vorbei an einigen Schafen (wo bitte ist hier der Herdenschutz?), nochmals ein steiler Aufschwung und das Ziel ist in Griffnähe.

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Sind die Wolken nicht gerade Spielverderber, reicht der Blick über den Thunersee hinweg. Die Marschzeiten scheinen mir übrigens für einmal eher etwas optimistisch angegeben zu sein.

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Der Abstieg erfolgt etwa zur Hälfte auf einer befahrbaren Strasse. Lockeres Auslaufen und staunen ab unserem schönen Land.

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Wanderung ab Griesalp durchs Chüegschwindli auf den Chistihubel und über Dünde zurück.
12,4 km, 980 Höhenmeter, 4 3/4 Std.

Zurück in unserem Hotel teilen wir uns mit allen anderen Gästen total zwei Duschen. “Etagendusche” entspricht hier nicht ganz den Gegebenheiten, befinden sich die kleinen, etwas schmuddeligen Duschen doch im Kellergeschoss. Ich wage nicht zu denken, wie es wäre, wenn das Hotel voll besetzt ist.

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Der 2. Wandertag

beginnt mit dem Frühstück um 7.00 Uhr. Der Wetterbericht sagt für Mitte Nachmittag Gewitter voraus. Eine solche Dusche möchte ich uns auf jeden Fall ersparen.

Der Weg ins Gamchi führt zuerst der Fahrstrasse entlang, dann einem breiten Kiesweg.

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Dort steht eine erste Entscheidung an für eine verkürzte Route. Die Truppe ist guter Dinge, und ich gehe davon aus, dass wir die mittellange Tour Richtung Gspaltenhornhütte machen können.

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Für grosses Gelächter sorgt eine Passage unter Felsen hindurch, die wir dank den bereitgestellten Raiffeisen-Schirmen einigermassen trocken absolvieren können.

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Was danach folgt ist ganz grosses Wander-Kino!

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Um nichts zu riskieren verzichten wir auf den Abstecher zur Gspaltenhornhütte und suchen uns stattdessen den Weg über das Gletscher-Vorfeld und treten auf der gegenüberliegenden Talseite den Rückweg an.

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Bombastisch schön, diese Wegführung!

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Golderli – Gamchi – Gamchigletscher – Griesalp – Golderli
13,2 km, 980 Höhenmeter, 5 Std.

Und wenn man so viel wandert, hat man sich natürlich eine Belohnung verdient!

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Wesentlich früher dran als gestern, erobern wir uns als erste Gruppe die Duschen und verbringen den Rest des Nachmittags mit Lesen, Jassen, eines dieser Lamas probieren, das vor dem Hotel rumläuft, oder einfach mit nichts tun.

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Der 3. Wandertag

fängt mit einem Abschied an. Wir müssen ein Mitglied unserer Gruppe ziehen lassen, das notgedrungen den direkten Heimweg antritt.

Nach den Niederschlägen der vergangenen Nacht ist alles verhangen, die Aussicht auf Aussicht noch gering. Durch den Nebel hören wir das Määähen des Wassers und das Rauschen der Schafe.

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Wir haben nun alle wieder die Vollpackung dabei und versuchen, angesichts der anstrengenden Etappe das Tempo etwas zu drosseln.

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Dennoch stehen wir schon nach weniger als drei Stunden auf der Sefinenfurgge.

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256 Stufen (oder doch 257?) führen auf der einen Seite hoch, und ein paar weniger auf einer neueren Treppe wieder runter.

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Die ersten 1’200 Höhenmeter wären geschafft, doch nun folgt noch ein längerer Abstieg, unterbrochen von einer Zwischenverpflegung in der Rotstockhütte.

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Vom an sich grandiosen Panorama sehen wir immer nur Bruchstücke, aber auch so ist der folgende Wegabschnitt imposant und absolut lohnenswert.

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Kurz vor 15.00 Uhr laufen wir in Mürren ein. Kulturschock! So viel Zivilisation, so viel Touristen! Und die ersten Regentropfen.

Griesalp – Sefinenfurgge – Mürren
16,5 km, 1’320 m Aufstieg, 1’125 m Abstieg, 6 1/2 Std.

Wir hatten ein wahnsinniges Glück mit dem Wetter. Wir waren eine wahnsinns gute Truppe. Und obendrein wahnsinnig schnell unterwegs.

Ein herzlicher Dank an alle für die gute Kameradschaft.