Gartenprojekte (3)

Die Euphorie war einmal mehr gross, als wir dieses Pflänzchen in die Erde buddelten. Wir wussten, es würde ein Experiment werden.

Es gedieh.

Und gedieh.

Und gedieh dann irgendwie nicht mehr weiter.

Heute wissen wir, weshalb. Wir hatten das viele Kraut, das eine Süsskartoffel-Pflanze produziert, aufgebunden. Klettern ist aber in der DNA der Pflanze nicht vorgesehen. Sie schaffte es nicht mehr, ihre Triebe mit ausreichend Saft zu versorgen. Als wir sie Mitte Sommer vom Gerüst runter holten, trieb sie freudig und üppig aus.

Dann eine kalte Nacht. Gift für das empfindliche Pflänzchen.

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Mitgenommen wie es war, beschlossen wir heute, sein irdisches Dasein abzukürzen. Wir schnitten alles Kraut ab und begannen zu buddeln. Gaaaanz vorsichtig. Zum Vorschein kamen zuerst ein paar dicke Wurzeln. In der Tat sind die Süsskartoffeln, die nur ganz entfernt mit Kartoffeln verwandt sind, nichts anderes als verdickte Wurzeln.

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Die Buddlerei ging vorsichtig weiter. Da! Eine Knolle. Ich versuchte, sie freizulegen, sie ja nicht zu verletzen. Dabei kam ich mir wie eine Archäologin vor.

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Als der ganze Topf umgeackert war, hatten wir die Gewissheit: Zweieinhalb Knollen.

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Nicht wirklich viel, wenn man bedenkt, dass der Setzling Fr. 6.85 gekostet hatte.

Aber wir haben einiges gelernt. Und werden es nächstes Jahr hartnäckig nochmals versuchen.

Ärger und Luftlöcher

Einem der besten Fitness-Center dieses Landes
würden neue Föns gut anstehen.

Mit diesen Worten verschaffte ich meinem Ärger Luft. Ärger darüber, dass die drei Föns in der Damen-Garderobe mittlerweile so ausgebrannt sind, dass sie sich von jedem durchschnittlichen Reisefönli abtrocknen lassen.

Im Fitness-Center brüstet man sich neuerdings damit, eine Qualifikation erhalten zu haben, die schweizweit erst sieben Mal verliehen wurde.

Ich schrieb den Satz auf einen Zettel und warf ihn in die Box “Wünsche und Anregungen”. Es wird wohl nicht viel nützen.

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Es isch emoool

So haben die Märchen angefangen, die Trudi Gerster in ihrem markanten Ostschweizer Dialekt erzählt hat.

Ob die Geschichte vom dummen Negerlein auch mit “es isch emoool” * anfängt, weiss ich nicht, denn ich habe keinen Plattenspieler, auf dem ich die Single noch anhören könnte.

Aber mit Sicherheit weiss ich, dass das Geschichtlich aus heutiger Sicht politisch nicht ganz korrekt ist. Egal wie es ausgeht.

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* es war einmal.

Aprilwetter im September

Schirm auf – Schirm zu. Das war das Motto der Mittwochs-Wanderung im Züri Oberland. An keinem Fleck in der Schweiz konnte man sich laut Prognosen darauf verlassen, dass es trocken bleiben würde, so unternahmen wir eine Wanderung in der Nähe.

Noch bevor es losging, hatten wir bereits einen Verlust zu beklagen. Der Besagte war eine Station zu früh dem Zug entsprungen und mochte sich auch im späteren Verlauf des Tages nicht mehr zu uns zu gesellen. So starteten wir zu siebt in Saland und streiften durch feuchte Wiesen, entlang dichter Wälder, gurgelnden Bächlein und vorbei am Panorama, das wir nur erahnen konnten, Richtung Pfäffikon. Unser ständiger Begleiter war der Schirm, den wir in lockerer Folge auf und zu machten.

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Im Sinne eines veritablen Senioren-Ausflugs (man kann nie früh genug beginnen, dies zu üben…) verpflegten wir uns für einmal nicht aus dem Rucksack, sondern speisten warm und trocken im unkonventionellen Lokal Cucina Piccante

Und dann – endlich – riss es gehörig auf und wir traten den zweiten Teil unserer Wanderung an.

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Anspruchslos im Gelände, dafür endlich mit etwas Sonne und Aussicht, umwanderten wir einen Teil des Pfäffikersees (wo niemand Anstalten machte, sich ins Wasser zu stürzen, obschon dieses noch immer wärmer gewesen wäre als sämtliche Bergseen, die im Verlauf des Sommers heimgesucht wurden), machten einen Abstecher zum Rummelplatz bei Jucker

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und retteten uns punktgenau vor der nächsten Front ins Cafi Steiner in Kempten, wo unsere Wanderung auch bei schönstem Sonnenschein zu Ende gewesen wäre.

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Eine unaufgeregte Wanderung in der näheren Umgebung mit netter Begleitung. Danke euch Allen fürs Mitkommen.

Mehr Bilder und Infos zur Wanderung gibt es HIER.

Karte

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Da war doch mal was, oder?

Eine gut getarnte Bergweg-Markierung.

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… und weil sich diese in Österreich verbirgt, ist sie nicht weiss-rot-weiss, sondern rot-weiss-rot. Wobei, ich habe festgestellt, dass da ein gewisses Durcheinander herrscht. Zumindest in Vorarlberg. Vielleicht kann mich mal jemand aufklären, ob es sich hier  tatsächlich um eine Wegmarkierung oder einen patriotischen Auswuchs handelt.

Lachs aus den Schweizer Bergen

Etwas vom Besseren, das in diesem Land produziert wird – sieht man mal ab von den leckeren Pilzen, die derzeit in den Wäldern wachsen – ist Lachs aus Lostallo.

Lachs aus einem Binnenland wie der Schweiz? werden sich nun fachkundige Leserinnen und Leser fragen. Zuchtlachs kommt üblicherweise aus grossen Käfigen irgendwo vor den Küsten Norwegens oder Chiles.

Lostallo Lachs dagegen wird in einem geschlossenen Indoor-System produziert. Er ist zwar nicht Bio zertifiziert, kommt aber ohne Chemikalien und Antibiotika aus.

Es darf kein Geheimnis draus gemacht werden: Der Lachs ist teuer. Aber er schmeckt hervorragend. Sei es als Frischfisch oder geräuchert. Besonders der Rauchlachs hat es mir angetan, er ist wesentlich weniger gesalzen als wie man es sonst beim Lachs vom Grossverteiler kennt.

Wann immer der liebe Bergler und ich im Misox sind, leisten wir uns eine solche Delikatesse. Solltet ihr mal Gelegenheit haben, Lostallo-Lachs zu probieren (diesem kulinarischen Erlebnis kann man ja durchaus etwas nachhelfen) – unbedingt!

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Gwundrig gmacht? Hier geht es zur Website.

La vita è bella

Es war noch dunkel, als ich ihn zum ersten Mal sah. Uns stand eine lange Reise bevor und eine Wanderwoche in den Abruzzen. Er war wie ich einer der vier Teilnehmer dieser Wanderwoche. Er war nett. Aber nicht mehr.

Nie hätte ich gedacht, dass ich mit ihm zusammen exakt ein Jahr später die Ausstellung des Pilzvereins in Einsiedeln besuche. Als Paar.

La vita è bella!

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See statt Schnee

Weil es zwei Tage vor Beginn der geplanten Tour noch so ausgesehen hatte

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musste die geplante Tour auf den Pazolastock mit Überschreitung auf den Rossbodenstock abgesagt werden. Die Tourenleiterin entschied sich für eine Bergtour in der näheren Umgebung. So fanden sich zehn Teilnehmer am Wägitalersee ein, Frau Flohnmobil als Gast einer Sektionstour des SAC Einsiedeln.

Ob wir auch noch Schnee antreffen werden? Zumindest als wir aus dem Wald kommen, sieht es nicht danach aus.

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Unser Ziel, der 2’097 m hohe Zindelspitz, wirkt aus der Ferne ziemlich unnahbar. In den Schattenlöchern können wir letzte Schneereste des Wintereinbruchs von vergangener Woche ausmachen.

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Etwa die Hälfte des Aufstiegs verläuft um diese Jahreszeit im Schatten. Wir sehen Gämsen, Brennnesseln, Schafe und viel blauen Himmel.

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Der Aufstieg zum Zindelspitz ist rot-weiss markiert und für geübte Berggänger kein Problem. Etwas kniffliger ist der Übergang zum Rossalpeli. Der luftige Grat ist teilweise mit massiven Ketten gesichert, an denen wir uns dankbar runter hangeln.

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Die gesamte Truppe entscheidet sich, auch noch den Rossälplispitz in Angriff zu nehmen. Die Zeiten auf dem Wegweiser sind allerdings ziemlich sportlich.

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Bereits wieder im Abstieg. Auch hier sind die heiklen Stellen mit einem Drahtseil entschärft.

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Noch stehen fast 1’000 Höhenmeter Abstieg bevor, die wir uns mit der Einkehr in der Hohfläsch-Hütte verkürzen.

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Zufrieden und nicht mehr taufrisch kommen wir zum Parkplatz zurück. Das war eine würdige Ersatztour, vielen Dank, Edith.

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