Das endlose Drama eines Küchen-Umbaus mit Fust

Zu Beginn lief es rund und flott. Ich rief Anfangs Oktober 2019 bei Fust an, äusserte meinen Wunsch und flugs stand ein Berater bei mir in der Wohnung. Willens, mir eine Küche zu verkaufen, zeigte er sich sehr kooperativ.

Einer ersten Bestandesaufnahme vor Ort folgten drei Besuche im Fust Küchenstudio. Offerte, Materialauswahl, Fragen, neue Offerte. Ich wollte meine neue Küche weder vergolden noch waren wegen des Grundrisses grosse bauliche Veränderungen möglich. Am 24. Oktober 2019 unterschrieb ich den Vertrag für den Umbau meiner Küche. Ich war mehr als früh dran, war doch die Ausführung erst im April des kommenden Jahres geplant. In der Annahme, alles sei gut aufgegleist, lehnte ich mich zurück und liess es zuerst Winter und dann Frühling werden.

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Mittlerweile hatte ich bereits zwei Drittel des Preises bezahlt. Das sah der Kaufvertrag so vor und letztlich war es meine Schuld, dass ich anfänglich davon ausging, die Küche könnte schon im März montiert werden.

Anfang März war aber dann doch der Montagetermin allmählich absehbar und so nahm ich mit dem Verkäufer Kontakt auf. Zumindest wollte ich das. Denn als ich bei Fust anrief, beschied mir der Typ am Telefon: “Wie ich erst gerade selber erfahren habe, arbeitet Herr A. seit kurzem nicht mehr bei uns.” Die Vermutung, dass dem Mann fristlos gekündigt worden ist, war reine Spekulation meinerseits. So oder so fehlte mir nun ein Ansprechpartner. Das System Fust sieht offenbar nicht vor, bestehende Kunden über solche Mutationen zu informieren; ich musste mich selber durchfragen!

Das Schicksal nahm seinen Lauf.  Und die Fortsetzung des Dramas ist hier demnächst zu lesen.

Alles Handy – alles neu

Es ist schon erstaunlich, wie leicht es einem gemacht wird, die Daten von einem alten auf ein neues Handy zu laden. Steckerli anschliessen (je nach Handy sogar kabellos), okay drücken und schon sind Kontakte, Bilder, Termine, sämtliche Apps, ja selbst die im Browser geöffneten Websites am neuen Ort. Genau dort, wo sie vorher waren. Einerseits praktisch, andererseits auch etwas beängstigend.

Ich habe dieses Prozedere vor einigen Tagen über mich und meine Handys ergehen lassen. Nichtwissend, dass das heutzutage so schnell geht (mein letztes, altes Handy war bekanntlich derart hinüber, dass ich bei Null anfangen musste), stellte ich mich auf eine längere Übung ein. Dazu kam es nicht. Dennoch musste ich, was einigermassen beruhigend war, einige Passwörter neu eingeben.

Frau Flohnmobil funktioniert nun mit einem neuen Hosensack-Compüterli. Und ist heilfroh, dass ihr Handy nun wieder weitgehend das macht und so aussieht, wie sie sich das vorstellt. Nicht zu glauben, dass es Leute gibt, die stets das neuste Handy brauchen, und sich so etwas mehrmals pro Jahr antun!

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Es geschah an dem Tag…

… als unsere Wandergruppe im Val Müstair unterwegs war. Ein junger Mann, dem man im Tourist Info empfohlen hatte, die geplante, als schwierig gekennzeichnete Wanderung nicht alleine zu unternehmen, schloss sich uns an.

Niemand von uns sah in diesem Neuzugang ein Problem. So kam es, dass der junge Mann, der den Altersdurchschnitt der achtköpfigen Gruppe um mehrere Jahre nach unten drückte, mitten unter uns dahin schritt. Und bei der ersten Pause verkündete er: „Ihr seid aber recht schnell unterwegs – für euer Alter.“

Nun ist es also soweit. Seit heute habe ich die Gewissheit, für mein Alter noch ganz gut im Schuss zu sein. So etwas bin ich gerne geneigt zu glauben. Schliesslich hat es jemand gesagt, der noch nicht mal halb so alt ist wie ich.

Eine prächtige Wanderung übers Val Mora zum Piz Praveder, runter zum Lai da Rims und zurück zu Pra da Vau.

Ämbrüff und ambri im Lötschental

Man spricht dort ja etwas komisch, wo wir kürzlich zu acht einige Wandertage verbracht haben. Allerdings ist es immer noch – und das ist mir in Corona-Zeiten wichtig – Schweiz.

Vier Tage waren wir unterwegs. Am ersten Tag mit Rollköfferli bzw. Reisetasche ins Hotel eingerückt, anschliessend noch eine wunderbare Tour gemacht von der Fafleralp zum Langgletscher und über die Anenhütte zurück. Leider verdient der Langgletscher  seinen Namen schon lange nicht mehr.

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Am zweiten Tag – eher eine Verlegenheitstour, weil am Nachmittag Gewitter drohten – stiegen wir in der Direttissima von Goppensteig zur Faldualp, weiter zur Restialp und runter ins wirtshauslose Ferden.

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Die Wanderung wäre auch ohne hohe Luftfeuchtigkeit schweisstreibend gewesen. Jedoch wurden wir auf der Faldumalp mit einem herrlichen Panorama belohnt. Geschäftstüchtige Kids hielten bei der Kapelle Sirup feil.

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Weil wir frühzeitig ins Tal stiegen, blieben wir bis auf die buchstäblichen drei Tropfen Regen vorläufig vom Wetter verschont. Das sollte sich ändern, als wir in Wiler auf der Terrasse eines Restaurants sassen. Blitzartig mussten wir nach drinnen flüchten. Wären wir noch am Wandern gewesen, hätte der Überfall von Petrus uns gehörig geduscht. Bis wir unsere Regentracht montiert gehabt hätten, wären wir garantiert alle klatschnass gewesen.

Am dritten Tag liessen wir uns mit der Luftseilbahn zur Lauchernalp hoch bringen. Die Wanderung zur Lötschenpasshütte war für mich das absolute Highlight der vier Tage. Die Feuchtigkeit, die die zahlreichen Gewitter der vergangenen Nacht hinterlassen hatten, verzog sich bald und einem strahlend schönen Tag stand nichts im Wege.

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Oben am Pass begeistert die karge Landschaft durch zahlreiche kleine Seelein.

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Eine Steigerung am vierten Tag war schlicht nicht mehr möglich, auch wenn der Lötschentaler Höhenweg zum Wander-Klassiker schlechthin gehört.

Erneut von der Lauchernalp aus wanderten wir taleinwärts bis zu den Schwarzseeli, wo die einen Badefreuden frönten.

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Der eher kurze Wandertag endete direkt vor dem Hotel, wo wir unser Gepäck einsammelten. Im historischen Hotel Nest- und Bietschhorn waren wir drei Tage lang einquartiert. Wir wurden dort nach allen Regeln der Kochkunst verpflegt und sehr unterschiedlich komfortabel beherbergt.

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Ein bisschen Nostalgie muss sein.

Fit wie die ganze Truppe ist, wurde die lange Heimreise in der Hitze beinahe anstrengender als die dreistündige Wanderung.

In 4 Tagen sind wir 3’021 m ämbrüff, 3’319 m ambri und 44,7 km Strecke gewandert.

Danke allen Mitwanderern für die tolle Kameradschaft. So macht es Spass, Mehrtäger zu organisieren.

Mehr Infos zu den vier Wanderungen und weitere Bilder HIER.

Errungenschaft

Unter diesem Titel erhielt ich von WordPress heute eine Benachrichtigung.

Beinahe hätte ich vergessen, dass mein Blog heute Geburtstag hat. Beinahe, denn liebe Freunde haben mir heute Morgen schon dazu gratuliert. Sie gehören zu den treuen Lesern dieses Blogs, der in letzter Zeit arg vernachlässigt wurde.

Das hat einen triftigen Grund. Mir ist nicht die Lust am Schreiben vergangen, aber die Lust darüber, hier Privates auszubreiten. Seit ich mich von meinem selbsternannten grössten Fan gestalkt fühle, überlege ich mir zweimal, was ich hier veröffentlichen soll.

Aber Feste soll man feiern, wie sie fallen. Und zehn Jahre sind ja auch nicht nichts.

Darum:

Happy Birthday, Flohnmobil!

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Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Gestern, auf dem Furka-Höhenweg zwischen Realp und Andermatt, wurden wir Zeugen eines seltenen Naturphänomens.

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Den Regenbogen am Himmel nennen die Meteorologen “Zirkumhorizontalbogen”.

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In den Worten von SF Meteo:

Das seltene Halo-Phänomen erinnert an eine Regenbogenwolke. Es braucht einen Sonnenstand von über 58 Grad, was in der Schweiz nur im Sommer und um die Mittagszeit möglich ist. Für die Regenbogenfarben sind hohe Eiskristallwolken (Cirren) verantwortlich. An deren horizontalen Eisplättchen wird das Sonnenlicht gebrochen.

Grotesk ist

Wenn du morgens um 9.40 im Kanton Fribourg aus dem Sessellift steigst,

In deiner Begleitung drei Personen aus dem Kanton Schwyz,

Ihr habt euch als Tagesziel die 2’185 m hohe Kaisersegg vorgenommen,

Just in dem Moment, als ihr vom Sessellift steigt,

Erklingt im Radio das Lied

„… en allerletzte Sunnestrahl lüüchtet uf de Mythen….“

Da könnte man glatt in Anlehnung an einen bekannten Werbespot sagen:

„Wir undernähme auss, dass üser Gest ke Heiweh überchönd.“

Auf Umwegen zum Vreneli

5.58 – die Zahl des Tages. Abfahrt unseres Zuges in Richtung Wanderferien. Unsere erste Sorge, ein 3-minütiger Übergang, erwies sich als völlig unbegründet, hatte der Anschlusszug doch 12 Minuten Verspätung.

Doch nun begann das grosse Zittern, ob es in Zürich noch auf den IC nach Bern reichen würde. Nach menschlichem Ermessen sind 2 Minuten dafür zu knapp, doch da es im Bahnhof zur frühen Morgenstunde noch recht leer war, schlüpften wir gerade noch so in den erstbesten Waggon. Nach kurzer Wanderung durch den abfahrenden Zug fanden wir uns in einem praktisch leeren Wagen, der unten das Bistro hatte. Ideale Voraussetzungen!

Mit dem Kaffeebecher in der Hand schien die Anreise nach Gurnigel in trockenen Tüchern. Bis diese Ansage durch den Zug ging.

„Geschätzte Fahrgäste, infolge eines Personenunfalls bei Schönenwerd verkehrt dieser Zug nur bis Aarau. Wir bitten alle Reisenden auszusteigen.“

Das war das Aus unseres geplanten Wanderstarts gegen 9.30 Uhr. In mir begann es zu rotieren. Ich studierte sämtliche Postautolinien in der abgelegenen Gegend zwischen Gurnigel und Guggisberg. Auch ein Taxi zog ich in Erwägung, um auf die eine oder andere Weise doch noch wenigstens ein Teil der vorgesehenen Wanderung machen zu können.

Wie hatte man das früher bloss ohne Handy gemacht?!?

In der Zwischenzeit standen wir in Aarau auf dem sich füllenden Perron und erfuhren, dass in absehbarer Zeit kein Zug Richtung Bern fahren würde. Dafür zurück nach Zürich. Und von dort nach Luzern. Und weiter über Sursee nach Bern.

Drei Stunden später als geplant und mit etlichen Zusatzkilometern versehen, kamen wir in Bern an. Auf der Fahrt dorthin hatte ich ausreichend Zeit gehabt, mehrere Wandervorschläge auszuarbeiten. Aber noch trennte uns eine weitere Zugfahrt und ein Ritt mit dem Postauto von unserem improvisierten Startpunkt.

Endlich…..!

In knapp drei Stunden bewanderten wir das hügelige Gebiet des Schwarzenburgerlands.

Als Highlight nahmen wir den Nagelfluh-Gipfel des Guggershorns mit, der über eine veritable Himmelsleiter erklommen werden musste..

Und dann? 20 Minuten Abstieg nach Guggisberg, Einkehr und Einquartieren im einzigen Hotel im Dorf und das Resumee: Wir haben wohl das Beste aus der Situation gemacht.

Es geht nichts über ausreichende Geografie-Kenntnisse und ein GA oder zumindest eine Tageskarte im Sack.