Soooo viel Brot!

Als erstes wurden wir alle neu eingekleidet. Chic, nicht?

Dann begann – nach einer standesgemässen Runde Kafi und Gipfeli – der Betriebsrundgang durch die Produktion. Der Steiner-Beck ist, gemäss eigenen Angaben, nach den industriellen Grossbäckereien von Migros und Coop, die grösste Bäckerei des Landes. Wir kamen vorbei an hunderten von Zöpfen, frisch gebackenen Berlinern, ein paar Quadratmetern Cremeschnitten, an mannshohen Backöfen, filigranen Confiserie-Artikeln und einem Sternenmeer von Mailänderli.

Es war sehr eindrücklich, zu sehen, wie das alles gefertigt wird und wir erhielten eine leise Ahnung, was es alles braucht, um einen derart grossen Betrieb (mit mittlerweile 25 Filialen) am Laufen zu halten. Das überaus grosszügige Bhaltis am Schluss war das Tüpfchen auf dem I.

Wer sich für eine solche Besichtigung interessiert: Jeden 1. Mittwoch im Monat führt Bernhard Steiner höchstpersönlich eine Gruppe von 20 Personen durch die riesigen Anlagen.

Weitere Infos zu den kommenden Besichtigung gibt es HIER.
Und Bilder zur Besichtigung und anschliessenden Wanderung übers Rosinli nach Bauma HIER.

Gartenprojekte (4)

Meine Freundin war skeptisch, als wir ihr davon erzählten. Sie meinte, das sei doch nur ein Gag des Gartencenters, daraus würde sicher nichts werden. Der liebe Bergler und ich aber waren wild entschlossen, es zu versuchen. Die Vorstellung, einen Pilzrisotto mit Safran im Teller zu haben, dem nicht nur die selber gesuchten Steinpilze sondern auch eigener Safran zum kulinarischen Hochgenuss gereichten, fanden wir zu verlockend.

So kauften wir im Spätsommer diese 12 Zwiebelchen Safran-Krokusse und verhalfen ihnen zu einer standesgemässen Unterkunft. Wir sahen das Wohl darin, einen Topf in die Erde zu buddeln, damit wohl immer schön das Wasser abfliessen möge, aber bei Trockenheit auch Wasser von unten gezogen werden konnte, da wir ja nicht ständig präsent sind, um den Wasserhaushalt zu steuern. Wir scheuten keine Mühe und holten sogar einen Kübel voll Sand aus einem Bachbett, damit das Substrat ja schön durchlässig wurde.

Nach vollzogener Pflanzung ging selbstverständlich zuerst mal gar nichts. Auch als wir vier Wochen später wieder im Garten im Misox waren, war noch nichts zu sehen. Kein Halm! Bestenfalls Unkraut. Schon tauchten erste Fragezeichen auf. Da es aber erst zweite Hälfte September war, rechneten wir uns noch Chancen auf ein üppiges Wachstum aus.

Als wir vor zehn Tagen wieder gen Süden fuhren, waren wir sehr gespannt, was wir antreffen würden. Hurra! Was sich da dem Licht entgegen reckte, war diesmal kein Unkraut, sondern unzweifelhaft ein Krokus-Gewächs.

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Und schon am nächsten Tag öffnete sich die erste Blüte. Ganz ähnlich wie bei den Frühlings-Krokussen. Am Vorabend sieht man bereits etwas Farbe und am nächsten Morgen ist die Blüte offen. Wir waren begeistert, konnten allerdings beim besten Willen nur dieses eine Blümchen ausmachen.

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Die drei roten Fäden, die das teuerste Gewürz der Welt darstellen, sind gut auszumachen. Wir ernteten und trockneten sie. Davon alleine wird es zwar noch keinen Risotto geben, aber theoretisch steht uns ja noch mehr Blütenpracht bevor. In der Praxis allerdings ist leider so, dass wir vermutlich einige Blüten verpassen, weil wir nicht immer vor Ort sind. Dennoch, die Operation Safran ist erfolgreich angelaufen. Und schliesslich sind die Zwiebelchen, wie alle anderen Krokusse auch, mehrjährig.

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Welche Federn hatte das Vieh?

Im Rahmen des alljährlichen Treffs der Bergler-Sippschaft, der ich nun auch angehöre, gab es einiges Rätselraten. Nicht nur, wo der Ausflug hinführen würde (nämlich jedes Jahr in eine andere Kantonshauptstadt), sondern auch bezüglich der Verpflegung.

Bekannt war lediglich, dass das Essen Federn lassen musste. Die Spekulationen schossen daraufhin wild ins Kraut. Von Ente über Schwan, Pfau, Papagei bis Fleischvogel geisterte alles im Gruppen-Chat herum. Niemand jedoch tippte richtig.

Denn zum Essen gab es:

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Einen Kapaun. Wohl wusste ich, dass das ein kastrierter Hahn ist, nie jedoch hatte ich jemals so einen impotenten Gockel auf dem Teller gehabt. Fazit: Es war sehr lecker. Und dies, obschon ich bei Fleisch sehr kritisch bin. Es war ausgezeichnet gewürzt und überhaupt nicht trocken.

Gegessen haben wir diese Spezialität im altehrwürdigen Restaurant Blasenberg oberhalb von Zug. Es Besuch dort ist nicht nur wegen dem Gockel, sondern grundsätzlich auch wegen der Aussicht zu empfehlen.

Das Auto-Auto

All diese Assistenz-Systeme an den modernen Autos sind ja toll. Der Tag kommt, da kann unsereins nur noch einsteigen, das Ziel bekanntgeben und los düst die High-Tech-Büchse. Bis es soweit ist, dauert es allerdings noch ein wenig und vom Automobilisten wird einiges an Können und Eigeninititative erwartet – Assistenz-Systeme hin oder her.

Ich war heute bei trüben Lichtverhältnissen unterwegs. Die Meisten fuhren nur mit Tagfahrlicht. Auf der Autobahn geradezu fahrlässig, denn diese Funzeln reichen in derartigen Sicht- und Lichtverhältnissen einfach nicht aus. Aber im Zeitalter all dieser “Auto”-Auto-Funktionen verkümmert das Hirn des gemeinen Automobilisten offenbar mehr und mehr. Es scheint sich noch immer nicht herumgesprochen zu haben, dass Tagfahrlichter nur nach vorne leuchten.

Und solange selbst Berufs-Chauffeure nur mit Standlicht unterwegs sind, ist wohl für Otto-Normal-Verfahrer Hopfen und Malz verloren.

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Wenn der Zucker zuckt

Ohne Zucker geht gar nichts. Es gäbe weder Kuchen noch Ketchup (obschon ich auf Letzteres problemlos verzichten könnte). Manchmal staunt man, wo und vor allem wie viel Zucker in den Lebensmitteln ist. Aber was wäre unsere gute Schweizer Schoggi ohne Zucker?

Zucker kennt auf diesem Planeten verschiedene Daseinsformen. Ganz konventionell in Ein-Kilo-Säcken. In den Varianten weiss, braun, Bio, gemahlen, pulverisiert. Oder gestampft. Ich kann mich zwar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen Würfelzucker gesehen habe. Und in allen möglichen Formen mehr oder weniger adrett in Beutelchen verpackt. Nett portioniert, mit keiner anderen Bestimmung, als im Kaffee zu landen.

Es gibt Leute, die sammeln Zuckerbeutelchen. Mir ist dieses Los verwehrt, schmeisse ich doch auswärts etwas Zucker in meinen Kaffee. Das Beutelchen kann noch so originell bedruckt oder in einer fantasievollen Form daherkommen, es wird nie den Weg vom Café zu mir nach Hause finden.

Anders bei den Kafirähmli. Es gab mal eine Zeit, da sammelte ich diese bunt bedruckten Deckelchen. Und dies, obschon ich seit Jahrzehnten meinen Kaffee schwarz trinke. Man begeht ja so manche Dummheit in seinem Leben. Noch immer staune ich ab der Vielfalt der Kaffeerahm-Deckelchen und darüber, dass sich die Hersteller auch nach mehreren Jahrzehnten immer noch mehrmals pro Jahr Neues einfallen lassen.

Ich könnte mein Haushalts-Budget massiv aufpeppen, indem ich jeweils das Kafirähmli, das ich nie brauche, mit heim nehme. Seit mir mal so eines in der Handtasche ausgelaufen ist, bin ich von dieser Idee nicht mehr zu begeistern. Vielleicht sollte ich damit beginnen, Kafilöffeli zu sammeln. Die Vorteile liegen auf der Hand: Sauber, pflegeleicht, kein Verfalldatum und auch sonst sehr robust.

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Hier verfliegt gar nichts!

Es gibt Redewendungen, die machen Sinn. Andere weniger. Ich bin letzthin ins Grübeln geraten ab der Redewendung “Die Zeit verging wie im Fluge”.

Wer jemals auf einem Langstreckenflug über Stunden hinweg eingepfercht war, weiss: Hier vergeht gar nichts wie im Fluge!

Ich wünsche dem lieben Bergler, der heute Abend so eine fliegende Sardinen-Büchse besteigt, dass er gut heim kommt. Und dieser Afrika-Alptraum endlich ein Ende hat!

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Rüebli–völlig neu interpretiert

Unter der Rubrik “Neu in der Migros” entdeckte ich diese Woche Folgendes:

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Liebe Chüngelipuure und sonstige Tierfreunde!

Falls es euch entgangen sein sollte: Es gibt Karotten auch als Karotten. Unverarbeitet und im Gemüseregal. Euer Liebling würde sich sicher genauso über ein frisches Rüebli freuen wie euer Portemonnaie. Denn für dieses Geld kauft ihr glatt ein ganzes Kilo Rüebli.

Wo sind denn all die Leute?

Wandern in diesem Land ohne eine Menschenseele anzutreffen? Fast nicht denkbar, gestern war so schönes Wetter. Und doch haben wir mit Ausnahme zweier Hündeler den ganzen Tag niemanden angetroffen.

Selbst in La Heute – ein Kaff im Berner Jura – wo wir aussteigen, ist kaum jemand anzutreffen. Das ändert sich weder im steilen Aufstieg nach Montoz, noch auf den typischen Hügelzügen des Juras.

Dabei ist das Gebiet auch per Auto erreichbar und hat sogar Gasthöfe.

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So haben wir die prächtig verfärbten Herbstwälder ganz für uns alleine.

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Also genau genommen doch nicht ganz. Eine Herde pechschwarzer Kühe beäugt uns mit einer Mischung aus Neugierde und Scheu. Man beachte die listige Frisur dieses Exemplars.

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Oben auf dem Höhenzug bläst ein giftiger Wind, der den Nebel hinauftreibt. Ich hätte mir mitunter die langen Unterhosen meiner Mitwanderin gewünscht.

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Auf dem Weg nach unten öffnet sich der Blick gegen die Berge und gibt die winterlich verschneiten Alpen frei.

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Wir staunen, dass es noch nicht mal 14.15 ist, als wir zurück am Bahnhof von Reuchenette-Péry sind. Ein schlanker Anschluss in Biel lässt zwar keinen Kaffeehalt zu, dafür reihen wir uns im Speisewagen ein, wo die charmante und leicht dümmliche Bedienung uns Kaffee und Kuchen serviert.

Vielen Dank, Beat, für die Idee zu dieser Tour. Immer wieder gerne mit euch unterwegs!

Mehr Infos zu dieser Wanderung gibt es HIER.

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