Wandern mit den Kanarienvögeln

Wie angedeutet war ich (einmal mehr) eine gute Woche auf Wanderschaft. Diesmal in weiter Ferne, auf La Gomera.

Die zweitkleinste der kanarischen Insel würde locker auf einer Landeskarte 1:50’000 Platz finden. Wäre sie von unserer Landestopografie vermessen worden, sähe man entsprechend gut, dass sie aus über 50 Schluchten (“Barrancos”) besteht, die sternförmig von der Mitte aus gen Meer ziehen. Nur im Zentrum ist La Gomera grün, weil dort die Passatwolken für Feuchtigkeit sorgen. Sehr anschaulich wird dies anhand dieses Reliefs. Die roten Striche stehen für die wenigen, dafür umso kurvenreicheren Strassen, die immer übers Zentrum führen. Entsprechend sassen wir jeden Tag für eine Stunde oder auch mehr im Bus (pro Weg!), was mitunter etwas mühsam wurde, sich aber nicht vermeiden lässt, will man die Insel erkunden.

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Auf sechs offiziellen und einer inoffiziellen Wanderung führte uns unsere Reiseleiterin durch die schönsten Gegenden der Insel.

Hier ein Querschnitt aus mehreren hundert Fotos:

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Letztes Jahr war ich auf La Palma, das grösser und grüner als La Gomera ist. Es wäre falsch, die beiden Inseln gegeneinander in die Waagschale werfen zu wollen. Jede hat ihren besonderen Reiz.

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Bye-bye, La Gomera! Es hat mir gefallen, dich zu erwandern, aber mich wirst du wahrscheinlich nicht mehr sehen. Es gibt auf dieser Welt noch zu viel zu entdecken.

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Hängende Pinsel

Es ist immer wieder erstaunlich, was man alles so sieht, wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht.

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Auch wenn man mitunter seinen eigenen Augen kaum zu trauen wagt.

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Die Maler so am Seil runter zu lassen ist offenbar billiger, als ein Gerüst aufzustellen.

Nostalgie in Papierform

Früher war ES das Mass aller Dinge. Ich behaupte sogar, ES stand in vielen Haushaltungen. Und man konnte damit umgehen. Zugegeben, es konnte zur Zeit raubenden Angelegenheit werden. Aber mit etwas Routine war es im Idealfall im wahrsten Sinn des Wortes zielführend. Sofern man eine derart kleine Schrift zu entziffern vermochte und willens war, zig mal vor- und rückwärts zu blättern, sich mit Zeichenerklärungen, Wochen- und Feiertagen und zahllosen Abkürzungen auseinanderzusetzen.

Im Zeitalter von Smartphones ist dieses Teil ziemlich in Vergessenheit geraten. Und doch, es gibt ES immer noch.

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Man stelle sich bloss vor, man müsse damit eine Zugsverbindung heraussuchen! Obschon, ich traue mir das durchaus zu. Das aktuelle Kursbuch ist offenbar doppelt so gross wie früher, demnach dürfte auch die Schrift grösser seniorengerecht ausgefallen sein. Und Hand aufs Herz, wer ausser Senioren und Smartphone-Verweigerer würde sich diesen Schunken antun?

Soooo viel Brot!

Als erstes wurden wir alle neu eingekleidet. Chic, nicht?

Dann begann – nach einer standesgemässen Runde Kafi und Gipfeli – der Betriebsrundgang durch die Produktion. Der Steiner-Beck ist, gemäss eigenen Angaben, nach den industriellen Grossbäckereien von Migros und Coop, die grösste Bäckerei des Landes. Wir kamen vorbei an hunderten von Zöpfen, frisch gebackenen Berlinern, ein paar Quadratmetern Cremeschnitten, an mannshohen Backöfen, filigranen Confiserie-Artikeln und einem Sternenmeer von Mailänderli.

Es war sehr eindrücklich, zu sehen, wie das alles gefertigt wird und wir erhielten eine leise Ahnung, was es alles braucht, um einen derart grossen Betrieb (mit mittlerweile 25 Filialen) am Laufen zu halten. Das überaus grosszügige Bhaltis am Schluss war das Tüpfchen auf dem I.

Wer sich für eine solche Besichtigung interessiert: Jeden 1. Mittwoch im Monat führt Bernhard Steiner höchstpersönlich eine Gruppe von 20 Personen durch die riesigen Anlagen.

Weitere Infos zu den kommenden Besichtigung gibt es HIER.
Und Bilder zur Besichtigung und anschliessenden Wanderung übers Rosinli nach Bauma HIER.

Gartenprojekte (4)

Meine Freundin war skeptisch, als wir ihr davon erzählten. Sie meinte, das sei doch nur ein Gag des Gartencenters, daraus würde sicher nichts werden. Der liebe Bergler und ich aber waren wild entschlossen, es zu versuchen. Die Vorstellung, einen Pilzrisotto mit Safran im Teller zu haben, dem nicht nur die selber gesuchten Steinpilze sondern auch eigener Safran zum kulinarischen Hochgenuss gereichten, fanden wir zu verlockend.

So kauften wir im Spätsommer diese 12 Zwiebelchen Safran-Krokusse und verhalfen ihnen zu einer standesgemässen Unterkunft. Wir sahen das Wohl darin, einen Topf in die Erde zu buddeln, damit wohl immer schön das Wasser abfliessen möge, aber bei Trockenheit auch Wasser von unten gezogen werden konnte, da wir ja nicht ständig präsent sind, um den Wasserhaushalt zu steuern. Wir scheuten keine Mühe und holten sogar einen Kübel voll Sand aus einem Bachbett, damit das Substrat ja schön durchlässig wurde.

Nach vollzogener Pflanzung ging selbstverständlich zuerst mal gar nichts. Auch als wir vier Wochen später wieder im Garten im Misox waren, war noch nichts zu sehen. Kein Halm! Bestenfalls Unkraut. Schon tauchten erste Fragezeichen auf. Da es aber erst zweite Hälfte September war, rechneten wir uns noch Chancen auf ein üppiges Wachstum aus.

Als wir vor zehn Tagen wieder gen Süden fuhren, waren wir sehr gespannt, was wir antreffen würden. Hurra! Was sich da dem Licht entgegen reckte, war diesmal kein Unkraut, sondern unzweifelhaft ein Krokus-Gewächs.

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Und schon am nächsten Tag öffnete sich die erste Blüte. Ganz ähnlich wie bei den Frühlings-Krokussen. Am Vorabend sieht man bereits etwas Farbe und am nächsten Morgen ist die Blüte offen. Wir waren begeistert, konnten allerdings beim besten Willen nur dieses eine Blümchen ausmachen.

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Die drei roten Fäden, die das teuerste Gewürz der Welt darstellen, sind gut auszumachen. Wir ernteten und trockneten sie. Davon alleine wird es zwar noch keinen Risotto geben, aber theoretisch steht uns ja noch mehr Blütenpracht bevor. In der Praxis allerdings ist leider so, dass wir vermutlich einige Blüten verpassen, weil wir nicht immer vor Ort sind. Dennoch, die Operation Safran ist erfolgreich angelaufen. Und schliesslich sind die Zwiebelchen, wie alle anderen Krokusse auch, mehrjährig.

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Welche Federn hatte das Vieh?

Im Rahmen des alljährlichen Treffs der Bergler-Sippschaft, der ich nun auch angehöre, gab es einiges Rätselraten. Nicht nur, wo der Ausflug hinführen würde (nämlich jedes Jahr in eine andere Kantonshauptstadt), sondern auch bezüglich der Verpflegung.

Bekannt war lediglich, dass das Essen Federn lassen musste. Die Spekulationen schossen daraufhin wild ins Kraut. Von Ente über Schwan, Pfau, Papagei bis Fleischvogel geisterte alles im Gruppen-Chat herum. Niemand jedoch tippte richtig.

Denn zum Essen gab es:

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Einen Kapaun. Wohl wusste ich, dass das ein kastrierter Hahn ist, nie jedoch hatte ich jemals so einen impotenten Gockel auf dem Teller gehabt. Fazit: Es war sehr lecker. Und dies, obschon ich bei Fleisch sehr kritisch bin. Es war ausgezeichnet gewürzt und überhaupt nicht trocken.

Gegessen haben wir diese Spezialität im altehrwürdigen Restaurant Blasenberg oberhalb von Zug. Es Besuch dort ist nicht nur wegen dem Gockel, sondern grundsätzlich auch wegen der Aussicht zu empfehlen.

Das Auto-Auto

All diese Assistenz-Systeme an den modernen Autos sind ja toll. Der Tag kommt, da kann unsereins nur noch einsteigen, das Ziel bekanntgeben und los düst die High-Tech-Büchse. Bis es soweit ist, dauert es allerdings noch ein wenig und vom Automobilisten wird einiges an Können und Eigeninititative erwartet – Assistenz-Systeme hin oder her.

Ich war heute bei trüben Lichtverhältnissen unterwegs. Die Meisten fuhren nur mit Tagfahrlicht. Auf der Autobahn geradezu fahrlässig, denn diese Funzeln reichen in derartigen Sicht- und Lichtverhältnissen einfach nicht aus. Aber im Zeitalter all dieser “Auto”-Auto-Funktionen verkümmert das Hirn des gemeinen Automobilisten offenbar mehr und mehr. Es scheint sich noch immer nicht herumgesprochen zu haben, dass Tagfahrlichter nur nach vorne leuchten.

Und solange selbst Berufs-Chauffeure nur mit Standlicht unterwegs sind, ist wohl für Otto-Normal-Verfahrer Hopfen und Malz verloren.

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