Beweisstück Unterhose

Dem Bergler schien es irgendwie nicht ganz wohl bei der Sache. Er erwägte allen Ernstes, die Mission in der Nacht zu erledigen. Er wollte nicht vor den Nachbarn als – na was eigentlich, durchgeknallt vielleicht? – darstehen.

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Wir erledigten es dann trotzdem am helllichten (Sonn)Tag und niemand hat uns – jedenfalls bis jetzt – in die Klapsmühle einliefern lassen. Immerhin haben wir im Dienste der Wissenschaft gehandelt ….

…. und UNTERHOSEN eingegraben.

Ja, Unterhosen vergraben! Zwei Paar Baumwoll-Unterhosen in Bio-Qualität sollen Aufschluss geben über die Qualität unseres Bodens. Für diese schweizweite Studie vergraben in diesen Tagen noch weitere 999 Durchgeknallte nach genauer Anleitung zwei Paar (ungebrauchte!) Unterhosen und 12 Teebeutel.

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In einem Monat sollen wir das erste Paar Unterhosen samt sechs Teebeuteln wieder sorgfältig ausgraben und trocknen lassen. Einen weiteren Monat später dasselbe Procedere mit dem zweiten Paar. Und dann wird alles zurückgeschickt an die Uni Zürich. In der Zwischenzeit sollen die Bodenlebewesen fleissig sein und sich über die Unterhosen her machen, sodass im Idealfall am Schluss nur noch das Gummiband und die Nähte übrig sind. Man darf gespannt sein.

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Und wer immer noch glaubt, wir seien durchgeknallt, hat vielleicht nicht ganz unrecht, kann sich jedoch hier vergewissern, dass es das Projekt tatsächlich gibt.

Ein seltsamer Winter

Es bahnte sich an, dass der Winter 20/21 irgendwie komisch werden würde. Von Anfang an war mir klar, dass ich mich nicht mit einer Gesichtsmaske auf die Skipiste begeben würde. Gleichermassen unwillig war ich, irgendwo am Pistenrand schlotternd eine Bratwurst zu verdrücken, nur weil die Restaurants nicht geöffnet haben durften. So wurde der vergangene Winter zumindest in Sachen Pistenskifahren eine Nullnummer.

Nichts desto trotz lag vor der Haustüre im Dezember derart viel Schnee, dass der Bergler und ich uns am 7.12. aufmachten für die erste Skitour.

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Es sollten noch deren 9 folgen in der näheren Umgebung, meist begleitet von eher bescheidenen bis katastrophalen Schneeverhältnissen.

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Ein Highlight der besonderen Art war die Skitour aufs Stöcklichrüz mit Abfahrt nach Lachen. Ich weiss nicht, ob diese Tour mit einer Abfahrt fast bis ans Ufer des Zürichsees in meinem Leben nochmals möglich wird.

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Das Saison-Finale in Bivio letzte Woche war gekennzeichnet von hochwinterlichen Verhältnissen. Am ersten Tag leichter Schneefall und unerwartet viel Neuschnee am Piz Campagnung.

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Am zweiten Tag traumhafte Verhältnisse für die Besteigung des Roccabella.

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Und am dritten Tag eine absolut begeisternde Pulverschneeabfahrt (so spät im Jahr!!!!) vom Crap da Radons.

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Das war also mein Winter. Halt, nicht ganz! Denn es gab auch noch diverse Schneeschuh-Touren.

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Aber jetzt reichts wirklich. Und ich freue mich auf den Frühling.

Das Leiden hat ein Ende

Wie ich hier nicht zum ersten Mal erwähne, kann ich veganer Ernährung kein Verständnis entgegenbringen.

Trotzdem kann ich mich dieser Tage gut in Veganer hineinfühlen und verstehe durchaus, wenn sie sich über Ostern irgendwohin weitab der Zivilisation verkriechen.

Es muss für die vegane Community ein unerträglicher Anblick sein, wenn die halbe Menschheit Ostereier isst und Schoggihasen ein Ohr abbeisst.

Deshalb treibt mich gerade die Frage um, ob dem Nachwuchs von Veganern überhaupt das Märchen von Osterhasen aufgetischt wird….?

Des Gärtners Edelmetalle

Der Bergler und ich hatten über den Winter genügend Gelegenheit, neue Projekte im Garten auszuhecken. Mittlerweile ist die Zeit gekommen, um diese eins ums andere umzusetzen.

Der Kompost wird landläufig auch als das Gold des Gärtners genannt. Als derart preziös hätten wir den umzingelten Dreck zwar nicht bezeichnet. Aber da das Gitter übervoll zu werden drohte und wir parallel dazu in naher Zukunft Hummus brauchen werden, hatten wir uns entschlossen, den gesamten Kompost durchzusieben und umzuschichten.

In so einem Kompost leben bekanntlich ganz viele Kleinstlebewesen, die das laufend zugefügte Rohmaterial umwandeln und abbauen. Nachdem wir uns bis auf die unterste Schicht des Haufens, die gemäss Bergler über 10 Jahre alt sein dürfte, vorgearbeitet hatten, kennen wir nun diesen Mikrokosmos etwas besser. Er besteht nicht nur aus Springschwänzen, Regenwürmern und Käfern, sondern gleichermassen aus Teebeuteln, Knochen, Steinen und allerhand prähistorischen Tonscherben.

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Ü 120

Mittlerweile sind bei uns alle Läden wieder geöffnet – zumindest diejenigen, die den jüngsten Lockdown überlebt haben. Ich gebe schamlos zu, ich hatte mal wieder Lust, etwas Geld auszugeben. Und zu diesem Zweck begab ich mich in ein mittelgrosses Einkaufszentrum.

In einem Warenhaus stöberte ich durch die Lingerie-Abteilung. Dort war zwar – wie im restlichen Geschäft – Inventur im Gang, was das Einkaufserlebnis leicht schmälerte. Ich fragte mich, wieso man nicht die vergangenen Wochen genutzt hatte, um all die Bleistifte, Seifen, Hemden und Löffel zu zählen. Überall hockten die Zähler, die ganz offensichtlich nicht zum angestammten Personal gehörten, zwischen den Regalen auf Kisten und Stühlchen. Es mutete etwas seltsam an – bei der Bestandesaufnahme der BHs und Unterhöschen konnte ich nur Männer ausmachen.

Während ich auf der Suche nach netter Unterwäsche war, hörte ich hinter mir eine männliche Stimme fragen, ob es hier Gürtel gäbe. “Für Männer oder Frauen?” wollte die Bedienung wissen. “Für Männer.” Die seien in der Herrenabteilung im Untergeschoss. …….. Seufzen ……. Da komme er her, aber dort gäbe es nur Gürtel bis 120 cm.

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“Dann setz halt zwei zusammen”, sagte ich zu den reizenden BHs vor meiner Nase. Und konnte es mir dann nicht verkneifen, einen Blick über meine Schulter zu den Ü 120 zu werfen. Eine gewisse Dreistigkeit kann ich dem Fleischberg nicht absprechen. Wieso sollten die Gürtel in der Damenabteilung länger sein? Naja, ich hab gut lachen. Mir reichen 80 cm.

Der tägliche Bedarf

Mit den neusten Massnahmen des Bundesrates, die seit Anfangs dieser Woche gelten, dürfen u.a. nur noch Läden, die Artikel “des täglichen Bedarfs” anbieten, geöffnet haben. Über die Klippe springen müssen z.B. Sportgeschäfte, Kleiderläden, Möbelhäuser etc.

Und wie bitte definiert man den täglichen Bedarf? Ganz bestimmt gehören Lebensmittel dazu. Der frische Salat, ein zünftiger Happen Fleisch, der vegane Käseersatz. Auch für diejenigen, die täglich eine Flasche Schnaps oder Zigis brauchen, ist mit der gängigen Vorschrift gesorgt. Mein zwar nicht täglicher, aber zumindest mehrmals wöchentlicher Bedarf wäre beispielsweise der Besuch des Fitness-Studios. Geht aber leider bis mindestens Ende Februar nicht. Trotzdem fehlt es mir eigentlich an nichts. Jedenfalls fast nichts, wenn man grosszügig darüber hinweg sieht, dass soziale Kontakte so gut wie ausgeschlossen sind. Keine Freunde zum Essen treffen, keine Möglichkeit, eine gemeinsame Wanderung bei Kaffee und Kuchen ausklingen zu lassen, bevor jeder wieder seines Weges geht. Und erst recht nicht jemanden daheim bekochen. Streng genommen darf man seine Freunde und Bekannten derzeit nur noch unter freiem Himmel treffen. Und das mitten im Winter!

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Die Definition “Artikel des täglichen Bedarfs” treibt sonderbare Blüten. Während Kleiderläden, Haushaltwaren-Geschäfte und Papeterien geschlossen bleiben müssen, dürfen die Grossverteiler munter Unterwäsche, Bratpfannen und Kugelschreiber verkaufen. Wie ein Augenschein bei Migros gestern gezeigt hat, ist trotzdem ein Teil des Sortiments abgesperrt. Was mir nicht ganz einleuchtet: Wieso darf man Socken, Pyjamas und BHs verkaufen, während Mützen und Handschuhe offenbar pfui sind? Mein akutester Bedarf bestünde aus einem Paar Schuhbändel. Auch die hängen zwar im Regal, dürfen aber nicht verkauft werden. Ich muss wohl noch bis Anfang März warten, bis ich meine Winterschuhe aufmöbeln kann. Zum Glück gibts fürs Gröbste noch ein paar Schnüre in unserem Haushalt.

Lust auf Luft

Man kauft ja mitunter Sachen, die man vielleicht gar nicht braucht. Umgekehrt aber stösst man plötzlich auf Sachen, die man – so man denn davon gewusst hätte – schon lange gekauft hätte.

In die zweite Kategorie gehört der Ventilator, den der Bergler und ich uns jüngst angeschafft haben. Noch sind wir zwar nicht dazu gekommen, das Teil auszuprobieren. Wir versprechen uns aber eine ganze Menge davon. Eine ganze Menge warmer Luft, um genau zu sein. Denn der Ventilator soll die Wärme, die der Holzofen im Ferienhaus abgibt, besser im Raum verteilen.

Wenn das wirklich funktioniert, und davon sind wir so ziemlich überzeugt, sonst hätten wir den Kauf nicht getätigt, würde unserer Heizerei im 300-jährigen Haus wesentlich effizienter.

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Wir sind gespannt, ob all die Versprechen eingehalten werden.

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Auch dieses:

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Corona ausblenden

Kann ich am einfachsten und wirkungsvollsten auf einer Wanderung. Unter dem blauen Himmel fühle ich mich frei und unbelastet. Hier ein Querschnitt durch die drei vergangenen Wandertage dieses Spätherbstes.

Samstag, 21. November

Der erste Schnee beschert uns einen kalten Start in die Winter-Wandersaison. Nichts desto trotz war es ein herrlicher Tag mit zusehends weniger der weissen Pracht.

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Oberiberg – Ibergeregg – Brünnelistock – Furggelenstock – Furggelen – Oberiberg.
Ca. 3 1/2 Std.

Sonntag, 22. November

Tiefer gelegen und stets darauf bedacht, ja nicht in den Schatten zu kommen…

… was uns dank sorgfältiger Routenwahl weitestgehend gelungen ist.

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Illgau – Tristel – Muotatal – Tritt – Illgau
Ca. 3 1/2 Std.

Montag, 24. November

Bei dem schönen Wetter daheim bleiben? Kommt nicht in Frage!

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Gribsch – Gnipen – Ochsenboden – Spitzibüel – Gribsch
Nomal öppe 3 1/2 Std.


So kommt man auch in Corona-Zeiten über die Runden und bleibt bei Verstand.

Der Neuzugang

… in unserem herbstlichen Garten entzückt nicht nur den lieben Bergler und mich, sondern auch die Bienen auf ihrer Suche nach der immer spärlicher werdenden Nahrung.

Bis zu drei Bienen gleichzeitig sammelten in ein und derselben Blüte nach Pollen.

Eine wahre Freude nicht nur fürs Auge, diese Herbstkrokusse!