Eulen nach Basel tragen

Eines der wahrlich berühmten und klassischen Weihnachtsguezli ist das Brunsli. In unserem Heim erhielt es einst den eher unrühmlichen Namen “Brunzli”. In Wahrheit aber heisst es “Basler Brunsli”.

Insofern ist es eine Anmassung, wenn man als Zürcherin einer Baslerin Brunsli schenkt. Ich vertraue aber darauf, das mein altbewährtes Rezept auch bei ihr gut ankommt. Wenn mich die SBB nicht im Stich gelassen haben, hat die Guezli-Übergabe in dem Moment, wo dieser Beitrag veröffentlicht wird, bereits stattgefunden.

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Samichlaus – gänzlich untierisch

Dem Samichlaus war Wind und Weh. Auf was hatte er sich da nur eingelassen? Er musste bei einer veganen Familie antraben. Sie hatten es noch ausdrücklich vermerkt. “Nicht nur keine tierischen Produkte, auch keine tierischen Bemerkungen!” Der bärtige Mann war gefordert.

Wie sollte er seine althergebrachten Sprüche dem veganen Nachwuchs beibringen? Er durfte ihnen nicht mehr sagen, sie sollten lammfromm sein im gegenseitigen Umgang. Dass sie nicht mehr wie die Hyänen übers Essen herfallen sollten, musste er genauso von seiner Liste streichen, wie die Bemerkung, sie sollten gefälligst häufiger den Saustall in ihrem Zimmer aufräumen. 

Er seufzte, der Mann in der nicht-veganen roten Kutte. Ob jemand merken würde, dass er nicht konform gekleidet war? Er schaute auf seine warmen Lederstiefel. Die konnte er notfalls gegen ein Paar schwarze Gummistiefel eintauschen. Bei dem Huddelwetter war das gar nicht die schlechteste Idee.

Er rückte seine Brille zurecht und begann, in sein Buch zu schreiben. Das würde ja vielleicht ein Eiertanz werden in diesem veganen Hause! Er schrieb in besonders grossen Lettern, damit er ohne sein Perlmutt-Nasenvelo auskommen würde. Diese blöde Kuh von einer Mutter, was bildete sich die eigentlich ein, was er bei ihrem verzogenen Nachwuchs ausrichten könnte. “Diese Zicke soll doch selber dafür schauen, dass ihre Brut nicht wie die Hühner über die Strasse läuft”, brummte er in seinen Bart.

Plötzlich wurde es dem Samichlaus zu viel. Trotzig stampfte er mit dem Fuss. “Ich werde grad z’Leid mit dem Esel bei diesem veganen Rudel aufmarschieren.” Und sollte der Vierbeiner die vegane Weihnachts-Deko abfressen, war ihm das so lang wie breit.

i.swisscows.ch

Sessel des Schreckens

Auf dem Bummel durchs Lausannes Gassen letzte Woche entdeckte ich ein gar seltsames Fell-Konstrukt.

Ich traute meinen Augen kaum angesichts dieser Grässlichkeit. Wie kommt man nur auf die Idee, so etwas herzustellen? Schlimmer noch, wie kann man auf die Idee kommen, so einen unnützen Staubfänger in seinem Heim aufzustellen?

Wie meine Freundin richtig bemerkte, lässt sich so etwas wohl nur gegenüber eines Fünfsternehotels verkaufen.

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Wie ein Blick in die Homepage des Belgischen Herstellers beweist, habe ich mit den Flamingos noch lange nicht das grässlichste Stück der Kollektion fotografiert.

Und es ward Nacht in Lausanne

Wir wollten zusammen wieder mal etwas unternehmen. Und das taten wir, indem wir uns in den Zug setzten und quer durch die Schweiz fuhren. Mit der Idee, einerseits einen Weihnachtsmarkt und andererseits das Lichtspektakel Lausanne Lumières zu besuchen, quartierten wir uns in der Stadt am Genfersee ein und warteten, bis es dunkel wurde. Und das wird es um dieser Jahreszeit bekanntlich ziemlich früh.

Die Lausanner haben sich nicht lumpen lassen. All die folgenden Bilder sind “normale” Weihnachtsbeleuchtung. Bei der Kathedrale gehe ich davon aus, dass sie ganzjährig beleuchtet wird.

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Palais de Rumine

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Kathedrale

Der Event “Lausanne Lumières” besteht aus 14 Objekten, die in der Innenstadt ihr Bestes geben. Wir haben die meisten gefunden, längst nicht alle fotografiert bzw. fotografieren können.

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Transformation

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Dancing Grass

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Lustre chrominéral

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Double mètre

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Les yeux de la nuit

In Lausanne scheinen Weihnachtsmärkte – etwas anders als bei uns – in erster Linie dem kulinarischen Wohle zu dienen. Nebst Raclette, Maronni, Glühwein, Austern, Churros und Mohrenköpfen gab es vergleichsweise wenig Stände, die Waren anboten.

Wenn man mich nun fragt, ob sich die Reise quer durchs Land gelohnt hat, so muss ich klar sagen: Wegen den paar Lichtlein alleine eher nicht, aber wenn man eine Übernachtung einbaut und wie meine Freundin und ich anderntags beispielsweise das Olympische Museum besucht, dann unbedingt. Lausanne, das waren wir uns einig, ist schon seiner Lage wegen eine Reise wert.

Mehr Infos zu Lausanne Lumières.

Sieben Prozent

Man erhält ja so Manches zugeschickt über Mail oder WhatsApp, das man weiterleiten soll an „seine Freundinnen”, “intelligente Frauen”, “humorvolle Mitmenschen”. Meist nehme ich es zur Kenntnis, beteilige ich mich aber nicht an der digitalen Kettenbrief-Aktion.

Heute mache ich mal wieder eine Ausnahme. Eine liebe Freundin schickte mir folgenden Text:

Geschrieben von Regina Brett, 90 Jahre alt:

Um mein Altern zu feiern, habe ich die folgenden 33 Lektionen geschrieben. Denn dieses Leben hat mich gelehrt.

  1. Das Leben ist nicht fair, aber immer noch gut.
  2. Wenn du Zweifel hast, mach einfach den nächsten kleinen Schritt.
  3. Das Leben ist zu kurz, um jemanden zu hassen.
  4. Deine Arbeit wird sich nicht um dich kümmern, wenn du krank bist.
    Nur wer dich liebt, kümmert sich um dich.
  5. Man muss nicht jedes Mal gewinnen. Stimme auch mal zu, nicht einverstanden zu sein.
  6. Schreie mit jemandem. Das heilt besser, als alleine zu weinen.
  7. Was Schokolade angeht, ist es sinnlos, zu widerstehen.
  8. Mach Frieden mit deiner Vergangenheit, damit sie deine Gegenwart nicht stört.
  9. Es ist gut, wenn deine Kinder sehen, dass du weinst.
  10. Vergleiche dein Leben nicht mit dem der anderen. Du hast keine Ahnung, wie es bei denen wirklich aussieht.
  11. Alles kann sich im Handumdrehen ändern.
  12. Atme tief durch. Es beruhigt den Geist.
  13. Befreie dich von allem, was nicht nützlich, schön oder fröhlich ist.
  14. Alles, was dich nicht umbringt, wird dich stärker machen.
  15. Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit. Aber das zweite Mal liegt es bei dir und keinem anderen.
  16. Zünde die Kerzen an, benutze die schönen Laken, trage schicke Dessous. Spare das nicht für einen besonderen Anlass. Heute ist etwas Besonderes.
  17. Bereite dich mehr als nötig vor, dann folge dem Fluss.
  18. Sei jetzt exzentrisch. Warte nicht auf das Alter, um lila zu tragen.
  19. Das wichtigste Geschlechtsorgan ist das Gehirn.
  20. Niemand sonst ist verantwortlich für dein Glück, nur du .
  21. Was andere Leute von dir denken, geht dich nichts an.
  22. Die Zeit heilt fast alles.
  23. Egal wie gut oder schlecht eine Situation ist, sie wird sich ändern.
  24. Nimm dich nicht zu ernst. Niemand macht das.
  25. Glaube an Wunder.
  26. Gott liebt dich, weil er Gott ist, nicht wegen irgendwas, was du getan oder nicht getan hast.
  27. Prüfe das Leben nicht. Schaue geradeaus und geniesse es jetzt in vollen Zügen.
  28. Am Ende zählt nur, was du geliebt hast.
  29. Wenn wir alle unsere Probleme auf einen Haufen legen und die der anderen sehen, würden wir unsere eigene Probleme zurückholen.
  30. Neid ist Zeitverschwendung. Du hast schon alles, was du brauchst.
  31. Das Beste kommt noch.
  32. Egal wie du dich fühlst, steh auf, zieh dich gut an und zeige dich.
  33. Das Leben ist nicht mit einer Schleife gebunden, aber es ist immer noch ein Geschenk.

Es wird geschätzt, dass 93% dies nicht weiterleiten werden. Deshalb der Titel.

Falls es dir gefallen hat, sende es an die, die für dich etwas Besonderes sind.
Warte nicht bis 90!

Man mag von diesen 33 Sprüchen halten, was man will. Es ist wie mit einem Horoskop – irgend etwas trifft immer zu.

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Wer hat darauf gewartet?

Ich weiss, sie haben hier erst vor wenigen Tagen ihren Auftritt gehabt, und nun muss ich schon wieder auf ihnen rumhacken: den Veganern. Ich mache keinen Hehl daraus: Ich finde diese Art zu leben absurd. Noch absurder finde ich, dass es mittlerweile selbst bei uns in der Provinz vegane Adventsmärkte gibt.

Was hat das für Konsequenzen?

  • Die so herrlich duftenden Bienenwachskerzen werden durch simple Paraffin-Funzeln ersetzt.
  • Der Samichlaus kommt statt mit dem Esel mit einem veganen Elektro-Auto.
  • Die Engel stehen beschämend nackt rum, weil Federchen und seidene Gwändli als Deko tabu sind.
  • Auf den Adventskränzen werden die beliebten Dekorations-Knochen fehlen.
  • Lebkuchen schmeckt nicht mehr nach Lebkuchen, weil es keinen Honig drin hat.
  • Die gestrickten Socken sind aus …. hm …. wahrscheinlich rezyklierten Geranien.
  • Mailänderli schmecken nach …. weiss auch nicht, aber sicher nicht mehr nach Mailänderli.
  • Christbaumschmuck aus Holz findet man auf so einem Markt nicht, denn es könnte sich ja ein Borkenkäfer ins Holz verirrt haben.

Ich stelle mir vor, dass so ein veganer Adventsmarkt im Vergleich zu konventionellen Adventsmärkten sehr übersichtlich daherkommen muss. Es wird weder einen Raclette-Stand geben noch Wolldecken. Keine Lammfell-Finken und kein Duftschloss. Keine Crêpes und Renntierfelle. Keine in Schoggi getunkten Bananenrugeli. Mit anderen Worten: noch langweiliger als sonst.

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Black Friday

Liebe Emma

Die Glocken haben heute ganz für dich alleine geläutet, die Klänge der Orgel galten einzig dir.

Nun bist du wieder an der Seite deines Mannes. Du hast doch Pinky schon angetroffen, oder?

Bestimmt wird dir auch bald dein jüngerer Bruder begegnen. Sag ihm bitte, wie sehr ich ihn vermisse.

Leb wohl!

Bea

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Es kann auch schmelzen

Heute entdeckt in der Migros:

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Ich wundere mich einerseits über die unerschöpflichen Möglichkeiten unserer Sprache.

!!! Veganer Reibegenuss !!!

Andererseits über die Veganer, die wohl auf tierische Produkte verzichten, jedoch nicht um Geschmack und Konsistenz von geschmolzenem Käse gebracht werden wollen.

Sonniges Getreide

Am vergangenen Samstag  packte ich die Gelegenheit am Ende der Wanderung beim Schopf, kaufte ein richtiges Walliser Roggenbrot und stopfte das robuste Teil in meinen Rucksack. Ich liebe den Geschmack dieses Getreides. Zusammen mit den eingebackenen Nüssen – einfach himmlisch! Und obschon dieses Brot monatelang haltbar ist, dürfte mein Einpersonen-Haushalt mit den fünfhundert Gramm Backerzeugnis sehr viel früher fertig werden.

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Als ich das kompakte Brot heute Morgen anschnitt, lachte mir buchstäblich die Walliser Sonne entgegen. Was für ein Lichtblick an einem Tag, an dem es bei uns vor der Haustüre grau und trübe ist.

Ich wünsche euch Allen einen schönen Tag mit Sonne am Himmel, im Herzen oder als absolutes Minimum auf dem Teller.

Lust auf mehr Infos über Walliser Roggenbrot?