Gross und doch nicht das Grösste

Es gibt zwei Buchstaben, bei denen gerät jeder Madeirenser in Ektase.

C . R .

Vielerorts sind diese zwei Buchstaben zu sehen. An Hotels, Bars, Museen. Jeder scheint zu wissen, wofür sie stehen. Und ist stolz darauf.

Hm. Die zwei Buchstaben, sie stehen für Madeiras berühmtesten Sohn. Der in einer überlebensgrossen Statue am Hafen Funchals verewigt wurde.

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Doch ganz ehrlich, was kümmert mich dieser schnöde Fussballer, wenn es auf Madeira so geile Wanderwege gibt.

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17A

Es dauerte lange, sehr lange, genau genommen fast bis zur letzten Minute, bevor ich einen Nachbarn erhielt. Ich sah ihn von weitem und wusste: Das Unheil naht. Als er auf meiner Höhe sein Handgepäck versenkte, rutschte sein T-Shirt in der Grösse Einmann-Zelt hoch und gab einen Blubberbauch frei. Igitt!

Mir wurde bange. Wenn dieser Sumo-Ringer sich unmittelbar neben mir nieder liess, würde es eng werden. Denn genau genommen passte er nie und nimmer in einen einzelnen Sitz rein. Weder in der Länge und erst recht nicht in der Breite.

Der Koloss liess sich plumpsen. Glücklicherweise blieb zwischen uns ein Sitz frei. Doch diesen nahm er bis zur Hälfte in Beschlag. Als das Frühstück serviert wurde, klappte er das Tischchen neben sich runter. Quer zu essen erwies sich aber für den Fleischberg als zu beschwerlich. So klappte er das Tischchen vor sich runter, hievte seine Wampe drauf und auf den bescheidenen Streifen Platz, der noch blieb, stellte er das Tablett. Das alles betrachtete ich mit einer nicht zu geringen Portion Abscheu, während ich noch locker Platz hatte, eine Serviette in meinem Schoss zu entfalten, bevor ich mich über mein Frühstück hermachte.

Dieses widerliche Geschöpf neben mir, das der Kategorie Ü150 angehört, verbrachte die Reise mehr oder weniger quer zur Flugrichtung. Und zu seinem grossen Übel musste die halbe Portion von Sitz 17A auch noch vor der Landung aufs Klo. Wie unsensibel!

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Jeans-Recycling

Man muss schon zweimal hinschauen. Und auch dann reibt man sich noch verwundert die Augen.

Wie kommt man denn auf so eine Idee?

Jedenfalls erhält so der Begriff “etwas steht vor Dreck” eine ganz neue Bedeutung.

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Entdeckt und fotografiert von meiner Kollegin Andrea in Erlach.

Zurück in die Schulzeit katapultiert

Nachdem ich mir zuerst ungläubig die Augen gerieben hatte, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, ein Bild zu machen.

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Einen solchen Thek hatte ich schon lange nicht mehr gesehen. Mit so etwas ging doch ich noch zur Schule. Und, hey, das ist immerhin mehr als 40 Jahre her!

Gerade vier Jahrzehnte alt sieht dieses Teil nicht aus, das im übrigen ein Junge und nicht etwa ein Mädchen ziemlich selbstsicher am Rücken trug. Sind solche Schul-Theks etwa wieder in?

Es ist Sommer geworden

… sobald meine Kakteen wieder an der Sonne stehen. Also seit gestern.

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Sie haben den Winter – mit einer verschmerzbaren Ausnahme – gut überstanden. Viele haben schon deutlich sichtbare Knöpfe. Einem üppigen Blütenwachstum scheint nichts im Wege zu stehen. Und einem tollen Sommer eigentlich auch nicht.

Heute beginnt der Ernst des Lebens

Ich stand in zwei verschiedenen Missionen vor ein und dem selben Schalter bei uns im Gemeindehaus. Einerseits brauchte ich neue Abfall-Marken, andererseits hatte meine Identitätskarte ihre Gültigkeitsdauer vor kurzem überschritten.

Ersteres war erwartungsgemäss eine einfache, wenn auch nicht ganz günstige  Sache. In der Causa Identitätskarte jedoch stiess ich auf ungeahnte Hürden. Ich schob der Dame am Schalter ein neueres Passfoto von mir hin. Ich hatte mich dafür vor einigen Monaten in einen Automaten gesetzt, weil ich endlich mein altes blaues Blech von einem Fahrausweis ersetzen wollte.

Die Dame musterte mein Bild eingehend. Bestanden Zweifel, ob ich diejenige auf dem Bild war? “Ich bin mir nicht sicher”, setzte sie vorsichtig an, “ob das Bild akzeptiert wird. Sie haben den Mund zu weit offen.” Ab dieser Aussage blieb mir der Mund tatsächlich offen. Ich schaute das Bild an. Ein schmaler Strich zwischen meinen Lippen. Aber offen? “Ich versuche, das Bild einzuschicken. Vielleicht haben Sie Glück und es wird akzeptiert”, bot die Dame an. Vorsichtshalber nahm sie meine Telefonnummer auf.

Heute auf der Wanderung – ich ahnte schon was kommen würde, als ich die Nummer sah – erreichte mich die Dame von der Einwohnerkontrolle am Handy. Das Bild würde tatsächlich nicht akzeptiert. Ich müsse ein Neues einreichen. !!! Dann halt !!!

Auf der alten, 10-jährigen ID hatte ich meinen Mund noch relativ weit offen. Da durfte man auf einem offiziellen Bild noch lachen. Heute hat definitiv auch für mich der Ernst des Lebens angefangen.

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Immer wieder Nachschub

“Das isch wieder eine für de Blog.”

“Muesch ufpasse, was’d seisch, suscht chunnts dänn im Blog.”

Solche und ähnliche Sätze höre ich ab und zu. Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass der banale Alltag die inspirierendste Quelle für meinen Blog ist. Denn ich liebe es, groteske, lustige, spezielle Episoden in Worte zu fassen und hier zu veröffentlichen. Das geht so weit, dass mittlerweile fast von mir erwartet wird, über solche Anlässe und Begebenheiten zu schreiben.

Gestern Nachmittag beispielsweise sass ich zusammen mit einem Kollegen in einem Café. Wir liessen uns von der Bedienung – und es bedurfte wenig Überzeugungskraft ihrerseits – ein Stück Erdbeerschnitte zum Kafi aufschwatzen. Die nicht zu knapp bemessene Schnitte kam daher und wenig später auf je einem silbernen Tablett eine Tasse Kaffee. Diese war flankiert von einem kleinen, braunen Chübeli voller Kaffeerahm. Die Tafel war somit komplett und der Schmaus hätte beginnen können.

“Meinst du, dieses braune Chübeli ist aus Schoggi?” fragt es von vis-à-vis. Ich war mir nicht sicher, denn dort, wo wir beide häufiger einen Kaffee trinken und der Rahm auch in einem Schoggi-Chübeli daher kommt, ist die Schoggi wesentlich dicker. Ohne viel zu überlegen – genau gesagt,  ohne überhaupt auch nur das Geringste überlegt zu haben – begann ich, an dem dünnwandigen, braunen Gefäss herumzudrücken. Da ich meinen Kaffee schwarz trinke, sind solche Chübeli eigentlich ein Ärgernis für mich, denn ich muss immer zuerst warten, bis meine Tasse leer ist, bevor ich den Rahm reinkippen und die Schoggi essen kann.

So weit sollte es aber diesmal nicht kommen. Und zwar nicht, weil das Chübeli nicht essbar gewesen wäre, sondern weil es meinem Gefingere nicht Stand hielt. Ich hätte nie gedacht, dass sich so wenig Kaffeerahm so grossflächig verteilen kann!

Und nicht von ungefähr meinte mein Gegenüber nur Sekunden nach der Kaffeerahm-Explosion, während ich bereits dran war, mit einer Serviette das Schlachtfeld zu bearbeiten: “Da hättest du ein Bild machen sollen für den Blog.”

Ich überlasse die Sauerei, die ich veranstaltet hatte, eurer Fantasie. Möge sie blühen.

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Bü-Bü-Bündnerfleisch

Der Blick aus dem Fenster ist endlich mal wieder ein anderer geworden. Es regnet! Und drum kann ich endlich mal den Blog schreiben, den ich mir schon lange vorgenommen hatte. Ich mache mir ab und zu Notizen auf Fresszetteln, worüber ich schreiben könnte. Nur so gehen meine genialen Ideen *räusper* nicht verloren.

Die Idee zu diesem Beitrag kam mir, als ich bei Regenwetter mal wieder zahlreiche gestrandete Regenwürmer mit dem Besen vom Sitzplatz zurück in den Rasen wischte. Ob sie diese Prozedur überhaupt überstehen, habe ich noch  nie hinterfragt. Tatsache ist aber: Wenn ich es nicht mache, gehen die Regenwürmer garantiert ein.

Und so habe ich mich schon öfters gefragt, was an meinem Sitzplatz so attraktiv ist, dass man als Regenwurm unbedingt dort aus dem Leben scheiden will. Ist es ein weniger schlimmes Ende, als wenn einen eine Amsel aus dem Boden in die Länge zieht? Wenn ich die Würmer nicht rechtzeitig in den Rasen zurück befördere – und das erledige ich in Einzelfällen auch mal statt mit dem Besen mit blossen Fingern –  finde ich sie früher oder später in der Version “luftgetrocknet”. Und auf diese Bündnerfleisch Stängeli bin ich nicht sonderlich scharf.

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Das wär’s dann schon auch. Oder wollt ihr wieder mal den Bü-Bü-Bündnerfleisch sehen?