Eulen nach Basel tragen

Eines der wahrlich berühmten und klassischen Weihnachtsguezli ist das Brunsli. In unserem Heim erhielt es einst den eher unrühmlichen Namen “Brunzli”. In Wahrheit aber heisst es “Basler Brunsli”.

Insofern ist es eine Anmassung, wenn man als Zürcherin einer Baslerin Brunsli schenkt. Ich vertraue aber darauf, das mein altbewährtes Rezept auch bei ihr gut ankommt. Wenn mich die SBB nicht im Stich gelassen haben, hat die Guezli-Übergabe in dem Moment, wo dieser Beitrag veröffentlicht wird, bereits stattgefunden.

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Sonniges Getreide

Am vergangenen Samstag  packte ich die Gelegenheit am Ende der Wanderung beim Schopf, kaufte ein richtiges Walliser Roggenbrot und stopfte das robuste Teil in meinen Rucksack. Ich liebe den Geschmack dieses Getreides. Zusammen mit den eingebackenen Nüssen – einfach himmlisch! Und obschon dieses Brot monatelang haltbar ist, dürfte mein Einpersonen-Haushalt mit den fünfhundert Gramm Backerzeugnis sehr viel früher fertig werden.

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Als ich das kompakte Brot heute Morgen anschnitt, lachte mir buchstäblich die Walliser Sonne entgegen. Was für ein Lichtblick an einem Tag, an dem es bei uns vor der Haustüre grau und trübe ist.

Ich wünsche euch Allen einen schönen Tag mit Sonne am Himmel, im Herzen oder als absolutes Minimum auf dem Teller.

Lust auf mehr Infos über Walliser Roggenbrot?

Messerscharf

Es ist weder eine gänzlich neue Erkenntnis, noch ist sie auf meinem Mist gewachsen. Aber es soll einfach mal wieder gesagt sein:

Es geht nichts über das richtige, scharf geschliffene Messer.

Jeder Koch wird das bestätigen können. Und auch am Tisch ist das richtige Messer von entscheidender Wichtigkeit. Selbst das perfekt gegarte Rindsfilet fühlt sich nämlich nicht ganz so perfekt gegart an, wenn man mit einem stumpfen Messer daran sägt.

Bei einer Freundin von mir brauchte es mehrere, durchaus als unzimperlich zu bezeichnende Vorstösse, bis sie endlich einsah, dass die Investition in gute Steakmesser lohnend ist. “Soll ich dir welche von Frankreich heim bringen”, hatte ich seinerzeit noch gefragt. Wohlwissend, dass sie einen sehr eigenen Geschmack hat und ich mit ziemlicher Sicherheit die falschen Hegel gebracht hätte. Mittlerweile hat sie Steakmesser angeschafft und wir lachen jedes Mal darüber, wenn sie sie aus der Schublade holt. Es ist nämlich erwiesen, dass man das Fleisch als wesentlich zarter empfindet, wenn das Klinge wie durch Butter schneidet.

Langfristig gesehen zahlt sich die Investition aus, weil man durchaus etwas zäheres Fleisch servieren kann und es keiner merkt….

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Die Zähne ausbeissen

Ich habe ja nicht mehr waaaahnsinnig oft Gäste. Aber wenn ich Freunde zum Essen einlade, dann lasse ich mich nicht lumpen. Denn eigentlich koche ich ja immer noch gerne, es macht einfach für mich alleine nicht mehr überaus viel Spass. Und gewisse Gerichte lassen sich beim besten Willen nicht auf eine Person herunterbrechen.

Was mir auch nicht abhanden gekommen ist, ist die Freude, etwas  Neues auszuprobieren und/oder in der Küche meine Kreativität auszuleben.

Das Rezept von Tanja Grandits in der Coop Zeitung kam mir gerade recht. Herzhafte Cantucci? Ich liebe dieses harte Gebäck, kannte es bis anhin nur in diversen süssen Varianten. Nichts wie ran!

Das Rezept:

80 g weiche Butter und 150 g Zucker gut verrühren.
2 Eier dazugeben und mit 230 g Mehl, 1/4 TL Backpulver, der abgeriebenen Schale von 1 Zitrone, 2 EL Thymian, und 1/2 TL Fleur de Sel zu einem Teig verarbeiten.

Dann 60 g geriebener Parmesan, 50 g Pistazien, 40 g Kürbiskerne, 40 g Sonnenblumenkerne und 80 g ganze Mandel leicht anrösten und dazugeben.

Den Teig im Kühlschrank eine Stunde ruhen lassen, dann zu vier langen Stangen von 3 cm Durchmesser rollen. Die Menge reicht präzis für ein Blech. Die Rollen mit Eigelb bestreichen und bei 180 Grad 18 Minuten backen. Die Stangen auskühlen lassen, bei Bedarf einen Teil davon einfrieren (habe ich gemacht, so habe ich die nächsten Cantucci im Nu zubereitet).

Die Stangen leicht schräg in 1 cm dicke Scheiben schneiden und bei 150 Grad ca. 10 Minuten fertig backen.

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Die Kombination aus süss und salzig begeistert vermutlich nicht Jedermann, aber wie man der ziemlich leeren Guezlibüchs entnehmen kann, hat es zumindest meinem Besuch geschmeckt.

Im Original-Rezept wird noch Kreuzkümmel dazugegeben. Den mag ich nicht und hab ihn deshalb weggelassen. Ich studiere an alternativen Gewürzen rum. Vielleicht ein, zwei gepresste Knoblauchzehen, Bockshornklee-Samen, Curry.

Sonst noch gute Ideen?

Ameisen im Kuchen!!!

Ja, die Anpreisung machte nachdenklich. Aber angesichts des leckeren Angebots an Früchtekuchen mochte sich auf der kürzlich erfolgten Wanderung niemand für einen Ameisenkuchen begeistern. Und nachgefragt, was da drin sei – so wichtig erschien das damals nicht – hat auch niemand.

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Die Spekulationen schossen erst als Blog-Kommentare ins Kraut. Was haben Ameisen in einem Kuchen verloren? Sind sie die süsse Antwort auf Mehlwurm-Burger?

Aufschluss liefert einmal mehr das Internet. Und dieses hat mich – auch mit einer diskreteren Suchmaschine als Google – ziemlich zielgerichtet auf den unverwüstlichen Dr. Oetker gebracht. Dort gibt es entsprechendes Rezept. Mit Ameisen in Form von Schoggi-Streuseln.

Geflatter im Teller

Mit der Zeitumstellung dürfte allmählich auch die Saison fürs Vögel füttern abgelaufen sein. Anstelle von Meisenknödeln und Sonnenblumenkernen türmen sich in den Läden mittlerweile verweichlichte Primeln und eingeschüchterte Begonien.

Das Vogelfutter, das ich selber gekauft hatte, die hiesigen Vögel aber verschmähten, habe ich vor ein paar Wochen schon meiner Mutter nach Brigels gebracht. Die Bündner Meisli und Spatzen sind weniger wählerisch.

Beim Betrachten dieses Futter-Konstrukts durchflossen mich gar bitterböse Gedanken. Erdnüsse? Rosinengeschmack? Ich wette, diese amächeligen Vogelfutterstäbli liessen sich als Basis für Guezli verwenden. Ich bin sogar überzeugt davon, dass mit weiteren, etwas edleren Zutaten (mal sicher genügend Zucker, optional einige Schoggistückli, wahlweise in der Form überdrüssiger Osterhasen) kein Mensch merken würde, dass er da Vogelfutter frisst isst.

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Keine Bange, meine lieben Freunde, ihr könnt weiterhin zu mir zum Kafi kommen. Ich werde es nicht ausprobieren!

Eine Bombe platzen lassen

Es gibt verschiedene Arten von Skifahrern. Die einen laufen zur Höchstform auf, wenn sie Pulverschnee unter den Skiern haben, die andern erst, wenn sie die Skier abschnallen.

Ohne Zweifel, meine Stärke liegt nicht im Après-Ski. Ich mache mit meinen Carving-Schwüngen die bessere Falle als an einer Schneebar hängend. Nichts desto trotz musste ich in den Ferien im Südtirol auch mal so eine Flüssigbombe bestellen.

Darf ich vorstellen: B o m b a r d i n o

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Wer die süsse Bombe nicht kennt, dem kann HIER geholfen werden.

Festtags-Dessert

Die Fest- und Feiertage sind, Klammer auf: gottseidank, Klammer geschlossen, nun ja mehr oder weniger abgehakt. Mein Festtags-Dessert mag deshalb zur Unzeit kommen. Allerdings schmeckt es auch zwischen Neujahr und Weihnachten wahnsinnig gut. Und wer sich nicht davor scheut, seinen Backofen 2 Stunden lang in Betrieb zu haben, wird an diesem nicht allzu süssen Dessert Freude haben.

Ich habe gestern an den kleinen, feinen Silvester-Anlass eine Pavlova mitgebracht. Die Runde fragte sich, und da bildete ich keine Ausnahme, wo eine Pavlova ihren Ursprung haben mochte. Wir tippten auf etwas in allgemein östlicher Richtung. Richtig ist aber, so sich denn Wikipedia nicht irrt, dass sowohl die Australier als auch die Neuseeländer die Pavlova als Nationalspeise beanspruchen. Wie auch immer, uns hat sie geschmeckt.

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Das Rezept, das ich irgendwo mal herausgeschnitten hatte, geht so:

Schokoladen-Pavlova mit Mango

Als Dessert für 8 Personen (keinesfalls weniger zubereiten, der Aufwand bleibt gleich gross!) nimmt man:

5 frische Eiweisse
1 Prise Salz
200 g Zucker
1 EL Kakaopulver
2 dl Crème fraîche
1 Mango, in Würfeln

Eiweisse mit Salz steif schlagen, die Hälfe des Zuckers beigeben, weiterschlagen bis die Masse glänzt. Restlichen Zucker beigeben, weiterschlagen bis der Eischnee feinporig, glänzend und sehr, sehr steif ist. Kakaopulver sorgfältig untermischen. Masse auf ein mit Backpapier belegtes Blech verteilen (ca. 20 cm Durchmesser). Die Masse geht in alle Richtungen stark auf.

Backen ca. 20 Min. in der unteren Hälfte des auf 150 Grad vorgeheizten Ofens. Hitze auf 120 Grad reduzieren, Pavlova ca. 1 Std. 40 Min. trocknen lassen, im ausgeschalteten, geöffneten Ofen auskühlen.

Crème fraîche und Mango kurz vor dem Servieren darauf verteilen.

Unbedingt am gleichen Tag geniessen!!!

Du musst jetzt endlich weg!

Ab und zu muss ich mal wieder eine Razzia veranstalten in meinem Kühlschrank. Ich habe nämlich beim Einkaufen immer noch nicht ganz begriffen, dass ich alleine bin. Ich kaufe meist zu viel ein. Manche Lebensmittel sind lange genug haltbar, manche eben nicht. Und weil es mir aus tiefstem Herzen widerstrebt, etwas Essbares wegzuwerfen, versuche ich, das zu vermeiden.

So ist mein heutiges Abendessen entstanden. Denn die Pastinaken wirkten bereits leicht angeschrumpelt. Dabei liebe ich diese nussige Gemüsewurzel, die ich in den Achtzigerjahren in England als Parsnips kennen gelernt hatte, über alles.

Also begann ich, eine Zwiebel klein zu würfeln, die Pastinaken zu schälen und etwas Butter in einem Topf zu schmelzen. Zwiebeln rein, zwei Handvoll Haferflocken mitdünsten, die gewürfelten Pastinaken hinzu und dann Flüssigkeit. Üblicherweise Gemüsebouillon. Aber heute nicht! Denn da dümpelte schon seit Monaten eine Dose alkoholfreies Bier in meinem Kühlschrank rum. Um genau zu sein, hatte ich das Bier sogar noch für meinen Mann gekauft, denn trotz seines veränderten Geschmackssinns, den die Chemo bei ihm hinterlassen hatte, konnte er sich ab und zu für ein Bier begeistern. Ich kippte kurzerhand die ganze Dose Bier in die Pfanne, goss noch etwas Wasser nach und überlegte mir, womit ich würzen könnte.

Mein Blick fiel auf das Raclette-Gewürz von Lidl. Diese Mischung aus Pfeffer, Knoblauch, Koriander, rosa Pfeffer, Muskatblüte und Orangenschalen hat es mir angetan. Wenn bloss die Gewürzmühle etwas besser funktionieren würde…!

Langer Rede kurzer Sinn: Die Suppe hat hervorragend geschmeckt. Und dieses blöde Bier ist endlich aus meinem Kühlschrank verschwunden.

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Das ungefähre Rezept für die Pastinaken-Bier-Suppe (ergibt ca. 5 Teller):

1 grosse Zwiebel, fein gehackt
2 Esslöffel Butter
3 Esslöffel Haferflocken
500 Gramm Pastinaken, klein geschnitten

Alles zusammen dünsten, ablöschen mit

5 dl Bier und 5 dl Bouillon

Nach ca. 20 Minuten Kochzeit pürieren und nach Belieben würzen und verfeinern. Die Suppe ist auch so schon wunderbar sämig. Mit 200 Gramm Crème fraîche schmeckt sie aber noch besser. Vor allem, wenn sich die Crème fraîche auch schon langsam ihrem Ablaufdatum nähert.