Begegnung am Wegesrand

Ich suche nie Morcheln. Aber ab und zu finde ich welche. So wie diese zwei heute, die direkt am Wegrand standen.

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Hätte ich mich noch etwas länger umgeschaut – wer weiss…

Da der Bergler Morcheln – im Gegensatz zu all den anderen Pilzen, die wir im Herbst nicht nur finden, sondern aktiv suchen – nicht schätzt, blieb die kulinarische Köstlichkeit mir vorbehalten.

Ich habe die zwei Morcheln (wen es interessiert: zusammen 35 Gramm) fein aufgeschnitten und in etwas Butter gedünstet, danach zusammen mit Salat gegessen.

Corona-Guezli

Auch in Corona-Zeiten – oder erst recht in Corona-Zeiten – lasse ich es mir nicht nehmen, Weihnachts-Guezli zu backen. Dies unter leicht veränderten Vorzeichen. Mit neuer Küche, teilweise neuen Gerätschaften und neuer Unterstützung. Dazu die altbewährten Rezepte.

Ich erkundigte mich vorsichtig beim lieben Bergler, welche Guezli-Sorten denn genehm seien und prompt fielen die Mailänderli durch die Maschen. Dafür wünschte der Bergler Kokos-Makrönli.

Die konnte er gerne haben, aber ich erklärte mich lediglich bereit, den Teig bereitzustellen. Wie hier schon mal zu lesen war, stehe ich mit dem Spritzsack und Gänggeli-Guezli auf Kriegsfuss. Es sollte sich herausstellen, dass die Makrönli-Masse auch nach mehreren Verdünnungs-Versuchen für den Spritzsack zu dick war. Also begann der Bergler, mit zwei Kafilöffeli Guezli zu formen. Er verfügt über die notwendige Geduld, wenngleich die Makrönli immer grösser und grösser wurden und das “li” langsam nicht mehr verdienten.

Als die Teilchen dann endlich aus dem Backofen kamen, musste ich mich schon sehr wundern. Die Guezli glichen eher Labormäusen. Oder einer Herde Schafe. Schmecken tun sie trotzdem. Nicht nur dem Bergler.

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Im Vorhof des veganen Olymps

Ich habe Verständnis für vegetarische Ernährung und respektiere diese Einstellung. Wer mir aber Mühe bereitet, sind die Veganer. Mir kommt das ganze Getue als Religion rüber. Und wieso muss es für alles ein Ersatzprodukt geben? Veganer Reibkäse. Vegane Wurst. Veganer Aufschnitt. Veganes Schnitzel. Wer gänzlich auf tierische Produkte verzichten will, soll es mit allen Konsequenzen machen. Dann gibt es halt kein Raclette und auch keine Wurst vom Grill, auch wenn sie noch so pflanzlich ist!

Nichts desto trotz, damit wir nicht zum hohlen Bauch heraus tröten, haben der liebe Bergler und ich heute einen Selbstversuch unternommen. Einfach so gwunderhalber. Mit relativ geringer Erwartungshaltung.

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Die Zutatenliste tönte jedenfalls nicht gerade Appetit anregend.

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Wir brieten das pflanzliche Konstrukt gemäss Anleitung, richteten es an, als sei es ein veritables Stück Fleisch, wünschten uns tapfer “En Guete” und bissen rein.

Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Bei weitem! Der Geschmack, der sich in unseren Mündern ausbreitete, hätte ebensogut von Holzspänen, gewürzt mit Bahnbord dritter Schnitt, Strassenstaub und einer Portion Tapetenkleister stammen können. Die ökologische Mehrweg-Gabel aus 100 Prozent Holzfasern, die ich vor kurzem an einem Take-Away erhielt, hätte sicher nicht schlechter gemundet.

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Fazit: Soll dieses vegane Zeugs essen, wer will. Wir bleiben bei richtigem Fleisch vom glücklichen Metzger.

Zum Glück gabs noch Pilzrisotto dazu. Nach altbewährtem Rezept von Frau Flohnmobil und mit selbstgesuchten Steinpilzen.

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Wie zu Grossmutters Zeiten

Man nehme:

einen Ofen
genügend Holz-Scheiter
einen ambitionierten Heizer
500 Gramm Mehl
Hefe
3,5, dl Flüssigkeit
Salz
eine unerschrockene Bäckerin
genügend Zeit

Im Idealfall wird aus solchen Ingredienzien ein Brot. Ein Holzofenbrot.

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Die grosse unbekannte Komponente in dieser Zutatenliste ist der Ofen. Wie heiss wird so ein Teil? Und wie lange bleibt die Hitze erhalten? Inegüxle wie daheim im Backofen geht ja nicht.

Nach 25 Minuten wurde das Brot, das längst zur vollen Grösse aufgegangen war, gedreht. Nach total 40 Minuten nahmen wir es aus dem Ofen. Prädikat: gut, aber noch verbesserungsfähig. Das nächste Mal – und es wird bestimmt ein nächstes Mal geben –  werde ich das Brot mind. 45 Minuten backen.

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Unweigerlich wurden Erinnerungen an Experimente mit Brot backen im Wohnmobil wach.

Znacht mit zwei Barberas

“Da muesch es Fotti mache und in Blog stelle. Läck, das gseht so guet us!” Der liebe Bergler zeigte sich wahrlich euphorisch über unser bevorstehendes Nachtessen.

Gesagt, getan. Bittesehr:

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Was auf dem Bild (zugegeben nicht wahnsinnig professionellen Bild) nicht erkenntbar ist… vor lauter fotografieren, drapieren und Kerze anzünden zwecks Stimmung, wäre unser Festmahl beinahe kalt geworden. Aber nur beinahe. Profis wie wir richten selbstverständlich auf vorgewärmten Tellern an.

Dem Genuss der über Nacht in Barbera eingelegten und fast zwei Stunden lang geschmorten Lammhaxe stand nichts mehr im Weg. Himmlisch war nicht nur sie, sondern auch das edle Tröpfchen im Glas. Zum Wohl und en Guete!

Welche Federn hatte das Vieh?

Im Rahmen des alljährlichen Treffs der Bergler-Sippschaft, der ich nun auch angehöre, gab es einiges Rätselraten. Nicht nur, wo der Ausflug hinführen würde (nämlich jedes Jahr in eine andere Kantonshauptstadt), sondern auch bezüglich der Verpflegung.

Bekannt war lediglich, dass das Essen Federn lassen musste. Die Spekulationen schossen daraufhin wild ins Kraut. Von Ente über Schwan, Pfau, Papagei bis Fleischvogel geisterte alles im Gruppen-Chat herum. Niemand jedoch tippte richtig.

Denn zum Essen gab es:

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Einen Kapaun. Wohl wusste ich, dass das ein kastrierter Hahn ist, nie jedoch hatte ich jemals so einen impotenten Gockel auf dem Teller gehabt. Fazit: Es war sehr lecker. Und dies, obschon ich bei Fleisch sehr kritisch bin. Es war ausgezeichnet gewürzt und überhaupt nicht trocken.

Gegessen haben wir diese Spezialität im altehrwürdigen Restaurant Blasenberg oberhalb von Zug. Es Besuch dort ist nicht nur wegen dem Gockel, sondern grundsätzlich auch wegen der Aussicht zu empfehlen.

Wenn der Zucker zuckt

Ohne Zucker geht gar nichts. Es gäbe weder Kuchen noch Ketchup (obschon ich auf Letzteres problemlos verzichten könnte). Manchmal staunt man, wo und vor allem wie viel Zucker in den Lebensmitteln ist. Aber was wäre unsere gute Schweizer Schoggi ohne Zucker?

Zucker kennt auf diesem Planeten verschiedene Daseinsformen. Ganz konventionell in Ein-Kilo-Säcken. In den Varianten weiss, braun, Bio, gemahlen, pulverisiert. Oder gestampft. Ich kann mich zwar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen Würfelzucker gesehen habe. Und in allen möglichen Formen mehr oder weniger adrett in Beutelchen verpackt. Nett portioniert, mit keiner anderen Bestimmung, als im Kaffee zu landen.

Es gibt Leute, die sammeln Zuckerbeutelchen. Mir ist dieses Los verwehrt, schmeisse ich doch auswärts etwas Zucker in meinen Kaffee. Das Beutelchen kann noch so originell bedruckt oder in einer fantasievollen Form daherkommen, es wird nie den Weg vom Café zu mir nach Hause finden.

Anders bei den Kafirähmli. Es gab mal eine Zeit, da sammelte ich diese bunt bedruckten Deckelchen. Und dies, obschon ich seit Jahrzehnten meinen Kaffee schwarz trinke. Man begeht ja so manche Dummheit in seinem Leben. Noch immer staune ich ab der Vielfalt der Kaffeerahm-Deckelchen und darüber, dass sich die Hersteller auch nach mehreren Jahrzehnten immer noch mehrmals pro Jahr Neues einfallen lassen.

Ich könnte mein Haushalts-Budget massiv aufpeppen, indem ich jeweils das Kafirähmli, das ich nie brauche, mit heim nehme. Seit mir mal so eines in der Handtasche ausgelaufen ist, bin ich von dieser Idee nicht mehr zu begeistern. Vielleicht sollte ich damit beginnen, Kafilöffeli zu sammeln. Die Vorteile liegen auf der Hand: Sauber, pflegeleicht, kein Verfalldatum und auch sonst sehr robust.

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Ausgerechnet Pilze!

Die Migros war schon immer sehr grosszügig, wenn es darum ging, Gutscheine zu verteilen. Gutscheine notabene, die einem zum Kauf eines bestimmten Produkts animieren sollen.

Meist erhalte ich einen Gutschein für günstigere Eier, Trockenfrüchte oder Paniermehl, wenn ich grad erst selbiges gekauft habe. Oder einen Gutschein für 20-fach Cumulus beim Kauf von Stielrosen. Das soll wohl heissen: Frau Flohnmobil, gönnen Sie sich mal wieder etwas Schönes.

Mit den Cumulus Vorteilscoupons soll aber auch zum Kauf von Produkten animiert werden, die sonst nicht im Einkaufswagen landen. Ich hab schon mal einen Gutschein für Katzenfutter erhalten!!!!!!!!! Das muss wohl noch in der Versuchsphase der Vorteilscoupons gewesen sein.

Ich durchblicke das System nicht. Nicht nur aufgrund der sonderbaren Auswahl der vergünstigten Produkte, sondern auch, weil die Rabatte unterschiedlich hoch ausfallen. Und es nicht bei jedem Einkauf einen solchen Coupon gibt.

Bei diesem Vorteilscoupon hat die Migros ohnehin in die falsche Kiste gegriffen,

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weil:

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Wer hier regelmässig mitliest, weiss, dass im Hause Flohnmobil die Pilze nicht im Supermarkt gekauft, sondern im Wald geholt werden.

Lachs aus den Schweizer Bergen

Etwas vom Besseren, das in diesem Land produziert wird – sieht man mal ab von den leckeren Pilzen, die derzeit in den Wäldern wachsen – ist Lachs aus Lostallo.

Lachs aus einem Binnenland wie der Schweiz? werden sich nun fachkundige Leserinnen und Leser fragen. Zuchtlachs kommt üblicherweise aus grossen Käfigen irgendwo vor den Küsten Norwegens oder Chiles.

Lostallo Lachs dagegen wird in einem geschlossenen Indoor-System produziert. Er ist zwar nicht Bio zertifiziert, kommt aber ohne Chemikalien und Antibiotika aus.

Es darf kein Geheimnis draus gemacht werden: Der Lachs ist teuer. Aber er schmeckt hervorragend. Sei es als Frischfisch oder geräuchert. Besonders der Rauchlachs hat es mir angetan, er ist wesentlich weniger gesalzen als wie man es sonst beim Lachs vom Grossverteiler kennt.

Wann immer der liebe Bergler und ich im Misox sind, leisten wir uns eine solche Delikatesse. Solltet ihr mal Gelegenheit haben, Lostallo-Lachs zu probieren (diesem kulinarischen Erlebnis kann man ja durchaus etwas nachhelfen) – unbedingt!

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Gwundrig gmacht? Hier geht es zur Website.