Das Wort zum Wochenende

“Zum Glück hat es im Glatt am Samstag so viele Leute.” Nach einem ausgiebigen und durchwegs ungewohnten Shopping-Tag im grössten Einkaufszentrum des Landes, der unsere Nerven ziemlich strapaziert hat, schaue ich ihn verwundert an, meinen lieben Bergler. Seinen Humor habe ich vom ersten Tag an gemocht. Und drum weiss ich auch, dass noch irgend etwas nachkommen muss.

Die Pointe lässt nicht lange auf sich warten. “Stell dir vor, die wären Alle am Wandern.” Hat was.

IMG_7003

Zum Tag der ….

Es gibt mittlerweile gefühlt für Alle und Alles einen Tag. Tag der Milch. Der Haustiere. Des Buches. Der eingewachsenen Zehennägel. Der Armleuchter.

Um ein Haar hätte ich verpasst, dass heute Tag der Menstruation ist. Da hätte ich tatsächlich viel verpasst…!

Jetzt fehlt noch ein passendes Bild….

… hmm …

nehmen wir etwas Unverfängliches.

DSC05844

Wasser sparen

Ich habe mir einen neuen Deo gekauft. Ein super Ding! Glaubt man der Aufschrift, hält dessen Wirkung 72 Stunden an. Das bedeutet also, dass ich ab sofort enorm viel Wasser sparen werde, weil ich nur noch jeden dritten Tag duschen muss.

Ich mache zur Zeit gerade einen Feldversuch. Mal schauen, wie viele Freunde ich in drei Tagen noch habe.

IMG_6926

Auf dem Viehmarkt

“Nimm doch d’Bea.” Sinngemäss kam es wohl so rüber, wenngleich sie es bestimmt nicht wörtlich gesagt hatte. Die Aufforderung galt einem Bekannten von ihr, der eben erst eine Beziehung beendet hatte, die zunehmend kompliziert wurde. “Weisch, d’Bea hät kei Altlaste. Da gitts weder en ifersüchtige Ex-Partner no Chind, wo chönnted schwierig tue.”

“Nimm doch d’Bea.” Hallo? So einfach geht das nicht! Ich werde ja schliesslich nicht feil geboten auf einem Viehmarkt.

Wer mein Herz erobern will, muss sich schon etwas einfallen lassen. Jawohl!

DSC01205

Tatzeit: 13.51 Uhr

Man stelle sich vor: Eine Frau am Steuer. Ein Aufgebot zum Auto vorführen in ihrer Handtasche.

Weiter im Auto:
Freundin A
Freundin B
Freundin C
Freundin D
Freundin E

Die Frau am Steuer wartet vor dem grossen Tor, das sich rechtzeitig wie von Zauberhand öffnet. Das Abenteuer “Auto vorführen auf Bahn 4 um 13.51 Uhr” geht in die entscheidende Phase (im grossen Kanton nennt man das TÜV Fahrzeugprüfung oder so ähnlich).

Der nichtsahnende Experte schreitet auf das grosse Fahrzeug zu. Die Lenkerin steigt aus. Und mit ihr fünf weitere Frauen im völlig überdrehten Quassel-Modus. “Grüezi, mir chömed nu schnäll cho s’Auto vorfüehre und gönd nachher all zäme in Usgang.” Man stelle sich den Experten vor, der sich der mitleidigen Blicke aller anderen Anwesenden in der grossen Halle sicher sei kann!

Es ist leider nicht so weit gekommen. Meine Freundin bzw. ihr Auto hat die Fahrzeugprüfung ohne unsere Unterstützung bestanden. Aber die Idee … diese Idee … müsste man weiterverfolgen. Und dann unbedingt das Handy bereithalten, um den Gesichtsausdruck des Experten festzuhalten.

IMG_5123

Im Rub(b)el-Fieber

Etwas an dem Umschlag war merkwürdig. Nicht nur die Tatsache, dass kein Absender auszumachen war, sondern vor allem, dass auf dem Brief eine 60-Rappen-Briefmarke klebte.

,60 Rappen, das gab es meines Wissens seit der Einführung von A- und B-Post nicht mehr. Also musste es eine Massensendung sein. Ein gezielter Schnitt mit einem Küchenmesser, das mir jeweils als Brieföffner dient, und das Geheimnis war gelüftet.

Aha, mein Bank. Sie bot ihre Dienste und Beratung an im Zusammenhang mit meiner bevorstehenden Pensionierung. Sie wollte mich unter anderem in der Entscheidung unterstützen, ob ich mir eine vorzeitige Pensionierung leisten könne. Mich überkam ein heftiger Hustenreiz.

Als originelles Zückerli schickte mir die Bank ein Rubbellos. Ganz nach dem Motto: Wenn Sie damit kein Glück haben, kommen Sie zu uns. Dazu eine Art Kalenderblatt, dem ich entnehmen konnte, dass ich dereinst an einem Montag pensioniert werde.

Nun, ich hatte Glück mit dem Los. Gleich fünffach!

20190108_201102

50 Stutz hatte ich gewonnen. Nicht ganz ausreichend, um mir einen Lebensabend in Saus und Braus zu finanzieren. Aber bis dahin kann ich mir noch etwas überlegen. Dauert ja noch 9 Jahre.

Glückliche VR-Hühner

Im Gewerbemuseum Winterthur läuft noch bis am 28.4.19 die Ausstellung Food Revolution 5.0.

Im ersten Stock zieht ein besonderes Stück Geflügel die Besucher in seinen Bann: ein Huhn mit aufgesetzter VR-Brille. Dem Vogel wird so vorgegaukelt, er gehe als glückliches Huhn durchs Leben, sei an der frischen Luft, finde Würmer zum ausscharren. All das macht die moderne Technik und eine Art “Huhn-Laufband” möglich.

20190105_145458_thumb2

Angesichts solcher Utopie geriet meine Fantasie ins Wallen. Könnte so etwas auch mit Wanderern möglich sein? Wenn jedes Mitglied unserer Wandertruppe so ein Brille aufgesetzt hätte, unser Wanderleiter das richtige Programm geladen hätte und das Laufband seinen Dienst verrichtete, könnten wir alle bequem von zu Hause aus jedes erdenkliche Ausflugsziel dieses Landes gänzlich ohne Treibhausgas-Emissionen erreichen und wären so glücklich dabei wie das VR-Huhn. Wir könnten miteinander zufrieden gackern, pardon, sprechen. Wir würden uns gemeinsam ans gleiche Seeufer setzen und unser Picknick auspacken, das gleiche Panorama beobachten, zusammen wieder aufbrechen.

Nie mehr müssten wir uns über den Fahrplan der SBB und vollgestopfte Züge ärgern. Wir könnten ausschlafen und dennoch rechtzeitig am Ausgangspunkt sein. Und das Wetter würde uns nie mehr einen Strich durch unsere Pläne machen.

Der einzige Unterschied zum VR-Huhn wäre nur noch: Wir würden die gefundenen Würmer zuerst grillieren.