Samichlaus – gänzlich untierisch

Dem Samichlaus war Wind und Weh. Auf was hatte er sich da nur eingelassen? Er musste bei einer veganen Familie antraben. Sie hatten es noch ausdrücklich vermerkt. “Nicht nur keine tierischen Produkte, auch keine tierischen Bemerkungen!” Der bärtige Mann war gefordert.

Wie sollte er seine althergebrachten Sprüche dem veganen Nachwuchs beibringen? Er durfte ihnen nicht mehr sagen, sie sollten lammfromm sein im gegenseitigen Umgang. Dass sie nicht mehr wie die Hyänen übers Essen herfallen sollten, musste er genauso von seiner Liste streichen, wie die Bemerkung, sie sollten gefälligst häufiger den Saustall in ihrem Zimmer aufräumen. 

Er seufzte, der Mann in der nicht-veganen roten Kutte. Ob jemand merken würde, dass er nicht konform gekleidet war? Er schaute auf seine warmen Lederstiefel. Die konnte er notfalls gegen ein Paar schwarze Gummistiefel eintauschen. Bei dem Huddelwetter war das gar nicht die schlechteste Idee.

Er rückte seine Brille zurecht und begann, in sein Buch zu schreiben. Das würde ja vielleicht ein Eiertanz werden in diesem veganen Hause! Er schrieb in besonders grossen Lettern, damit er ohne sein Perlmutt-Nasenvelo auskommen würde. Diese blöde Kuh von einer Mutter, was bildete sich die eigentlich ein, was er bei ihrem verzogenen Nachwuchs ausrichten könnte. “Diese Zicke soll doch selber dafür schauen, dass ihre Brut nicht wie die Hühner über die Strasse läuft”, brummte er in seinen Bart.

Plötzlich wurde es dem Samichlaus zu viel. Trotzig stampfte er mit dem Fuss. “Ich werde grad z’Leid mit dem Esel bei diesem veganen Rudel aufmarschieren.” Und sollte der Vierbeiner die vegane Weihnachts-Deko abfressen, war ihm das so lang wie breit.

i.swisscows.ch

Treue Seele

Schon bei unserer ersten Begegnung zeichnete sich ab, dass es eine lange Beziehung werden würde.

Ich war total angetan von ihm, musste ihn mir unbedingt angeln. Seine Ausstrahlung! Sein perfekt geformter Körper! Und nicht zuletzt sein Duft! All das legte eine solide Basis für einen langen, gemeinsamen Weg.

Er hat nicht nur mein Herz, sondern auch mein Gäste WC erobert. Und dort steht er nun stramm und tut seine Pflicht.

Einer Hochrechnung zu Folge wird er mir noch mindestens zehn Jahre erhalten bleiben. Denn entweder habe ich zu wenig Besuch oder meine Gäste waschen sich nach dem Gang zur Toilette die Hände nicht. Ich kann nur Ersteres beeinflussen.

IMG_4890

“Er”, der Seifenspender

Wer hat darauf gewartet?

Ich weiss, sie haben hier erst vor wenigen Tagen ihren Auftritt gehabt, und nun muss ich schon wieder auf ihnen rumhacken: den Veganern. Ich mache keinen Hehl daraus: Ich finde diese Art zu leben absurd. Noch absurder finde ich, dass es mittlerweile selbst bei uns in der Provinz vegane Adventsmärkte gibt.

Was hat das für Konsequenzen?

  • Die so herrlich duftenden Bienenwachskerzen werden durch simple Paraffin-Funzeln ersetzt.
  • Der Samichlaus kommt statt mit dem Esel mit einem veganen Elektro-Auto.
  • Die Engel stehen beschämend nackt rum, weil Federchen und seidene Gwändli als Deko tabu sind.
  • Auf den Adventskränzen werden die beliebten Dekorations-Knochen fehlen.
  • Lebkuchen schmeckt nicht mehr nach Lebkuchen, weil es keinen Honig drin hat.
  • Die gestrickten Socken sind aus …. hm …. wahrscheinlich rezyklierten Geranien.
  • Mailänderli schmecken nach …. weiss auch nicht, aber sicher nicht mehr nach Mailänderli.
  • Christbaumschmuck aus Holz findet man auf so einem Markt nicht, denn es könnte sich ja ein Borkenkäfer ins Holz verirrt haben.

Ich stelle mir vor, dass so ein veganer Adventsmarkt im Vergleich zu konventionellen Adventsmärkten sehr übersichtlich daherkommen muss. Es wird weder einen Raclette-Stand geben noch Wolldecken. Keine Lammfell-Finken und kein Duftschloss. Keine Crêpes und Renntierfelle. Keine in Schoggi getunkten Bananenrugeli. Mit anderen Worten: noch langweiliger als sonst.

DSC04610

Flüssigpizza

Der letzte Beitrag zu dieser seltsamen Joghurt-Kreation mit Linzertorten-Aroma hat meine Fantasie beflügelt, um nicht zu sagen, ich bin wahnsinnig kreativ geworden. Wobei man das “wahnsinnig” durchaus wahnsinnig ernst nehmen darf.

Was für Joghurts könnte die Lebensmittel-Industrie sonst noch kreieren? Es ging schon mal ein ganz passabler Vorschlag für ein Bündner-Nusstorten-Joghurt ein. Ich schrieb es mir auf die Fahne, dieser Frage seriös auf den Grund zu gehen. Und ich stiess auf das ultimative Joghurt, auf das die Menschheit garantiert sehnlichst gewartet hat.

Wie wär’s mal mit einem Pizza-Margherita-Joghurt? Bei der grossen Beliebtheit, die Pizzen geniessen, müsste das der absolute kulinarische Knaller werden. Stellt euch vor, kein kräfteraubendes Herumsägen auf dem Pizzarund mehr. Die Joghurt-Margherita würde in leicht flüssiger Form im Plastik-Quetschbeutel daher kommen. WEISCH WIE PRAKTISCH! Viel faster kann Fast Food nicht sein.

Und ausserdem: die ultimative Wanderer-Verpflegung! Dank grosszügiger Bestückung mit Konservierungsstoffen und E-Nummern ist so eine Flüssigpizza monatelang haltbar. Und sie wäre auch in veganer Version absolut denkbar, denn Givaudan hat bestimmt schon Mozzarella im Sortiment.

Ich bin mir ganz sicher, ein solches Pizza-Margherita-Joghurt hat gewaltiges Potential….

Bild 023

… fragt sich nur, für was…!

Kuh mit BH

Man sieht ja so Manches am Wegesrand, über das man verwundert die Stirn runzelt.

Der Anblick dieser Kuh bildete da keine Ausnahme.

IMG_4040

Ich habe mir von kompetenter Seite sagen lassen, dass mache man mitunter so bei Kühen, die frisch gekalbt und ein entsprechend grosses Euter hätten. Es gehe darum, dass die Kuh nicht auf ihre Zitzen stehe und sich verletze.

Etwas schräg sieht diese Milchfabrik mit BH ja schon aus.

Scherben bringen Ärger

Scherben bringen Glück, sagt die Redewendung. Ich finde, Scherben bringen vor allem eines: Ärger.

Alle paar Wochen wieder steht selbst in meinem Einpersonen-Haushalt ein Entsorgungs-Gang an. Zeitungen, Karton, Altglas, ausrangierte Kleider, Metall und was man sonst noch besser an die “Wertstoffsammelstelle”, wie das bei uns so charmant heisst, zurückbringt, als es in den Abfall zu schmeissen. Wie immer stellte ich alles im Hauseingang bereit, fuhr mit dem Auto vor die Türe und begann einzuladen.

Da geschah es. Zuerst krachend, dann klirrend, kurz darauf fluchend (allerdings aus anderer Quelle) landete der Sack mit dem Altglas auf dem Boden. Die Henkel der Tragtasche, in der ich seit Jahren vorwiegend die leergetrunkenen Weinflaschen, ab und an mal auch ein Konfitürenglas oder Ähnliches, sammle, waren gerissen.

Wäre ich in Amerika, würde ich jetzt den Hersteller dieses Tragtasche verklagen. Ich würde darauf bestehen, dass nirgends ein Hinweis angebracht sei, dass diese Henkel nach hundert Jahren draussen am UV-Licht auch mal reissen können. Ich würde behaupten, aufgrund dieser Nachlässigkeit hätte ich eine Psychose eingefangen und könne in Zukunft nicht mehr ohne Begleitung mein Altglas entsorgen, weil ich immer wieder vom Schrecken dieses Ereignisses eingeholt werden würde. Ich würde darauf bestehen, dass mir der schlampige Hersteller dieser Tragtasche nicht nur Schmerzensgeld zahlen, sondern auch permanent einen Mitarbeiter abstellen würde, dem ich das vermaledeite Altglas mitgeben kann. Jawohl, das würde ich!

Weil wir hier aber nicht in Amerika sind, nahm ich nur kleinlaut s’Schüüfeli und Wüscherli aus dem Putzkasten, wischte die Sauerei auf und hoffte, dass mir niemand im Treppenhaus dabei zusah.

DSC04398

Kaktus für Singles

Irgend etwas störte mich am Ellbogen. Wiederholt kratzte ich mich, ohne dass es dauerhafte Erleichterung gebracht hätte. Ich krempelte den Ärmel hoch ….ach so!

Nur wenige Stunden zuvor hatte ich mich noch mit meinen Kakteen beschäftigt. Ein feiner Dorn hatte tatsächlich seinen Weg durch eine dicke Lage Stoff in meinen Ellbogen gefunden. Am absolut unmöglichsten Ort! Ich stand vor den Spiegel, versuchte den Missetäter zu lokalisieren. Das gelang mir wohl. Allerdings focht ich einen längeren Kampf mit Pinzette und meinem Spiegelbild aus, den ich verlor. Der Dorn blieb, wo er war. Ich sah ihn im Spiegel, konnte ihn mit dem Finger fühlen, aber ich kriegte ihn nicht zu fassen.

Was machen? Das Ding musste raus, es störte mich bei jeder Bewegung, verfing sich ganz subtil am Stoff meines Shirts.

Pling, die zündende Idee! Ich nahm mein Epiliergrät hervor, liess es einige Touren über meinen Ellbogen rattern und weg war der Dorn.

Merke: Wer Kakteen hat, ist nie einsam.

DSC05457

Putzig

Das Gerücht hält sich hartnäckig. Und an jedem Gerücht ist bekanntlich etwas Wahres dran. Also bin ich geneigt zu glauben, dass es tatsächlich Leute gibt, die gerne

! ! ! P U T Z E N ! ! !

Eine beängstigende Vorstellung. Kann mir garantiert nicht passieren! Ich mag es zwar sauber in meiner Wohnung, aber dennoch nicht klinisch rein. Und ich renne nicht jedem Stäubchen hinterher; Dreck wird grundsätzlich im Kollektiv eingesammelt.

Daraus ergibt sich folgende, für Putzteufelchen nicht nachvollziehbare These: Eine fünfstündige Wanderung strengt mich weitaus weniger an, als zwei Stunden lang mit Putzlappen, Staubsauger und Strupper bewaffnet in meiner Wohnung zu wirken.

Deshalb bin ich heute zwecks Erholung auch nicht zu Hause anzutreffen.