Immer wieder schön

Ein Teil meiner Kakteen, vornehmlich die grösseren, residiert seit mehr als einem Jahr im Ferienhaus.

Ich hatte diese Woche das Glück, mal wieder den Werdegang einer Blüte einer meiner liebsten Kakteen mitzuverfolgen. Wie entzückend, wenn sich das zarte Gelb herausschält.

Wenige Stunden später:

Noch immer am ersten Tag, mit etwas Sonne im Herzen.

Dann kam der Regen. Und der behagt Kaktusblüten in der Regel gar nicht. Diese Opuntie macht da keine Ausnahme. Am zweiten Tag sah sie so aus:

Und am dritten Tag war sie noch etwas mehr verhuddelt.

Kleiner Trost: Selbst bei Sonnenschein blühen die Blumen nur einen Tag lang. Aber ich finde deine Blüten selbst verwuschelt noch wunderschön, du meine liebe Opuntia santa rita.

Immer diese Fortpflanzung!

Kakteen-Vermehrung in allen Ehren, aber ich habe schlicht und einfach keinen Platz. Oder präziser ausgedrückt, ich will nicht mehr Platz zur Verfügung stellen.

Deshalb musste diese äusserst fortpflanzungsfreudige Opuntie einmal mehr Haare bzw. Ohren lassen,

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und sah, nachdem ich behandschuhte Hand angelegt hatte, so aus:

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Immer noch ausreichend gross, finde ich.

Meine Schwiegermutter

…wird immer stacheliger und

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kratzbürstiger.

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Und ausserdem ist sie mittlerweile ziemlich rund.

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Was ich ihr nicht verübeln kann, schliesslich gedeiht sie unter meiner Pflege prächtig. Nun darf sie wieder bis im Herbst im Freien stehen und sich die Sonne auf den Pelz brennen lassen.

Echinocactus grusonii – im Volksmund Goldkugelkaktus oder Schwiegermutterstuhl genannt. Seit bald 30 Jahren meiner Pflege ausgesetzt, dürfte ca. 35 Jahre alt sein.

Spätzünder

Das habe ich noch nie erlebt! In all den Jahren, und das dürften mittlerweile an die 15 sein, konnte sich mein schöner grosser Kaktus noch nie aufraffen, im Herbst erneut zu blühen.

Da es nun nicht mehr so warm ist und höchstens noch eine Stunde Sonnenlicht die Pflanze erreicht, dauerte es mehrere Wochen, bis sich aus den Knospen die prächtigen Blüten entwickelten. Ich bin gespannt, ob noch alle aufgehen.

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Wie jeweils im Mai sondert die Pflanze eine klebrig-süsse Flüssigkeit ab, die auf den Boden tropft. Das Tröpfchen ist unterhalb des Blütenstempels auszumachen. Anders als im Frühling sind jetzt keine Ameisen mehr zur Stelle, um sich daran gütlich zu tun.

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Frau Flohnmobil ist entzückt!

Bald haben wir’s überstanden!

Abgesehen von Werner und Timi sind wohl meine Kakteen die Einzigen, die dieser Affenhitze, die uns nun schon seit bald zwei Wochen das Leben schwer macht, etwas Positives abgewinnen konnten.

Und wie! Sie haben auch diesen Sommer wieder geradezu verschwenderisch schön geblüht.

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Und das sind noch nicht mal alle. Gewisse Kakteen blühen nur einen Tag. Und wenn Frau Flohnmobil gerade an dem Tag am Wandern ist, kann sie am Abend bestenfalls noch erahnen, dass der Kaktus geblüht haben muss.

Noch ist die Kakteen-Blüte nicht vorbei. Was aber in wenigen Stunden vorbei sein wird, ist diese gnadenlose Hitze. Diese Hitze, die mich entweder zum Flüchtling (ab in die Berge!) oder zum Stubenhocker (wo es dank gewissenhaftem Lüftungs-Management einigermassen erträglich blieb) mutieren liess.

Oh Mamma mia!

Ist es nicht wahnsinnig, was so ein Kaktus hervorzubringen vermag?

Gestern waren es noch drei Blüten und heute – trotz ausgiebiger Beduschung über Nacht – haben sich fast zwanzig Blüten geöffnet. Der pure Wahnsinn! Und alles an einem einzigen, kaum faustgrossen Kaktus.

Diese Mammillaria longimamma macht mir wirklich Freude.

Vor drei Wochen sah der Kaktus übrigens noch wesentlich unspektakulärer aus (guckt hier). Aber er hat meine grossen Erwartungen nicht enttäuscht.   

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Familienzuwachs

Im Bemühen, wieder mal einen Hauch von Normalität durch meinen Alltag wehen zu lassen, habe ich mich letzthin etwas intensiver mit meiner bescheidenen Kakteen-Sammlung beschäftigt.

Nachdem mir im vergangenen Winter zwei Kakteen eingegangen waren (darunter bedauernswerterweise der weitgereiste Känguru-Kaktus), wollte ich wieder etwas frisches Blut in die Kakteen-Vereinigung bringen. Und für solche Zwecke gibt es in meiner Gegend nur eine Adresse: Ha-Ka-Flor in Sirnach.

Überwältigend, was dort in den Treibhäusern wächst und zum Verkauf angeboten wird! Ich habe mich wirklich schwer getan mit der Auswahl. Letztendlich habe ich mich für vier Kakteen entschieden, die entweder besonders schöne Blüten, eine eigenwillige Form oder beides aufweisen. Voilà:

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Von links nach rechts: Mamillaria occidentalis, Mamillaria spec toluca, Mamillaria longimamma, Pseudolobivia

Den grössten Kaktus habe ich bereits umgetopft, obschon es unter Experten als Todsünde gilt, Kakteen während der Blüte umzutopfen. Aber das Töpfchen war so winzig, dass der leicht schräg gewachsene Kaktus zu kippen drohte.

Nun werde ich die Neuzuzüger noch etwas hätscheln und bewundern, bevor ich sie aufs Gestell zu den alteingesessenen Bestachelten stelle.

Ein Besuch der Kakteen-Ausstellung in Sirnach kann allen empfohlen werden, die Freude an farbenfrohen Blüten im Allgemeinen und Kakteen im Besonderen haben. Selbst meine gänzlich Kaktus-unerfahrene Nachbarin, die mich begleitet hat, konnte der Versuchung nicht widerstehen und ist mit zwei Töpfen heimgekehrt.

Ha-Ka-Flor Sirnach

Kaktus, tot und halbtot

Heute Nachmittag habe ich erstmals dieses Jahr das Kaktus-Haus geöffnet. Angesagt waren eine kurze Inspektion der Pflanzen und Wasser geben. Leider blieb es nicht dabei, denn es wäre übertrieben zu sagen, dass der Kaktus links im Bild einen guten Winter gehabt hätte. Seine Leiche musste fachgerecht entsorgt werden.

Aber auch der Kaktus rechts im Bild schaut etwas leidvoll aus der Wäsche. Das ist umso schlimmer, als dass er eine sehr aufregende Geschichte hinter sich hat.

Vielleicht schaffe ich es, einen der noch verbliebenen grünen Triebe zu bewurzeln. Dann wäre zumindest ein Teil unseres prominenten Känguru-Kaktus gerettet.

Was dieser Kaktus für aufregende Abenteuer erlebt hat, ist HIER nachzulesen.

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Biologisch bewehrt

Ich habe schon immer behauptet, dass die Bio-Welle mitunter absurde Formen annimmt. Das jüngste Beispiel ist Kakteenerde in Bio Qualität. Ich habe sie sowohl bei Migros als auch Coop entdeckt.

Bio Erde für Kakteen? Hallo!

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Der erste Kandidat, der in den Genuss der edlen Bio-Erde gekommen ist (etwas anderes ist beim Grossverteiler offenbar gar nicht mehr zu kaufen), ist dieser Säulenkaktus, dem ich einen grösseren Topf verpasst habe. Letzterer übrigens aus hundskommunem, unbiologischem Plastik.

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Ehrlich gesagt glaube ich, dass es meinen Kakteen mindestens so egal ist wie mir, ob biologisches Substrat oder konventionelle Erde ihre Wurzeln umgibt. Viel lieber wäre es ihnen, sie würden nicht mehrmals täglich dauergeduscht. Langsam aber sicher beginne ich mr nämlich, mir um meine Kakteen, die ungeschützt im Freien stehen, Sorge zu machen.