Spektakuläres Madeira

Der Wander-Klassiker in Madeira sind zweifellos die Levadas. Sei können auch schon ganz spektakulär sein, wie in diesem Blog-Beitrag nachzulesen ist. Aber es geht noch viel spektakulärer.

Beispielsweise, wenn man einen der alten Wege bewandert, den die Einheimischen während Jahrhunderten und vor dem Bau von Strassen benützt haben, um ihre Waren von einem Ort zum nächsten zu transportieren. Oftmals führen solche Wege spektakulär und abenteuerlich über dem tosenden Meer hinweg.

IMG_1012IMG_1021IMG_1030IMG_1049IMG_1052

Die obigen Bilder stammen von einer Wanderung, die ganz harmlos als Levada-Wanderung begann….

IMG_1056IMG_1058

… und mit dreckigen Schuhen aufhörte.

IMG_1059

Zum Glück gab es kurz vor Ende der Wanderung eine regelrechte Schuh-Waschstrasse.

IMG_1068

Eine weitere imposante Wanderstrecke führte uns über einen alten Weg in ein Fischerdorf.

IMG_1264IMG_1271IMG_1273

Wie viele Steine wurden hier über die Jahrhunderte zu mehr oder weniger flachen, abgerundeten Treppenstufen verlegt!

IMG_1288

Nach dem langgezogenen Fischerdörfchen Paul do Mar

IMG_1292IMG_1304

geht es auf einem ebenso alten Pfad wieder 400 m aufwärts.

IMG_1305IMG_1309IMG_1315

Diese Wanderung klang dann entlang einer eher unspektakulären Levada aus…

IMG_1320

… argwöhnisch bewacht von Einheimischen.

IMG_1323

Es topft und topft und topft

Unsere Reise- und Wanderleiterin machte uns drauf aufmerksam, dass die Madeirenser vor ihren Häusern viele Töpfe haben. Kann das Haus und der Platz drum herum noch so klein sein, es werden Blumentöpfe aufgestellt. Nicht selten wachsen aus allen Blumentöpfen, oder aus dem, was dazu umfunktioniert wurde, die gleichen Pflanzen. Sie werden kostengünstig aus Stecklingen vermehrt und gedeihen angesichts des milden Klimas prächtig.

Derart sensibilisiert fallen mir auf einmal all die vielen bepflanzten Töpfe auf.

IMG_1169IMG_1074IMG_1299IMG_1303

Die Madeirenser mögen etwas einfallslos sein, was die Bepflanzung ihrer Blumentöpfe betrifft, in der Wahl ihrer Behältnisse sind sie relativ unzimperlich…

IMG_0977

… oder habt ihr bei uns so etwas schon einmal gesehen?

Wandern dem Wasser entlang

Madeira ist berühmt für seine Levadas. Ganze Heerscharen von Wanderer und Spaziergänger folgen den fast ebenen Wegen entlang der Wasserkanäle. Diese versorgen seit Jahrhunderten die trockeneren Gebiete mit dem köstlichen Nass aus dem Landesinneren.

Unsere Reiseleiterin, die schon über 60 (in Worten: sechzig!!!) Wanderwochen auf Madeira geleitet hat, kennt viele solcher Levadas. Doch auch sie kennt nur einen Bruchteil der 3’000 Kilometer Wasserführungen. Nichts desto trotz hat sie uns schon an zwei total unterschiedlichen Levadas entlang geführt. Die eine völlig abgeschieden im Landesinneren. Sehr rau, sehr viel Wasser. Und das nicht nur im Kanal, sondern aufgrund starker Niederschläge auch daneben. Gummistiefel wären das passende Schuhwerk gewesen.

IMG_0915

Wir waren alle ausgerüstet mit Wanderschuhen, Regenhosen, Regenjacke und vor allem einer Stirnlampe. Letzteres war zwingend notwendig, weil das längste Tunnel, das es zu begehen galt, einen Kilometer lang war. Wohl sah man von Anfang an das andere Ende, aber nur als nie näher kommen wollendes Mini-Pünktchen.

IMG_0919IMG_0920IMG_0923

Um es gleich vorneweg zu nehmen: Das Unterfangen geriet zur Ausdauer-Übung der Sonderklasse. Ursula, unsere Leiterin, entschuldigte sich nachher bei uns. Wenn sie gewusst hätte, dass neben der Levada im Tunnel derart viel Wasser liege, wäre sie nie und nimmer dorthin gegangen mit uns. So etwas habe sie in all den Jahre noch nie erlebt.

Teils auf dem unebenen Weg neben der Levada, teils auf dem Mäuerchen balancierend, sich mit den Händen an den feucht-schmutzigen Wänden abstützend oder breitbeinig. Jeder musste im Verlauf der Tunnel-Durchwanderung seine für ihn beste Methode entwickeln, wie er über die Runden kam. Ich entschied mich, auf dem Mäuerchen behutsam einen Fuss vor den anderen zu setzen und mit den Stöcken rechts der Levada das Gleichgewicht zu suchen. Dadurch musste ich allerdings aufpassen, dass ich meinen Kopf nicht anstiess. Zwischendurch watete ich einfach auch durch das etwa knöcheltiefe Wasser und testete meine Wanderschuhe. Meine Füsse blieben bis zum Schluss trocken. Über das Aussehen der Schuhe darf spekuliert werden.

Ingesamt  acht Tunnels lagen an unserer Strecke, das zweite war das längste und alle anderen, die folgten, entlockten uns nur noch ein müdes Lächeln.

IMG_0932IMG_0940IMG_0943

Die feuchte Landschaft mit ihren fast senkrechten “Hängegärten” war grandios und entschädigte uns für all die Mühen des Tages.

IMG_0946IMG_0947IMG_0948IMG_0954

Total anders dann die Levada, die wir am folgenden Tag bewanderten. Sie führt durch Kulturland, ist schmaler und der Weg daneben nicht wesentlich weniger dreckig. Anders als die erste Levada, die Wasser für ein Kraftwerk führt, dient diese Levada ausschliesslich der Bewässerung. Der Klassiker also.

IMG_0961IMG_0963IMG_0968

IMG_0972

Die Fotografin war die Einzige, die ungehemmt durch sämtliche Pfützen schritt. Alle Anderen versuchten in diversen Balanceakten, schadlos über die Runden zu kommen. Ihre Schuhe wurden aber im Verlauf der Wanderung mindestens so dreckig wie die von Frau Flohnmobil.

IMG_0970

Irgendwo hier plätschert bestimmt auch eine Levada durch die Hänge.

IMG_0975

Bohnen, Chabis, Gurken, Kürbis, Zwiebeln, 3 x im Jahr Kartoffeln, Mais, Rüebli. Jeder Madeirenser scheint einen Blätz Garten irgendwo am Bord zu haben.

IMG_0976

Nicht jeder Garten ist gleich einfach zu erreichen.

IMG_0989

Das steile Gelände wurde seit Jahrhunderten terrassiert.

IMG_1003IMG_0984

Futter beschaffen für eine Geiss oder Kuh.

IMG_1000

Vorbei an einem Toblerone-Häuschen.

IMG_1004

So unterschiedlich kann Levada-Wandern sein. Die meisten Wandergruppen beschränken sich auf diese flachen Wegstücke. Wir aber haben “Bergwandern” gebucht. Und wie spektakulär das sein kann, werde ich später berichten.

Wer mehr über die Levadas in Madeira, ihre Entstehung und Nutzung lesen will, gucke HIER nach.

Wandern auf dem schwimmenden Blumentopf

Es gibt diverse Bezeichnungen für diese Insel weit draussen im Atlantik. “Blumeninsel” wird sie oft genant, auch “Garteninsel” oder „Insel des ewigen Frühlings“. Am besten gefällt mir “Schwimmender Blumentopf”.

Und fürwahr, Madeira verfügt besonders jetzt im Frühling über eine immense Blütenpracht. Einerseits als Pflanzungen in den Gärten. Was da nicht alles blüht, was bei uns teilweise mit grösster Sorgfalt meist nur eine Saison hält. Ganze Hecken von Hibiskus, Beete von Rittersternen (Amaryllis), regelrechte Geranien-Bäume. Umwerfend! Sehr eindrucksvoll, und leider schon fast vorbei, blühen die violetten Jacaranda (Palisanderbäume).

IMG_0781

IMG_0784IMG_0785

So schön all diese Bepflanzungen sein mögen, viel mehr interessieren mich die wild wachsenden Pflanzen. An diesen kann ich ich kaum satt sehen.

IMG_0796IMG_0799IMG_0805IMG_0815

Dieser Hahnenfuss ist übrigens mindestens doppelt so gross wie bei uns daheim.

IMG_0822IMG_0834

Der Natternkopf gilt als die Blume Madeiras schlechthin.

IMG_0817IMG_0809

IMG_0843IMG_0848IMG_0856

Und wie findet man all diese begeisternd schönen Blumen? Klar doch: auf Wanderungen. Und das sieht dann beispielsweise so aus:

IMG_0801IMG_0802IMG_0823IMG_0825

Frau Flohnmobil, frisch behutet, hat allen Grund zum Strahlen.

IMG_0827IMG_0830IMG_0858IMG_0865IMG_0866IMG_0869

Dieses Madeira ist so traumhaft schön, ich könnte heulen vor Freude.

Die etwas komplizierte Fütterung der Raubtiere

DSC03824

Da standen wir und schauten. Schauten und staunten. Und waren alles andere als frei von jeglichem Zweifel. Und weil diesem zweifelhaften Schauen und Staunen einiges vorausging, beginne ich von vorne. Mit einer letzten Episode von unserem neusten Housesitting Abenteuer in Frankreich.

Zentraler Punkt im Tagesablauf war die Fütterung der drei Hunde. Da diese, wie früher mal erwähnt, nicht zusammen gehalten werden durften, waren das zwei Fütterungen. Immerhin mit dem gleichen Futter für alle drei Hunde. Zuerst erhielten in der Regel Olly und Lekoff ihren Napf, dann die Chasperli-Diva. Lolly und Chasperli musste ein Medikament, versteckt in etwas Fleischpaste, verabreicht werden. Das war relativ problemlos, ausser dass Chasperli einmal kotzte, weil er nur das Medikament frass, nicht aber seine Mahlzeit.

Eines Tages liess Lekoff, der robusteste der drei Hunde, sein Futter zur Hälfte stehen. Kann ja mal vorkommen, dachten wir uns, schliesslich verfügte er über genügend Reserven. Am Abend jedoch frass er praktisch nichts. Wir mussten das übrig gebliebene Futter evakuieren, sonst hätte Olly alles weggeputzt, was ihrer schlanken Taille etwas abträglich gewesen wäre.

Als Lekoff am nächsten Tag sein Futter nicht anrührte, begannen wir uns Sorgen zu machen. An seinen Zähnen konnte es nicht liegen, steinharte Hundebisquits zerlegte er ohne mit der Wimper zu zucken. Auch sonst wirkte er gesund. Wir versuchten, ihm das Futter mit etwas beigemischten Sardinen zu machen. Ein Trick, den wir schon bei der Diva gelegentlich anwenden mussten. Lekoff zeigte hellste Begeisterung für die Sardinen und spuckte das andere Futter, dies wiederum zur Begeisterung von Olly, in der Küche rum. Da wir nun sicher waren, dass es nicht an Lekoffs Appetit lag, sahen wir uns zumindest nicht im Wartezimmer eines Tierarzts.

Anderntags gingen wir ohnehin zum Einkaufen und nun komme ich wieder an den Anfang der Geschichte zurück. Das Angebot an Hundefutter im Supermarkt raubte uns beinahe den Verstand! Wir standen vor einem Regal, mindestens zehn Meter lang, das von oben bis unten vollgestopft war mit Trockenfutter für Hunde. Für kleine Hunde. Für grosse Hunde. Für alte Hunde, für Welpen, für übergewichtige Hunde. Für Schäferhunde, Chihuahuas, Möpse, Boxer, Huskies. In den Varianten Huhn, Hase, Rind, Schildkröte, Springbock. Auf der anderen Seite des Regals fand das gleiche Programm in der Version “Büchsenfutter” statt.

Wir hatten keine Ahnung, welches Futter Lekoff wohl genehm sein würde, und entschieden uns für ein Trockenfutter von Purina. Es bestand aus kleinen, eher weichen Häppchen aus Fleisch (Farbe braun) und dreierlei Gemüse-Häppchen in rot, grün und hellbraun, letztere in der Form eines Kleeblatts. Wir hätten bestimmt auch ein getüpfeltes Futter gefunden. Oder etwas in modischen Streifen. In Klötzchen- oder Würstchen-Form. Schliesslich kauft ja der Mensch, der Hund frisst nur. Und dem dürfte es ziemlich egal sein, welche Farbe und Form sein Futter hat.

Lekoff jedenfalls fand, das neue Futter schmecke ganz ordentlich. Unser Trick, das neue Futter zur Hälfte mit dem verschmähten zu mischen, funktionierte nicht. Und leider funktionierte auch der Trick nicht, das restliche des alten Futters an Chasperli und Olly zu verfüttern, denn diese waren mittlerweile auch auf den Geschmack des farblich adretten Purina-Futters gekommen. Glücklicherweise waren die Housesitters da längst wieder auf dem Heimweg.

Alltag in der Villa Hundebrunz

Unser Housesitting-Job hier in Frankreich ist etwas komplizierter, als ursprünglich angenommen. Das liegt in erster Linie daran, dass sich die beiden Rüden nicht vertragen und separat zu halten sind.

In der Praxis sieht das so aus, dass wir am Morgen zuerst die Diva, die geruht in unserem Hausteil zu logieren, raus lassen. Danach kommen die beiden anderen Hunde dran. Diese sind, wenn sie nicht draussen sind, in ihrem Zimmer eingesperrt. Das scheint ihnen nicht mal allzu viel auszumachen, denn selbst wenn sie Ausgang haben, verkriechen sie sich – sehr zu unserem Erstaunen – bald mal wieder in ihre vier Wände. Der Raum ist etwa 12 Quadratmeter gross und obschon dort ein Fernseher, ein Schrank und ein Sessel drin sind, glaube ich nicht, dass er ausser als Hunde-Dependence noch einen anderen Zweck hat. Dass dort drin ein ziemlich starker Geruch in der Luft hängt, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen.

DSC00361

Deshalb dachten mein innig geliebter Mitbewohner und ich, dass wir am besten das relativ hoch oben angebrachte Fenster offen stehen lassen. Doch Lekoff, der Rüde, büxte durch dieses Fenster aus. Seither sind wir restlos davon überzeugt, dass das mit der räumlichen Trennung zu Chasperli schon seine Richtigkeit hat.

Um Olly und Lekoff die nötige Frischluft-Zufuhr zukommen zu lassen (in erster Linie aber, um unsere Nasen zu entlasten, wenn wir bei ihnen sind), hat der Mitbewohner kurzerhand ein Hotel Gitterblick errichtet. So schlank kann sich auch Lekoff nicht machen, dass er durch diese Holzlatten noch durchschlüpfen könnte.

DSC00282

Mir tun die beiden Hunde immer leid, wenn ich sie wieder einsperren muss und ich frage mich ernsthaft, weshalb man drei Hunde hat, wenn man sie nicht zusammen halten kann.

Die Besitzer gehen mit ihren Hunden so gut wie gar nie spazieren. Ihnen fehlt schlicht die Zeit. Wenn wir die Vierbeiner raus lassen, brunzen sie manchmal unmittelbar vor die Haustüre. Gerne auch ans Bein des Gartentischs oder den nächsten Blumentopf. Ausserdem scheinen sie sehr wasserscheu zu sein. Wenn es regnet, machen sie keinen Schritt mehr als nötig vor die Türe und schleichen immer den Wänden nach, wo es noch am ehesten trocken ist. Das Areal, wo die Hunde rumtollen können, und in seltenen Fällen machen sie das, ist eingezäunt und vielleicht 2’000 Quadratmeter gross. Habe ich schon erwähnt, dass überall Hundegagel rumliegen? Wir räumen nur gerade die Hundekacke weg, die auf dem gekiesten Areal liegt, wo auch wir ständig durchgehen. Housesitting-Aufgaben in Ehren, aber auf der Wiese liegt Hundescheisse rum, die schon seit Wochen nicht mehr eingesammelt wurde.

DSC00342

Dagegen finden wir, es sei durchaus angebracht, mit den Hunden spazieren zu gehen. Selbstverständlich abwechslungsweise, denn wir könnten unmöglich mit allen Drei aufs Mal ausrücken. Die beiden Rüden sind zu stark und wir könnten sie trotz Leine nicht von einander abhalten. Da die Hunde normalerweise den ganzen Tag rumhängen, sind sie am Anfang vor Begeisterung nicht zu bremsen und ziehen wie irr an der Leine. Diese Begeisterung flacht jedoch allmählich ab und nach einer Stunde sind sie total schlapp. Wir wohnen auf einem Hügel und jeder zweite Teil einer Hunderunde geht bergauf. Man kann dann jeweils zwei Hundesitter ausmachen, die ausnahmsweise mal am vorderen Ende der Leine anzutreffen sind.

Es gibt noch andere Hunde in Frankreich

Regelmässige, um nicht zu sagen langjährige Leser des Flohnmobils, werden die Begriffe Housesitting, Frankreich und Hund unweigerlich mit dem Goldschätzchen in Verbindung bringen. Indes, es gibt noch mehr Hunde in Frankreich…

DSC00271

… die eine Ferienvertretung suchen. Ganz abgesehen davon, ist das one and only Goldschätzchen momentan nicht auf Besuch eingestellt.

Diesmal sind wir auf einem alten Bauernhof nordöstlich von Toulouse im Département Tarn. Unsere Behausung wird in den Sommermonaten vermietet, die Besitzer – ein englisches Paar – bewohnt die andere Hälfte des 250-jährigen Steinhauses. So haben wir also eine Loge mit einer geräumigen Küche, einem Tanzsaal von einem Schlafzimmer und einem Bad, das so gross ist, dass sich mein innig geliebter Mitbewohner und ich für einmal nicht auf den Füssen rumtreten. Soweit zu den Sonnenseiten. Über die schattigen Plätze werde ich mich ein anderes Mal auslassen.

Nur noch eins: Die Internet-Verbindung ist etwas launisch. Drum bin ich schon froh, wenn ich einen eigenen Blog-Beitrag auf die Reihe kriege. Befreundete Blogs abzuklappern, deren Seitenaufbau länger dauert, als den Inhalt zu lesen, hält mein Nervenkostüm nur bedingt aus. Um Verständnis wird gebeten.

Hund zufrieden – Alle zufrieden

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich sind nicht etwa zum Vergnügen in der Provence. Und zum Ferien machen schon gar nicht, denn Ferien machen wir grundsätzlich nicht, wir verbringen nur unseren Alltag an einem anderen Ort.

Wir haben hier beim Goldschätzchen diverse Aufgaben und wurden als Haus- und Hundesitter engagiert. Also genau genommen ist es umgekehrt, das Wichtigste in diesem Haus ist nämlich der Hund. Und dieser kann – im Gegensatz zum Haus – nicht sich selbst überlassen werden. Im Falle des Goldschätzchens bin ich mir da zwar nicht so sicher, denn die Vergangenheit hat mehrfach bewiesen, dass es bevorzugt alleine unterwegs ist, gerne auch mal halbtageweise. Wohl verlassen wir das Haus immer zu dritt, kehren aber in aller Regel zu zweit zurück. Und dabei bleibt nicht etwa der Mitbewohner auf der Strecke.

Der heutige Hundespaziergang hat knappe zwei Stunden gedauert (ohne Regenschirm und Wintermantel…). Da der Mitbewohner und ich schon zum dritten Mal hier sind, kennen wir uns mittlerweile etwas aus, entdecken aber auch immer wieder neue Wege. Das Goldschätzchen ist mal hinter, mal vor uns auf dem Weg, mal sehen wir es, dann wieder nicht. Dank einer klimpernden Plakette mit der Telefonnummer an seinem Halsband können wir es oftmals hören, aber im Dickicht nicht sehen. Und irgendwann ist es dann gar nicht mehr da. Das war heute nicht anders und so kehrten wir einmal mehr zu zweit in unsere temporäre Luxusabsteige zurück.

Wie immer kam das Hundeviech früher oder später nichtwässerchentrübenkönnend zurück. Meist aber erst nach einem Abstecher in irgendeine Pfütze in der Gegend. Und drum kam es heute bereits in den Genuss einer ordentlichen Gehirnwäsche Dusche.

Jemand, der uns hier besuchen kommt, hat mich gefragt, ob wir aus der Heimat etwas bräuchten. Meine erste Reaktion war “nein, danke”. Doch wenn ich es mir genauer überlege, könnte er mir eigentlich eine Kuhglocke mitbringen. Damit könnten wir das Goldschätzchen im Wald garantiert einfacher orten.

DSC08600

Mein Horizont

Wahnsinnig, was da unversehens am Horizont auftauchte! Berge. Sogar Schweizer Berge.

Was ihnen fehlte war eine gewisse Grösse, Erhabenheit, sind doch die Berge, sorry Hügelchen der Mecklenburgischen Schweiz gerade mal gut hundert Meter hoch. Verglichen mit dem flachen Umland mit den beinahe endlosen Getreidefeldern mögen die Erhebungen hierzulande durchaus als Berge durchgehen.

Und insgesamt war es auch ganz nett hier. In der Mecklenburgischen Schweiz wie der Mecklenburgischen Seenplatte mit ihren weit über 1’000 Seen. Wir hatten hier während sechs Tagen ein Bungalow gemietet und die Gegend zu Rad und mit dem Auto erkundet. Beeindruckt sind mein innig geliebter Mitreisender und ich allerdings weniger von den Hügelchen sondern vom gigantischen Netz an Wasserstrassen hierzulande. Bis nach Berlin, in die Nord- oder Ostsee könnte man von hier aus schippern.

Doch nun steht uns der Sinn wieder nach engeren Horizonten. Vielleicht etwas in der Art:

DAS, meine lieben Mecklenburger, sind nämlich Berge. Echte Schweizer Berge. Fotografiert von Zürich aus, wenn ihr’s genau wissen wollt.