Lieber tschumple als humple

Der Fürstensteig. Wer ihn noch nicht kennt, hat etwas verpasst. Dieser kühne Bergweg hoch über dem Rheintal durch die Westflanke des Alpspitz war Teil unserer gestrigen Wanderung.

Los geht’s, nachdem uns das giftgrüne Liechtensteiner Büssli bis nach Gaflei hochgekurvt hat.

IMG_1567

Der Weg verwandelt sich vom befahrbaren Strässchen zum Waldweg,

IMG_1568

bis es schliesslich zur Sache geht.

P1010175IMG_1577

Wovon der Einstieg vergleichsweise eine Autobahn ist, gemessen an dem, was noch folgt.

IMG_1580IMG_1584IMG_1590IMG_1593

Ein finsterer Geselle am Wegesrand.

IMG_1600

IMG_1596

Es geht zünftig “s’Loch ab”. Die Talsohle liegt 1’300 m tiefer.

IMG_1597IMG_1603IMG_1608IMG_1609

Geschafft!

IMG_1611

Aber die Musik spielt weiter.

IMG_1616

Dem Chemi hat ein Unwetter vor wenigen Tagen zugesetzt.

IMG_1620IMG_1621

Es ist aber trotzdem gefahrenlos zu begehen. Ein Bergwanderweg bleibt immer noch ein Bergwanderweg. Und ein solcher setzt Trittsicherheit voraus. Kritisch ist es hier nirgends. Und die Instandsetzungs-Arbeiten haben von oben her bereits begonnen.

IMG_1622

IMG_1615IMG_1619

Der Alpspitz ist mit 1’996 m der höchste Punkt unserer heutigen Wanderung.

P1010304

Der Blick in den Talkessel von Steg, wo auch unser Ziel liegt.

IMG_1623

IMG_1627IMG_1629IMG_1630IMG_1631IMG_1633

Nochmals ein kurzer Aufstieg.

IMG_1635IMG_1636IMG_1637IMG_1639

Der obere

IMG_1640

und der untere der beiden Stauseen bei Steg.

IMG_1643

Hier hat man Enten und Gänsen ein eigenes Inselchen errichtet. Man beachte die Begrünung…

IMG_1645

Bei der Busstation “Hotel Steg” endet unsere Wanderung. Welches dieser der Strasse entlang aufgereihten Häuser das Hotel sein soll, bleibt uns ein Rätsel.

IMG_1646

Ich habe den Fürstensteig vor 6 Jahren schon einmal zusammen mit meinem Mann begangen. Ich war damals wie heute restlos begeistert von der kühnen Routenführung durch die nicht immer von bester Felsqualität geprägten Flanke.

Im Sinne meines immer noch leicht lädierten Fusses bin ich gestern sorgfältiger als sonst aufgetreten. Die knapp fünf Stunden Wanderung scheinen ihn nicht weiter beeinträchtigt zu haben. Ich schaue frohgemut in den Wandersommer.

Herzlichen Dank an Beat für die wahnsinnsgute Idee zu dieser Wanderung und allen Anderen für die gefreute Begleitung.

Mehr Infos und Bilder zu dieser Wanderung finden sich HIER.

Karte

Wipfel statt Gipfel

Immer noch leicht lädiert wegen meinem vor einer Woche verstauchten Fuss, war ich froh, dass ich mich nach dem Highlight der gestrigen Wanderung vorzeitig ausklinken konnte.

Ein knapp halbstündiger Fussmarsch führt uns von der Station Mogelsberg zum neu eröffneten Baumwipfelpfad.

IMG_1483

Der Eingang scheint mir noch etwas dezent aufgemacht zu sein. Etwas selbstsicherer hätte man sich hier durchaus anpreisen können.

IMG_1484IMG_1485IMG_1486

Hingegen hat man beim und am Kassenhäuschen an alles Wichtige gedacht.

IMG_1488

Los geht’s über die (rollstuhl- und kinderwagengängige) Holzkonstruktion.

IMG_1489

An diversen Informationspunkten wird Wissen über den Wald, seine Bewohner, seine Nutzung und vor allem seinen Nutzen vermittelt.

IMG_1491

IMG_1500

Der massive Holzsteg schlängelt sich durch die Wipfel…

IMG_1503

… und gibt durch die ungeahnte Perspektive so manches Geheimnis des Waldes preis.

IMG_1505IMG_1506

Von der Aussichtsplatform aus kann man entweder einen Blick durch den Glasboden wagen,

IMG_1509

auf sicherem Boden in die Ferne schweifen,

IMG_1510

oder seinen Blick statt auf Gipfel für einmal auf Wipfel richten.

IMG_1511IMG_1514

Von unten sieht die Konstruktion aus wie ein Brio-Bähnli.

IMG_1520

Auch auf dem unteren Stock, der übrigens ohne Eintritt zugänglich ist, haben sich die Macher so Manches einfallen lassen, um Besucher aller Altersklassen zu unterhalten.

P1010080

IMG_1518IMG_1519IMG_1523IMG_1541

Für einmal gibt es nicht nur ein schnödes Sandwich aus dem Rucksack. Anzündwolle, Holzspähne, Feuerzeug und Grillzange werden gratis abgegeben. Sehr sympathisch!

IMG_1544

Mit vereinten Kräften wird die Feuerstelle in Betrieb genommen. Bald stellt sich heraus, dass wir eine begnadete Hobby-Pyromanin und einen versierten Grillierer unter uns haben.

IMG_1546

Und so steht dem urschweizerischen Genuss einer Wurst vom Grill bald nur noch die Wartezeit im Weg.

IMG_1555

Danach verabschiede ich mich von meinen Kollegen, die noch eine knapp dreistündige Wanderung unter die Füsse nehmen.

Mein Weg führt durch Mogelsberg zurück an den Bahnhof, wo ich nicht den direkten Heimweg wähle, sondern nach St. Gallen fahre. Denn dort…

20180606_135359

Vielen Dank Beat, für die tolle Idee, diesen erst vor kurzem eröffneten Pfad zu besuchen.

Es lohnt sich übrigens, eher zeitig dort aufzukreuzen. Diese neuste Attraktion der Ostschweiz scheint sich schon jetzt grosser Beliebtheit zu erfreuen und an schönen Sommertagen dürfte es dort ziemlich voll werden.

Mehr Infos zum Baumwipfelpfad gibt es HIER.

Und weitere Bilder und Informationen zum gestrigen Ausflug HIER.

Abstieg mit Sorgenfalten

Schon bei der Ausschreibung der Wanderung dachte ich, dass dies wohl ein sehr knie- und gelenkunschonender Abstieg werden würde. Dass es für mich noch ärger als befürchtet kommen würde, konnte ich ja nicht ansatzweise ahnen…

Die Wanderung beginnt im Ausland. Genauer gesagt in Planken/FL. Der Postauto-Chauffeur hat uns freundlicherweise am richtigen Ort rausgeschmissen. Und so stehen wir buchstäblich auf der Strasse.

IMG_1392

Doch nicht lange und die unbefestigte Forststrasse beginnt in kontinuierlich steilem Aufstieg. Die als Bergwanderwege markierten Abkürzungen ignorieren wir geflissentlich, es ist auch so schweisstreibend genug.

IMG_1393

Zwischendurch gibt der steile Bergwald den Blick übers Rheintal und das Alpstein-Massiv frei.

IMG_1394IMG_1396

Und natürlich hat es auch das eine oder andere Blüemli am Wegesrand.

IMG_1397

Den Wald haben wir hinter uns uns nach der nächsten Wegbiegung kommt auch die Gafadura-Hütte in Sicht.

IMG_1399IMG_1400

Von dort aus haben wir ein eindrückliches Panorama auf die Berge am Horizont…

IMG_1403

… und auf feine Kuchen ganz in der Nähe.

IMG_1405

Denn dieser Aufforderung konnten nur die Wenigsten widerstehen.

IMG_1408

Die diversen Pilzskulpturen lassen die Vermutung aufkommen, dass man hier zu gegebener Zeit auch die wahrhaftigen Pilze findet.

IMG_1409

Mehr oder weniger frisch gestärkt geht es weiter auf dem Weg, der nun definitiv nicht mehr befahrbar ist.

IMG_1418

IMG_1410IMG_1411IMG_1412

Sarojasattel. Unser höchster Punkt. Wir werden argwöhnisch betrachtet von zwei der drei Schwestern.

IMG_1420IMG_1419IMG_1421IMG_1424IMG_1425IMG_1427

Und so ziemlich genau hier muss es passiert sein. Auf diesem harmlosen Weg mache ich einen Fehltritt, zähle ein paar Millionen Sternchen, fluche innerlich, humple tapfer weiter. Meine Stöcke leisten dabei ungeahnte Dienste. Allmählich versurret mein übertretener Fuss, doch ich ahne schon, dass das Folgen haben wird.

P1190465

Endlich mal eine Hütte, wo es für alle einen Platz auf den Bänkli hat. Die Gruppe hätte durchaus noch grösser sein können. Alpe Sarojen, 1’474 m.

IMG_1428

Gemütlich geht es bergab. Das dürfte sich bald ändern.

IMG_1430IMG_1434IMG_1435

Waaaas, so weit runter müssen wir?

IMG_1437

Die ersten Abkürzungen im steilen Bergwald lassen wir noch aus. Dann machen wir den Feldversuch, und ein Teil der Gruppe steigt steil ab, während ich mit ein paar anderen auf dem Fahrweg bleibe. Natürlich brauchen wir gelenkschonenderweise länger.

IMG_1439

Doch dann müssen auch wir auf den Direktabstieg wechseln.

IMG_1444IMG_1443

Und endlich ist der schweisstreibende Abstieg geschafft. Hier befinden wir uns nur noch wenige hundert Meter vor dem Zollübergang in Schaanwald, den ich schon unzählige Male mit dem Auto durchfahren habe.

P1190553

Irgendwo da oben sind wir rumgewurzelt.

IMG_1446

Uff, ich bin froh, unten angekommen zu sein. In meinen Wanderschuhen fühlt es sich ziemlich unbehaglich an. Daheim wird sich zeigen, dass der Fuss ziemlich stark angeschwollen ist. Schmieren, salben und hochlagern ist angesagt. Die nächsten paar Tage werde ich wohl humpelnd durch die Gegend laufen. Dabei stünde doch morgen schon wieder eine Wanderung mit Freundinnen auf dem Programm!!!!

Danke an Beat für die Organisation dieser Wanderung. Ich werde sie wohl eher in zwiespältiger Erinnerung behalten.

Mehr Infos und Bilder gibt es HIER.

Karte

Ich war vor 6 Jahren schon einmal mit meinem Mann in der Gegend der Drei Schwestern am wandern. Wir waren damals auf dem Fürstensteig gewandert. Eine der imposantesten Wanderungen, die ich kenne! Das Foto in diesem Blogbeitrag ist auf dem Abstieg von den Drei Schwestern zum Sarojasattel entstanden.

Spektakuläres Madeira

Der Wander-Klassiker in Madeira sind zweifellos die Levadas. Sei können auch schon ganz spektakulär sein, wie in diesem Blog-Beitrag nachzulesen ist. Aber es geht noch viel spektakulärer.

Beispielsweise, wenn man einen der alten Wege bewandert, den die Einheimischen während Jahrhunderten und vor dem Bau von Strassen benützt haben, um ihre Waren von einem Ort zum nächsten zu transportieren. Oftmals führen solche Wege spektakulär und abenteuerlich über dem tosenden Meer hinweg.

IMG_1012IMG_1021IMG_1030IMG_1049IMG_1052

Die obigen Bilder stammen von einer Wanderung, die ganz harmlos als Levada-Wanderung begann….

IMG_1056IMG_1058

… und mit dreckigen Schuhen aufhörte.

IMG_1059

Zum Glück gab es kurz vor Ende der Wanderung eine regelrechte Schuh-Waschstrasse.

IMG_1068

Eine weitere imposante Wanderstrecke führte uns über einen alten Weg in ein Fischerdorf.

IMG_1264IMG_1271IMG_1273

Wie viele Steine wurden hier über die Jahrhunderte zu mehr oder weniger flachen, abgerundeten Treppenstufen verlegt!

IMG_1288

Nach dem langgezogenen Fischerdörfchen Paul do Mar

IMG_1292IMG_1304

geht es auf einem ebenso alten Pfad wieder 400 m aufwärts.

IMG_1305IMG_1309IMG_1315

Diese Wanderung klang dann entlang einer eher unspektakulären Levada aus…

IMG_1320

… argwöhnisch bewacht von Einheimischen.

IMG_1323

Wandern dem Wasser entlang

Madeira ist berühmt für seine Levadas. Ganze Heerscharen von Wanderer und Spaziergänger folgen den fast ebenen Wegen entlang der Wasserkanäle. Diese versorgen seit Jahrhunderten die trockeneren Gebiete mit dem köstlichen Nass aus dem Landesinneren.

Unsere Reiseleiterin, die schon über 60 (in Worten: sechzig!!!) Wanderwochen auf Madeira geleitet hat, kennt viele solcher Levadas. Doch auch sie kennt nur einen Bruchteil der 3’000 Kilometer Wasserführungen. Nichts desto trotz hat sie uns schon an zwei total unterschiedlichen Levadas entlang geführt. Die eine völlig abgeschieden im Landesinneren. Sehr rau, sehr viel Wasser. Und das nicht nur im Kanal, sondern aufgrund starker Niederschläge auch daneben. Gummistiefel wären das passende Schuhwerk gewesen.

IMG_0915

Wir waren alle ausgerüstet mit Wanderschuhen, Regenhosen, Regenjacke und vor allem einer Stirnlampe. Letzteres war zwingend notwendig, weil das längste Tunnel, das es zu begehen galt, einen Kilometer lang war. Wohl sah man von Anfang an das andere Ende, aber nur als nie näher kommen wollendes Mini-Pünktchen.

IMG_0919IMG_0920IMG_0923

Um es gleich vorneweg zu nehmen: Das Unterfangen geriet zur Ausdauer-Übung der Sonderklasse. Ursula, unsere Leiterin, entschuldigte sich nachher bei uns. Wenn sie gewusst hätte, dass neben der Levada im Tunnel derart viel Wasser liege, wäre sie nie und nimmer dorthin gegangen mit uns. So etwas habe sie in all den Jahre noch nie erlebt.

Teils auf dem unebenen Weg neben der Levada, teils auf dem Mäuerchen balancierend, sich mit den Händen an den feucht-schmutzigen Wänden abstützend oder breitbeinig. Jeder musste im Verlauf der Tunnel-Durchwanderung seine für ihn beste Methode entwickeln, wie er über die Runden kam. Ich entschied mich, auf dem Mäuerchen behutsam einen Fuss vor den anderen zu setzen und mit den Stöcken rechts der Levada das Gleichgewicht zu suchen. Dadurch musste ich allerdings aufpassen, dass ich meinen Kopf nicht anstiess. Zwischendurch watete ich einfach auch durch das etwa knöcheltiefe Wasser und testete meine Wanderschuhe. Meine Füsse blieben bis zum Schluss trocken. Über das Aussehen der Schuhe darf spekuliert werden.

Ingesamt  acht Tunnels lagen an unserer Strecke, das zweite war das längste und alle anderen, die folgten, entlockten uns nur noch ein müdes Lächeln.

IMG_0932IMG_0940IMG_0943

Die feuchte Landschaft mit ihren fast senkrechten “Hängegärten” war grandios und entschädigte uns für all die Mühen des Tages.

IMG_0946IMG_0947IMG_0948IMG_0954

Total anders dann die Levada, die wir am folgenden Tag bewanderten. Sie führt durch Kulturland, ist schmaler und der Weg daneben nicht wesentlich weniger dreckig. Anders als die erste Levada, die Wasser für ein Kraftwerk führt, dient diese Levada ausschliesslich der Bewässerung. Der Klassiker also.

IMG_0961IMG_0963IMG_0968

IMG_0972

Die Fotografin war die Einzige, die ungehemmt durch sämtliche Pfützen schritt. Alle Anderen versuchten in diversen Balanceakten, schadlos über die Runden zu kommen. Ihre Schuhe wurden aber im Verlauf der Wanderung mindestens so dreckig wie die von Frau Flohnmobil.

IMG_0970

Irgendwo hier plätschert bestimmt auch eine Levada durch die Hänge.

IMG_0975

Bohnen, Chabis, Gurken, Kürbis, Zwiebeln, 3 x im Jahr Kartoffeln, Mais, Rüebli. Jeder Madeirenser scheint einen Blätz Garten irgendwo am Bord zu haben.

IMG_0976

Nicht jeder Garten ist gleich einfach zu erreichen.

IMG_0989

Das steile Gelände wurde seit Jahrhunderten terrassiert.

IMG_1003IMG_0984

Futter beschaffen für eine Geiss oder Kuh.

IMG_1000

Vorbei an einem Toblerone-Häuschen.

IMG_1004

So unterschiedlich kann Levada-Wandern sein. Die meisten Wandergruppen beschränken sich auf diese flachen Wegstücke. Wir aber haben “Bergwandern” gebucht. Und wie spektakulär das sein kann, werde ich später berichten.

Wer mehr über die Levadas in Madeira, ihre Entstehung und Nutzung lesen will, gucke HIER nach.

Wandern auf dem schwimmenden Blumentopf

Es gibt diverse Bezeichnungen für diese Insel weit draussen im Atlantik. “Blumeninsel” wird sie oft genant, auch “Garteninsel” oder „Insel des ewigen Frühlings“. Am besten gefällt mir “Schwimmender Blumentopf”.

Und fürwahr, Madeira verfügt besonders jetzt im Frühling über eine immense Blütenpracht. Einerseits als Pflanzungen in den Gärten. Was da nicht alles blüht, was bei uns teilweise mit grösster Sorgfalt meist nur eine Saison hält. Ganze Hecken von Hibiskus, Beete von Rittersternen (Amaryllis), regelrechte Geranien-Bäume. Umwerfend! Sehr eindrucksvoll, und leider schon fast vorbei, blühen die violetten Jacaranda (Palisanderbäume).

IMG_0781

IMG_0784IMG_0785

So schön all diese Bepflanzungen sein mögen, viel mehr interessieren mich die wild wachsenden Pflanzen. An diesen kann ich ich kaum satt sehen.

IMG_0796IMG_0799IMG_0805IMG_0815

Dieser Hahnenfuss ist übrigens mindestens doppelt so gross wie bei uns daheim.

IMG_0822IMG_0834

Der Natternkopf gilt als die Blume Madeiras schlechthin.

IMG_0817IMG_0809

IMG_0843IMG_0848IMG_0856

Und wie findet man all diese begeisternd schönen Blumen? Klar doch: auf Wanderungen. Und das sieht dann beispielsweise so aus:

IMG_0801IMG_0802IMG_0823IMG_0825

Frau Flohnmobil, frisch behutet, hat allen Grund zum Strahlen.

IMG_0827IMG_0830IMG_0858IMG_0865IMG_0866IMG_0869

Dieses Madeira ist so traumhaft schön, ich könnte heulen vor Freude.

See, Seeli und wieder See

Die gestrige Wanderung beginnt mit einem zackigen Marsch vom Bahnhof Brunnen zur Schiffs-Anlegestelle. Wer nicht mit des Wanderleiters langen Beinen mithalten kann, muss sich etwas einfallen lassen.

IMG_0686

Die MS Brunnen wartet schon.

IMG_0687

Und kaum gestartet, geht es auch schon los mit der tollen Aussicht.

IMG_0689

Diese drei Engel musste man offensichtlich festmachen, sonst wären sie dem himmlischen Panorama entgegen geflogen.

IMG_0690

Es geht durch den Wald und unter einer felsigen Flue obsi und nidsi, stets sieht man zwischen den Bäumen weit unter uns den Vierwaldstättersee.

IMG_0695

Ausgucke am Weg sind nicht so zahlreich. Aber man muss sich ja schliesslich auf den Weg konzentrieren.

IMG_0697

Exponierte Stellen sind gut gesichert.

IMG_0701

IMG_0705

DSC00690

Wir überqueren die Risleten-Schlucht.

IMG_0712

Was es da wohl zu sehen gibt?

IMG_0713

Wasser! Tosendes Wasser.

IMG_0710

Die Geräuschkulisse wird uns noch eine Weile erhalten bleiben. Denn wir steigen auf der anderen Seite der Schlucht steil wieder hoch. Kurzer Halt nach dem schweisstreibenden Aufstieg, der glücklicherweise vollständig im Schatten liegt.

IMG_0716

Wir werden wieder in die Freiheit entlassen.

IMG_0717

Und finden uns bald darauf in einer völlig anderen Landschaft wieder bei Emmetten.

IMG_0719

IMG_0723

Bei einer gut unterhaltenen Grillstelle mit Unterstand machen wir Mittagshalt. Man beachte die “Bergwander-Garette”.

IMG_0724

Nachdem wir uns vom Vierbeiner und seinem Frauchen verabschiedet haben, gelangen wir bald aufs offene Feld. Dort blühen unter anderem prächtigen Knabenkraut-Orchideen. Da kann ich nicht dran vorbeigehen.

DSC00762

IMG_0729

Das “Seeli”. Analog “Huhn oder Ei” kann man sich auch hier fragen, was erhielt seinen Namen zuerst, der Ort Seelisberg oder das nur Seeli genannte Naturidyll?

IMG_0738

Ohne jeglichen Schatten kommen wir auf dem letzten nennenswerten Anstieg des Tages ordentlich ins Schwitzen.

IMG_0741

IMG_0742

Allgemeines Bestaunen der prächtigen Akalei, die hier in verschiedenen Farben blühen.

IMG_0748

IMG_0750

Über zahlreiche Treppenstufen vernichten wir innert kürzester Zeit viel Höhe auf dem Weg runter nach Bauen. Immerhin: Das Trittmass ist ideal (ämel für meinen einen Meter mit seinen achtundsechzig Zentimetern …)

IMG_0753

Bauen in Sicht!

IMG_0754

Unser Ziel ist erreicht. Wir sind wieder am See und haben genügend Zeit, um uns dort im gut besuchten Restaurant eine Erfrischung zu gönnen.

IMG_0756

Das Schiff wird uns nach Flüelen bringen.

IMG_0755

Stellen wir das Bild noch etwas schräg in die Landschaft, damit niemand merkt, dass ich beim Fotografieren wieder den See hab auslaufen lassen.

IMG_0758

IMG_0760

IMG_0761

Eine wunderbare Wanderung mit viel Aussicht auf See und Berge. Total sind wir 17 km gewandert, 1’000 Höhenmeter rauf und runter.

Vielen Dank an Beat für die Planung und Durchführung dieser abwechslungsreichen Wanderung.

Mehr Bilder und Infos dazu gibt es HIER.

Karte

Der kritische Blick gen Himmel

Am Anfang der gestrigen Wanderung, die am Kopfbahnhof von Einsiedeln startet, ist alles noch im blauen, pardon, grünen Bereich.

IMG_0620

Die ersten 1,5 Kilometer wandern wir auf asphaltierter Strasse,

IMG_0626

flankiert von der mächtigen Sommer-Sprungschanze,

IMG_0625

aus der Ferne beobachtet von weidenden Rindviechern.

IMG_0627

Steil, dafür nun auf einem Wanderpfad, geht es bergauf zum Katzenstrick.

IMG_0629IMG_0634

Auf der anderen Seite weitet sich der Blick über das Hochmoor von Rothenthurm.

IMG_0635

Und was haben wir da? Der Wetterfrosch hatte gestern noch gesagt, man solle sich nicht auf die Apps verlassen, denn die Gewitter seien nicht vorhersehbar. Beginnt es am Himmel schon zu brodeln?

IMG_0636IMG_0639

Die Landschaft mit ihren eingestreuten Birken erinnert mich immer an Schweden. Wie schade wär das gewesen, hätte das Militär hier in den Achtziger-Jahren tatsächlich einen Waffenplatz errichtet!

IMG_0642IMG_0645

Der Wanderweg führt mitten durch eines der grössten zusammenhängenden Hochmoore der Schweiz.

IMG_0647

Und dann geht’s wieder aufwärts Richtung St. Jost.

IMG_0651IMG_0652

Die Veröffentlichung dieses traumhaften Anblicks wurde mir ausdrücklich erlaubt.

IMG_0654

Auf dem Raten erhält unsere Gruppe Zuwachs von 1 x 2 und 1 x 4 Beinen.

IMG_0657

Was macht eigentlich das Wetter?

IMG_0660

Der Rastplatz für den Mittagshalt bietet für jeden Bedarf etwas an. Sonnig, halbschattig, schattig, mit Bänkli, ohne.

IMG_0662WhatsApp Image 2018-05-09 at 14.36.09

IMG_0664

Grundsätzlich bewandern wir ja die 9. Etappe des Alpenpanorama-Wegs. Gleichzeitig ist es auch der Panoramaweg Ägerital. Schön ist es ohnehin.

IMG_0666IMG_0668IMG_0669

Blick auf den Ägerisee. In den Bergen der Zentralschweiz ist es schon ziemlich verhangen.

IMG_0672

Hartbelag lässt sich wohl in solchen Regionen nicht vermeiden.

IMG_0678

Aber zum Glück wendet sich der Wanderweg wieder von der Strasse ab und führt uns auf einen neuerlichen Aussichtspunkt…

IMG_0680IMG_0681

… bevor es dann endgültig nur noch bergab geht nach Unterägeri.

IMG_0683

Dort treffen wir auf eine Kolonie Pinguine und eine Kellnerin, die lieber Panache als Eiskaffee serviert.

IMG_0685

Und das war’s dann auch schon wieder. Ich staune einmal mehr, wie schnell 4 1/2 Wanderstunden vergehen, wenn man sich unterwegs angeregt unterhält.

Das Wetter hat gehalten. Erst als ich daheim aus dem Zug steige, beginnt es zu tropfen. Der Regen ist dringend nötig, auf den Hagel hätte ich gut verzichten können.

Vielen Dank an Rolf für die gute Idee (der gerne eine Fortsetzung der landesquerenden Route folgen kann) und an Beat für die Organisation und Durchführung.

Mehr Infos und Bilder zur Wanderung gibt es HIER.

Karte

Lieber heute als vor 10’000 Jahren

Eine Fahrt mit dem Zug durch die Rheinschlucht ist immer wieder imposant. Noch imposanter ist es, die Rheinschlucht zu durchwandern. Wir haben gestern beides gemacht. Zuerst mit dem Zug bis zur Station Versam-Safien,

IMG_0432

ab dort zu Fuss durch die Schlucht, die sich ein Wanderweg, das Bahntrassee und – mit dem dienstältesten Anspruch – der Rhein teilen…

IMG_0434

… und natürlich auch ein paar Blüemli.

IMG_0436IMG_0447

Maieriesli. Noch nicht ganz am blühen. Aber bis Ende Woche werden sie es schaffen.

IMG_0452

Erstaunlich, was die Natur da geschaffen hat. Das muss ganz schön gerumpelt haben, als vor 10’000 Jahren der Berg zusammenkrachte.

IMG_0437IMG_0440

In der Folge suchte sich das Wasser seinen Weg und die heutige Rheinschlucht entstand.

IMG_0451

Mit der Schneeschmelze kommt ordentlich viel Wasser.

IMG_0460

Eigentlich eine gute Gelegenheit, neue Gore-Tex-Wanderschuhe zu testen.

IMG_0461

Wenn all diese Baumstämme ihre Geschichte erzählen könnten…

IMG_0457

Was fliegt denn da?  Wir treten näher heran.  Ein Insekt, das man bald nur noch in der Schoggi-Version kennt (in der sie mir ehrlich gesagt auch sympathischer sind). Maikäfer!

IMG_0462IMG_0443

Bei der Bahnstation Valendas-Sagogn wechseln wir auf die andere Seite des Rheins und gehen in angenehmer Steigung Richtung Conn.

IMG_0467IMG_0469

Zuerst aber ruft noch der Hunger. An aussichtsreicher Lage speist es sich einfach besser.

WhatsApp Image 2018-04-29 at 16.36.34

Die Blumentante hat im staubigen Gras wieder was entdeckt. Von Menschenhand hierher gekommen oder Wildwuchs?

IMG_0471

Bis auf eine kurze, heikle Stelle ist der Weg einfach zu begehen.

IMG_0474

Selbst die Tannen sind auf gebührender Höhe umgestürzt.

IMG_0475

Der Tiefblick von der Aussichtsplattform “Il Spir” aus ist wie immer grandios.

IMG_0477IMG_0482IMG_0485

Nun geht es nur noch bergab. Der Weg zum Crestasee ist breit, und wir teilen ihn uns mit zahlreichen Mountain-Bikern mit und ohne Strom.

IMG_0490IMG_0491

In den Löchern liegen noch allerletzte Schneeresten.

IMG_0489

Aber auch hier lässt sich die Natur nicht aufhalten. Das gilt wohl auch für den Ruf eines Kuckucks, der an meine Ohren dringt. Wie ging nochmals diese Redensart mit dem Guggu und dem Geld im Sack?
Hier nachzulesen.

IMG_0487

Durch die mit überwachsenen Felsbrocken gespickte Landschaft schimmert schon das Türkis des Crestasees.

IMG_0492DSC00218

Am Seeufer kommen wir unverhofft zu einem Kafi. Die Kioskbetreiber haben sich angesichts des Wetterberichts kurzerhand entschlossen, ihre Bude zu öffnen.

IMG_0498

Der Himmel hat sich in der Zwischenzeit etwas verfinstert und ausgerechnet am malerischen Waldseelein müssen wir ein paar wenige Regentropfen über uns ergehen lassen.

IMG_0493IMG_0495IMG_0496

Weil wir zeitlich so gut dran sind, schlägt unsere Wanderleiterin vor, noch bis Flims zu laufen.

IMG_0502

Auch hier unterbieten wir die veranschlagte Zeit und erwischen so nach etwa 4 1/2 Stunden Wanderzeit das ursprünglich geplante Posti, das schon nach wenigen Minuten vorfährt.

Vielen Dank an Barbara für die Idee und Durchführung dieser gelungenen Wanderung.

Weitere Infos und Bilder gibt es HIER.

Karte

Die Baumwanderung

Ab Unterwasser führt die Wanderung von gestern schnurstracks zu  den Thurfällen. Die Thur kommt hier als harmloses Wässerchen daher.

IMG_0105

Hinten in der Schlucht allerdings da rauscht es, auch wenn es angeblich gar nicht sooo viel Wasser hat.

IMG_0110IMG_0118

IMG_0113

Nix Paparazza…

IMG-20180414-WA0006

… ich will nur dieses Prachtsexemplar von einem Seidelbast fotografieren, der sich oben an der Schlucht angesiedelt hat. Schliesslich ist es der erste, den ich dieses Jahr zu Gesicht bekomme.

IMG_0121

IMG_0125

Wir verlassen die Schlucht und nehmen beiläufig zur Kenntnis, dass hier mal ein Sturm gewütet haben muss. Wie hätten wir auch ahnen können, dass sich uns dieses Ereignis bis am Abend noch ziemlich nachhaltig einprägen wird.

IMG_0126IMG_0127

Wir gehen unbehelligt weiter. Über geschotterte Wege,

IMG_0129

mit Blick auf den Säntis und die Wiesen, auf denen der Mist ausgetragen wurde.

IMG_0131

Es lässt sich nicht vermeiden, dass wir auf asphaltierten Strassen gehen. Die Autos nerven mitunter.

IMG_0136

Die Alternative zu Asphalt sind matschige Wiesen, Schneefelder, Dreck

IMG_0141

und ganze Wiesen voller blühender Krokusse.

IMG_0163IMG_0144

IMG_0145

IMG_0146

Gute Ideen bedürfen Redner in guten Positionen.

IMG_0147

Nach der Mittagspause wird’s ruppig. Sturm Burglind hat hier ganze Arbeit geleistet. Immer wieder müssen wir uns über, unter und neben umgefallenen Tannen den Weg bahnen.

IMG_0150IMG_0152P1180490IMG_0153IMG_0156IMG_0159

Nicht alle Schneefelder lassen sich umgehen.

IMG_0161

Am Ende dieses Schneefeldes wartet ein weiteres, steiles Schneefeld, das wir mehr oder weniger in der Diretissima überwinden. Der nicht ausmachbare Weg führt vermutlich in einem weiten Bogen drum herum.

IMG_0162

Es fehlt nicht an Show-Einlagen.

P1180513

Der absolute Brüller ist dieses Video (aber vermutlich nur, wenn man selber mit vor Ort war).

Während sich ein Teil der Gruppe noch mehr oder weniger vorsichtig auf dem Schneefeld nach unten hangelt, habe ich schon die nächsten Blumen entdeckt. Wie hübsch ist das denn!

IMG_0175P1180517

Wir glauben, nun das Schlimmste hinter uns zu haben und freuen uns am Bergweg.

IMG_0177

Es wird heute keine Mühe gescheut, um selbst auf etwas absonderliche Vorlieben einzugehen.

IMG_0178

So wird auch die dringend nötige Versorgung mit Sonnencreme sichergestellt.

IMG_0181

“So, jetzt no de lingg Arm.”

IMG_0183

Selbstverständlich haben wir die Badewanne nicht mitten im Weg stehen lassen!

A propos Weg, der bleibt weiterhin abenteuerlich,

IMG_0186

auch wenn das eine oder andere gut passierbare Stück dazwischen liegt.

IMG_0188

Der Sturm hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Mitgezählt hat niemand von uns, aber es dürften an die zwanzig Bäume gewesen sein, die uns den Weg versperrt haben. Die einen Bäume, wie diese mächtige Tanne, sind ohne gross den Kopf einziehen zu müssen passierbar.

IMG_0190

Andere müssen umständlich überklettert werden. Und jeder von uns stellt sich früher oder später die bange Frage, ob wir auf ein Hindernis treffen werden, das uns zur Umkehr zwingt.

IMG_0191

Zur Abwechslung mal ein Laubbaum. Dieser ist dann auch tatsächlich unser letztes Hindernis des Tages, sieht man mal von dem Lawinenkegel ab, den wir noch überqueren müssen.

IMG_0194

Geschafft! Kein Wald mehr zu queren. Keine Lawinenkegel. Wir können unsere volle Aufmerksamkeit auf den bevorstehenden Besuch im Café Zieler lenken.

IMG_0195

Nomal es Blüemli. Diesmal Goldsterne.

IMG_0199

Was für eine Enttäuschung, Zieler hat Betriebsferien! Kein Wort davon im Internet, das wir noch konsultiert hatten. Als eher schwacher Trost muss ein Glacé vom Kiosk in Nesslau herhalten. Dabei hätten wir uns angesichts diverser akrobatischer Einlagen wahrlich etwas Edleres verdient!

IMG-20180414-WA0004

Die Wanderung wäre in vier Stunden zu schaffen. Aber erst wieder, wenn das Sturmholz beseitigt ist. Was noch eine Weile dauern dürfte. Wir sind rund fünf Stunden rumgeturnt.

Mein Dank gebührt Barbara für die gute Idee und Organisation dieser Wanderung und allen Mitwanderern für den lustigen Tag.

Mehr Informationen und Bilder zu diesem unvorhergesehenen Abenteuer gibt es HIER.

Karte