Ein Bisschen Normalität

Es war zwar keine Wahnsinns-Wanderung, aber immerhin eine Wanderung, die unter den gegenwärtig herrschenden Einschränkungen möglich ist. Möglich sowohl in Bezug auf die Anreise, wie auch auf die Teilnehmerzahl.

Zu fünft wandern wir ab Samstagern zum Hüttnersee,

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durchqueren das Moorgebiet auf dem Weg nach Hütten,

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überqueren die Sihl und steigen bergan Richtung Rossberg,

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wo wir artig zu fünft an zwei Tischen sitzen und uns ein Dessert genehmigen,

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um frisch gestärkt den letzten Aufstieg zum Dreiländerstein in Angriff zu nehmen.

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Es aussichtet gleich auf mehrere Seen.

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Eine unaufgeregte Wanderung bei guter Unterhaltung und prächtigem Wetter mit Ziel in Biberbrugg.

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Aus dem Leben eines Berufskrauts

Über Jahre hinweg glaubte man, man könnte mich mit einem simplen Rasenmäher in Schach halten. Rechtzeitig vor der Blüte schneiden und das Berufskraut kann sich nicht vermehren, so lautete die Devise.

Wie sehr haben sich die Rasenmäher-Leute getäuscht! Denn ich wusste mir zu helfen. Ein Schnitt zur rechten Zeit verlieh mir geradezu ungeahnte Kräfte, mein Vermehrungsdrang explodierte förmlich. Welcher Dilettant auch immer mir den deutschen Namen “einjähriges Berufskraut” verlieh, er hatte keine Ahnung, zu was ich fähig bin. Durch den Rückschnitt bilde ich nämlich Rosetten aus, die mehrjährig werden können und die Mathematik lautet simpel und einfach: Aus eins mach zwei. Kann gut sein, dass ich so für den Rest des Jahres nicht mehr zum blühen komme, aber weg von der Bildfläche bin ich deswegen noch lange nicht.

Auch in diesem Garten im Misox pflegte ich über Jahre hinweg ein angenehmes Leben. Wurde gelegentlich gemäht, aber mit Rücksicht auf die umliegenden, durchaus erwünschten Wiesenblumen frühestens ab Mitte Sommer. Kurz, ich konnte mich ziemlich ungehindert ausbreiten. Bis der Landbesitzer mit dieser semi-professionellen Unkraut-Jäterin und Naturliebhaberin daher kam und von seinem Leid mit mir berichtete. Sie wurde von einem nicht nachvollziehbaren Ehrgeiz gepackt, meiner habhaft zu werden.

Seither rückt sie mir jedes Mal (JEDES MAL!!!) wenn sie hier ist, und das ist sie neuerdings ziemlich häufig, auf die Pelle. Tagelang schon ist sie auf allen Vieren durch die sonst so gehätschelte Blumenwiese gekrochen und hat an mir und meinen Artgenossen herumgerupft. Danach sieht es jeweils aus, als hätte eine Rotte Wildschweine ihr Unwesen getrieben.

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Zugegeben, es ist die einzig wahre Möglichkeit, unsereins in Schach zu halten. Nur mitsamt der Wurzel ausgerissen können wir unser Werk nicht vollenden. Die Frau lässt nicht locker und geht davon aus, dass sie sich früher oder später arbeitslos gejätet hat. Dabei verkennt sie völlig, dass ich im Dorf, ja was sage ich, in der gesamten Talschaft, Hunderttausende von Verwandten habe, die ungehindert wachsen dürfen. Und deren Samen lassen sich von dem Bisschen Zaun ums Areal nicht abhalten, auch im Garten des genannten Landbesitzers wieder eine neue Bleibe zu finden.

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Und wenn sie nicht ausgerissen wurden, so vermehren sie sich noch heute, die Berufskräuter.

Best of Corona

Kurz nachdem klar wurde, dass es mit Wanderungen in der Gruppe für längere Zeit gelaufen sein würde (was für ein absurdes Wortspiel…), rief ich einen WhatsApp-Chat unter dem Namen “WmF Anti-Viren-Koller” ins Leben. Ziel war es, in Kontakt zu bleiben, einander gegenseitig aufzumuntern, für Unterhaltung zu sorgen. Nicht alle haben den Chat gleich fleissig genutzt, den einen wurde das Geplapper schlicht zu viel.

Dennoch hat der Chat, und diese Zwischenbilanz kann man nach 6 Wochen durchaus ziehen, das Ziel bei weitem übertroffen. Er hat in den vergangenen 6 Wochen für regen, sehr regen Austausch gesorgt. Hatte ich mal ein paar Stunden keine Zeit, aufs Handy zu schauen, kam es vor, dass ich 40 neue Nachrichten hatte!

Mittlerweile droht mir der Chat, mit all seinen Bildern und Videos den Speicher des Handys zu füllen. Bevor ich den Verlauf leere, mache ich hier einen kleinen Rückblick.

Anfangs überwog das Thema WC-Papier. Ganz erstaunlich, was da alles herumgeisterte. Hier drei Beispiele aus mehreren Dutzend.

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In solchen Ausnahme-Situation lässt auch der Galgenhumor nie lange auf sich warten.

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Und natürlich beginnt man, sich Gedanken um die Gestaltung der vielen freien Zeit zu machen.

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… und wie es dann mal sein wird, wenn wir uns wieder sehen dürfen.

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Aber vorerst haben wir noch andere Sorgen.

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Homeoffice machte nicht vor vielen absurden Ideen Halt.

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Im Chat landeten auch immer wieder Bilder von kleinen Glücksmomenten, die jeder Einzelne von uns trotz allem hatte. Sei es ein Blümlein am Wegesrand, ein Kafichränzli unter Einhaltung von Social Distancing, eine Wanderung, die in der vermeintlich gut bekannten Umgebung Neues aufdeckte.

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Und nun also erhalten wir ab heute ein Stückchen Freiheit zurück. Wie wir diese nutzen, ist vorderhand jedem selber überlassen, denn noch dürfen wir nicht gemeinsam auf Wanderschaft gehen. 

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Der Chat hat gezeigt: Ihr seid auch in Krisenzeiten eine tolle Truppe. Ich freue mich aufs Wiedersehen.

Bliebed gsund!

Liebe Frauen

Stellt euch vor, die Corona-Pandemie wäre vor 40 Jahren gewesen. Als noch keine Frau im Bundesrat vertreten war.

Dann müssten wir wohl noch länger warten, bis wir zum Gwafföör gehen dürfen.

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Die aktuellen Mitglieder des Schweizerischen Bundesrats. Nicht alle mit der gleich aufwändigen Haarpracht.

Neue beste Freunde

Putzen ist nicht gerade mein liebstes Hobby. Nichts desto trotz schätze ich es, wenn es sauber ist. Und sehe deswegen eine gewisse Notwendigkeit ein, Zeit ins Putzen zu investieren. Kommt hinzu, dass ich ein wahnsinniges Talent habe, Dreck zu finden, der seit Jahren darauf gewartet hat, entdeckt zu werden. Doch dazu vielleicht ein anderes Mal.

Heute war Scheibenreinigung im grossen Stil angesagt. Mehrere Quadratmeter Glas warteten darauf, wieder durchsichtig zu werden. Wohl hat der liebe Bergler den grösseren Teil der zu durchsichtigenden Arbeit erledigt, doch am Schluss kam ich auch noch zum Zug. Und dabei habe ich – ich traue mich kaum, dies hier zu schreiben – beinahe so etwas wie Begeisterung gespürt. 

Denn mit diesen beiden Teilen geht das Fensterputzen wirklich ratz-fatz vonstatten.

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