Am Ende der Fantasie angelangt

Ich versuche mir vorzustellen, was in diesem Baumstumpf versteckt ist.

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Er ist nicht neben diesem Gemüsegarten gewachsen, wo er nun steht.

Als Gerätschuppen ist er zu klein.

Für ein Vogelhaus bedürfte es nicht derart stabiler Scharniere und eines Vorhängeschlosses.

Und was bitte soll dieser Bsetzistein an der Kette?

Ich bin ratlos!

Mein neuer Mitbewohner

Keine Frage, es war Liebe auf den ersten Blick, und es dauerte nicht lange, da zog er bei mir ein.

Trotzdem kühlte sich unser Verhältnis relativ schnell ab.

In Nachhinein gesehen ist das ist wohl für alle Beteiligten das Beste so.

Schlimm genug, dass mein Kühlschrank mitten im heissesten Sommer den Geist aufgab!

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Salat, der abwechslungsweise mal gefroren und dann wieder auf 15 Grad erwärmt wird, sollte nun wieder für einige Jahre der Vergangenheit angehören.

In Feierlaune?

Feiert man einen 9. Geburtstag mit allem Pi-Pa-Po?

Eher nicht. Auch dann nicht, wenn es ein Blog ist, der sich als Gemischtwarenladen all die Jahre im Netz rumquält.

Dennoch:

Happy Birthday, Flohnmobil!

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Natur trifft Technik

Die gestrige Wanderung begann in Splügen. Dieses Dorf wurde 1995 mit dem Wakker-Preis des Schweizerischen Heimatschutzes ausgezeichnet.

Die Gemeinde Splügen GR hat ein beachtenswertes Zusammenwirken zwischen Ortsbilderhaltung und Tourismus erreicht. Durch einen strikten Schutz für den alten Ortskern bewahrt sie ihre baukulturelle Substanz, und ermöglicht gleichzeitig durch eine rationale Zonenplanung eine wirtschaftlich vernünftige Weiterentwicklung.

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Wir verlassen den schmucken Ort, von dem in diesen Tagen viele der nach Süden strebenden Urlauber gar nichts bemerken, und fädeln in den Wanderweg ein.

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Sehr grosszügig betrachtet, führt uns die Route Richtung Nordsee. Etwas kleinräumiger gesehen folgt als erstes der Sufnersee, der das Wasser des Hinterrheins aufstaut.

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Das Unwetter vom 12. Juni hat ordentlich Schwemmholz in den See transportiert.

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Pilzschutz dürfte damals das geringste Problem gewesen sein.

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Berge von Schwemmholz bei der Staumauer.

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Auf die andere Seite der Mauer sieht es so aus:

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Die Landesverteidigung lässt grüssen.

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Der Weg, bis anhin recht zahm, wird nun etwas anspruchsvoller und verdient sich seine rot-weisse Markierung.

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Habe ich schon erwähnt, dass es zünftig warm ist? Vorübergehende Abkühlung verschaffen die Felslöcher am Weg, aus denen unvermittelt herrlich kühle Luft strömt. Beim “Eisloch” ist es gar derart kalt, dass der Atem kondensiert.

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Parallel zum Weg entlang des Hinterrheins verläuft auch die A13 und die Kantonsstrasse.

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Über weite Teile übertönt das Tosen des Wassers den Strassenlärm.

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Leider nicht immer. Und bei dieser Wegpassage hoch über dem Tal ist es alles andere als lauschig.

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Hier führt der Wanderweg über eine Strassen-Galerie,

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die wir nur dank viel Technik verlassen können.

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Die Suche nach einem Mittagsplatz gestaltet sich schwierig. Mit der Zeit sinken die Ansprüche und es muss in erster Linie schattig sein.

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Im Restaurant Rofflaschlucht erkaufen wir uns für vier Franken den Eintritt zur Schlucht. Ich habe mein Geld schon dümmer ausgegeben.

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Ganz zuhinterst sieht man den Wasserfall, unter dem man hindurch gehen kann.

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Der Wasserfall von hinten.

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Nebst der Hochwassermarke von 4.10.2006, als das Wasser den Weg grösstenteils zerstörte,

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sehen wir auch den Schluchtgeist.

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Der Rest ist schnell erzählt. Wir kämpfen uns in der Hitze nochmals 120 Höhenmeter durch den Wald empor, freuen uns an jedem Lüftchen, das uns entgegenweht und noch mehr an den zahlreichen Brünnen in Andeer, in die wir uns am liebsten reingesetzt hätten.

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Danke Beat, für die Idee und Durchführung dieser Wanderung und den beiden Mitwanderinnen für die coole Unterhaltung.

Mehr Fotos und Infos zur Wanderung gibt es HIER anzuschauen.

Karte

Es sieht mich an

Ich weiss, ich leide mitunter an einem akuten Zuviel an Vorstellungsvermögen.

So kann ich es nicht verhindern, dass ich mich auf Schritt und Tritt beobachtet fühle. Sei es von einer Eingeborenen mit hoher Stirn,

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von zwei Männern,

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von Elvis

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der Gestalt mit der eingedrückten Nase,

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dem Furcht einflössenden Prügelknaben oder

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dem mit der grossen Klappe und dem spärlichen Haarwuchs.

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Haltet von mir, was ihr wollt. Erklärt mich meinetwegen als gaga. Ich werde garantiert weiterhin solche Gestalten sichten, fotografieren und hier veröffentlichen.

Auf dem Schoggi-Grat

Was für ein spezielles Datum es war, sah ich erst, als ich uns im Gipfelbuch eintrug. 19.7.19. Der Tag würde mir für immer in Erinnerung bleiben.

Die Wanderung, sie war wunderschön, anstrengend und emotional. Erstmals, seit ich die Asche meines Mannes verstreut hatte,  war ich wieder zu dem Ort aufgestiegen. Zu meiner Freude war alles noch so da, wie wir die Stätte vor gut einem Jahr arrangiert hatten.

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Es lag noch mehr Schnee als letztes Jahr. Weiter als bis zum See war ich in den vergangenen Jahren nie gekommen, wir hatten immer eine andere Route gewählt. Gestern stiegen wir auf zum Gufelstock

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und folgten der neuerdings als “Schoggigrat” bezeichneten Route zum Schwarzstöckli.

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Ein Weg ganz nach meinem Geschmack. Mitunter etwas luftig, aber gut zu begehen und lückenlos markiert.

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Die Route liegt am Rande der Tektonik Arena Sardona. Notabene Unesco Welterbe.

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Das verschieden farbene Gestein erzählt eine eigene Geschichte.

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Am Schluss unserer rund 6-stündigen Runde wartete noch eine Überraschung auf uns. Nach der Alpegligen fanden wir uns in einem Felslabyrinth wieder, aus dem wir wohl ohne Wegmarkierungen nicht mehr herausgefunden hätten!

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Die Natur wird hier sich selber überlassen.

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Wer gerne ein paar Kraxelstellen überwindet, über die nötige Kondition verfügt, unberührte Natur und viel Aussicht schätzt, wird an dieser Route Freude haben.

Pizzo Claro? Claro!

Der Pizzo Claro thront hoch über dem Tal, dort, wo die Moesa und der Ticino sich vereinigen. In einem kleinen Anflug von Grössenwahn wird der 2’727 m hohe Berg auch “Matterhorn von Bellinzona” genannt.

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Wie auch immer, er ist ein Aussichtsberg erster Sahne. Allerdings wird er einem nicht geschenkt. Wir haben ihn von der Capanna Brogoldone aus (das ist die Hütte, die mir auf immer und ewig wegen ihren überrissenen Preisen fürs Essen in Erinnerung bleiben wird) angegangen.

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Ab der Hütte sind es vermeintlich “nur” 820 Höhenmeter, jedoch hat es mehrere kleine Zwischen-Abstiege, so dass einiges über 1’000 Höhenmetern zusammenkommt.

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Der Weg ist nicht immer einfach zu finden, die Markierungen dürftig bis unleserlich.

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Im Bereich der Alp di Mem grast ein halber Zoo. Rinder, Schafe, Ziegen und weiter oben selbst Lamas. Man beachte die beiden Munis auf dem Bild, die wir in respektvoll grossem Bogen umgangen haben.

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Vertrauen ins Schuhwerk und die eigene Gangart ist von Vorteil. Stöcke übrigens auch.

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Auf dem Gipfel werden wir nach rund 3 1/2 Stunden Aufstieg mit einer prächtigen Rundsicht belohnt.

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Am Horizont reiht sich ein Viertausender an den nächsten.

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Nach kurzer Beratschlagung nehmen wir den Abstieg über die Nordwest-Flanke Richtung Lago Canee.

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Obschon die Flanke sehr abwesend und steil wirkt, ist der Weg mit der nötigen Vorsicht gut zu begehen. Er ist durchgehend markiert, führt hier doch alljährlich im Oktober ein Berglauf von Claro auf den Gipfel, bei dem schlappe 2’500 Höhenmeter zu bewältigen sind. Der Schnellste schafft die 9,2 Kilometer lange Strecke in 1 Stunde 35 Minuten!!!

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Wir queren die steilen Hänge der Südwestflanke des Visagno. Markierungen findet man hier keine mehr, der Weg ist gegeben.

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So etwas habe ich schon lange nicht mehr gemacht. Ein wenig mulmig ist mir schon beim Queren dieser steilen Flanken. Andererseits hat es sicher nicht geschadet, auch wieder mal die Komfortzone zu verlassen.

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Bei unserer Rückkehr in die Hütte sind wir schon über 5 1/2 Stunden unterwegs. Nun steht noch das Dessert an: weitere 600 Höhenmeter Abstieg zur Bergstation der Seilbahn Monti di Sauru. Wir sind alle Drei heilfroh, als wir müde aber wohlbehalten das gelbe 4er-Gondeli besteigen können.

Die einzige Wolke am Himmel

heute Morgen war der Rauch eines Feuers.

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Total unzugänglich auf 1’600 m gelegen gibt es nur eine Möglichkeit, diesen Waldbrand zu löschen: mit dem Helikopter.

Am Freitag wurde ein kleiner Heli eingesetzt, um den Brand zu bekämpfen. Es gelang ihm nicht, das Feuer zu löschen. Am Samstag wurde eine grosse Kamow zur Unterstützung beigezogen

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und am Sonntag verstärkte ein Super-Puma der Schweizerischen Luftwaffe das Team der Brandbekämpfer.

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Mit zwei solchen Bambi Buckets wurden aus den umliegenden Stauseen abertausende Liter von Löschwasser an die Brandstelle geflogen und entleert. Und wohlbemerkt, es handelt sich um ein verhältnismässig kleines Feuer, das allerdings durch den starken Wind immer wieder angefacht wurde.

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Das Geknatter zweier leistungsstarker Helis den ganzen Tag über hätte einem gehörig auf den Sack gehen können, hätte es nicht einem guten Zweck gedient. Ob der Brand nun gelöscht ist, wird sich weisen. Die für die Nacht angekündigten Niederschläge dürften ihren Beitrag dazu leisten.

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