Voll banger Erwartungen

Heute um 8.00 Uhr muss ich antraben. Antraben zu einem Tag ins Ungewisse. Eine Spätfolge meines Geburtstags.

Ich habe keine Vermutung, kann höchstens spekulieren, was meine drei Freundinnen mit mir anstellen werden. Als Einstimmung habe ich diese Hinweise erhalten:

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Und die Bemerkung, dass ich über etwas, das mich nervt, danach meine Meinung revidiert haben könnte.

Was erwartet mich da bloss???

Es geht langsam dem Ende entgegen

Gestern noch sah es in Brigels so aus und ich verschickte Bilder in meinen Freundeskreis, ob ich DAAAA wirklich Skifahren müsse.

Nun, ich wäre froh gewesen, hätte es heute Morgen noch genauso ausgesehen. Spätestens als mein Fahrer, nachdem er demonstrativ den Scheibenwischer angemacht hatte, auch noch fragte, ob ich überhaupt hoch wolle, kamen mir Zweifel. Mir war völlig klar, dass das kein brillanter Skitag werden würde. Und ich war selbst Schuld daran. Beim schönen Wetter hatte es mir zeitlich einfach nicht gepasst. Und irgendwann musste ich mich ja wieder mal bei meiner Mutter blicken lassen.

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Nicht auf jeder der wenigen Abfahrten, die ich wagte, aber doch immer wieder, sah es so aus.

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Immerhin erreichte ich mein Ziel, dass jede Fahrt – dank vergünstigter Raiffeisen-Tageskarte – nur noch einen Schnägg kostete. Aber Genuss geht definitiv anders.

So kann ich den Winter nicht entlassen. Da muss unbedingt nochmals ein 1a-Skitag ins Land ziehen!

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Alte Freuden mit neuem Gerät

Unsere Wanderung in der Jurassischen Hauptstadt Delémont beginnt dort, wo es sommers ziemlich nass sein dürfte: Auf dem aktuell stillgelegten Wasserspiel.

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Die paar hundert Meter durch die Altstadt machen Lust darauf, diesem Städtchen mal einen ausführlicheren Besuch abzustatten.

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Heute jedoch haben wir ein anders Ziel und streben durch Wohnquartiere dem freien Feld entgegen.

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Nach welchem System wohl hier die Bepflanzung vorgenommen wurde?

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Mehr breit als hoch, diese Föhre, und deshalb im Fokus meiner Kamera.

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Im Jura sind die nächsten Felsen nie weit entfernt.

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Noch ist es im Wald ziemlich kahl. Doch mit geschärftem Auge lässt sich das eine oder andere Grünzeug entdecken.

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Solche schmalen Wege liebe ich!

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Mittagspause beim Naturfreundehaus bei Haute Borne

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mit einem Panorama, das irgendwo weit weg selbst die Jungfrau im Dunst versteckt.

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Ohne diese Tafel würde man glatt verpassen, dass man auf dem höchsten Punkt angelangt ist.

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Der Weg zeigt sich recht vielfältig. Mit Dreck, Laub, Panorama.

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Auf dem Aussichtspunkt Le Béridier.

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Nur noch eine Ruine: Château du Vorbourg

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Ich bin entzückt ab den Narzissen, die mitten im Wald wachsen.

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Und natürlich auch ab den Blausternchen. Und dem Bärlauch, aber den haben wir ja selber.

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Krönender Abschluss dieser schönen Frühlings-Wanderung ist der Besuch in der Konditorei Werth in Delémont.

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Herzlichen Dank an Beat für die Organisation dieser Tour und allen Mitwanderinnen für die gute Unterhaltung.

Falls sich jemand nun wider Erwarten noch an den Titel des Beitrags erinnern sollte, hier die Auflösung: Das neue Gerät sind Frau Flohnmobils Wanderschuhe. Sie haben sich in den gut vier Stunden Wanderung bewährt und dürfen fortan auch auf längere bzw. mehrtägige Touren mitkommen, pardon mitgehen.

Mehr Infos und Fotos gibt es HIER anzuschauen.

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Mutter Natur auf Abwegen (24)

Am Anfang dachte ich, diese Scheibe Holz erinnere mich an einen Pilz. (Merke: Frau Flohnmobil leidet unter Entzugserscheinungen!).

Bei näherer Betrachtung schaute mich plötzlich ein traurig dreinblickendes Irgendwas aus kleinen Äuglein an.

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Immer wieder faszinierend, was die Natur – massgeblich unterstützt von der eigenen Fantasie – hervorzubringen vermag.

Kulinarische Erkenntnis

So eine Zwiebel ist ein ganz schön hartnäckiges Ding!

Zusammen mit diversen Gemüsen und einem 1,3 Kilo schweren Rindsbraten eingelegt, ist sie die Einzige, die sich ihren vornehm blassen Teint erhalten konnte. Lediglich an den Schnitt- bzw. Einstichstellen konnte die Farbe etwas eindringen. Und das nach immerhin einer ganzen Woche in einer Beize aus kräftigem Rotwein und Rotwein-Essig.

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Was aus diesem Langzeit-Aufenthalt im Rotwein geworden ist, habe ich vor kurzem meinen Gästen als “Suure Mocke” serviert. Sie waren alle hellauf begeistert. Und weil dieses Rezept aus der legendären Kochsendung “Al Dente” nicht im Netz auffindbar ist, schreibe ich es hier kurz nieder:

1 kg Rindsbraten
100 g Sellerie in Würfeln
1 Rüebli, in Würfeln
1 Zwiebel, besteckt mit 1 Lorbeerblatt und 2 Nelken
1 kleiner Lauch, in Stücken
1 Zweiglein Rosmarin
2 Zweiglein Thymian
1 Zimtstange
1 Liter Rotwein
1/2 dl Rotweinessig

Alle Zutaten in einem weiten Gefäss mischen. Fleisch in die Beize geben, damit es vollständig mit Flüssigkeit bedeckt ist, mit einem Teller beschweren. Zugedeckt im Kühlschrank ca. 5 Tage beizen, 2-mal wenden. Fleisch und besteckte Zwiebel aus der Beize nehmen, Beize absieben, aufkochen, Schaum abschöpfen. Beize für die Sauce beiseite stellen.

Und dann….

2 Teelöffel Salz
1 Teelöffel Pfeffer aus der Mühle
Bratbutter zum Anbraten
300 g Rüebli, in Scheiben
150 g Stangensellerie, in Scheiben
150 g Lauch, in Ringen
2 Esslöffel Tomatenpüree
1 Zweiglein Rosmarin
2 Zweiglein Thymian
6 weiche Dörrbirnen
1 Zimtstange
1 dl Fleischbouillon

Fleisch trocken tupfen, würzen. Bratbutter in einem Brattopf heiss werden lassen. Fleisch rundum bei mittlerer Hitze ca. 8 Minuten anbraten. Braten herausnehmen. 

Rüebli, Stangensellerie und Lauch in derselben Pfanne andämpfen. Tomatenpüree, Rosmarin und Thymian kurz mitdämpfen. Dörrbirnen und Zimt beigeben. Bouillon und beiseite gestellte Beize dazugiessen, aufkochen, Fleisch und die besteckte Zwiebel wieder beigeben.

Zugedeckt ca. 3 Stunden im 150 Grad heissen Backofen schmoren. Braten 2-mal wenden. Besteckte Zwiebel, Kräuter und Zimtstange herausnehmen. Ca. die Hälfte des Gemüses mit ca. 2 dl Sauce pürieren, wieder zur Sauce giessen, mischen, würzen.

Den Braten in dünne Tranchen schneiden,  mit Sauce und – so meine Variante – zusammen mit einem Härdöpfel-Sellerie-Stampf anrichten.

Gewiss kein Gericht für die eilige Köchin. Aber total Mmmmmh!

Happy Hour fürs Auto

Ich staunte nicht schlecht, als die Preisliste für die Auto-Waschstrasse vor mir auftauchte. Das war doch letztes Mal noch erheblich billiger gewesen! Allerdings segelte da die Waschanlage noch unter anderer Flagge.

Da es weder ein Zurück gab – der Rückwärts Fahrgang ist nicht mein bester Freund und eine Beule wäre in jedem Fall teurer gekommen – noch ich gewillt war, ein halbes Vermögen in die Sauberkeit meines Vehikels zu investieren, entschied ich mich fürs billigste Programm. Schliesslich ist mit dem Winter noch nicht aller Tage Abend und mein Fahrzeug wird garantiert nochmals mit Salz kontaminiert werden.

So kam ich nicht in den Genuss der Happy Hour: falscher Zeitpunkt, falsches Programm. Dass am Ende der Waschstrasse kostenlose Staubsauger-Plätze zur Verfügung stehen, möbelte meine Heiterkeit – pardon Happyness – nur unwesentlich auf.

Und das Resultat, ganz ehrlich, hat mich nicht restlos überzeugt. Ich werde mich wohl nach einer neuen Auto-Waschstrasse umschauen müssen. Oder nach alter Väter Sitte in der Stützliwösch selber Hand anlegen. Schliesslich sind die Ansprüche nicht mehr so hoch, wie als mein Mann noch lebte.

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Tunnel-Wanderung mit Panorama-Blick

Ausschlafen und wandern – das ist eine eher seltene Kombination. Gestern ward sie dank kurzer Anreise wahr.

In der Badener Altstadt schreiten wir die Marktstände ab. Es frühlingt allenthalben!

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Nach wenigen hundert Metern lassen wir die Stadt hinter uns. Soooo viele Wegweiser!

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Der Weg durch den Tüfels-Chäller fasziniert mich. So also sieht ein Wald aus, der seit 1999 nicht mehr bewirtschaftet wird.

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Immer wieder ein besonderer Anblick: der erste Seidelbast des Jahres.

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Lungenkraut – der violette Zwilling des Schlüsselblüemlis – habe ich schon mehrere Jahre nicht mehr angetroffen. Gemäss Kurt nennt man den Frühlingsboten in der Ostschweiz “Schlotterhose”.

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Die intensiven Niederschläge der vergangenen beiden Tage haben ihre Spuren hinterlassen. Im Grossen Ganzen aber ist der Weg erstaunlich trocken.

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Dass wir auf unserem Weg gleich über mehrere Tunnels schreiten – die drei Röhren des Bareggs und den Heitersberg-Eisenbahntunnel – merken wir natürlich nicht. Hier der Blick über die Lägern.

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Auf der anderen Seite des Högerlis empfängt uns nicht nur ein giftiger Wind,

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sondern vor allem ein fantastisches Panorama über die Alpen.

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Die Suche nach dem optimalen Mittags-Plätzli gestaltet sich etwas schwierig, scheint doch die Sonne aus der gleichen Richtung wie der Wind pfeift.

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Wenn die Temperaturen so hoch bleiben, wird diese Wiese wohl bald goldgelb vor lauter Löwenzahn sein.

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Nur wenige Fahrstrassen queren den Heitersberg. Wir sind praktisch unbehelligt vom Verkehr.

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Wieder was dazugelernt: Die Aargauer haben auch einen Egelsee. Im Sommer vermutlich ein stark beanspruchtes Naherholungsgebiet.

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Der Üetliberg für einmal aus anderer Perspektive.

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Unseren Kafi-Gelüsten können wir in der sympathischen Selbstbedienungs-Cafeteria des Behindertenheims Morgenstern nachkommen.

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Ein Wanderer erzählt uns von den vielen Blausternen, die wie ein Teppich oben am Heitersberg vorkommen müssen. Da wir den Weg über den Egelsee statt über den Grat gewählt haben, haben wir sie verpasst. Oder doch nicht? Unterhalb der Cafeteria entdecken wir auch ein Wäldchen, wo es hüben wie drüben blaut.

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Unsere Wanderung endet an der Station Widen Heinrüti der Dietikon-Bremgarten-Bahn.

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Dort stehen auch die einzigen Miezen, die wir den ganzen Tag antreffen.

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Vielen Dank an Beat für diese Wanderung; es war genau passend für diesen Frühlingstag.

Weitere Infos und Bilder zur Wanderung gibt es HIER.

Karte

Ich als Ingwer

Jemandem etwas Duftendes schenken finde ich grundsätzlich heikel. Etwas Duftendes geschenkt bekommen ist eine nicht minder delikate Angelegenheit.

Ich erhielt vor kurzem – noch immer eine Folge meiner Schnapszahl – eine reichlich grosse Flasche mit Duschgel. Ich weiss sehr wohl, dass die Person, die mir damit eine Freude machen wollte, die Flasche in erster Linie wegen dem Spruch drauf gekauft hat. Mit etwas Glück würde ich nicht nur den Spruch dufte finden, sondern auch den Inhalt.

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Das ist, hochverehrte Frau S., leider nicht der Fall. Ich weiss, du hast es gut gemeint. Aber als Ingwer kann ich beim besten Willen nicht durchs Leben gehen.