Beschildert geschildert (153)

Irgendwie mutet es mir immer etwas seltsam an, wenn ich an diesem Schild vorbei fahre…

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… insbesondere wenn ich den unteren Teil lese.

Ich weiss nicht, ob ich mein Kind in eine Spielgruppe geben würde, wo es als Schweine- oder Rindfleisch endet. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

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Alternativprogramm gesucht!

Im vergangenen Monat waren der Bergler und ich viel unterwegs. Noch mehr als sonst, bin ich versucht zu sagen. 

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Ich habe mir mal erlaubt, eine kleine Statistik zu erstellen. Einfach so. Eigentlich sinnlos. Aber ich liebe solche Zahlen(Spiele).

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Insgesamt 14 Wanderungen haben wir unternommen. Dabei sind wir 180 km weit gelaufen, haben 10’300 Höhenmeter im Aufstieg und 11’600 im Abstieg bewältigt. Das hat uns – reine Wanderzeit und nur geschätzt – 60 Stunden lang beschäftigt.

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Nicht in dieser Statistik enthalten ist der rein ideelle Wert. Die Energie, die uns solche Touren verleiht. Die Freude, die wir dabei empfinden. Die Kameradschaft, die sich auf keine Art und Weise in Zahlen fassen lässt.

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All das macht wandern zu einem der schönsten Hobbys, das ich mir vorstellen kann. Doch nun ist es Zeit, auch wieder mal was anderes zu machen. Beispielsweise Pilze zu sammeln, unsere neuen Velos zu bewegen. Und zu warten, bis es endlich wieder besseres Wetter gibt, um zu wandern….

Auf neuem Boden

Nach einem erholsamen, langen Schlaf im eigenen Bett (aaaah, so schön…!), werde ich frisch und munter die vergangenen drei Tage zusammenfassen.

Auf der Suche nach einer Region, in der ich noch nie war und für eine Tagestour garantiert nie hinkommen werde, bin ich auf die Griesalp im allerhintersten Kiental gestossen. Das erste Highlight ist die Fahrt dorthin auf der notabene steilsten Postauto-Strecke der Schweiz.

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Kurzer Marsch in unser Hotel, Rucksack erleichtern und Start zur

1. Wanderung

Diese erweist sich als sehr steil und relativ wenig begangen. Unsereins kommt ins Keuchen! Doch bevor es so richtig zur Sache geht, können wir nochmals einen Blick auf die imposante Schwemmebene von Tschingel werfen, die nach jedem starken Niederschlag wieder anders aussieht.

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Ein kleiner Zwischenfall an einer Stelle, wo der Weg weggerutscht ist, zeigt uns, wie wenig es brauchen würde, um die ausgelassene Stimmung eines Wandertags ins Gegenteil zu kehren.

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Der Weg bleibt anspruchsvoll, steil und etwas rutschig. Wie froh bin ich, dass ich unsere Rundtour nicht in der Gegenrichtung angegangen bin!

Aus dem Gröbsten raus ist es der Kelly-Family-Ampel schon wieder ums Scherzen zu Mute.

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Vorbei an einigen Schafen (wo bitte ist hier der Herdenschutz?), nochmals ein steiler Aufschwung und das Ziel ist in Griffnähe.

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Sind die Wolken nicht gerade Spielverderber, reicht der Blick über den Thunersee hinweg. Die Marschzeiten scheinen mir übrigens für einmal eher etwas optimistisch angegeben zu sein.

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Der Abstieg erfolgt etwa zur Hälfte auf einer befahrbaren Strasse. Lockeres Auslaufen und staunen ab unserem schönen Land.

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Wanderung ab Griesalp durchs Chüegschwindli auf den Chistihubel und über Dünde zurück.
12,4 km, 980 Höhenmeter, 4 3/4 Std.

Zurück in unserem Hotel teilen wir uns mit allen anderen Gästen total zwei Duschen. “Etagendusche” entspricht hier nicht ganz den Gegebenheiten, befinden sich die kleinen, etwas schmuddeligen Duschen doch im Kellergeschoss. Ich wage nicht zu denken, wie es wäre, wenn das Hotel voll besetzt ist.

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Der 2. Wandertag

beginnt mit dem Frühstück um 7.00 Uhr. Der Wetterbericht sagt für Mitte Nachmittag Gewitter voraus. Eine solche Dusche möchte ich uns auf jeden Fall ersparen.

Der Weg ins Gamchi führt zuerst der Fahrstrasse entlang, dann einem breiten Kiesweg.

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Dort steht eine erste Entscheidung an für eine verkürzte Route. Die Truppe ist guter Dinge, und ich gehe davon aus, dass wir die mittellange Tour Richtung Gspaltenhornhütte machen können.

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Für grosses Gelächter sorgt eine Passage unter Felsen hindurch, die wir dank den bereitgestellten Raiffeisen-Schirmen einigermassen trocken absolvieren können.

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Was danach folgt ist ganz grosses Wander-Kino!

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Um nichts zu riskieren verzichten wir auf den Abstecher zur Gspaltenhornhütte und suchen uns stattdessen den Weg über das Gletscher-Vorfeld und treten auf der gegenüberliegenden Talseite den Rückweg an.

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Bombastisch schön, diese Wegführung!

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Golderli – Gamchi – Gamchigletscher – Griesalp – Golderli
13,2 km, 980 Höhenmeter, 5 Std.

Und wenn man so viel wandert, hat man sich natürlich eine Belohnung verdient!

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Wesentlich früher dran als gestern, erobern wir uns als erste Gruppe die Duschen und verbringen den Rest des Nachmittags mit Lesen, Jassen, eines dieser Lamas probieren, das vor dem Hotel rumläuft, oder einfach mit nichts tun.

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Der 3. Wandertag

fängt mit einem Abschied an. Wir müssen ein Mitglied unserer Gruppe ziehen lassen, das notgedrungen den direkten Heimweg antritt.

Nach den Niederschlägen der vergangenen Nacht ist alles verhangen, die Aussicht auf Aussicht noch gering. Durch den Nebel hören wir das Määähen des Wassers und das Rauschen der Schafe.

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Wir haben nun alle wieder die Vollpackung dabei und versuchen, angesichts der anstrengenden Etappe das Tempo etwas zu drosseln.

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Dennoch stehen wir schon nach weniger als drei Stunden auf der Sefinenfurgge.

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256 Stufen (oder doch 257?) führen auf der einen Seite hoch, und ein paar weniger auf einer neueren Treppe wieder runter.

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Die ersten 1’200 Höhenmeter wären geschafft, doch nun folgt noch ein längerer Abstieg, unterbrochen von einer Zwischenverpflegung in der Rotstockhütte.

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Vom an sich grandiosen Panorama sehen wir immer nur Bruchstücke, aber auch so ist der folgende Wegabschnitt imposant und absolut lohnenswert.

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Kurz vor 15.00 Uhr laufen wir in Mürren ein. Kulturschock! So viel Zivilisation, so viel Touristen! Und die ersten Regentropfen.

Griesalp – Sefinenfurgge – Mürren
16,5 km, 1’320 m Aufstieg, 1’125 m Abstieg, 6 1/2 Std.

Wir hatten ein wahnsinniges Glück mit dem Wetter. Wir waren eine wahnsinns gute Truppe. Und obendrein wahnsinnig schnell unterwegs.

Ein herzlicher Dank an alle für die gute Kameradschaft.

Urner Triathlon

Als es noch Sommer war, also gestern, starteten wir zu sechst zum von mir selbst ernannten Urner Triathlon.

Als erste Disziplin begingen wir den Wildheupfad. Mit einer gehörigen Portion Respekt hatte ich diese Route ausgeschrieben.

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Nicht ganz zu Unrecht. Und dennoch ist der Weg – zumindest bei trockenen Verhältnissen und für trittsichere, schwindelfreie Wanderer – gut zu begehen und an den kritischen Stellen abgesichert. Dass es am Einstieg der Route ein Velo-Fahrverbot braucht, liess mich einmal mehr über gewisse Mountainbiker den Kopf schütteln.

Es begann harmlos.

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Die Tiefblicke: genial!

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Die Wege: schmal. Wir gingen alles im Gänsemarsch. Überholen ging nur, wenn jemand an einer passenden Stelle zur Seite stand.

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Noch waren keine Wiesen gemäht. Das manifestierte sich in einer unglaublichen Vielfalt an Blumen und dementsprechend auch vielen Insekten.

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Was für ein prächtiger Wandertag! Auf der gegenüberliegenden Hangseite liegen die Eggberge, wo wir gestartet waren.

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Die Wanderung – eher kurz für unsere Verhältnisse – endete beim “Heubähnli” auf Oberaxen.

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Uns stand die zweite Dispziplin bevor: Bähnli fahren in der Viererkabine. Nichts für schwache Nerven! Unvorstellbar, dass es eine Familie gibt, die ganzjährig hier oben wohnt und nur mit dem Bähnli zu Tale schweben kann.

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Gemeinsam liefen wir vor der Badi in Flüelen ein, wo wir die geplante dritte Disziplin in Angriff nahmen: Wir stürzten uns in die kühlenden Fluten des Sees, den wir praktisch auf der ganzen Wanderung im Blickfeld gehabt hatten. Nach den vorangegangenen Überschwemmungen war der Wasserstand am Urnersee noch recht hoch und ein Teil der ohnehin kleinen Liegewiese noch abgetrennt. Im Wasser schwamm – zumindest im Bereich der Badi – erstaunlich wenig Teibholz.

Ein eher unkonventioneller Wandertag mit einem Abschluss, der den hohen Temperaturen gerecht wurde.

Weitere Infos und Bilder zur Wanderung gibt es HIER anzuschauen.

Immer wieder schön

Ein Teil meiner Kakteen, vornehmlich die grösseren, residiert seit mehr als einem Jahr im Ferienhaus.

Ich hatte diese Woche das Glück, mal wieder den Werdegang einer Blüte einer meiner liebsten Kakteen mitzuverfolgen. Wie entzückend, wenn sich das zarte Gelb herausschält.

Wenige Stunden später:

Noch immer am ersten Tag, mit etwas Sonne im Herzen.

Dann kam der Regen. Und der behagt Kaktusblüten in der Regel gar nicht. Diese Opuntie macht da keine Ausnahme. Am zweiten Tag sah sie so aus:

Und am dritten Tag war sie noch etwas mehr verhuddelt.

Kleiner Trost: Selbst bei Sonnenschein blühen die Blumen nur einen Tag lang. Aber ich finde deine Blüten selbst verwuschelt noch wunderschön, du meine liebe Opuntia santa rita.

Als ich meinen Rucksack auspackte

… fand ich darin ein Paar kurze Hosen. Ganz zuunterst! Völlig unberührt, um nicht zu sagen vereinsamt.

In der vergangenen Wanderwoche, die uns vom Goms über den Saflischpass, Simplonpass nach Visperterminen hätte führen sollen, spielte das Wetter zeitweise übel mit. So ist es denn auch nicht weiter verwunderlich, dass die Handschuhe, die ich glücklicherweise mit dabei hatte, wertvollere Dienste leisteten als die Wandershorts.

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Doch es gab auch lichte Momente.

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Und damit wir nicht übermütig wurden, wurden wir zwischendurch mit Regenwetter abgestraft und mussten statt einer aussichtsreichen Wanderung mit Seilbahn und Postauto in die Nähe des nächsten Etappenorts fahren.

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Schade, dass wir zwei Etappen gänzlich auf den Kopf stellen mussten. Immerhin gibt es nun einen triftigen Grund, wieder mal die Region Simplon als Ausgangspunkt für Wanderung ins Auge zu fassen. Denn es gäbe hier noch einiges zu tun.

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Auf Stockalpers Spuren

Das Wetter spielt ziemlich verrückt diesen Sommer, und so ist es auch wenig verwunderlich, dass wir unsere geplante Wanderwoche jeden Tag von neuem den Begebenheiten anpassen müssen.

Auf die Idee, Abschnitte der Via Stockalper zu begehen, wären wir bei eitel Sonnenschein jedenfalls nicht gekommen.

Gestern wanderten wir bei recht zweifelhaftem Wetter vom Simplon Pass ins gleichnamige Dorf.

Von Rosswald via Brig kommend, verliessen wir das Postauto beim Niemandsland der Haltestelle Simplon Niwen.

Schon bald kam eines der Wahrzeichen der Region, das alte Spital, in Sicht.

Dieses, wie so viele andere Bauten am Simplonpass, war ein Teil des Imperiums von Kaspar Stockalper.

Der Wanderweg des 21. Jahrhunderts verläuft entlang des ursprünglichen Saumpfades und ist ganz nett zu begehen. Bei Sonnenschein wäre es wohl noch netter.

Die Passstrasse verläuft meist in gebührendem Abstand, allfälliger Verkehrslärm schluckt der Bach.

In Simplon Dorf bezogen wir unser Hotel und schauten in fast krankhafter Regelmässigkeit immer wieder auf den Wetterbericht.

Dieser kannte keine Gnade. Die geplante Tour zum Sirwoltensee machte keinen Sinn und so starteten wir anderntags zu einer weiteren Etappe der Via Stockalper.

Der Streckenverlauf durch die wilde Gondoschlucht lässt nur ansatzweise erahnen, auf welche topografischen Schwierigkeiten die Erbauer des ersten Saumpfads im 17. Jahrhundert stiessen.

Nach knapp drei Stunden erreichten wir trocken den Grenzort Gondo, genehmigten uns ein Walliser-Plättli und fuhren mit dem Postauto über die für den Schwerverkehr ausgebaute Strecke in einer Viertelstunde zurück nach Simplon. Wenn Kaspar Stockalper wüsste, wie einfach so etwas heutzutage geht!

Weitere Details zur Via Stockalper gibt es HIER

Einen aufschlussreichen Artikel zu Kaspar Stockalper, dem mächtigsten und einflussreichsten Walliser Unternehmer des 17. Jahrhunderts gibt es HIER.

Ein Gipfel wie aus dem Bilderbuch

Was braucht es für eine gelungene Wanderung?

Sehr nützlich ist schönes Wetter. Hatten wir.

Wünschenswert ist gute Aussicht. Hatten wir. Und zwar auf mehrere Viertausender.

Nett ist eine spektakuläre Wegführung. Hatten wir. Und wie!

Tief- und Weitblicke sind in den Bergen häufig. Am Folluhorn sind sie der Überhammer! Vom 2’655 m hohen Berg aus sieht man praktisch zwischen den Beinen hindurch ins 2’000 m tiefer gelegene Rhonetal und auf hunderte von Berggipfel.

Und die wichtigste Voraussetzung von allen: liebe Begleitung. Alles andere als selbstverständlich, aber in unserem kleinen Kreis so herrlich natürlich, dass es eine wahre Freude ist.

Alles in allem ist diese ca. 4-stündige Wanderung, die wir ab Rosswald in Angriff genommen haben, für mich so etwas wie der Inbegriff einer Gipfeltour und jedem trittsicheren Wanderer wärmstens zu empfehlen.

Beweisstück Unterhose (3)

Der grosse Tag war da. Die Unterhose war zwei Monate im Boden und musste ausgegraben werden. Ohne die Markierung hätte ich die Grabstätte wohl kaum mehr gefunden.

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Auch dieses Mal ging ich – sonst nicht so meine Sache in Gartenangelegenheiten – äusserst sorgfältig ans Werk. Prompt stach ich mit dem Schäufelchen in das, was die Bodenlebewesen noch von der Unterhose übrig gelassen hatten. Und das war tatsächlich nicht mehr allzu viel.

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Experiment gelungen? Ich glaube schon, ja. Nun werden die spärlichen Überreste und die sechs Teebeutelchen getrocknet und zusammen mit der Bodenprobe und der ersten Unterhose zurück an die Uni geschickt. Dort werden sie genauso wie die anderen 1’000 Studienobjekte ausgewertet. Irgendwann werde ich an dieser Stelle berichten können, was bei all diesen unterirdischen Unterhosen rausgekommen ist.


Immer diese Fortpflanzung!

Kakteen-Vermehrung in allen Ehren, aber ich habe schlicht und einfach keinen Platz. Oder präziser ausgedrückt, ich will nicht mehr Platz zur Verfügung stellen.

Deshalb musste diese äusserst fortpflanzungsfreudige Opuntie einmal mehr Haare bzw. Ohren lassen,

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und sah, nachdem ich behandschuhte Hand angelegt hatte, so aus:

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Immer noch ausreichend gross, finde ich.