Helvetisches Freudenfest

Es gibt verschiedene Varianten, den heutigen Tag zu feiern.

Was es zu feiern gibt?

! ! !   725 Jahre Eidgenossenschaft  ! ! !

Der 1. August ist unser Nationalfeiertag. Heute wird landauf landab grilliert und kaum ist es einigermassen Nacht, werden Raketen den Himmel erhellen und sämtliche in- und ausländischen Hunde werden sich verkriechen und ihre Pfoten schützend über die Ohren halten.

Mein innig geliebter Mitbewohner und ich haben wie alle Jahre keinen roten Rappen (auch keinen rot-weissen Rappen) ausgegeben für irgendwelches Feuerwerk.

Unsere bevorzugte Variante, um den Geburtstag der Eidgenossenschaft zu feiern, geht so:

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Da es diesen Blog schon einige Jahre gibt, wurde zum 1. August natürlich nicht zu ersten Mal etwas geschrieben. Mögt ihr nachlesen, was Frau Flohnmobil seinerzeit schrieb?

 

Hier und heute

Wenn’s auf dem Rütli singt und dudelt,
Der Tell sein Sackgeld für Feuerwerk verjubelt.

Wenn Haustiere Angst und Schrecken durchleben,
Während sich ihre Besitzer dem Suff hingeben.

Der ehrfürchtige Bürger sich zum Schweizerpsalm erhebt
Derweil der Cervelat-Dunst sich allmählich legt.

Muss ein besonderer Tag sein für dieses kleine Land,
In dem man nebst Taschenmesser und Abfallsack-Gebühren auch Riii-cooo-la erfand.

Benebelt, verknallt, erleichtert

Hatschi! Er hustete zünftig, blinzelte mehrmals mit den Augen. Noch immer lag ein seltsamer Geschmack in der Luft, beim Atmen kratzte es dem Steinbock im Hals. Na das war ja wieder mal ein Abend gewesen!

Die Flachländer hatten zünftig zugeschlagen. Ohne Rücksicht auf Verluste hatten sie sinnlos mit ihren Raketen, Frauenfürzen, Höhenfeuern und Schwärmern die Nacht benebelt. Eine wahre Dunstglocke hatte zeitweise die Gegend eingehüllt. An Feinstaubwerte dachte am 1. August keine Sau.

Wenn er es objektiv betrachtete, war er dieses Jahr ja lange von den kletterunbegabten Zweibeinern verschont geblieben. Zuerst war ihnen vorzeitig die Lust am Skifahren abhanden gekommen, dann hatten die Bergbahnen den Betrieb bis weit in den Sommer hinein eingestellt und als es allzu arg zu drohen wurde, folgte zu seiner grossen Erleichterung eine feuchte, kalte Phase.

Aber eben gestern, am Nationalfeiertag dieser kletterunbegabten, hirn-, ähm hornlosen Zweibeiner, waren sie nicht mehr zu bremsen gewesen. Einmal mehr konnte der Steinbock nur seinen Kopf schütteln. Wie schön war es doch gewesen an jenem 1. August 2003, als wegen akuter Trockenheit in seinem Heimatkanton ein Feuerungsverbot ausgesprochen wurde. So etwas würde er sich jeden 1. August wünschen.

Doch nun war ja das Schlimmste überstanden. Obwohl, er wusste aus früheren Jahren, dass die Hornlosen mitunter auch noch Tage später aus irgendeinem Fundus Schwärmer losliessen. Er würde wohl auch das noch überstehen. Denn im Gegensatz zu der bevorstehenden Jagdsaison waren Frauenfürzli ja sowas von harmlos.