Dekadenz auf leisen Pfoten

Bei Aldi gibt es ab heute Adventskalender für Hunde und Katzen.

“zum Verwöhnen und Belohnen Ihres Lieblings, mit 6 verschiedenen Snacks befüllt”

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Momentan kann ich grad nicht beurteilen, ob es an meiner Einstellung gegenüber Essen im besonderen oder an Weihnachten generell liegt. Aber total dekadent finde ich so etwas ohnehin.

Falten – ohne bügeln

Mit leichtem Erstaunen las ich diese Packungsaufschrift:

Falten-Modellierer. Aha. Hat man sich hier nicht im Begriff etwas vertan? Wer will sich denn schon Falten ins Gesicht klatschen? Das Geschnurpfe kommt früher oder später doch ohnehin gratis und ungefragt daher.

Die Antwort auf meine wirklich tiefschürfenden Fragen lieferte mein innig geliebter Mitbewohner, der sich in meinem Einkaufswägelchen-Schlepptau leicht missmutig den Weg durch die vollgestopften Aldi-Reihen bahnte.

„Das wird wohl für Teenager sein, die sich an der Kino-Kasse älter machen wollen.“

Aladins Wunderlampe

Sie waren gerade noch zu dritt, als wir ihrer gewahr wurden. Zwei von ihnen wirkten zwar – und dazu bedurfte es keiner detaillierten Abklärung – nicht mehr ganz unversehrt. Aus naheliegenden Gründen machte die Unbehelligte das Rennen. Mein innig geliebter Mitbewohner witterte sofort Morgenluft. Auf so ein Produkt hatte er gewartet!

Zu Hause dann: Basteln mit Aldi. Die neue Nachttisch-Lampe war in ihre Bestandteile zerlegt. Der Mitbewohner, ziemlich praktisch veranlagt, ergriff kurzentschlossen das mitgelieferte Werkzeuglein, steckte das Hallo-Eugen-Leuchtmittelchen mit spitzen Fingern rein, schraubte das Glas an die Fassung, griff beherzt zum Stecker, suchte sich die erstbeste freie Steckdose und ….

Dann geschah nichts. Jedenfalls nicht das, was man von einer Leuchte erwarten würde. Es blieb nämlich dunkel. Beherztes Zureden nützte genauso wenig wie die Überprüfung, ob die Sicherung auch noch ganz war. Die Leuchte liess sich nicht dazu bewegen, unseren Alltag zu erhellen.

Also die gesamte Bastelarbeit zurück in den Karton, Mantel und Schuhe an, Autoschlüssel fassen und zurück zu Aldi. Dort pflückte der Mitbewohner den Filialleiter, der eigentlich eine lange Warteschlange von Kunden vor der Kasse von ihrem Leiden erlösen wollte und schleppte ihn ab zu den verbliebenen zwei Lämpchen. Gemeinsam durchsuchten die Zwei die anderen beiden Schachteln. Im der einen fehlte das Halogen-Birnchen, in der anderen war es zumindest vorhanden, auch wenn der Schachtelinhalt ganz offensichtlich eine, wenn nicht mehrere Zerpflückungs-Aktionen hinter sich hatte.

Der Mitbewohner, anfangs felsenfest davon überzeugt, er würde den Laden nur verlassen, wenn er die Lampe ausprobiert habe, liess sich breitschlagen mit der Erklärung, er könne ja wieder kommen und die Lampe umtauschen, allenfalls das Geld zurück erhalten. Die defekte Lampe hinterliess der Filialleiter einfach im Verkaufsgestell. In absehbarer Zeit dürfte sich demnach das oben geschilderte Prozedere mit neuen Protagonisten wiederholen.

Mit mittelmässiger Zuversicht ausgestattet setzte der Mitbewohner zu Hause die zweite Lampe in rekordverdächtiger Zeit zusammen und oh Wunder: Es wurde Licht.

Unsere Lampe brennt. Aber wird der Käufer unserer ersten Lampe mit ALADINS Wunderlampe glücklich werden?

Garantiert ohne Garantie

Mein innig geliebter Mitbewohner hat gestern auf dem See seine Angelrute ruiniert. Genauer gesagt hat dies ein Fisch getan, denn der Brocken war angeblich (Fischerlatein???) so kräftig, dass die Rute dem Zug nicht standgehalten hat. Klacks und sie war direkt am Griff entzwei. Der Fisch war noch dran aber zum Glück nicht mehr lange, sonst hätte der Mitbewohner gröbere Kosten gehabt.

Er verlor nicht viele lobende Worte über das Felchenrütchen. Zum allgemeinen Verständnis muss ich hier sofort anfügen, dass das Rütchen aus einem Aldi-Bestand stammt. „Aha, kein Wunder!“ wird es nun dem einen oder anderen Leser entfahren. Okay, das Rütchen hat mitsamt der Rolle und der Schnur nur 50 Franken gekostet, im Fachgeschäft bezahlt man für die nackte Rute schon das Dreifache. Es war halt einfach ein Versuch, denn bis anhin hat der Mitbewohner auch mit teureren Ruten geangelt. Und dies wird er wohl fortan wieder machen, denn als wir heute, ausgerüstet mit Kassenzettel und dem Corpus Delicti, bei Aldi an der Kasse standen, ahnte ich nichts Gutes.

Die Kassiererin beschied dem Mitbewohner, er müsse die Rute dem Hersteller einschicken. Die Aldi-Garantie laufe nur in den ersten zwei Monaten, und die waren in unserem Fall bereits um. Für den Rest der Garantiefrist stehe der Hersteller gerade. Der Mitbewohner schäumte, die ganze Aldi-Filiale spitzte die Ohren.

Einmal mehr hat sich gezeigt, dass sich die Verkaufsstellen (und da gehört nicht nur Aldi dazu!) herauswinden, wenn es um Garantieansprüche geht. In unserem Fall hätten wir also das Rütchen einsenden müssen. Da es über einen Meter lang ist, hätten wir es bei der Post als Sperrgut aufgeben müssen – für 32 Stutz. Der Mitbewohner hat darauf verzichtet. Kundendienst sieht anders aus.

Alles Winter, alles gut

Wenn unsereins nach längerem wieder mal in die Aldi-Filiale vor der Haustüre reinschaut, erblickt man so manchen Ladenhüter, der sich in den vergangenen Wochen angesammelt hat. Bohrmaschine neben Jogginghose. Asiatische Lebensmittel neben Badesalz.

Etwas zum staunen  haben mich das Raclette-Gewürz und der Schwangerschafts-Test gebracht. Ich muss neidlos zugestehen, dass die verantwortlichen Einkäufer in angemessenem Rahmen auf die  kühlen Juli-Temperaturen reagiert haben.