Auf dem Anti-Schisshasen-Panorama-Weg

Ein erfrischendes Lüftchen weht durch die Stille, die nur durch den wiederholten Ruf eines Kuckucks durchbrochen wird.  Ich stehe als Erste auf dem Rinderhorn. Dies hat für einmal weniger mit der Kondition denn mit dem Zeit Management zu tun.

Was für ein abartig herrliches Panorama mich da empfängt! Ich kann mich kaum satt sehen an all den Bergen. Schlagartig wird mir klar, dass es die richtige Entscheidung war, nach der zweitägigen Wanderung mit den Kollegen noch einen Tag anzuhängen.

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Der Panoramaweg ist gut ausgebaut und auch für Schisshasen zu begehen.

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Bei “Uf de Chessle” holt mich die Zivilisation ein.

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Der Vollständigkeit halber statte ich der Hornflue einen Besuch ab.

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Die Täfeli gehören zum Blumenpfad. Leider gilt auch hier: Schneller vergessen als gelesen.

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Ein Blick auf künftige Projekte in Richtung Sanetschpass.

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Schönried kommt in Sicht…

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…  und macht seinem Namen alle Ehre.

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Im Abstieg habe ich die Bergbahn verschmäht.

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Dies dürfte das letzte von rund 50 oder noch mehr Gätterli gewesen sein, die ich in den vergangenen drei Tagen durchstiegen habe. Es scheint sich hier um ein ausgesprochenes Berner Oberländer Modell zu handeln. Die Gätterli sahen ausnahmslos überall gleich aus.

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Blick zurück zum Horneggli.

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Bald schon kommt mein Zug und fährt mich die erste Etappe heimwärts. Nicht schlecht, so eine Fahrt im Panorama-Wagen der MOB.

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Nach mehreren Betriebsstörungen und Unterbrüchen bin ich doch noch rechtzeitig daheim, um mit meiner Freundin Lisbeth auf ihren Geburtstag anzustossen.

Die Route ist sehr anschaulich hier beschrieben.

Auch da muss ich durch

Mein über alles geliebter Mann

Ich ging heute Skifahren. Ganz alleine. 

Es war ein traumhafter Skitag. Blauer Himmel, Pulverschnee, sonnig, mild, windstill. Und vor allem: kein Mensch auf der Piste. Du wärst begeistert gewesen!

Ein gelungener Einstieg in die neue Skisaison. Aber auch ein trauriger. Denn es war das erste Mal, dass ich ohne dich auf der Piste war. In einem Skigebiet, wo wir in den letzten 23 Wintern so viel rumgekurvt sind. Wo wir jeden Hubbel kannten, mit jedem Pistenpfahl per du waren. Wo wir so viele glückliche Momente hatten. 

Du hättest meine Skis sehen sollen! Weisst du, der Fischer Slalom, den wir vor drei Jahren gekauft haben. Seine Kanten sind rostig geworden, weil du dich nach unseren letzten Skiferien nicht mehr um unsere Skis kümmern konntest. Immerhin, heiss gewachst habe ich den Ski vor wenigen Tagen noch. Und ich darf sagen, dass mir das ganz leidlich gelungen ist, obschon bekanntlich hundert Mal  zuschauen nicht gleich viel wert ist, wie einmal selber machen. Ich habe mich in der Werkstatt einigermassen zurecht gefunden in deinem System der ganzen Skiwachserei. Aber ans Kanten abziehen wage ich mich momentan noch nicht. Drum bleiben sie halt rostig, auch wenn dich das grausam stört, aber im Pulverschnee ist das nicht so wichtig.

Vermutlich werde ich den Ski ohnehin verscherbeln. Das Brett hat ja schon keine Spannung mehr! Ich muss mich nun auf meine eigene Beurteilung verlassen, kann mich nicht mehr hinter deiner immensen Erfahrung verschanzen.

Ich habe mit dem heutigen Skitag einen weiteren wichtigen Schritt in meinem neuen Leben gemacht. Dem Leben ohne dich. Alleine Skifahren ist zwar nicht das, was ich mir immer gewünscht habe, aber alleine unter dem Nebel Trübsal blasen, wäre die schlechtere Option gewesen. So habe ich den heutigen Tag auf eine spezielle Art geniessen können. Ich fühlte mich dir ganz nah, auch wenn ich bei jedem Schwung (und glaub mir, es waren viele und viele perfekte) schmerzhaft daran erinnert wurde, dass ich alles, was mich als Skifahrerin ausmacht, dir zu verdanken habe.

Deine Bea

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Menschenleere Pisten, perfekte Verhältnisse: Skigebiet Brigels am 22. Dezember 2017

Alleine oder gar nicht?

Ich stand vor einer Entscheidung, die ich in Zukunft wohl häufig, wenn nicht gar täglich, werde fällen müssen. Lieber alleine oder gar nicht?

Am letzten Freitag wollte ich unbedingt eine Wanderung unternehmen. Und es sollte keine Flachland-Tschalperei werden, dafür war das Wetter zu gut, die Temperaturen vor der Haustüre zu heiss, meine Lust auf Neues zu gross. Also: ab in die Berge! Da sich keine geeignete Begleitung fand, zog ich halt alleine los.

Mit dem Zug fuhr ich bis nach Spinas, die erste Haltestelle im Engadin auf der Albula-Strecke. Dort kommt man von Zürich aus nicht vor 9.35 Uhr an. Der Weg führte durchs Val Bever. Was für ein herrliches Fleckchen Erde mit diesem rauschenden Bergbach!

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Es tat mir beinahe Leid, dass mein Weg mich schon bald von der Talsohle weg am rechten Hang bergauf zur Fuorcla Crap Alv führte.

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Das muss ein besonderer Spassvogel gewesen sein, der hier diese Tafel angebracht hat. Wo wohl die Autos durch müssen…?

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Auf der 2’465 m hohen Fuorcla Crap Alv änderte sich die Vegetation schlagartig. Auf der Nordseite war der Bewuchs viel spärlicher, kaum Blumen blühten. Schon konnte man die Albula-Passstrasse ausmachen. Die Berge dahinter gehören nicht gerade zum Schönsten, was dieses Land zu bieten hat.

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Von den malerischen Lais digl Crap Alv ertönte Alphorn-Gebläse bis zur Fuorcla hinauf.

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Hier rechts auf dem Halbinselchen kann man den Musikanten erkennen.

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Für mich führte der Weg nur noch bergab. Und schliesslich kam ich an einer der grössten Augenweiden des Albula-Tals an: dem türkisfarbenen Lai dal Palpuegna. Dieser war für mich ganz klar zu bevölkert. Ganze Sippschaften lagerten an seinen Ufern. Fotografieren und nichts wie weg!

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Mein ursprünglicher Plan hatte vorgesehen, von Preda aus wieder heim zu fahren. Doch hatte ich meine Marschtabelle massiv unterboten und so beschloss ich, damit das Verhältnis von Anreise und Wanderung etwas ausgeglichener ist, weiter nach Bergün zu wandern. Preda mit seiner Baustelle für den Tunnel-Neubau wirkte ohnehin nicht sehr einladend.

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Gute 1 1/2 Stunden wanderte ich noch neben, über und unter der berühmten Albula-Bahnstrecke (Unesco Weltkulturerbe!) talauswärts.

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In Bergün hatte ich gerade noch genügend Zeit, meine Füsse im Dorfbrunnen zu kühlen, ein Glacé zu schlecken und schon kam das rote Züglein wieder angebraust. Nach 5 Stunden reiner Wanderzeit stand eine 3 1/2-stündige Heimfahrt auf dem Programm. Meine SBB-Tageskarte habe ich sehr gut ausgenützt.

Fazit: Lieber alleine wandern als gar nicht wandern.

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