Basislager Pontresina

Und schon wieder bin ich zusammen mit meinen Wanderfreunden unterwegs gewesen. Im Gegensatz zur letzten mehrtägigen Wanderung waren wir diesmal nicht von einer Unterkunft zur nächsten unterwegs, sondern haben in Pontresina unser Basislager etabliert. Wenn ich zurückblicke, fällt es mir schwer, zu sagen, welches denn nun die schönste Tagesetappe war.

War es der erste Tag

an dem wir nach der Anreise aus dem heissen Unterland erst mal tief durchatmeten, bevor es los ging?

Dies geschah auf der Bernina-Passhöhe. Den Weg dem Lago Bianco entlang mussten wir uns mit vielen Radfahrern und gemächlich spazierenden Mitgenossen teilen.

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Bei der Abzweigung zu Sassal Mason trennte sich die Spreu vom Weizen.

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Hinter dem Berghaus mit seinen mich an Trulli erinnernden Steinbauten öffnet sich der Blick zum Palü Gletscher.

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Weiter ging es zur Alp Grüm, von wo aus der Gletscher sich nicht minder spektakulär präsentiert.

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Spätestens jetzt weiss Anita sicher, um welche “Autobahn” es sich hier handelt.

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Am Lago Bianco erwischte uns ein kurzer Regenschauer. Gerade lange genug, dass wir uns genötigt sahen, einen Regenschutz hervorholen.

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Das war also unser erster Wandertag. Bereits sehr spektakulär. Mit 16 km Streckenlänge, 430 m Aufstieg und 610 m Abstieg eher von der gmögigen Sorte.

Karte Tag 1

Würde Tag zwei mein Favorit werden?

Wir fuhren mit der 111 Jahre alten Muottas Muragl Bahn auf den berühmten Oberengadiner Aussichtsberg.

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Was für ein Wetter, nachdem am Vorabend noch ein zünftiges Gewitter die 1.-August-Feier gespült hatte!

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Die Panoramen folgen Schlag auf Schlag.

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Der Weg führt an der Segantini-Hütte vorbei (die mit dem patriotischen WC-Häuschen….), unterhalb des Piz Languard durch bis zur Fuorcla Pischa.

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So viele Steine an einem Tag hatte ich schon lange nicht mehr gesehen.

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Bemerkenswertes am Wegesrand. Mal in Form von Rhätischem Alpenmohn.

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Mal als Steinskulptur. Je nach Fantasie kann man sie als Fackel, Empire State Building, Kirchenturm oder Zipfelmütze interpretieren.

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Nach langem Abstieg standen wir unten an der Talstation der Diavolezza-Bahn. Die Zeit reichte für einen Abstecher zum 2’973 m hohen Berghaus.

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Dort ist man voll auf Touris eingestellt. Sogar Schnee wurde extra deponiert.

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Der Ausblick – ein bedenklicher. Apere Gletscher. Das ewige Eis auf dem Weg in die Endlichkeit.

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Das war dann also Tag zwei. Mit 16 km Streckenlänge, 740 m Höhenmeter im Aufstieg und 1’100 im Abstieg wesentlich weniger gemütlich als am Vortag.

Karte Tag 2

Ich dachte, der dritte Tag würde das Filetstück unserer Touren sein.

Da wusste ich allerdings noch nicht, dass ich meinen schlechten Tag einziehen würde. Mit flauem Magen setzte ich mich am Morgen ins Postauto. Die kurvenreiche Fahrt über den Berninapass und durchs Val da Camp trug in keinster Weise zu meinem Wohlbefinden bei.

Bei der Ankunft bei der Saoseo Hütte muss ich wohl etwas blass um die Nasenspitze gewesen sein.

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Aber zu diesem Saoseo-See hoch wollte ich schon lange. Und bis dorthin schaffte ich es auch. Doch dann musste ich die Anderen ziehen lassen.

Meine “Mühen” hatten sich gelohnt. Ein märchenhaft schöner See lag mir zu Füssen.

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Nach ausgiebigem Staunen und Fotografieren ging ich zurück zur SAC-Hütte und entschied mich dort, den Weg an die Passstrasse zu Fuss anzugehen. Es wurde eine der längeren Stunden meiner Wanderkarriere.

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Es sollte sich herausstellen, dass meine “Wanderung” doch noch 8 km lang wurde. Zum Glück ging es vorwiegend bergab. Mehr hätte ich in meinem Zustand nicht geschafft.

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Tag drei wird also definitiv nicht als Königsetappe in mein Palmares eingehen.

Wird der vierte Tag den Sprung zuoberst aufs Podest schaffen?

Dieser Tag begann an der schweizerisch-italienischen Grenze, an der Forcola di Livigno.

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Unverzüglich ging es bergan. Trotz leerem Magen konnte ich gut mithalten.

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Nach 240 Höhenmeter Anstieg öffnete sich bei La Stretta der Blick ins Val da Fain.

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Wir folgten dem Weg, der anfänglich nur ein Pfad, später eine Fahrstrasse ist, talauswärts. Unterwegs trafen wir viele Murmeltiere an.

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Beats Geduld wurde belohnt. Hier eines seiner tollen Fotos:

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Bei Bernina Suot erreichten wir die lärmige Bernina-Passstrasse.

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Es gab dennoch auch Sehenswertes am Wegesrand.

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Und wo Wasser fliesst, ist es ohnehin immer spektakulär. Badefreuden (aus der Zuschaueroptik) inklusive.

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Nach der Einkehr bei der Station Morteratsch hatten die meisten von uns noch nicht genug und nahmen den Weg nach Pontresina gleich auch noch (im Laufschritt!) unter die Füsse.

So wurde eine 20 km lange Etappe daraus, die uns 240 m bergauf und 780 m bergab führte.

Karte Tag 4

Bleibt noch Tag fünf

Da die Männer gestern den Heimweg angetreten hatten, gönnten wir vier Frauen uns am letzten Wandertag eine Ausplämperli-Tour.

Bei herrlich frischen Temperaturen starteten wir vor 9.00 Uhr ins Val Roseg. Wie würden wir in den kommenden heissen Tagen zu Hause diese Frische vermissen! Alle vier? Mitnichten, eine Dame griff nach kurzer Zeit zu Handschuhen und Ärmeli! Ich kommentiere das lieber nicht.

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Ein angenehmer Weg mit diversen Kinder- und Touristen-Beschäftigungs-Posten führt 7 km ins Val Roseg hinein.

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Das Hotel/Restaurant Roseg ist berühmt für sein Dessertbuffet. Bei unserer Ankunft wurde es gerade aufgebaut.

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Wer hätte da widerstehen können? Bei solcher Aussicht können wir so schnell nicht wieder Kaffee und Kuchen geniessen.

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Und weil wir heute gänzlich auf der Touristen-Schiene fuhren, liessen wir uns gemütlich in der Kutsche zurück nach Pontresina schaukeln.

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Der Weg ins Val Roseg ist 7 km lang und steigt 270 m an. Er ist SEHR stark frequentiert, sei es von Spaziergängern, Wanderern, Velofahrern oder Pferdegespannen. Für letztere zwei steht eine separate Fahrstrasse zur Verfügung.

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Das waren sie dann, diese fünf Touren im Oberengadin. Ich will und kann hier nicht werten, welches die schönste Tour war. Auf ihre Art war jede schön.

Mein herzlicher Dank geht an Barbara für die Idee und Organisiation dieser Touren. Ebenso an Margrit, die uns mit ihrem Lokalwissen zur Seite stand. Und natürlich auch an Klara, Beat und Georges, die alle auf ihre Art zum Gelingen dieses Mehrtägers beigetragen haben.

Ich freue mich schon aufs nächste Jahr!

Zahlreiche weitere Fotos und Informationen zu diesen Wanderungen finden sich unter diesen Links:

Tag 1 ***  Tag 2 *** Tag 3 *** Tag 4

 

Auf zum musikalischen See

Weiter geht’s! Dies sind Tag drei und vier unserer Mehrtages-Wanderung.

Nach einem Gewitter in der Nacht sieht das Wetter am Morgen wieder einigermassen freundlich aus.

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Morgens um halb Acht ist ein Pflug talwärts gefahren. Kein Witz! Wir vermuten, dass das nach jedem Regen Programm ist, um die losen Steine, die sich zweifelsohne vom seltsam anmutenden Gestein immer wieder lösen, zur Seite zu schieben.

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Die Hochspannungsleitung begleitet uns auf dem Weg zum Sanetsch-Pass.

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Mit dem Sanetschpass haben wir auch die Wasserscheide überquert. Dieses lammfromme Bächlein – es hört auf den Namen Sarine (Saane) –  fliesst dereinst in die Nordsee.

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Der Weg führt dem Ufer des Sanetschsees entlang und ist schon beinahe übertrieben gut gesichert.

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Die Ernüchterung an der Staumauer: Das Restaurant ist geschlossen. Wie wir später erfahren werden schon längere Zeit. Kein Kafi! Sad smile

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Was wir dagegen bereits gewusst haben: Der anvisierte Weg ist nach einem Felssturz gesperrt.

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Es bleibt keine Wahl: Wir müssen mit der Seilbahn runter.

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In Gsteig empfängt uns die einzige Regenzelle über dem ganzen Land. Wir stehen bei der Kraftwerkszentrale unter, erhalten von einem sehr aufgeschlossenen Mitarbeiter eine private Werksführung und lassen es draussen schiffen.

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Schon wieder drängt sich eine Änderung auf. Wir visieren zuerst Gsteig an, wo wir kurz einkehren und es ausregnen lassen.

Die Regentrachten sind sehr variantenreich. Am besten gefällt mir Barbaras Dööh-Piäss.

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In drückender Wärme, begleitet von letzten Tropfen, packen wir den Aufstieg zur Chrine an.

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Blick zurück zum Col du Pillon.

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Nach der Chrine ein weiterer kurzer Anstieg und dann geht es nur noch bergab.

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Und endlich kommt er in Sicht. Der See, der uns schon so lange nachläuft.

…. Note Note Note  L o u e n e – S e e e e e e h  Note Note Note 

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Unterwegs fallen nochmals ein paar Tropfen, aber als wir am Ufer des kleineren der beiden Seen stehen, scheint die Sonne. Badefreuden steht nichts mehr im Weg.

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Das Postauto bringt uns nach Lauenen, wo wir im Hotel Wildhorn bestens einquartiert sind. Wir sind uns einig, dass wir uns mit jedem Tag, sowohl was die Übernachtung als auch die Verpflegung betrifft, gesteigert haben.

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Es finden einige Rochaden statt und so starten wir den vierten und letzten Tag nur noch zu sechst und mit zwei total frischen Wanderern.

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Der Aufstieg nach Chüetungel übers Tungeltrittli ist teilweise ausgesetzt, aber gut abgesichert.

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Und immer wieder der Blick zurück zum….   Note Note Note 

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Bei Chüetungel öffnet sich die Landschaft.

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Im sehr sympathischen Alpbeizli Stieretungel kehren wir ein.

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Es gilt nochmals 300 Höhenmeter zu bewältigen.

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Auf 2’378 m haben wir den höchsten Punkt aller vier Tage erreicht. Unser Zwischenziel, der Iffigsee, ist auch zum Vorschein gekommen.

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Baden ist einmal mehr freiwillig.

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Es folgt noch der Abstieg zur Iffigenalp und eine laaaange Heimfahrt.

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Den genauen Routenverlauf von Tag drei kann man HIER und HIER nachlesen.

Denjenigen des vierten Tages HIER.

Schweiz Mobil behauptet, wir seien in diesen vier Tagen 54,15 km weit gelaufen, hätten 4’144 Höhenmeter im Aufstieg und 2’913 im Abstieg bewältigt.

Ich dagegen behaupte, unabhängig dieser nackten Zahlen war es einfach nur schön. Und Wetterglück hatten wir auch. Aber in erster Linie habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass eine Wanderung nur so toll sein kann, wie die Leute, die mitwandern.

Ich danke allen Mitwanderinnen und Mitwanderern für ihren Einsatz und ihr Vertrauen in mich als Tourenleiterin. Auf ein ander Mal!

Weitere Fotos und Informationen zu den ersten drei Tagen dieser Wanderung gibt es HIER.

Und wer den Anfang verpasst hat: HIER geht es zum Bericht von Tag eins und zwei.

Über Stock und Stein zum steinigen Stockhorn

Getreu unserem Motto “Lieber gemeinsam statt einsam wandern” sind wir heute nicht nur ein stattliches 9-köpfiges Grüppchen, sondern es hat auch sonst viele Leute unterwegs. Das Postauto verkehrt ab Thurnern im Doppelpack. Auf der Wasserscheidi beim Gurnigelpass geht die Völkerwanderung los.

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Vom Leiterlipass aus sehen wir in weiter Ferne unser Ziel.

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Ab hier hat es schlagartig weniger Leute.

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Wir arbeiten uns über den prächtig angelegten Panoramaweg vor.

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“Ui, das isch aber immer no wiet ewäg!”

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In den steilen Abhängen, wo keine Kühe gegrast haben, blühen wunderschöne Blumen.

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Was für ein Prachtsexemplar von einer Büschel-Glockenblume!

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Davor geht sogar Frau Flohnmobil in die Knie.

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Der Weg, so aussichtsreich er ist, hat auch seine garstigen Seiten. Von links her stechen Disteln, rechts muss man an den Brennnesseln vorbei zirkeln.

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Stillschweigendes Mampfen.

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Wir nähern uns dem Felsaufbau des Stockhorns.

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Es erinnert irgendwie an die Schwägalp mit dem Säntis.

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Aber das Panorama von der Baachegg aus belehrt uns eines Besseren.

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Noch fehlen fast 300 Höhenmeter.

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Geschafft! Ein Blick auf die Schuhe der Anwesenden offenbart schnell, dass die Meisten mit der Seilbahn hochgefahren sind.

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Blick hinunter zur Mittelstation. Zwei unserer Gruppe werden diesen Weg noch unter die Füsse nehmen, der Rest wählt die gelenkschonende Variante mit der Stockhornbahn.

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Die Attraktion ist die kleine Aussichtsplattform mit luftigem Blick nach unten.

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Auf der Website ist die Rede von “Nervenkitzel”. Mich kitzelt rein gar nichts. Ich kann dieser “Attraktion” nicht allzu viel abgewinnen. Immerhin kostet sie nicht noch extra.

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Aus der Ferne sieht das so aus.

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Genehmigen wir uns lieber nochmals einen Blick aufs umwerfende Panorama und die Richtung, in der wir in einer Woche unterwegs sein werden.

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Vielen Dank, Beat, für die Planung und Durchführung dieser fantastischen Wanderung.

Mehr Infos und Bilder zur Wanderung finden sich HIER.

Karte

Über die Schwabbel-Brücke

Auch wenn beim Lesen des nachfolgenden Beitrags der Verdacht aufkeimen könnte, ich hätte mir zum Ziel gesetzt, sämtliche Hängebrücken dieses Landes zu begehen – dem ist nicht so. Dennoch habe ich gestern wiederum zwei dieser Schwabbel-Brücken überschritten.

Nach einer gefühlt ewig langen Fahrt in immer voller werdenden Zügen geht es endlich los.

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Nach wenigen Metern durch das urtümliche Walliser Dorf Randa sind wir ab der Zivilisation. Wenn auch alles andere als alleine unterwegs.

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Wir sind froh, dass der Aufstieg grösstenteils im Schatten verläuft.

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Das Weisshorn hatte ich weisser in Erinnerung. Ist aber auch schon mehr als drei Jahrzehnte her, dass ich es von so nahe gesehen habe.

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Nach rund 1 1/2 Stunden steilen Anstiegs kündigt sich uns die längste Fussgänger-Hängebrücke der Welt an. 494 m lang, 85 m über dem Boden, auf 2’080 m Höhe. Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde.

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Die Optik täuscht nicht, das Konstrukt hängt ziemlich durch.

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Zu unseren Füssen der Graben des so harmlos klingenden Dorfbächji.

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Diese beiden Steinschlag gefährdeten Runsen quert die Hängebrücke.

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Der Blick reicht bis runter ins Tal. Theoretisch fährt da soeben die rote Matterhorn-Gotthard-Bahn durch. Was von der Brücke aus mit blossem Auge auszumachen war, ist auf dem Bild nur unter dem Mikroskop sichtbar.

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Kreuzen auf der Brücke geht gerade so.

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Von hier aus könnte man wieder nach Randa absteigen. Wir wählen die längere Schlaufe und gehen noch hoch zur sympathischen Europa-Hütte. Dort erwarten uns nebst einem traumhaften Panorama (auf dem Weg dorthin liess sich kurz mal ein Drittel des Matterhorns blicken) traumhaft gute Kuchen  und ein perfekter Kaffee.

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Andere Berge, andere Blumen.

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Solche Wege liebe ich. Darauf könnte ich tagelang wandern.

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Überhaupt befinden wir uns hier auf dem Europa-Weg, der in zwei Etappen von Grächen nach Zermatt führt. Den muss ich mir mal vornehmen. Wer kommt mit?

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Diese Hängebrücke begehen wir nur noch als Dreingabe, denn unser Weg führt unmittelbar davor wieder zurück ins Tal.

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Andere Leute gehen dieses Wochenende ans Albani-Fest und erkaufen sich für viel Geld ihr Vergnügen. Mir macht die Begehung dieser zugegeben sehr wackeligen Brücke mehr Spass als irgend eine Chilbi.

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Dafür graut mir nun vor den 1’000 Höhenmetern Abstieg.

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Dank gemächlichem Tempo, trockenen Verhältnissen und sorgsamen Schritten stellt sich der Abstieg in dieser wilden Szenerie aber als nicht so schlimm heraus.

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Wattebäuschchen in verschiedenen Stadien.

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Ich bin begeistert von diesem Alpenrosen-Lärchen-Wald.

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Solche verschlungene Strukturen beherrscht nur die Natur.

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Auch das bringt nur die Natur fertig: Der gigantische Schuttkegel des Bergsturzes von 1991, in dessen Folge das halbe Dorf unter Wasser stand.

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Nochmals der Blick hoch. Ich möchte betonen, dass wir über die Hängebrücke, nicht die Hochspannungs-Leitung gelaufen sind.

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Als Zückerchen dieser wunderprächtigen Wanderung dürfen wir in einem hochmodernen Zugswaggon ins brütend heisse Visp fahren.

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War das wieder ein toller Wandertag!

Vielen Dank an Beat für die Idee, Organisation und Durchführung dieser Wanderung und allen Mitwanderern ein herzliches Dankeschön für die tolle Kameradschaft.

Mehr Bilder und Infos gibt es HIER nachzulesen.

Karte

Und es werde Kraft!

Es gibt Orte, denen hat man die Bezeichnung “Kraftort” verliehen. Was immer da wirken mag, ich bin dagegen gänzlich immun.

Heute war ich an so einem Kraftort. In einem unbewohnten Seitental es ohnehin schon abgelegenen Weisstannentals. Würde die Kraft diesmal ihre Wirkung zeigen?

Ich war beeindruckt von der Szenerie, die sich mir im Felsenkessel von Batöni bot. Drei Wasserfälle donnerten über die Felswände. Es war mächtig. Spektakulär. Voller Energie. Steinig. Nass. Rauschend. Aber ein Kraftort? Mit diesem Eso-Zeugs kann ich wirklich nichts anfangen.

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Aber, wer weiss, vielleicht war doch etwas dran. Denn meine Kollegin, die üblicherweise mit sehr mulmigem Gefühl über solche Hängebrücken schreitet, fühlte sich für einmal sogar zu Spässen aufgelegt. Vielleicht wurde ihre Lockerheit auch dadurch befeuert, dass sie wusste, dass sie nicht zwingend über diese erst vor wenigen Tagen eröffnete Hängebrücke gehen musste.

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Ich habe noch ein Video über diese Brücke und den Weg dorthin gefunden, muss aber gestehen, dass ich keine Ausdauer hatte, die ganzen 12 Minuten anzuschauen.

Auf der anderen Seite der Berge

Man mag als Schweizer(in) geneigt sein zu glauben, die eigenen Berge seien die einzig wahren Berge. Als Folge dessen mag man geneigt sein zu glauben, dass Skifahren auch nur im eigenen Land möglich und richtig sei.

Touristikfachleute mögen diese Aussagen mögen. Aber sie stimmen nicht. Ganz wunderbare Berge gibt es in so manchem Land. Immerhin spannt sich alleine schon der Alpenbogen über sieben Länder. Ganz zu schweigen von weiteren Gebirgsmassiven in Europa, von denen ich insbesondere die Pyrenäen relativ gut kenne.

Nun lerne ich ein mir bekanntes Gebirgsmassiv in einer anderen Jahreszeit kennen. Und ich muss sagen, was ich bis jetzt von diesen Skipisten in den Dolomiten gesehen habe, lässt mein verwöhntes Skifahrer-Herz durchaus aus dem Takt geraten.

Skigebiet Gitschberg

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Skigebiet Obereggen

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Fast zu schön

Es schrammte haarscharf am Kitsch vorbei, was sich die Natur heute wieder hatte für uns einfallen lassen. Föhnig, mild, die verschneiten Berge zum Greifen nah und gestochen scharf. Zwar hatte ich auf dem Nachmittags-Spaziergang den idealen Zeitpunkt fürs Fotografieren verpasst, dennoch:

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Wie dankbar bin ich doch, hier zu leben.

Meine Schweiz. Mein sicherer Hafen. Meine Heimat.

Auf der grössten Pyramide der Welt

Ist der 2’362 m hohe Niesen tatsächlich die grösste Pyramide der Welt, wie uns der Slogan an der Bergbahn glauben machen will? Könnte durchaus sein, schliesslich liegt der Thunersee zu Füssen der Felspyramide gerade mal auf 558 m. Rechne! Die alten Ägypter haben da jedenfalls keine Chance.

Eitel Sonnenschein bereits an der Talstation der Niesenbahn. Unser sechsköpfiges Grüppchen musste eine Bahn lang warten, bevor wir uns mit der nostalgisch anmutenden Standseilbahn bis zur Mittelstation befördern lassen konnten.

Die über hundertjährige Niesenbahn kann mit einigen Superlativen aufwarten.

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Ihr grösster Trumpf ist jedoch die bombastische Aussicht, die wir schon im steilen Aufstieg geniessen konnten.

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Es brauchte einiges an menschlichem Wirken, um hier einen sicheren Wanderweg entstehen zu lassen.

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Die obere Sektion der Niesenbahn.

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Ein Gruss an die Ostsee.

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Ist das nicht der Wahnsinn, diese Aussicht?!? Dabei sind wir noch nicht mal ganz oben.

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Ein letzter Blumengruss kurz unter der Bergstation.

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Das Panorama von der Gipfelplattform aus ist überwältigend. Hier Richtung Thun und Mittelland.

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Einmal nach links gedreht erscheint das Simmental.

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Auf der anderen Seite das Kandertal mit den markanten Flanken des Balmhorns und Altels, links davon Doldenhorn und Blüemlisalp-Gruppe.

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Und zu guter Letzt unser berühmtes Dreigestirn mit Eiger, Mönch und Jungfrau.

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Dieses verstreute Dorf in der Bildmitte, das muss Aeschi sein. Mein angeheirateter Heimatort. Mit meinem Mann zusammen habe ich es nie geschafft, dorthin zu gehen.

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Die Terrasse beim Berghaus ist rege besucht, aber nicht proppenvoll. Trotz leichtem Wind hält man es draussen gut aus. Schliesslich ist es jetzt Herbst und der versierte Wanderer bringt geeignete Kleidung mit auf den Berg.

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Im Abstieg hat es plötzlich mehr Leute. Aber die meisten drehen wohl bald wieder um.

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Wir waren schon bald wieder praktisch alleine unterwegs auf dem guten Pfad. Immer wieder diese sensationelle Aussicht und den ganzen Tag Sonne. Diese Wanderung war Balsam für die Seele.

Vielen Dank fürs Organisieren, Beat.

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Weitere Infos und Bilder zu diesem gelungenen Wandertag gibt es hier.

 

Der Traum einer Wanderung

Es war mehr zufällig, dass ich auf diese Wanderung aufmerksam wurde. Selbst in Zeiten von diversen Planungstools, mein Favorit übrigens Schweiz Mobil, entdeckt man ja gerade auf einer Wanderung eine neue Wanderung. Das war im Fall des Val Curciusa nicht anders.

Während andere Leute ihre Wander-Projekte sorgsam aufschreiben, habe ich meine “Liste” im Kopf. Und früher oder später kommen diese Projekte wieder ans Tageslicht. Über die Wanderung durchs Val Curciusa fand ich zu wenig verlässliche Angaben und beschloss daher, dass diese Tour eher ungeeignet sei, um sie alleine anzugehen.

Natürlich habe ich mich gefreut, dass der Leiter meiner neuen Wandertruppe meine arglos gestellte Frage so schnell in die Tat umsetzte, aber hinter meiner Erkundigung vor einer Woche lag also höchstens ein bisschen Absicht, gäll Beat.

Wie auch immer, am letzten Sommertag dieses Jahres, also gestern, startete unsere Wanderung in San Bernardino.

Der Anstieg zur Bocchetta de Curciusa war mitunter ziemlich direkt,

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nicht selten auch etwas abschüssig

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und von nicht mehr wirklich sommerlichem Wetter begleitet.

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Auf der 2’388 m hohen Bocchetta de Curciusa verzogen sich die Nebelbänke allmählich.

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Viel Gras wächst auf dieser Höhe wahrlich nicht. Nimmt mich bloss wunder, wovon diese eher scheuen Rinder leben.

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Allmählich wird der Blick ins obere Val Curciusa frei,

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und wir sehen den langen, aber nicht allzu steilen Abstieg vor uns.

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An Wegzeichen fehlt es wahrlich nicht. Den Weg muss man sich zwischen den Felsblöcken oftmals selber suchen.

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Ist das nicht ein Traum? Das Val Curciusa wird wohl nicht allzu häufig begangen. Im zeitigen Sommer oder nach Regenfällen dürfte die Überquerung der zahlreichen Wasserläufe mitunter etwas schwierig sein.

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Das abgelegene Tal wird im Sommer von zahlreichen Tieren bewohnt. In der Fläche weiden Rinder und Pferde, an den steilen Hängen blökende Schafe.

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Die Alp de Rog befindet sich relativ weit vorne im Tal. Hätten sich in den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts Umweltschutz-Verbände nicht vehement dagegen gewehrt, wäre das Tal unter Wasser gesetzt worden und wohl auch diese Alp unter den Fluten verschwunden.

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Auch unterhalb der Alp de Rog gibt es nur einen Fusspfad. Es ist somit eine der wenigen bewirtschafteten Alpen, die nicht mit einem Fahrzeug zu erreichen sind.

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Es war eine wunderschöne Wanderung in landschaftlich einmaliger, ursprünglicher Umgebung. Leider war die Zusammensetzung der Gruppe diesmal nicht so harmonisch. Die Giftpfeile, die laufend abgeschossen wurden, taten dem Anlass Unrecht. Wäre dies meine erste Wanderung mit den FF gewesen, wäre meine Beurteilung dieser Wandertruppe wahrscheinlich nicht so euphorisch ausgefallen.

Für trittsichere, geübte Wanderer ist das Val Curciusa eine überaus lohnende Tour, die in sechs Stunden zu machen ist.

Vielen Dank fürs Organisieren, Beat!

Weitere Infos zur Tour gibt es hier.

Die tierisch schöne Wanderung – Tag 4

Als ich am Morgen aufstand, glaubte ich, meinen Augen nicht zu trauen. Keine Wolke am Himmel! Ein strahlend schöner Tag. Das war umso wichtiger, als wir a) keinen aktuellen Wetterbericht runterladen konnten (wie hat man das eigentlich früher gemacht???) und b) heute die längste Etappe anstand.

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Vorbei an mehreren Seen – einer malerischer als der andere – führte der gut markierte Weg zur Cadlimo-Hütte. Immer weniger Grün am Wegrand erfreute das Auge. Aber auch Granit hat seinen Reiz, wie ich ehemalige Klettergumsel einmal mehr feststellen durfte. Die Hütte liessen wir rechts liegen und stiegen wieder etwas ab, um in den steilen, schmalen Weg zum Passo Bornengo einzufädeln. Dieser Abstieg war die anspruchsvollste Strecke der gesamten Wanderung. Trittsicherheit war unbedingt vonnöten, während die Stöcke für einmal eher hinderlich waren.

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Oben auf dem Passo Bornengo öffnete sich der Blick gegen Norden ins Val Maighels (rechts) und die Zentralschweizer Alpen. Umwerfend!

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Beim problemlosen Abstieg durchs Val Maighels müssen sich diverse Leute gelangweilt haben. Oder etwa nicht? Die Steinmännchen sind jedenfalls nicht in einem Tag entstanden. Es sind wahre Kunstwerke drunter, teils über zwei Meter gross, mal mit Fenster, mal mit bedrohlich balancierenden Steinen drauf, die scheinbar kurz vor dem Zusammenbrechen stehen.

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Das obige Bild entstand um 13.30 Uhr. Eine Stunde später war der Himmel längst nicht mehr so blau. Bedrohlich schwarze Wolken erschienen am Himmel, erstes Donnergrollen ertönte. Wir legten einen Zacken zu. Und noch einen. Und dennoch reichte es nicht ganz ans Trockene. Etwa 500 m vor der Oberalp-Passhöhe begann es zu regnen und wir kramten unsere Regenjacken hervor. Weitere 10 Minuten später standen wir im Wartesaal der Matterhorn-Gotthard-Bahn, während es draussen kurz darauf wie aus Eimern goss. Schwein gehabt.

Der Rest ist schnell erzählt. 55 Minuten warten, bis der Zug kam, vier Mal umsteigen und vier Stunden später drehte ich den Schlüssel an der Wohnungstüre. Eine absolut gelungene 4-tägige Wandertour durch unsere herrliche Bergwelt, im Beisein von zwei lieben Freunden, ist Geschichte. Mein temporäres Andenken: zwei total verbrännti Wädli, die ich nicht flächendeckend mit Sonnencreme eingeschmiert hatte. Die Sonne brannte die meiste Zeit von hinten.

Eine Zahl bin ich euch noch schuldig: Auf unserer Königsetappe waren wir knapp 7 Stunden am wandern. Ach ja, Tiere haben wir selbstverständlich auch gesehen. Welche, überlasse es eurer Fantasie.

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Und weil es so schön war, hier noch die anderen Etappen zum nachlesen:

Tag 1, Tag 2 und Tag 3