Die Baumwanderung

Ab Unterwasser führt die Wanderung von gestern schnurstracks zu  den Thurfällen. Die Thur kommt hier als harmloses Wässerchen daher.

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Hinten in der Schlucht allerdings da rauscht es, auch wenn es angeblich gar nicht sooo viel Wasser hat.

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Nix Paparazza…

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… ich will nur dieses Prachtsexemplar von einem Seidelbast fotografieren, der sich oben an der Schlucht angesiedelt hat. Schliesslich ist es der erste, den ich dieses Jahr zu Gesicht bekomme.

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Wir verlassen die Schlucht und nehmen beiläufig zur Kenntnis, dass hier mal ein Sturm gewütet haben muss. Wie hätten wir auch ahnen können, dass sich uns dieses Ereignis bis am Abend noch ziemlich nachhaltig einprägen wird.

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Wir gehen unbehelligt weiter. Über geschotterte Wege,

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mit Blick auf den Säntis und die Wiesen, auf denen der Mist ausgetragen wurde.

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Es lässt sich nicht vermeiden, dass wir auf asphaltierten Strassen gehen. Die Autos nerven mitunter.

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Die Alternative zu Asphalt sind matschige Wiesen, Schneefelder, Dreck

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und ganze Wiesen voller blühender Krokusse.

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Gute Ideen bedürfen Redner in guten Positionen.

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Nach der Mittagspause wird’s ruppig. Sturm Burglind hat hier ganze Arbeit geleistet. Immer wieder müssen wir uns über, unter und neben umgefallenen Tannen den Weg bahnen.

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Nicht alle Schneefelder lassen sich umgehen.

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Am Ende dieses Schneefeldes wartet ein weiteres, steiles Schneefeld, das wir mehr oder weniger in der Diretissima überwinden. Der nicht ausmachbare Weg führt vermutlich in einem weiten Bogen drum herum.

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Es fehlt nicht an Show-Einlagen.

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Der absolute Brüller ist dieses Video (aber vermutlich nur, wenn man selber mit vor Ort war).

Während sich ein Teil der Gruppe noch mehr oder weniger vorsichtig auf dem Schneefeld nach unten hangelt, habe ich schon die nächsten Blumen entdeckt. Wie hübsch ist das denn!

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Wir glauben, nun das Schlimmste hinter uns zu haben und freuen uns am Bergweg.

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Es wird heute keine Mühe gescheut, um selbst auf etwas absonderliche Vorlieben einzugehen.

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So wird auch die dringend nötige Versorgung mit Sonnencreme sichergestellt.

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“So, jetzt no de lingg Arm.”

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Selbstverständlich haben wir die Badewanne nicht mitten im Weg stehen lassen!

A propos Weg, der bleibt weiterhin abenteuerlich,

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auch wenn das eine oder andere gut passierbare Stück dazwischen liegt.

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Der Sturm hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Mitgezählt hat niemand von uns, aber es dürften an die zwanzig Bäume gewesen sein, die uns den Weg versperrt haben. Die einen Bäume, wie diese mächtige Tanne, sind ohne gross den Kopf einziehen zu müssen passierbar.

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Andere müssen umständlich überklettert werden. Und jeder von uns stellt sich früher oder später die bange Frage, ob wir auf ein Hindernis treffen werden, das uns zur Umkehr zwingt.

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Zur Abwechslung mal ein Laubbaum. Dieser ist dann auch tatsächlich unser letztes Hindernis des Tages, sieht man mal von dem Lawinenkegel ab, den wir noch überqueren müssen.

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Geschafft! Kein Wald mehr zu queren. Keine Lawinenkegel. Wir können unsere volle Aufmerksamkeit auf den bevorstehenden Besuch im Café Zieler lenken.

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Nomal es Blüemli. Diesmal Goldsterne.

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Was für eine Enttäuschung, Zieler hat Betriebsferien! Kein Wort davon im Internet, das wir noch konsultiert hatten. Als eher schwacher Trost muss ein Glacé vom Kiosk in Nesslau herhalten. Dabei hätten wir uns angesichts diverser akrobatischer Einlagen wahrlich etwas Edleres verdient!

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Die Wanderung wäre in vier Stunden zu schaffen. Aber erst wieder, wenn das Sturmholz beseitigt ist. Was noch eine Weile dauern dürfte. Wir sind rund fünf Stunden rumgeturnt.

Mein Dank gebührt Barbara für die gute Idee und Organisation dieser Wanderung und allen Mitwanderern für den lustigen Tag.

Mehr Informationen und Bilder zu diesem unvorhergesehenen Abenteuer gibt es HIER.

Karte

Beschildert geschildert (107)

Höchste Zeit, die Schilder-Bilder Serie wieder aufzunehmen.

Und ebenso höchste Zeit, mal wieder eine Wanderung zu unternehmen.

Wer wird denn bei diesem prächtigen Herbstwetter daheim bleiben?

Frau Flohnmobil ganz sicher nicht!

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Diese Warntafel begegnet einem, wenn man vom Schäfler Richtung Säntis unterwegs ist. Nicht zu Unrecht.

Alte Freude im neuen Monat

In Sachen Wetter sind mein innig geliebter Mitbewohner und ich nicht sehr risikofreudig. Eigentlich hätten wir für gestern und heute eine zweitägige Wandertour geplant gehabt. Aber mit jedem Tag, wo das freudige Ereignis näher rückte, wurde der Wetterbericht für den zweiten Tag schlechter. Vorsätzlich im Regen herumlaufen mögen wir so was von gar nicht! Deshalb haben wir gestern eine Tageswanderung gemacht. Und heute schauen wir daheim zu, wie es einmal mehr im ganzen Land immer und immer wieder regnet. Unser Misstrauen war wohl sehr berechtigt!

Der gestrige Tag jedoch hat uns eine schöne Wanderung beschert. Die Schuhe geschnürt hatten wir in Wasserauen und von dort aus liefen wir auf einem ziemlich rutschigen, steilen Weg durch den Wald hoch. Nach einer knappen Stunde öffnete sich das Gelände, um sogleich wieder steiler zu werden.

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Bis zur Gartenalp waren immer wieder steile Abschnitte zu bewältigen. Dort bimmelte und muuuhte es aus allen Ecken. Und selbst wenn auf dem folgenden Bild kein Kuhschwanz auszumachen ist, könnt ihr mir glauben, es war so!

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Die Stöcke leisteten uns nicht nur im rutschigen Wald zu Beginn der Wanderung wertvolle Dienste. Mit ihnen konnten wir auch aufsässige Kühe auf Distanz halten (ein Job, den ich jeweils dem Mitbewohner überlasse) und Brennnesseln von unseren nackten Waden fern halten.

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Nebst der Aussicht, die leider mit jedem Meter statt mehr weniger wurde, gab es zahlreiche hübsche Blumen am Wegesrand zu bestaunen. Bis die Hänge rot von blühenden Alpenrosen sind, dürfte es hier noch etwa eine Woche dauern.

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Im Übergang Chlus angekommen sahen wir durch den Nebel den Gipfel des Schäflers. Obschon ursprünglich so nicht vorgesehen, beschlossen wir, diesen Berg auch noch einzusacken. Nach einer knappen halben Stunde auf “amerikanischen Wegen” durften wir uns an dieser Aussicht berauschen:

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“Amerikanisch” ist es für uns immer dann, wenn zahlreiche Spitzkehren kaum Höhe überwinden. Das haben wir auf Wanderwegen in den USA mehrfach erlebt.

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Zurück bei Chlus wählten wir den Abstieg unterhalb der Felsfluh der Ebenalp. Der Blick geht hinab zum 600 Meter tiefer gelegenen Seealpsee.

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Auf dem schmalen Weg dürften sich gewisse Leute unwohl fühlen. Wir dagegen blühen bei so etwas erst richtig auf.

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Im Berggasthaus Äscher gab es für uns einen Teller der weitherum berühmten Rösti. Wir hatten Glück, eine 30-köpfige Gruppe war gerade im Aufbruch. So ergatterten wir einen Tisch zuvorderst auf der exponierten Terrasse.

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Insgesamt waren wir etwa vier Stunden unterwegs. Für den Abstieg wählten wir diesen gelenkschonenden Weg:

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Danke an Stefan für diesen Wandertipp. Ich wollte ja schon lange mal hierhin. Aber manchmal fehlt es am Anstoss zur richtigen Zeit.