Ameisen im Kuchen!!!

Ja, die Anpreisung machte nachdenklich. Aber angesichts des leckeren Angebots an Früchtekuchen mochte sich auf der kürzlich erfolgten Wanderung niemand für einen Ameisenkuchen begeistern. Und nachgefragt, was da drin sei – so wichtig erschien das damals nicht – hat auch niemand.

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Die Spekulationen schossen erst als Blog-Kommentare ins Kraut. Was haben Ameisen in einem Kuchen verloren? Sind sie die süsse Antwort auf Mehlwurm-Burger?

Aufschluss liefert einmal mehr das Internet. Und dieses hat mich – auch mit einer diskreteren Suchmaschine als Google – ziemlich zielgerichtet auf den unverwüstlichen Dr. Oetker gebracht. Dort gibt es entsprechendes Rezept. Mit Ameisen in Form von Schoggi-Streuseln.

Öfters mal Panne (27)

… oder: Ungebetene Gäste

Wenn die Natur auf Besuch kommt, kann man nicht immer die Flucht ergreifen, selbst wenn man das in einem ersten Anflug von Panik am liebsten tun würde. Auf einem Campingplatz in Sardinien hatten wir uns – seinerzeit mit dem VW-Bus unterwegs – eingerichtet und wollten einige geruhsame Tage verbringen.

Natürlich hatten wir sie entdeckt, die paar klitzekleinen Ameischen und klar hatten wir von unseren Nachbarn erfahren, dass einige der Krabbler auf ihrer Kühlbox über Nacht  jämmerlich festgefroren waren. Aber uns konnte doch nichts passieren, schliesslich hatte ein Arbeiter des Platzes um alle vier Räder des Campers ein helles Pulver gestreut, das die Tierlein fernhalten sollte. Wir wurden auch nicht misstrauisch, als wir sahen, dass ein nicht unwesentlicher Teil des Sortiments im Campingplatz eigenen Laden aus Schädlingsbekämpfungsmitteln bestand.

Die Überraschung folgte erst am nächsten Morgen, als sich herausstellte, dass ein ganzes Ameisenvolk ein gemeinsames Ziel verfolgte: unser Konfitürenglas. Mein innig geliebter Mitreisender hatte mir den Anblick erspart und das Glas entsorgt, während ich noch Morgentoilette machte. Als ich frisch geduscht unter der VW-Türe stand, war er bereits mit der Einzelabreibung beschäftigt.

Hereinspaziert waren die ungebetenen Gäste ganz einfach über unser Stromkabel. Da halfen nur radikale Massnahmen in Form von viel Chemie. Noch Tage später klaubten wir mit spitzen Fingern Leichen aus den Fugen und Ritzen unseres VW-Busses. Seither sind wir überaus sensibilisiert, wenn wir Ameisen orten. Und eine Dose Baygon ist zum ständigen Reisebegleiter geworden.

Unsere fahrende Ameisenburg am Tatort in Sardinien.

Noch mehr Lust auf ungebetene Gäste? Dann wendet euch bitte vertrauensvoll diesem Flohnmobil-Post zu.

Ameisen-Alarm

Ich hatte die 74 Kilometer Velotour und insbesondere die letzten sechs Kilometer rasanter Abfahrt genossen. Mit keiner Faser meines nicht mehr ganz so taufrischen Körpers war ich darauf vorbereitet, was mir gleich blühen sollte. Doch dann sah ich sie. In mehreren Wolken schwebten sie bedrohlich über der Strasse. Keine Chance, ihnen auszuweichen. Woraus diese Schwärme bestanden, wusste ich im ersten Moment nicht. Es tönte nach zerplatzen Insekten, als wir – mit eingezogenem Kopf – durch die Wolken fuhren.

Wir kehrten zum Wohnmobil zurück und taten das, was wir immer tun, wenn wir von einer Velotour zurückkommen: Wir verpflegten uns, duschten und versorgten die Rennvelos. Draussen tanzten Insekten. Bei näherem Hinsehen entpuppten sie sich als fliegende Ameisen. Eigentlich harmlos. Wenn es nicht so arg viele gewesen wären.

Hatten sie nur die Ausländer im Visier, oder behelligten sie die Franzosen auch? Wir konnten es nicht ausmachen. Sicher ist nur: Es waren viele. Sehr viele. Zu viele. Und wir Deppen liessen am Wohnmobil Tür und Tor offen. Die Ameisen liessen sich nicht lange bitten und belagerten unser Womi von allen Seiten. Auch im Fahrzeug-Inneren schien es ihnen zu gefallen.

Nun sind ja solche Insekten an sich harmlos. Sie stechen nicht, beissen nicht, verbreiten keinen unangenehmen Geruch und keine lästigen Töne. Aber ihre schiere Präsenz war für mich Anlass genug, (mit reichlich Verspätung!) Alarm zu schlagen. Also wurden alle Fliegengitter geschlossen. Mit dem Resultat, dass zwar die Ameisen, die angesichts meiner Kampfansage vielleicht das Weite gesucht hätten, nicht mehr raus konnten, doch immerhin konnten auch keine mehr rein kommen.

Dann ging das grosse Gemetzel los. Sie liessen sich widerstandslos einsammeln, einzeln pflücken. Immer wieder kam eine zum Vorschein. Und immer wieder das gleiche Prozedere: pflücken, sie freundschaftlich zwischen zwei Fingern begrüssen und dann ab in den Abfall-Sack.

Am nächsten Morgen, man höre und staune, waren immer noch welche da. Sie hatten auf unserem Womi biwakiert. Mit der Sonne begannen sie sich wieder zu recken und strecken. Wir liessen sie gewähren. Der Schreck kam erst, als ich den Teppich raus nahm. Darunter – DARUNTER!!! – hatte sich ein gutes Dutzend dieser fliegenden Biester versteckt. Sie wurden ausnahmslos entsorgt. Aber mein mittlerweile geschultes Auge fand noch mehr ihrer Artgenossen. Auf dem Bett, in der Dusche, am Fenster. Ihnen drohte das gleiche Schicksal.

Einen halben Tag später. Wir machen Mittagspause, sind in der Zwischenzeit knapp zwei Stunden gefahren. Ich gehe in die Dusche und was sehe ich auf dem Fliegengitter des Dachfensters? Ein weiteres Dutzend Ameisen. Wie sind denn die hierhin gekommen. Langsam aber stetig krieg ich die Krise!

Zwei Tage später. Es hat immer noch Ameisen. Ganz vereinzelt. In ziemlich dehydriertem Zustand, wohl kaum mehr zu retten. Dafür geht es mir wieder etwas besser. Trotzdem weiss ich, dass ich die allerletzten Ameisen wohl erst in einer gründlichen Putzaktion aus dem Womi entfernen werde. Das hat dann allerdings noch etwas Zeit. Mit den paar Leichen, die jetzt noch rumliegen, kann ich leben.